Selbstbau Beleuchtungskasten für Talfaltung

  • Hallo, liebe Leute!


    Vor längerer Zeit wurde hier die Arbeitsweise von Herrn Pongratz vorgestellt. Dieser verwendete zum Rillen von Talfaltungen eine Dia-Beleuchtungsplatte. Diese hat den Zweck, den Karton von hinten zu beleuchten, sodass man ohne Probleme den Karton exakt (!!!) von der unbedruckten Seite aus rillen kann.
    Die Idee fand ich klasse. Nur der Preis für eine solche Platte ist - nach meinen Recherchen - exorbitant hoch (Preise beginnen so bei 120 Euronen...)!
    Auf der Intermodellbau sah ich dann einen selber gebauten Kasten! Auf die Idee diesen selber zu bauen, war ich bis dato nicht gekommen... :rolleyes:
    Angeregt durch diese Beobachtung, hatte ich mir den Selberbau vorgenommen! Der Zufall wollte es, dass Leute von nebenan ihren Sperrmüll an die Straße gestellt hatten, welcher eine hervorragende Kiste enthielt. Dieser habe ich mich dann angenommen.
    Im Baumarkt habe ich dann noch für kleines Geld eine Acrylglasplatte gekauft. Das Leuchtmittel, eine ausgebaute Leuchtstoffröhre aus dem schwedischen Allzweck-Kaufhaus war auch noch vorhanden.
    In den Kasten habe ich dann zwei Zierleisten - waren vom Umzug noch vorhaden - geschraubt, sodass die Acrylplatte bündig abschließt. Dann noch die Beleuchtung eingeklebt und fertig.


    Somit habe ich für etwa 10-20 Euro ein sehr nützliches Hilfsmittel geschaffen, was eine enorme "Arbeitserleichterung" darstellt.


    Ich würde mich freuen, wenn mein Werk Nachahmer findet.



    Einen lieben Gruß an alle vom



    Klebär!

  • Um Gottes Willen nein!!!


    Da hängt noch ein Trafo vor! Da kommen nur 12 Volt an! Aber das war Teil der Lampe und daher habe ich die Installation im Bericht außen vor gelassen!


    Freut mich, dass Dir die Anregung gefällt! Die Umsetzung ist wirklich ein KLacks!

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Hallo, Philipp!


    Ich weiß nicht, wie heiß die Leuchtröhre bei längerer Brenndauer werden wird, aber es wäre vielleicht sinnvoll, noch einige Lüftungsöffnungen in die Seiten des Kastens zu bohren.


    Kleben Sie wohl!
    Kartonkapitän

    Ich schnipsel mit Schere, ich klebe und falz';
    das is zwar nur Schimäre, doch mich unterhalt's! :P(frei nach Johann Nestroy)

  • Hallo Kartonkapitän!


    Die Leuchtstoffröhre wird nicht besonders warm. Man kann sie auch nach längerer Betriebsdauer noch problemlos anfassen!
    Bei der Verwendung anderer Leuchtmittel wäre das Verwenden von Belüftungsschlitze natürlich ratsam!



    Gruß,


    der Klebär!

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Hallo Klebär
    tolle Idee, kannst du uns noch verraten wie dick die Glasplatte ist ?
    Werde ich auf jeden Fall nachbauen, sobald ich wieder ein wenig Zeit habe.


    mit vielen Grüssen
    Martin

    Fertig :
    Supermarine Spitfire / 1:33 / GELI Classic
    Diorama mit Bücker 133 Jungmeister (U-63) / 1:33 / Paper-Model
    Star Trek Voyager Season 6 Episode 5 "ALICE" / 1:37 / Christine
    Schloss Himeji / 1:160 / Schreiber
    McDonnell Douglas - Boeing F/A-18 AETE / 1:60 / Stahlhart Papercraft
    Arado AR-196 A3 / 1:33 / Modelik // Stardust - Perry Rhodan / M. Sänger - M. Scheloske // Raumfähre Buran mit Energia / 1:96 / L.Cherkashyn


    In Arbeit :


    MQ-1 Predator UAV / 1:33 / Modelik

  • Für die Nachbauer (was mich aufrichtig freut!!!):


    Das Acrylglas hat eine Stärke von 4 mm. Mit der nötigen Auflagefläche ist das völlig ausreichend. Ansonsten muss man einfach den Kasten in der Größe anpassen.
    Viel Erfolg beim Nachbau!!!



    Gruß vom


    Klebär!

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Servus Durchleuter;


    wenn man den "Kasten" mehr Hoehe gibt, den Boden und Rand (Laengsseiten reichen) mit der schwaecher reflektierenden Oberflaeche einer Alufoie nach oben in den Kasten legt, die Leutmittel (es sind jetzt zwei(ich nutze Leuchtstoffroehren)) an beiden Raendern moeglichst weit "oben" befestigt und mit einer einfachen reflektierenden Abschirmung (120 Grad Kreissegment) ueberdeckt (ca. 30 Grad Tilt), so erhaelt man eine homogenere Ausleuchtung von fast 80% der gesamten Auflageflaeche;
    Konstruktionen derart haben wir schon seit den fruehen 70igern zum de-interleaven und "sichern" genutzt.
    Fazit : ein wirklich nuetzliches Instrument fuer jeden Modellbauer;
    ich kanns nur empfehlen !!
    KM
    Nachtrag:
    eine Glasplatte kann man sich ggf. auf dem Recyclinghof besorgen; Fensterglas reicht bis Formate bis DIN A3; - Format mit Glasschneider ausschneiden und die Kanten fasen !
    Die Unterseite kann man mit "Raufaserfarbe z.B. A...weis" beschichten : Farbstreifen entlang einer Laengsseite auftragen und mit einem langen Lineal duenn zum gegenueberligenden Rand ein - ggf. zweimal abziehen - trocknen lassen.
    Die VDE hat zum Thema "elektrische Sicherheit" eine Fachgrundnorm zum Einsatz von "Leuchtmitteln" - Grundsaetzlich empfehle ich Niederspannungslampen (Leuchtroehren wegen der spektralen Verteilung und Abwaerme); wer vom Fach ist weiss sowieso bescheid, worauf zu achten ist.
    Achtung : CE - Aufkleber nicht vergessen (smile...);


    Die oben vorgestellte Loesung ist aufgrund ihrer improvisierten Komponenten einfach "genial" fuer den Anfang und ausreichend.
    Fuer weiteren "Luxus" kann man seine Phantasie freien Lauf lassen.


    LEDs braucht man, je nach Lumen des erworbenen Typs, mal mehr, mal weniger viel um die nutzeffektive Flaeche auszuleuchten. Da LEDs im Vergleich zur Roehre punktstrahleraehnliche Eigenschaften haben, ist ein Diffusor´system mehr als sinnvoll um "hot spots" fuer das Auge zu vermeiden! Es wird auf jedenfall die aufwendigere und teuere Loesung - der Einsatz von state of the art Technologie hat somit auch Nachteile ..... aber : probieren geht ueber studieren - also asap einen Prototyp hier im Forum vorstellen - ich bin neugierig ....

  • Hallo Philipp


    Schöne Idee mit dem "Leuchtkasten".


    Da ich immer auf einen "mobilen Arbeitsplatz" angewiesen war, benutze ich seit über 15 Jahren einen "rudimentären", zerlegbaren Leuchtkasten, bestehend aus einer Resopalplatte, weiß, ca. 40 x 60 cm, 2 Vierkanthölzern 40x8x8 cm, einer richtigen dicken, bruchsicheren Glasscheibe (leider auch richtig schwer) in der Größe der Grundplatte, und einer Arbeitsleuchte.


    Zum Aufbau werden die Vierkanthölzer auf den linken und rechten Rand der Grundplatte gelegt, die Glasscheibe darüber, eine Leuchtstoffröhre auf die Grundplatte und fertig.
    Gegen Verrutschen sichere ich die Vierkanthölzer zur Grundplatte und zur Scheibe hin mit doppelseitigen Klebe-Pads.
    Nach dem Abbau können die Teile platzsparend in eine Ecke gestellt werden.


    Freundliche Grüße


    Helmut

  • Hallo,
    so einen Durchleuchtungsplatz habe ich derzeit auch im Bau.
    Als Gehäuse habe ich einfach einen alten Scanner benutzt und ausgeschlachtet, da habe ich ein VDE-gerechtes Gehäuse und
    eine integrierte Glasplatte schon ohne Aufwand fix-fertig gehabt.
    Gehäuse ist ein wenig hoch, aber mir macht das nix aus.
    Als Beleuchtung habe ich das Backlight mit Kaltkathodenröhre
    eines alten LCD-Monitors eingesetzt.
    Achtung! Da sollte nur ran, wer sich wirklich auskennt, hier geht
    es um ca. 600-800V! Zwar nicht viel Strom, aber es
    zwickt trotzdem ganz schön, wenn man da falsch reingreift.
    So ein Gehäuse kann man ja auch mit einer normalen Glühlampe oder
    einer Energiesparlampe füllen.
    Ganz fertig bin ich noch nicht, aber es wird.


    @PeterP:
    Derzeit gibt es LCD-Bildschirmhersteller, die beginnen, mit LED Hinterleuchtung statt Kaltkathodenröhren zu arbeiten.
    Die LEDs strahlen quasi ein milchiges Plexiglas von der Seite an.
    Da kennt sich aber mein Kollege aber besser aus als ich.
    Die LEDs müssen so angesteuert werden, dass alle etwa gleich hell
    leuchten. Naja, wenn es nur ums Falzen und Rillen geht, ist das wohl
    nicht ganz so tragisch.
    Ggf. ein milchiges Plexiglas (evtl. aus einem LCD-Display ausgeschlachtet)
    um die Ausleuchtug gleichmässiger zu gestalten.
    LEDs gibt es mit unterschiedlichen Abtrahlwinkeln, eher nach vorne strahlend oder weiträumig.
    Wenn die Platte direkt von unten angestrahlt wird, eher die flächigen verwenden.
    Aber wie gesagt: Mein Durchleuchter hat eine Kaltkathodenröhre, mit
    LEDs habe ich es noch nicht probiert.


    MfG
    Markus Schweizer

  • Hallo Leute,


    Hier vielleicht eine High-Tech-Variante, nicht mehr ganz so billig....


    http://www.el-light.de und dann unter EL-Folien Standard > fertige EL-Folien


    Es handelt sich dabei um Elektro-Lumineszenzfolien, die bis zu Größe A1 erhältlich sind (wobei ich mit A4 leicht das Auslangen finden würde, die kostet mit dem nötigen Inverter ca. 90), und nur 1mm stark sind. Das ermöglicht zumindest eine sehr flache Bauweise des Durchlichtapparates.


    Herzliche Grüße
    Robert

  • ...........und für Leute die keinen Kasten bauen wollen gibt es bei Ikea diese Schaukästen.Ca-Maße 300*200*70 . Den genauen Preis weiss ich nicht mehr aber bestimmt deutlich unte 10.-.
    Mit ein wenig Geschick und rudimentären Elektro-Wissen ist ein Umbau kein Problem.


    Gruß


    Michael

  • Hallo,
    wer für die Beleuchtung fertige LED-Bausätze benutzen möchte kann hier mal stöbern.


    Ich habe einfach meinen Alten Durchlichtkasten aus der Super 8 Film Zeit genommen, der hat noch den Vorteil das er Klammern hat womit man die Pappe festklemmen kann.


    Grüße
    Reiner

  • Keine schlechten Ideen die ihr da bringt, aber legt doch einfach 2 Leuchtstoffrohren mit Halterung nebeneinander und darüber eine 5mm dicke Glasplatte, fertig. Mögliches Problem:starke Hitzeentwicklung.


    Gruß Pille

  • Quote

    Original von Pille
    ...
    aber legt doch einfach 2 Leuchtstoffrohren mit Halterung nebeneinander und darüber eine 5mm dicke Glasplatte, fertig.
    ...


    Das wäre doch unsportlich ;)
    Also, ich finde ja die Leucht-Folien am besten. Wenn ich mal 100 zuviel habe, kauf ich mir so ein Ding und mach den super-mega-ober-coolen Kasten draus. Aber wann hat man schon mal zu viel Geld?

  • Also ich benutze die extrem low tech Variante:


    Glasplatte auf die Oberschenkel, kleine Standlampe oder Glühbirne mit Fassung, Kabel und Stecker zwischen die Füße!

  • Ich habe mal als Student mit einem Koreaner zusammengewohnt, der hat sich sein Stipendium mit dem Kopieren von Zeichnungen aufgebessert (andere Kopiervorrichtungen waren damals und in dem Land schwer zu finden!):
    Ausziehtisch auseinanderziehen, Glasplatte über die Lücke legen, Lampe unter den Tisch und los geht's.


    Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, wegen dem Licht und weil unser koreanischer Freund beim Lichtpausen auch noch seine Volkslieder singen musste.


    Also, so ein ordentlicher Lichtkasten hat da schon was für sich.


    Hans-Jürgen

  • Hallo Freunde,
    ich habe mir einen Kasten gebaut so ähnlich wie Michael D.
    Links und rechts zwei große Löcher rein und eine Glasplatte oben drauf.
    Als Beleuchtung habe ich eine stinknormale 40 W Birne und Nachttischlampenziehschalter drin. Durch die Löcher kann die Wärme weg. Die Beleuchtung ist nur dann angschaltet, wenn ich von hinten ritzen will. Seit nun weit über 10 Jahren leistet mir die Kiste gute Dienste. Da die Kiste DIN A 4 groß ist und die Glasplatte drüber noch um einigen mehr, habe ich auch eine Gute Arbeitsfläche. Denn ich ich muss mich nicht so tief auf die Tischfläche bücken. Entlastet den Rücken.



    Mit vilen Grüßen


    modellschiff

  • Komisch, ich ritze schon mein ganzes Modellbauerleben lang auf der Bildseite und biege dann in die entsprechende Richtung. Funktioniert prima und spart offensichtlich eine Menge Zeit, die man zum Basteln nutzen kann.


    Meint mit leichtem Kopfschütteln
    Horst

  • Es geht noch einfacher, ist aber nichts für Nachteulen. Karton bei Sonnenschein ans Fensterglas halten und schon hat man den günstigsten Durchlichtkasten. Singels können den Bogen auch aufs Fenster kleben, damit sie ihn nicht festhalten müssen. Ich habe auf diese Art in meiner Lehre Pläne kopiert.

    einen fröhlichen Tag und Frieden in der Welt


    querry

  • @ Horst: hab ich bisher eigentlich auch gemacht, hab aber festgestellt das es mit Rückseite ritzen schönere Knicke gibt.
    @ querry: keine schlechte idee aber da kanns passieren, dass Kratzer in die Scheibe kommen und dann Schimpft meine liebe Mama

  • Hallo!
    Ich rille auch nur von der bedruckten Seite!
    Die Schiffe, die ich in BHV mit hatte sind alle so gebaut.
    Ich benutze dafür ein altes richtig stumpf gewordenes Messer, es hat eine "Spitze", die sich sehr schön glatt, rund, wie poliert anfühlt.
    Beim Rillen wird der Karton nur verdichtet und nicht eingeschnitten, und lässt sich an der Rille sowohl nach vorn als auch nach hinten genau und scharf knicken.


    Der Erfolg hängt mehr von der Art und Stärke des Kartons, dem Andruck und von der Unterlage ab. Eine Schneidmatte ist gut geeignet, auf einer Glasplatte wird die Rille schärfer, bei stärkerem Druck kann der Karton aber bei der Rille brechen.


    Fritz

  • Quote

    Original von Jörg Schulze
    Dann scheint es also primär vom verwendeten Werkzeug abzuhängen ? ...


    Moin Jörg,


    ich schätze mal, vor allem auch vom verwendeten Karton.
    Bei unserem Karton geht das auch, aber trotzdem nehme ich lieber die herkömmliche Methode.

  • ich nehme als ritzwergzeug die äußere spitze einer metallenen geraden pinzette...


    und zum ritzen ich habe früher auch immer bedrucktseitig geritz. jedoch mache ich das nicht mehr. ritzen auf der richtigen seite macht das ergebnis besser.

  • Jetzt mal abgesehen von der Glaubensfrage: "-von vorne oder von hinten-":


    Herr Pongraz verwendet den Beleuchtungskasten ja nicht nur zum Rillen, sondern auch zum Schneiden (bzw. Stanzen), vor allem seine exorbitant sauber und genau ausgeführte Verarbeitung von Kleinteilen ist auf diese Technik zurückzuführen.
    Meine Frage: Reicht da eine normale Fensterglasplatte - 5mm- aus, um dem (lokal doch sicher sehr hohen) Druck beim "Stanzen" der Bauteile standzuhalten? Oder sollte es doch stärkeres Material und kleinere Plattengröße sein?
    (Das kann wohl nur ein Statiker ausrechnen?)


    Liebe Grüße
    Bernhard

  • Moin aus Hamburg!


    Ich habe meine Modelle früher an der Fensterscheibe geritzt (nicht gerillt) und mir dann vor mehr als 20 Jahren das unten angehängte Leuchtpult gebaut, damit das Gemecker wegen der Fingerabdrücke auf der Fensterscheibe aufhört.


    Gruß
    Holger

  • Hallo Papierfalter,


    ich will mal hier auch an die Stecknadelmethode erinnern. Vorderseite: Lineal auf Faltlinie legen; Mit Nadel ausserhalb des Bauteils einstechen. Rückseite nach oben legen. Lineal längs der beiden Einstichpunkte ausrichten: Rillen und Talfalten (nach dem Ausschneiden natürlich...).

    Herzliche Grüße
    Gerald

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    I'm walking! @fats_domino