HAMMONIA (Passat-Verlag, 1 : 250) - Bilder vom Baufortschritt (Fertig)

  • Moin Helmut,


    beim Betrachten Deiner "aufgetoppten Ladebäume" kam mir die "Kartonbau-Akademie" in den Sinn. Das Strippenziehen wäre doch sicherlich auch mal einen eigenen Workshop wert, oder? Ich kenne da einen der bestens als Referent geeignet wäre - der baut gerade an einer Hammonia rum. ;)


    Schöne Grüsse



    René


    Kartonbau.de ... Mein Forum

  • Quote

    Original von OHI
    ...
    Ich hab zwar so gut wie nix verstanden (Taljen, Schäkel etc.) ...


    Für all diese kryptischen Begriffe gibts ein praktikables Lexikon =) :


    Maritimes Lexikon.


    Erstaunlicherweise taucht dort aber der Begriff "Talje" nicht auf, obwohl er sehr gängig ist.
    Dafür schlage ich Wikipedia vor.

  • Ahoi,
    ein Workshop zum Thema "Strippenziehen" wäre sicher recht spannend, aber wo wenn die Teilnehmer sich grob zwischen Flensburg und Füssen verteilen??:-))
    Ich bin dieses Jahr insgesamt 2x für eine Woche in Hamburg.... :-),
    gibt es dort eigentlich eine Möglichkeit Kartonmodelle fertig gebaut zu sehen???
    bis bald meine kleine Werft läuft auf Hochtouren...
    Michael

  • Hallo Wiesel,


    Was du aus dem Modell gemacht hast ist einfach fantastisch. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es in Zukunft als Referenzmodell fuer andere dienen wird.


    Auch deinen Erklaerungen ueber das Ladegeschirr folge ich mit Interesse. Lass mich noch folgendes dazufuegen (auch auf die Gefahr hin, dass es schon jemand geschrieben hat): Jedes Baumpaar (sie wurden normalerweise ja als Paar gefahren) haben das folgende laufende Gut:


    1. Hanger: Einer pro Baum; Dient zum auf und ab Bewegen und zur vertikalen Fixierung des Baumes.


    2. Renner: Einer pro Baum; ist das Lastseil.


    2. Aussengei (auch Preventer genannt): Eine pro Baum; dient zur ausseren Fixierung des Baumes.


    4. Mittelgei (auch Innengei genannt): Eine pro Baumpaar, ist das Gegenstueck zu den Aussengeien und dient zusammen mit denen zur horizontalen Fixierung des Baumes. Wird von eine Winde auf einem Block in der Innenseite der Nock des ersten Baumes gefuehrt und dann weiter zur Nock des Zweiten Baumes, wo es mit einem Schaeckel in einem Auge befestigt war.


    Hinzu kam noch eine Dreiecksplatte (Monkeyplate), die in jeder Ecke ein Loch hatten. In zwei Ecken ware mittels Schaeckel die Renner befestigt. und im Ddritten Loch ein Kettenvorlaeufer mit dem Lasthaken.


    Jede dieser "Seile" hatte eine eigene, elektrische Winde, mit deren Hilfe der Baum gestellt wurde. Einmal in Stellung wurden der Hanger und die Geien tight gefahren und der Baum stand bombenfest. Die Ladung wurde dann ausschliesslich mit den wie von dir beschriebenen gekoppelten Rennern bewegt.


    Wie die Baeume auf See gefahren wurden hing eigentllich von der Decksladung ab.


    In den letzten Jahren, hatten diese Schiffe in der gesamten Laenge des Haupdecks neben den Luken Containerschienen. Es wurden dann bis zu zwei Reihen Container in bis zu zwei Lagen auf beiden Seiten der Luken gefahren (die Schiffe wurden deswegen auch etwas gewagt Semi-Containerschiffe genannt). Auf Ausreise von Europa hatten wir meistens auch riesige Maschinenkisten auf den Luken. Bei einem solchen Beladungszustand konnten die Baeume nicht mehr gelegt werden und wurden zwanglaeufig aufgetoppt gefahren.


    Auf Heimreise von Suedost Asien gab es normalerweise keine Decksladung und die Baeume wurden gelegt. Das hatte auch den Vorteil, dass das laufende Gute (Draehte und Bloecke) am Baum besser zugaenglich waren und einfacher gewartet werden konnte.


    Die Diskussion ob gelegt oder aufgetoppt, war ein beliebtes Thema an Bord. Letztendlich hing es davon ab, welche "Schule" der Erste Offizier vertrat.

  • Moin Helmut.


    Mir hat's hier schon längst die Sparache verschlagen.


    Reicht gerade noch für ein "Klasse" @)


    Gruß
    Ingo

    Im Bau: S.M.S. Hindenburg GPM 1:200
    USS Indianapolis 1:250 WHV

  • Moin Helmut,


    wenn es Ingo schon die Sprache verschlagen hat, dann mir erst recht. Das letzte Bild durch die Ladebäume hindurch einfach Spitze, mal ganz abgesehen vom restlichen Bau. 1A!


    Liebe Grüsse - Liekedeeler

    Was kümmert es die See, welcher Teil gerade Welle ist.

  • Ich bedanke mich artig für Eure Bemerkungen. =) Eure nette Begleitung dieses Bericht freut mich wirklich sehr.


    Richard,
    Dir einen besonderen Dank für die Erläuterungen zum Laden und Löschen mit eigenem Geschirr. "Renner" - den Begriff hatte ich selbst vergeblich gesucht.


    Der Radarmast:


    (Ätzteile von der Passat-Platine bis auf die Antennenisolatoren und den Gaffelhanger, diese sind von der Platine v. P. Hurler)



    *

  • ...und am Platz.


    (Die Stellinge fehlen noch; sie müssen noch luftgebürstet werden... Ausserdem muss ich noch die Ladebäume achtern bauen und ein paar Kleinteile ergänzen.)


    Das Modell zeigt die HAMMONIA in dem Ausrüstungsstand bei Indienststellung durch die HAPAG. Das Radargerät wurde schon bald danach durch zwei modernere Balkenradargeräte ersetzt. Dazu kamen noch diverse neuere Antennenanlagen.




    *

  • Hallo Helmut,


    ich sag nur: Besser geht's nicht =)


    Und mir sind schon wieder die Smilies abhanden gekommen.... also denke Dir (mindestens) den 3-fachen Applaus :D


    Meine Meinung: Modellbau auf höchstem Niveau!


    Viele Grüße und frohe Feiertage,


    Lars

  • Hallo Helmut,


    ich habe mir gestern den Baubericht von Anfang an "reingezogen". Toll - meinen Vorrednern(schreibern) ist nichts hinzuzufügen.


    Um meinen Seelenfrieden wiederzufinden, werde ich mir heute Bauberichte anschauen, bei denen ich sagen kann: "Das kann ich auch!" :)


    Gruß Oldtimer

  • Herzlichen Dank Euch allen für die freundlichen Kommentare.


    (Ich muss sagen, dass mir die Zappelsmilies überhaupt nicht fehlen - das geschriebene Wort finde ich viel persönlicher ...)


    An dieser Stelle passt es, auf unseren aktuellen Kundenbrief hinzuweisen.
    Es sind nicht nur noch ein paar ganz wenige HAMMONIAs zu erwerben - nein, es gibt noch ein kleines Wunder für die Fans der Grauen:


    Wir haben noch einen kleinen Rest von Minensuchern/-jägern der HAMELN/ FRANKENTHAL-Klasse zusammengestellt. Vollständige Bögen, natürlich Offset! Das Deckblatt und die (vollständigen) Kennungen sind allerdings neu in einem etwas anderen Verfahren hergestellt.


    Also, ran an den Speck! Näheres ergibt sich aus dem Kundenbrief:


    Euch allen ein frohes Osterfest!


    *

  • Auf der BB-Seite befindet sich die KW-Antenne und auf der StB-Seite die Grenz- und Mittelwellenantenne. Die Antennen sind von den Ladepfosten zum Mast gespannt. Die Isolatoren sind Leimtropfen.
    Ebenfalls fertig sind die Verstagungen des Mastes.


    Eine Dipolantenne für UKW befand sich auf der BB-Rah; es fehlt noch eine weitere Dipolantenne auf dem achteren Ladepfosten stb.
    Die Dipolantenne ist aus Karton.



    *

  • Moin Helmut,
    war ein paar Tage nicht "im Netz". Ich bin begeistert, wie sich die HAMMONIA weiter entwickelt hat! Wirklich eine ganz tolle Arbeit, Hochachtung.
    Beste Grüße von der Elbe
    Fiete

  • Danke Euch!


    Inzwischen ist die Takelung des Mastes komplett.
    (BB-Rah: Reedereiflagge der HAPAG; StB-Rah: int. Flaggenalphabet "H" - "Lotse an Bord")
    Das Schiff steht also in See. Deswegen wird auch die Nationale nicht am Heck, sondern an der Gaffel geführt.


    Die Nagelbänke stammen aus derÄtzplatine "HAMMONIA II" von P. Hurler.
    *

  • Vielen Dank, Schrat.


    - Noch ein wenig nautische Flaggenkunde:


    In den Hoheitsgewässern eines anderen Staates würde dessen Nationalflagge (auch) an der StB-Rah gesetzt. Dabei soll die eigene Nationale nicht höher stehen als die Gastlandflagge.


    An der Gösch führt die HAMMONIA die Flagge des Heimathafens.


    Und noch ein Blick auf das inzwischen auch komplette Achterschiff:


    *

  • Quote

    Original von hagen von tronje
    ...
    Galt das, was Du zu den Flaggen gesagt hast, beispielsweise auch für die Dreißiger Jahre?


    ...


    Ja, diese Flaggengebräuche sind in diesen Grundzügen gleich geblieben.

  • Fertig.


    So kann sie zumindest nach Bremerhaven kommen; es fehlt allerdings noch die Schwerguttraverse (wohl bis BHV fertig) und eine Deckslast (ein Schiff, was sonst).


    Das Modell zeigt die HAMMONIA im Zustand der Indienststellung.
    Wie fast alle Schiffe wurde auch sie im Laufe ihres Lebens mehrfach umgebaut, am auffälligsten bei der Umrüstung zum Semi-Containerschiff. Auch die Lackierung änderte sich mit der Fusion von HAPAG und Norddeutscher Lloyd; die Ladepfosten und -bäume wurden grau und die graue Binde am Aufbau fiel weg.


    Die Schiffe dieser Klasse bedienten ausschließlich den Liniendienst nach Ostasien. Keines der Schiffe ist dem Schneidbrenner entgangen.


    Mehr Infos: Hier


    *

  • Moin Helmut,
    ich hatte ja zwischendurch schon so den einene oder anderen Begeisterungsruf losgelassen, aber wenn ich mir diese Bilder so ansehe, dann bin ich eigentlich nur noch sprachlos. Ein schönes Schiff meisterlich gebaut, einfach klasse!!!
    Schade, daß ich in BHV nicht dabei sein kann, Deine HAMMONIA hätte ich mir wirklich sehr gerne angesehen. Falls es Dich mal wieder zu einem "Nordlichtertreffen" verschlägt, weißt Du ja, was Du mitbringen kannst... ;)
    Beste Grüße und viel Spaß in BHV
    Fiete

  • Hallo Helmut,


    schade daß ich diesmal nicht nach Bremerhaven kommen kann, allein dein Modell wärs wert gewesen... ;(


    Diese Takelarbeit! 8o


    Also wenn Du im Herbst einen Workshop dazu machen würdest, käme ich in heftige Versuchung...


    Schöne Grüße
    Bernhard

  • Hi Helmut,


    ich bin echt beeindruckt von diesem Modell :applaus:


    Was Du hier an Detailarbeit geleistet hast, ist m. E. nicht mehr zu toppen. Ich wäre ja wahnsinnig geworden, bei DER Strippenzieherei.
    Aber es sieht einfach nur genial aus, ich kann mich gar nicht satt sehen...


    Die Gesamtansicht schlägt dem Fass dann noch den Boden aus... Wahnsinn =)


    Gratulation zur Indienststellung :]


    Grüße


    Lars

  • Moin Helmut.


    An Superlativen habe ich ja in diesem Bericht schon einiges geschrieben.


    Trotzdem nochmal: Einfach Klasse. Was für eine Vorstellung....


    Und Danke, das wir an diesem Bau teilhaben durften.



    Gruß
    Ingo

    Im Bau: S.M.S. Hindenburg GPM 1:200
    USS Indianapolis 1:250 WHV

  • Moin Helmut,


    auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zur Fertigstellung dieses wunderbaren Modells.
    Ich freue mich schon, es in Bremerhaven bewundern zu können.


    Klaus-Dieter

  • Ahoi Helmut,
    ich hab ja mal ganz frech geschrieben das die Hammonia erst richtig
    wirkt wenn die Ladebäume alle fertig sind.
    Hm, das Schiff ist einfach sehr gut gelungen.Viele Worte braucht es da nicht.
    ....was wird denn als nächstes auf Kiel gelegt???
    ....wie schneidet man denn die Fensteröffnungen aus? Ich hab das mal mit einer Kopie bei meiner Polarstern versucht, wollen wir mal über diesen Test nicht weiter reden.... :)
    ...leider ist BHV so weit weg.
    bis bald
    Michael

  • hallo Helmut


    Gratuliere, klasse gebaut.


    gr loet bons

    fertig:Lütjens, Prince of Wales,Alaska.TirpitzTakao.CapSanDiego ,Altmark 1:200.


    Im bau Hollandia 1:200

  • Moin Helmut,


    danke für diesen tollen Baubericht. Hat wirklich Spass gemacht hier zuzuschauen und dieses tolle Schiff entstehen zu sehen. Bemerkenswert.


    Viele Grüße
    Thomas

    Im Bau: Panzerküstenschiff Skjold, Modelik, 1:200

  • Herzlichen Dank Euch allen für die dem Modell ausgesprochene Anerkennung!
    Es freut mich wirklich sehr, dass der sicherlich in seinen eigentlichen Erläuterungen zum Bau nicht besonders üppig ausgefallene Bericht so viel Aufmerksamkeit gefunden hat.


    Vielleicht ist es dem einen oder anderen Ansporn, dieses tolle Modell einmal selbst auch zu bauen.


    Ganz besonders danken möchte ich Henning (konpass) für die herausragend gute Konstruktion, die sich insbesondere durch perfekte Passgenauigkeit und Detailverliebheit auszeichnet!


    Im Übrigen finde ich, dass zu einem solchen Modell die Verwendung von Ätzteilen (oder auch Lasercut) ein Muss ist. Nur den allerwenigsten Modellbauern wird es in diesem Maßstab gelingen, überzeugend die entsprechenden Details wie etwa Reling, Niedergänge, Fensterrahmen usw. aus Karton oder einem anderen Material selbst herzustellen. Ich finde es schade, dass an sich gut gebaute Modelle mit "Ätzteilersatz-Versuchen" gelegentlich doch deutlich an Qualität verlieren.
    Mein Dank geht insoweit auch an Peter Hurler, der in Ergänzung zur HAMMONIA-Platine unseres Verlages eine vorzügliche, vor allem vor Teilen des konventionellen Ladegeschirrs geradezu überquellende weitere Platine geschaffen hat.
    --
    Leider ist die Ära dieser Frachtschiffe mit dem Aufkommen des Containerverkehrs zu Ende gegangen. Die HAMMONIA war ein klassischer Vertreter der letzten Jahre dieses herkömmlichen Stückgut-Seeverkehrs.
    Ich werde nie vergessen, wie sehr mich als Kind diese Frachter mit den Ladebaumwäldern fasziniert haben, wenn ich während der Urlaube mit meinen Eltern auf Borkum oder in Cuxhaven im Sand gebuddelt habe und dann immer wieder die ein- und ausgehenden Schiffe bewundern konnte. Mein Fernweh haben sie immer mitgenommen...


    Deswegen vermittelt mir dieses Modell auch beim Betrachten sehr viel Sentimentalität.


    Ich will dieser Reihe historischer Frachtschiffe treu bleiben:
    Als nächstes Modell werde ich die in zwei Tagen neu bei uns erscheinende SANTA INÉS bauen und, wie schon gewohnt, Fotos von den einzelnen Baufortschritten hier einstellen.


    - Es fehlte noch die Ausrüstung mit der 80 to-Schwerguttraverse. Hier ist sie nun auch an Deck:


    *

  • Lieber Helmut (und alle anderen Wissenden),


    Nach Jahren aktiviere ich diesen interessanten Bericht mit einer Frage: was sind das für offene Gestelle (aus Holz im Original?) die beidseits Luke 1 und beidseits der Kühllukendeckel auf dem Achterdeck liegen? Wurden darin Festmacher-Leinen abgelegt? Ich habe den Baubericht durchgesehen und konnte leider keine Erklärung finden.


    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»