Mein dicker, runder Plattfisch

  • Moin, moin liebe Bastelgemeinde


    das neue Thema ist kein Paradox an sich. Das wird sich gleich zeigen.
    Doch zuvor eine kleine Geschichte.


    Ein kleiner Junge wurde von seinem kunstbeflissenen Vater mit ins Museum genommen.
    Dort hingen die Bilder der großen Maler, wie Rubens, Renoir, Van Gogh, Rembrandt und
    viele anderer. Besonder angetan war der Kleine von Rembrandts "Mann mit dem Goldhelm".
    Tagelang erschien dieses Bild immer wieder vor seinem geistigen Auge.


    Dann nahm er seine Buntstifte und ein Bogen Papier und begann das Bild nachzumalen.
    Er fand sein fertiges Werk sehr gut und zeigte es seinen Eltern und erwachsenen Verwandten.
    Die mussten scharf überlegen, was das Gekrakel darstellen sollte. Auf jeden Fall aber lobten
    sie seine Kunst mit freundliche Bemerkungen.


    Der Junge war recht stolz darüber und begann immer schönere Bildchen zu malen.
    Was die Geschichte sagen soll?


    Nun, mir ergeht es ebenso wie dem damals Kleinen.


    Im Kartonbauforum zeigen große Meister ihre fantastischen Werke. Mancher Neuling wird
    vielleicht dadurch abgeschreckt, ebenfalls in dieses Hobby einzusteigen. Ich habe mich nicht
    abschrecken lassen und habe mit der Schnipselei mal angefangen. Allerdings fand ich das
    Ergebnis nicht so toll. Habe aber dennoch die Dinger ins Forum gesetzt. Es erging mir
    dann wie dem Jungen. Die freundlichen Zuschriften der "Erwachsenen" motivierten mich zum
    Weitermachen. Leider stecke ich noch in der Anfangsphase meiner Karriere und setze
    heute ein weiteres Werk ins Forum mit der Bitte um Nachsicht.


    Mein "Mann mit dem Goldhelm" war ein Download eines etwas ungewöhliches (was heisst das
    schon im Schffbau) Fahrzeuges. Ungewöhnlich flach, sehr breit im Verhältnis zur Länge und
    durch die Wölbungen der Decks, ausgesprochen dick wirkend. Bei meiner Vorliebe zu
    nicht alltäglichen Modellen (und billigen Downloads) war ich sofort verliebt in das Monster.
    Das Ergebnis stelle ich nun hier vor ohne großen Baubericht mit nur kleinen Begebenheiten
    währen der Bauphase vor.


    Es handelt sich um ein zu einem Kanonenboot umgebautes New Yorker Fährschiff, das den
    Namen "Commodore Perry" erhielt.


    Vorerst aber zwei Bilder die meine private Namensgebung erklären sollen.


    Den Anfang macht mit freundlichen Grüßen


    KURT, der Streu

  • Moin Kurt,


    dieses Forum besteht aus kleinen, stolzen Jungs mit ihren krakeligen Bildchen!!!


    Und Du bist derjenige mit dem Gold-Schelm :D !


    Holl Di munter,


    Jyrn.

    Edited once, last by Jyrn ().

  • Also lieber Kurt,
    Du musst dich nicht verstecken. Es kommt wirklich darauf an, was Du beim Bauen fühlst, wie es Dir Freude macht. Ich finde Deine Modelle prima. Dieser Plattfisch hat es auch mir angetan. Er hat bei mir noch eine gewaltige Rauch- und Qualmwolke bekommen.



    Mit freundlichen Grüßen


    modellschiff

  • Moin an einem schönen, sonnigen Samstagmorgen.


    Zunächst Danke für Euer bisheriges Interesse an meinem Steckenpferd, genannt Hobby


    Weiter etwas verspätet im Bericht.


    Beim vorangehenden Studium fielen mir die z.T. gleichen Elemente des Bogens mit der
    bereits von mir gebauten "Mendota" auf. Genau wie dort war die Bauanleitung nicht nur sehr
    sparsam sondern zum großen Teil auch noch ausgesprochen irreführend. Völlig neu für
    mich war die Montage der Bordwände, die, über eine zweiten Grundplatte verbunden,
    eine Wanne bilden in die die erste Grundplatte mit den Spanten eingestzt werden.


    Es stimmt die Nummerierung der einzelnen Bauteile nicht mit der Teileliste überein.
    Die Wände der beiden Steuerhäuser ergaben einen quadratischen Grundriss, das zugehörige
    Dach aber war ein Rechteck. Mann, war ich sauer. Wollte schon den Bau das bisher Erstellte mit
    einer Hand gründlich umformen. "Kurt", habe ich zu mir gesagt, "du hast bereits soviele
    Stunden an dem Plattfisch gearbeitet ...". (In solchen Situationen duze ich mich)


    Beim Rollen des Rohres für die Feldhaubitze (was hat so ein Ding auf einem Dampfer verloren?)
    löste sich die Oberschicht des Papieres von der Unterschicht, hatte aber noch soviel Drall, daß
    ich, weiter rollend, ein prima dünnes Rohr zustande brachte. Das war schon 80 gr. Papier.


    Apropo rollen. Nachdem ich die Technik kapiert hatte, machte mir die Bearbeitung der Masten
    usw. mächtig Spass. Der Plattfisch, tschuldigung, die "Perry" hat da so vier Masten (Rohre ?)
    auf dem Oberdeck stehen deren Funktion mir nicht klar ist. Seltsamerweise sind die in der
    unteren Hälfte weiss, düber lichtgrau gemalen. Nach dem Einsetzen des Schornsteines habe ich
    diese vier Masten in passende Löcher des Oberdecks eingeklebt. Die Dinger überragten aber den
    Funnel. Das sah vielleicht blöde aus ! Nach einem Kontrollblick auf das beigefügte Foto dämmerte
    mir, daß der Konstrukteur möglicherweise sich die Teile bis zur Grundplatte gehend vorgestellt
    hatte. Jedenfalls hat er dann aber vergessen, Bohrungen in den unteren Spanten vorzusehen.


    Wat nu ??? Zange genommen, und schnell im unteren, abzutrenneden Bereich gepackt und
    nach Zahnarzt-Methode rausgerupft. Nachdem der Leim aber inzwischen schon etwas kräftig
    angezogen war, blieb bei einem Rohr ein Teil des Oberdecks daran hängen. Sch...ade. Mit
    Zwirn, als 'aufgeschossene Leine' gedreht, kann man aber eine Menge verdecken.


    Die echten vier Masten für die Festbeflaggung habe ich aber nicht gerollt. Der erste Versuch
    dazu ergab einen so geringen Durchmesser, den habe ich aber nicht geschafft. Gut, das es
    Zahnstocher gibt, die man in eine Bohrmaschine eingespannt, mit Schleifpapier wunderbar
    konisch drechseln kann. Für die Takelung dieser Masten habe ich nichts gefunden und daher
    weggelassen.


    Es ergaben sich im weiteren Verlauf des Baues noch die eine oder andere nicht so ganz korrekte
    Ausführung über die ich aber nicht berichten will. Findet sie selbst heraus,


    Also, nach alledem wurde der Dampfer tatsächlich fertig.
    Was hab ich gestaunt.


    @ Norman, betr. Wasser
    Das Bild 5 zeigt mein "Fotoatelier". Muttis Bügelbrett ist die Grundlage, die man je nach
    Lichtverhältnissen leicht zum Fenster bewegen und drehen kann um den Lichteinfall zu steuern.
    Den Hintergrund bildet eine dünne Sperrholzplatte, die mit einem silberfarbenen Fotokarton
    ( um im Kartonbau zu bleiben ) und einem weissen Karton belegt ist.


    Als Wasser dient wieder ein silberfarbener Fotokarton den ich mit einer total zerknautschten
    Folie belegt habe. am hinteren Ende des Karton ist mit Heftzwecken befestigt ein Kanthollz
    unterlegt, damit gleich ein Blick aus erhöhter Position ermöglicht wird.


    Das Allerwichtigste aber ist die Einstellung der Kamera. Blende voll zudrehen um eine größere
    Tiefenschärfe zu erreichen. Wichtig für Aufnahmen von vorne ! Das bedingt eine längere
    Belichtungszeit, die nur mit einer Kamera auf einem Stativ ohne Verwackelung zu erreichen ist.
    Diese primitive Anordnung ist seit einigen Jahren mit Erfolg in Betrieb bei meinen Modellen
    im Mstb. 1:1250.


    Das war es.


    Bitte spielt nun 'liebe Eltern und Verwandte' wie in der Eingangsgeschichte.


    Darüber würde sich mit lieben Grüßen mächtig freuen


    KURT, der Streu
    alias "Forenurgestein"

  • Moin Mainpirat und andere Anwesende,


    Baubericht !


    Eigentlich schreibe ich ausgesprochen ungern. Obwohl ich auch gerne fotografiere unterbreche ich die Arbeiten beim bauen ebenso ungern nur um schnell ein Foto zu machen. Hinzu kommt, daß die meisten Arbeiten beim Bau bereits sehr oft in allen Einzelheiten bei anderen Berichten beschrieben worden sind.


    Kwintenzenz, oder wie das heisst: Wenn ich etwas anders mache oder eine Idee habe, schreibe ich das in der Erläuterung zu den Bildern die das fertige Modell zeigen, so wie das im vorliegenden Bericht auch geschehen ist.


    Um ganz ehrlich zu sein, ein wenig Faulheit ist auch mit im Spiel gesteht


    KURT, der Streu :rotwerd: