Auto-Veteranen

  • Ich habe mich des regnerischen Sommers wegen mal wieder mit ganz ganz alten Autos beschäftigt, obwohl mir durchaus bewusst ist, dass "Oldtimer" im Grunde nichts anderes ist, als eine spezielle Form von "Alzheimer" (sagt jedenfalls meine Frau).


    Angefangen hat mein Faible für die Ahnen unserer Autos 1965, als Kranich den Bogen Veteranen I herausbrachte. Für 60 Pfennige, also untere Taschengeldklasse oder zwei leere Flaschen.


    Das grüne Auto ist ein NSU Doppel-Phaeton von 1914, das andere, unverkennbar, ein Hanomag "Kommißbrot" (1924). Die Modelle sind Laser-Kopien, die ich vor ein paar Jahren gebaut habe.


    Konstrukteur des Bogen ist Gerhard Stieff, der Maßstab 1:25. Bezüglich des Maßstabes habe ich beim Hanomag da meine Zweifel, aber dazu komme ich an anderer Stelle noch.

  • Dem Bogen Veteranen I folgte 1966, logisch, Veteranen II; für 0,80 MDN (Mark der Deutschen Notenbank).


    Inhalt: ein Oldsmobile von 1904 und ein Simson Supra von 1931, Konstrukteur ist wiederum Gerhard Stieff.


    Die Modelle habe ich ein wenig "aufgebrezelt". Beim Oldsmobile sind die Speichenzwischenräume der Räder ausgeschnitten. Beim Simson Supra habe ich die fehlende Inneneinrichtung durch Anleihen des Bogens Veteranen IV (Brennabor) ergänzt.

  • Ahoi Pappenbauer,


    schöne Veteranen stellst Du uns hier vor. Die Modelle machen auch nach über 40 Jahren noch eine gute Figur.


    Wenn man die Autos jetzt im Original hätte.... ;)


    Viele Grüsse
    Michael

  • Danke, aber: die Bögen sind schon so alt, die Modelle allerdings nicht, da habe ich in der letzen (manchmal auch in der vorletzten) Zeit Tintenstrahler-Kopien verbaut.


    Im Jahre 1969 legte der Verlag mit dem Bogen Veteranen III nach, dessen Inhalt mich aber eher enttäuscht hat.


    Es gibt 6 Modelle im klitzekleinen Maßstab 1:50 (Simson Supra Typ 8, Grade F1, Maybach W3, DKW F2, Tatra T 11, Doppeldecker-Omnibus von 1905), die ich so nicht bauen wollte.


    2 Modelle sind in "meinem" Maßstab 1:25 in dem Bogen:


    1. Oldsmobile - den hatten wir schon in Veteranen II


    2. Rolls Royce (1905) - ein reichlich schlicht gestaltetes Modell. Ich habe es so wie gedruckt gebaut - gefält mir aber so nicht. vielleicht werde ich es mal durch ein etwas veredeltes Modell ersetzen.

  • 1971 gab es den letzte Stieffschen Bogen, Veteranen IV für fette 2,60 Mark, dafür gab es aber auch gleich vier Modelle im Maßstab 1:25:
    Ford Modell T (1908)
    Rumpler Tropfenwagen (1921)
    Bugatti Typ 51 (1931)
    Brennabor Juwel 8 (1931)


    Die Redaktion Modellbogen im Verlag Junge Welt schein 1971 schon aufgelöst zu sein, das Kranich-Logo ist auch verschwunden.

  • 1981 hat sich der Verlag Junge Welt noch mal aufgerafft und einen Bastelbogen mit dem Titel "Benzinkutschen" aufgelegt. Die Konstruktion stammt von Hans-GÜnter Becker. Die Grafik des Bogens ist sehr nett anzusehen, die konstruktive Gestaltung eher simpel.


    Inhalt:
    Elite E 12 (1919) aus Brand-Erbisdorf
    MAF D 1 (1909) der Markranstädter Automobilfabrik


    Ich habe die Modelle ein wenig verfeinert: Fensterflächen ausgeschnitten, beim MAF auch die Speichenzwischenräume, beim Elite die Inneneinrichtung ergänzt.


    Eine Maßstabsangabe fehlt, könnte aber gut 1:25 sein, jedenfalls passen die Modelle optisch zu den anderen.

  • Die Kranich-Veteranen sind abgehakt, der Oldtimer-Beitrag aber noch lange nicht. Weiter gehts mit Schreiber und dem Opel Doktorwagen, konstruiert von Hubert Sigmund in 1:25.


    Links das Modell hat vor Zeiten mein Sohn aus dem Originalbogen gebaut, die Farbverschiebungen resultieren aus jahrelanger Bestrahlung mit Sonnenlicht im Fenster.


    Das rechte Modell habe ich neulich gebaut, nämlich nach gründlicher Recherche und Berechnung und schließlich Verkleinerung des Bogens auf 78%. Jetzt ist es im Maßstab 1:25.

  • Na die sind ja zuckersüß! Besonders der Blaue auf dem zweiten Bild hat's mir angetan.


    Schnieke, Schnieke !

    Fertig: nix wesentliches
    im Bau: nix wesentliches

  • hallo pappenbauer,


    muss dir hier mal ein dickes lob aussprechen !!! sehr gute idee, die alten kraniche mit den gebauten modellen zu präsentieren, feine sache....


    von wegen " ... die kraniche sind nun abgehackt..." vielleicht hast du noch ein paar andere fahrzeugmodelle von kranich zu zeigen, im prinzip dürften es ja schon alle "oldies" sein (sachenring, zastava, tatra oder p70???)


    beste grüße aus dem brandenburgischen
    dett

  • Ja, grundsätzlich sind die Kranichs wohl alle Oldtimer wegen älter als 30 Jahre. Was ich mit diesem Beitrag anrichten wollte, ist mehr so das Schlaglicht auf Modelle, die eben schon Oldtimer waren, als ich sie vor 40 Jahren kennen lernte, deswegen nenne ich sie Veteranen und ich bin hier der Oldtimer.


    Über meine Kraniche habe ich mich mal an dieser Stelle ausgelassen. Vom Zastava gab es hiereinen Baubericht und ansonsten verweise ich auch gerne auf meine Weppsaite.


    Weiter mit Schreiber-Modellen, hier mit dem 1901er Decauville. Für den trifft das gleiche zu, wie für den Opel: viel zu groß für 1:25. irgendwelche Maße konnte ich für dieses Modell nicht finden, also habe ich es kurzerhand auch auf 78% verkleinert und es sieht ganz gut aus so.

  • In die Reihe der Oldtimer gehören dann wohl auch
    einige Modelle des Verlags Alcan.
    Die Autos waren in 1:24 gehalten.
    Zu der Serie gehörten 15 Modelle.
    Die Modelle bestanden aus nur sehr wenigen Teilen,
    waren auf glänzendem Karton gedruckt
    und in kleinen Schachteln geliefert.
    Diese kleinen Schachteln besitze ich leider nicht mehr,
    um sie Euch zeigen zu können.
    Hier kommen:
    Bus von 1936, TT Land von 1927, Ambulance von 1934,
    Bugatti Royale von 1924 und der V8.

  • Ab und an, selten, sieht man Kranich-Bögen bei Herrn ebay. Ansonsten sind die Teile auch als Bögen schon lange Oldtimer. Die spanischen ALCAN Modelle (von denen ich auch ein paar habe, die ich hier noch vorstellen wollte) gab es vor Jahren bei moduni, die sind dort aber auch raus.


    Ich biete hier einen Laurin & Klement E 1907 aus dem tschechischen "Press CTK Foto Vydavatelstvi Praha" - Was auch immer das bedeutet. Maßstab 1:24. Das Verdeck kann man abnehmen und die Türen öffnen.

  • Bekannter als die anderen Tschechen sind wohl die Modelle des Albatros-Verlags. Hier "4 berühmte Automobile aus Koprivnice",
    Konstrukteur ist Leos Spachta (1973), die Nachauflage das englisch und deutsch übersetzten Bogens stammt von 1987, eine Maßstabsangabe fehlt, könnte aber gut 1:25 sein


    der LKW Tatra Typ R von 1908 samt Anhänger und
    Tatra T 17 von 1925


    und auf dem 2. Bild
    der rote Tatra T 12 (1925) und
    der aus dem T 12 abgeleitete Rennwagen Targa Florio (gelb)

  • Selber Verlag, selber Autor, gleiche Thematik: Ein Bogen von 1972, den ich in einer Nachauflage von 1989 in tschechisch pur habe: "Stara auta z Koprivnice"


    Da haben wir auf dem ersten Bild die Typen A und B, der Typ A (der linke) hat noch die pferdekutschenhafte Drehschemellenkung - die habe ich mir funktionsfähig gebaut.


    Auf dem 2. Bild sind der Typ E als Droschke zu sehen und links das "prvni koprivnicky nakladni automobil", was ich mit "erstes koprivnicker Lastauto" übersetzt habe, obwohl ich gar kein Tschechisch kann.


    Alle Autos habe ich wieder durch Ausschneiden der Speichenzwischenräume aufzubessern versucht und beim Typ E die Inneneinrichtung ergänzt.

  • Maly Modelarz aus Polen brachte im Heft 5/74 neben einem modernen Rolls Royce Corniche (den habe ich noch nicht gebaut, der wäre hier aber auch sicher falsch) einen Rolls Royce Silver Ghost von 1908. Das Modell hat keine Maßstabsangabe und wirkt auf mich ein wenig unproportioniert: z.B. zu breite Spur, zu große Sitztiefe, zu laggestreckt

  • Hallo Jürgen,


    da hast du ja schon eine ganz beachtliche Sammlung von diversen Verlagen, Respekt, Respekt!


    Die meisten der Modelle liegen auch schon seit vielen Jahren bei mir noch im flachen Zustand und warten darauf in die dritte Dimension überführt zu werden. Aber dann entscheidet man sich doch wieder für andere Projekte.


    Aber vielleicht motivieren mich deine Bilder auch endlich mal dazu wieder eines von diesen älteren Modellen zu verarbeiten. Die haben wahrscheinlich auch den Vorteil das die Teileanzahl etwas übersichtlicher ist als bei manch modernen Konstruktionen und die Bauzeit nur Wochen und nicht Monate beträgt... :D


    Axel

  • Hallo Klaus,


    das kleine rote Modell in dem Beitrag von dir vom 25.7. stammte von JF Schreiber. Der Modellbogen war mit 1:50 angegeben und das Fahrzeug hieß " Lancia Lamda 1925".


    Auf dem Bogen war dieses Vehikel zusammen mit einer "Comfort-Motor-Reisekutsche 1913". Im Schreiber Katalog von 2006 ist der Bogen noch abgebildet, im aktuellen Katalog von moduni ist er schon nicht mehr enthalten.


    Deshalb kann ich auch leider kein Bild beifügen... ;(


    Axel

  • Hallo Axel


    das "kleine rote" stammt zwar von mir, trotzdem Danke für die Infos !
    Da muß ich direkt mal rumkramen, ob ich das andere Modell auch noch finde.


    Gruß Klaus

  • Neueren Datums, reichlich aufwändig und todschick ist dieser Fiat Bus von Modelik in 1:25. Die Vorderräder sind lenkbar und in der detailierten Ausführung trotz "Veredlung" mit Sekundenkleber reichlich instabil. Die Tür kann man öffnen, bei der Motorhaube war das auch vorgesehen, aber ich habs nicht hingekriegt und den Laden frustriert zugeklebt, denn gottlob hat der Konstrukteur das wohl vorausgeahnt und noch eine geschlossene Haube mit auf den Bogen drucken lassen. Nun kann man den Motor nicht mehr sehen, aber wer will das schon? Für begehrlich sich reckende Enkelhände steht der Bus bislang auch noch hoch genug.

  • Moin,


    der Bericht soll sicher hauptsächlich einen Überblick schaffen, aber zwei drei Nahaufnahmen von dem Fiat-Bus und den Alcan-Oldies würde ich mir doch gerne wünschen. Das sind ja echte Schmuckstücke!


    G&D


    Marc

    Edited once, last by Marc ().

  • Ja, da muß ich Marc Recht geben. Den Fiat-Bus halte ich auch für 'nen absolutes Sahnestückchen, obwohl du (pappenbauer) offenbar beim Bau erhebliche Schwierigkeiten damit hattest. Also mach mal ruhig ein, zwei Bilder von jedem Teilchen mehr rein. Platzprobleme sind auf diesem Server, laut Jörg, zu unserer Lebenszeit keine mehr zu erwarten (oder hab' ich da jetzt übertrieben? ?( ).

    Fertig: nix wesentliches
    im Bau: nix wesentliches

  • Naja, dem Fiat Bus könnte ich ein paar Bilder gönnen, die würde ich dann in einem eigenen Beitrag in die Fahrzeuggalerie vorstellen. Die Alcans sind das aber nicht recht wert, denn die Teile sind doch ziemlich schlicht gestaltet; schön im Druck und in der Grafik, aber simpel in der Konstruktion. Ich habe die Modelle vor Jahren "aus der Kiste" gebaut, also so, wie vom Konstrukteur gedacht und ohne irgendwie zu "veredeln", das heißt: die Räder drehen sich nicht und die Fenster sind (bei den ersten drei Autos) ohne Folie. Bis auf den Bus und den Krankenwagen wollte ich die Teile schon fast verschrotten. Leider gibt es die nicht mehr, dass ich sie noch mal besser bauen könnte. Maßstab ist 1:24.

  • Zurück zu Schreiber und zu den Maßstabsproblemen. Ich habe im "Stapel der Träume" noch vier ganz alte Schreibers zu liegen und dieselben jetzt nach und nach abgearbeitet.
    Hier zunächst der Vauxhall von 1903 mit seiner niedlichen Bügeleisennase. Als Maßstab ist wieder 1:25 angegeben, aber man sieht auf den erstan BlicK: das kann nicht sein. Irgendwo im Internet fand ich für dieses Auto ein Referenzmaß, nämlich den Radstand, der sich zweifelsfrei Messen und umrechnen lässt. Ergebnis: der Bogen muss auf 73% verkleinert werden.
    Ich schätze mal, das wird so gewesen sein: alles wurde in 1:25 konstruiert und dann war der Bogen nicht recht voll, also wird schön gezerrt am Ganzen, merkt doch sowieso keiner, denn wer hätte wohl je ein Papierschnippelmodellchen nachgemessen?
    Die konstruktive Durcharbeitung des Modells ist recht einfach. Ich habe die Speichenzwischenräume ausgeschnitten und den Lampen ein wenig mehr Tiefe verpasst.

  • WAK ist aus Polen und macht schicke, aber nicht unkomplizierte Oldtimer wie diesen hübschen HANOMAG hier. Der Wagen hatte wahrscheinlich zu wenig Platz in dem vom Citroen gut gefüllten Bogen und ist daher auf den Maßstab 1:30 zusammengehungert worden, was aber nirgends geschrieben steht, es war eine "Ermessensfrage".
    Ich habe mir das Modell entsprechend vergrößert.

  • Manchmal hat so ein "viel zu groß" auch was gutes, Schreibers Ford T ist als Maßstab 1:30 ausgezeichnet. Die Wirklichkeit sagt: dicht dran an 1:25. Ich hab die Dinger also so gebaut, wie sie sind. Naja - an den Rädern hab ich was verbessert, Inneneinrichtungen eingebaut, die Lampen aufgehübscht, die Vorderachse auch, so gehts dann halbwegs mit der Optik.