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alf03

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Monday, October 15th 2018, 10:07am

Geli Nr. 8 Messerschmitt Me 109

Hallo Freunde,
Meine persönliche Prämiere.......Der Anschnitt eines originalen Gelimodelles wurde nach vielem Üben an umgefärbten und lasergedruckten Modellen endlich vollzogen.

zuerst möchte mal meinen Arbeitsplaz vorstellen


Ein ansehlicher Teil meiner Werkzeuge stammt aus der Schrottkiste eines befreundeten Chirurgiemechanikers.

:D"Was dem Chirurgen zu schlecht, ist dem Gelianer grad recht" :D


Teile 1 - 5 sind zur Verarbeitung bereit


Das Papier unterscheidet sich von normalem Druckerpapier gewaltig, das merkt man erst, wenn man die Schere ansetzt so richtig.
Ich versuche Gefühltes zu beschreiben: Es scheint um einiges nachgiebiger oder flexibler, obwohl es steifer ist...beinahe wie
Kunststofffolie. Am besten man vergleicht selbst, dann weiß man was ich meine.

Vorrunden...


Zum Vorrunden der Rumpfteile nehme ich ein Stück Isoliermatte als Unterlage. Sie ist etwas härter als Moosgummi
Die Matte war früher Klimageräten beigepackt, um die Verbindungselemente der Rohrleitungen zu isolieren. Leider hat man diese Matten gegen weicheres Material ersetzt, so ist meine Quelle versiegt.

Ich ziehe die Rumpfteile nicht unter dem Rundstab durch sondern rolle den Stab unter Druck über die Rückseite des Teiles. So kann ich Kratzspuren verhindern und gleichzeitig das Teil je nach Druck schon der Form der Spanten entsprechend vorformen. (wenig Druck...großer Radius, höherer Druck kleinerer Radius).

Während Teil 1 in der Trockenpresse liegt.....


wird Teil 6 vorbereitet


Ich leime immer erst die Lasche auf einer Seite ein und lasse das gut trocknen. Anschließend wird nochmal nachgeformt, um möglichst wenig Spannung an der Klebestelle zu haben. So lässt sich eine schöne Längsnaht bilden.

ACHTUNG! Die Spanten sind bei der Me 109 eine Spur zu klein geraten! Unter Metallarbeitern würde man das liebevoll als "Wurfpassung" bezeichnen


Obwohl ich wohlweislich die Spanten immer samt Begrenzungsline ausschneide (zu große Spanten kann man mit Schmiergelpapier wunderbar anpassen), musste ich noch eine Lage Papier drüberlegen, um den Spant auf die passende Größe zu bringen. Alte Gelianer kennen diese Eigenheit und diese Praxis habe ich aufgrund von Tipps in unserem Nachbarforum sc2web übernommen. Als "Bua" (MA steirisch für Junge) habe ich das einfach mit UHU verfugt...eine eher schlechte Lösung.

Die Teile 1 -8 sind nun mal zusammengefügt


und die Teile 9 - 16 vorbereitet


Bisheriges Fazit: Die Classic - Bögen unterscheiden sich von den Altbögen nur durch die bessere Druckqualität. Der "Wittrichsche Geist" ist voll erhalten geblieben.

Es ist schön zu wissen, dass es diese Modelle wieder gibt! 8-)

Der Rumpf......


und das Cockpit....


ist mal fertig...
Also ich kann nur wiederholen:
"Geli-Papier" ist eine Wucht....

Ich hatte doch einige Weißblitzer zu füllen und das habe ich mit stinknormaler Wasserfarbe gemacht. Die Farbe haftet gut genug im den Übergängen der Rumpfteile und auch am Rumpf selbst. Allerdings kann man überschüssige Wasserfarbe gut vom Originaldruck abkratzen, ohne dass der Druck schaden nimmt.
Das Papier besäuft sich nicht und bleibt glatt. Lackierter Laserdruck würde das zwar auch verkraften, aber der nimmt die Wasserfarbe erst gar nicht an. Ein Grund mehr, zum Original zu greifen.

Für mich steht fest: Altbögen einscannen und umfärben....Ok, das geht ja nicht anders.
Will man aber einfach nur das Grundmodell bauen, ist man mit Geli-Classic am besten beraten.

Tragflächen und Leitwerk samt Spanten sind vorbereitet, auch der Spinner ist zusammengeklebt und angestrichen


Bei den Tragflächen habe ich mit einer starken Regelmäßigkeit Probleme......sie verwinden sich, wenn man sie wie ausgeschnitten verleimt. Ich glaube, das liegt daran, dass die Flächenober- und Unterseite zwar einigermaßen symetrisch sind, das Profil aber unterschiedliche Formen benötigen würde.
Ich helfe mir damit, dass ich ohne Das Profil vorzuformen erstmal die Hinterkante verleime und dann gut trocknen lasse. Anschließend lege ich einen Rundstab an der Frontseite ein und ziehe den Flügel kräftig an der Klebenahtseite nach hinten:

Ich nehme dafür erst einen Kohlefaserstab mit 6mm Durchmesser (Der biegt sich kaum und bricht auch nicht so leicht)
und Anschließend mein Rundeisen mit 4mm Durchmesser


Das hat natürlich zur Folge, dass Die Flügelenden nicht mehr genau übereinander liegen.


Aber ich denke mal, dass das keinem auffällt, wenn man die Enden einfach aneinander durch radikales Nachschneiden anpasst. Ich halte mich an diese Technik, bis mir jemand einen Rat gibt, wie man das besser lösen könnte.

Leitwerk und Tragflächen sind angebaut


Nun geht es an die Kleinteile.....
um die Trümmer gut trocknen lassen zu können, beginne ich mit der Fertigung der Räder


Bei dieser Bauart der Räder stichle ich die Knickstelle "Felge-Reifen" vor, anstatt zu ritzen. Das erleichtert dann einen halbwegs exakten Knick.



Eine Chirurgische Klemme ist als Trockenpresse sehr hilfreich, wenn Kleinstteile zusammengehalten werden sollen.

Die Zahnung der Klemme sollte aber stumpf sein, um Druchstellen zu vermeiden


Bei der Unterkonstruktion der Räder streiche ich den Kartonstreifen für die Lauffläche vor dem Biegen mit Kleber ein und lasse ihn ein bisschen einziehen,
das macht den Karton weich und er knittert oder bricht nicht mehr so leicht.

Auf die Gefahr hin, dass das jetzt Schleichwerbung ist:
Für Teile, die schnell abbinden sollen, verwende ich sehr gerne "3M Scotch Alleskleber Universal Gel"


Der Kleber ist sehr zähflüssig, aber von glatter Konsistenz (UHU Tropffrei ist eher "grieselig"), die Hohlräume meiner Räder sind damit gefüllt.
Auch stumpfe Klebenähte, wie z. B. bei den Kühlern sind damit recht gut herzustellen. Aber Vorsicht bei großen Klebestellen, denn der Kleber zieht schneller an, als einem beim Nachkorrigieren des Sitzes lieb ist.

Hier die "Strecke" dieses Abends:


Die Antenne habe ich durch einen Hauchdünnen Streifen aus gespaltenem Bambus verstärkt. Diesen Schwindel erlaube ich mir einfach. vielleicht hilft es, das Antennenseil straff zu halten.
Der Kartonstreifen allein gibt unter Spannung mit der Zeit nach und das Seil hängt durch, wie ich bei meiner Jak 11 feststellen musste....

Vor dem Anbau der Glashaube werde ich das Grundmodell trotz des glänzenden Papiers mit Klarlack konservieren, denn der Hausstaub setzt sich am lackierten Modell nicht so leicht fest sondern bleibt nur liegen. Ein feuchtes Abwischen ist auch gefahrloser

Wenn die Verglasung mitlackiert wird, werden die Fenster trübe. Fenster eintrüben kann ich mit meiner UHU-Patzerei viel besser.
Nun bin ich ernsthaft am Überlegen, das Modell durch "richtige Zylinderköpfe" ein bisschen aufzumöbeln. Mal schauen, ob ich das zustande bringe.....

Gerade komme ich von Google zurück.
Nun, ich bin draufgekommen, dass es sich nicht um Zylinderköpfe, sondern um Flammrohre handelt.

Bildquelle: http://www.airventure.de mit freundlicher Genehmigung von Herrn Schmoll

Nun, die Flammrohre sind sowieso ein wenig leichter herzumurksen.....

Die Me 109 ist fertiggestellt.

Trotz des ohnehin sehr schönen Glanzes habe ich vor dem Aufsetzen der Haube das ganze Modell mit Klarlack auf Acrylbasis versiegelt. Das hat neben der Erleichterung im Kampf mit dem Staub den Vorteil, dass Anbauteile, bei denen sehr spartanisch mit kleber umgegangen wurde
zusätzlich fixiert werden.

Die Verglasung ist wie immer bei mir ein bisschen verpatzt.


Um den Kleber in Zukunft sparsamer auftragen zu können, werde ich eine Spritzennadel abschneiden und schauen, wie ich die auf der Klebertube so fixieren kann, dass sie auch bei etwas mehr Druck auf die Tube draufbleibt. Im Kopf schwirrt mir schon eine Idee herum. Ich werde das mal probieren und bei Erfolg hier im Forum näher beschreiben.

(Anmerkung: Die Feintülle wurde inzwischen realisiert. hier ist eine Alleitung. Damit ist auch das Problem der verpatzten Fenster weitgehend gelöst :D )

Wieder einmal wurde der Naturpapierblock meiner lieben Gattin als Hintergrund "ausgeborgt"(Sie hat immer eine Riiiiesenfreude, wenn ich an ihren Bastelschrank gehe



Die vorhin besprochenen Flammrohre fehlen jetzt noch, aber das hole ich irgendwann nach...


Lieber erst mal einen Probeflug veranstalten


Wer die Me 109 bauen möchte, kann sie hier direkt beim Erzeuger bestellen.

Liebe Grüße,
Heinz
Der Ausdruck >gute Freunde< sagt alles: dass es auch schlechte gibt.
(Gerhard Uhlenbruck)

alf03

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Monday, October 15th 2018, 10:21am

eine Buchlandung oder späte Rache an Nazi-Deutschland

Hallo Freunde,
nein, da ist kein Tippfehler in der Überschrift. es handelt sich tatsächlich um eine "Buchlandung", auch wenn es stark nach Bruchlandung aussieht:

19. Mai. 2018 um 02:15 Uhr: Ein donnerndes Geräusch lässt mich aus dem Bett fahren.
73 Jahre nach Kriegsende haben sich zwei Britische Autoren vereinigt und ordentlich zugeschlagen.

Unter Zuhilfenahme Ihrer Romane "Grausamer Atlantik" (Nicholas Monsarrat) und "Die Mitternachtsfalken" (Ken Follet) machten sie meine Geli Me 109 platt.



Immerhin haben die beiden Bücher ein Gesamtgewicht von 1,2 kg. Der Schaden ist trotz der Fallhöhe relativ gering






Mal schauen, ob eine Reparatur gelingt. Wirklich kritisch ist nur die Delle am Cockpit.

Noch einmal bauen werde ich die Geli-Me 109 nur, wenn sie vielleicht einmal mit einem anderen Dekor erscheint.

Lieben Gruß
Heinz


Alles in Allem sind wie man sieht Gelimodelle sehr stabil.
Lieben Gruß
Heinz
Der Ausdruck >gute Freunde< sagt alles: dass es auch schlechte gibt.
(Gerhard Uhlenbruck)

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