Posts by Oliver Weiß

    Hallo Manfred,

    Zum Thema Ösen hätte ich etwas Senf beizugeben: Bei geätzten Löchern bestehen u. U. scharfe Grate, die Dir Deinen Faden bei ausreichender Spannung u/o Bewegung durchkauen. Evtl. mit einer Nadelspitze ausreiben. Ich selbst mache die Ösen, indem ich dünnen Draht um eine Nadel biege, und dann die Enden verzwirbele. So kriege ich eine kreisrunde Öse mit Gewindebolzen hin; das gibt dem Kleber besseren Halt.


    Gruß,


    Oliver

    Die letzten beiden Boote bauten sich fast von selbst. Ich habe meine Methode geändert, und den Boden lose eingelegt, dann die Ducht eingeklebt, und den Boden erst danach fixiert.


    Die Jolle:



    Der Kutter.


    Den Drehwinkel der Schraubenblätter habe ich leider nicht so ganz hingekriegt :)

    Laut Wikipedia konnte sein erstes Flugzeug nicht selbstständig fliegen, da die Maschinenleistung zu gering war, um bei dem Anstellwinkel seiner Tragflächen Hub zu erzeugen. Der relative Erfolg seiner beiden Hüpfer wird der Verwendung einer Startrampe zugeschrieben. Dies wußte er anscheinend selbst, da er sich danach an die Entwicklung leistungsfähigere Dampfmaschinen wandte.

    Nach neueren Berechnungen hätte sein letztes Flugzeug mit seinen vorgesehenen, stärkeren Maschinen durchaus abheben können, leider starb er aber vor der Fertigstellung. Seine Leistungen werden erst in letzter Zeit außerhalb Russlands gewürdigt.


    Wer weiß, welchen Weg der Flug genommen hätte? Soweit ich weiß hat in den 30ern jemand ein Dampfbetriebenes Flugzeug entwickelt, das lautlos flog.

    Gestern wurde die Gig geboren; sie ist um einiges hübscher als die Brandungsboote. Wenn ich am Ende noch Dampf habe, mache ich die vielleicht nochmal. Das Problem lag in erster Linie an meiner Unachtsamkeit. Beim Einkleben des Bodens und der Dolling muß man vor und nach jedem Klebepunkt kontrollieren, daß der Rumpf sich nicht verzogen hat. Dazu kommt, daß die Rumpfschale mittig einen Hauch zu viel Material hat, so daß man den Karton etwas stauchen muß, um die richtige Form zu erhalten. Ein Haar zu viel, und es gibt häßliche Falten. Diesmal ist mir der Rumpf besser gelungen, dafür schlägt die Dolling vorne eine Welle. Sieht man aber mit bloßem Auge nicht :)




    Auf zum nächsten Boot. Michael verlangt da meinen vollen Einsatz!

    Das macht ein neues Richten ziemlich behäbig.

    Das war ohnehin behäbig - Armstrong drehte den Italienern nämlich seine älteren Vorderlader an, anstatt den neuen Hinterladern. Die Türme drehten sich nach jedem Schuß in die Ladeposition, die Rohre wurden schräg nach unten gerichtet, mechanisch gereinigt, geladen, und wieder hochgefahren. All das dauerte eine relative Ewigkeit.


    Belustigend auch die Tatsache, das die Türme so arrangiert waren, daß auch direct nach achtern geschossen werden konnte. Dies wurde nie probiert, denn die Druckwelle hätte die achteren, hölzernen Deckhäuser vom Schiff gefegt.

    Die ersten beiden Boote habe ich ordentlich verhunzt. Obwohl einschalig, ist die Konstruktion nicht viel anders als die meiner eigenen Boote, daran wird's also nicht liegen. Trotzdem passte es hinten und vorne nicht, so daß ein Brandungboot zu gerade, das andere zu krumm und kurz wurde. Wenn's an meiner Fingerfertigkeit liegt, und die nächsten drei Boote besser werden, dann mache ich die beiden vielleicht nochmal.


    Zum Vergleich hier ein Boot, das ich damals für die Livadia baute:

    Danke, Wiwo! Ich verwende den oben genannten Holzverhärter. Den Zutaten nach steht er dem bei Euch erhältlichen Schnellschleifgrund nahe. Jedenfalls wirkt er bei Papier Wunder. Bei diesem unglaublich dünnen Garn ist der Effekt nicht so ausgeprägt, da es ja auch als Kunstgarn nichts davon aufsaugt.

    Danke, Zaphod! Ich gratuliere zu den schicken Teilen, besonders der Feldmarschall sieht toll aus!

    Takelage aus erhitzten Gussästen ist mir bekannt, ich habe es aber noch nie probiert, weil es mir dazu an Gussästen mangelt. Auf gut Glück will ich kein Plastikmodell dafür kaufen, denn laut Jim Baumann taugen nicht alle Plastiksorten dafür.

    Inzwischen bin ich überzeugt, daß die Sache besser geht, wenn ich die Ableitungen erst an Deck fixiere, und dann hochziehe. Mir schien es nur heikler, den Überstand an der Antennenseite abzuschneiden. Naja, beim nächsten mal!

    Als allererstes habe ich mich mal im Internet umgetan, wie so eine T-Antenne auszusehen hat. Dabei fand ich bei Wikipedia und verschiedenen anderen Seiten Beispiele, die durchaus so geknickt sind. Direkt falsch ist es also nicht, und wie es genau bei der Komet ausgesehen hat, ist nicht gut festzustellen. Auf den Bildern, auf denen die Antenne schemenhaft zu erkennen ist, scheint es einen ordentlichen Durchhang zu geben, vielleicht sogar einen Knick. Ich lasse es jedenfalls mal so.

    Am Montag kam das Fliegenbindegarn an. Ich hatte drei Rollen bestellt, schwarz und weiß in Größe 24/0 und beige in 18/0. Als Versuch habe ich eine Länge mit Holzverhärter getränkt, eine zweite mit Acrylbohnerwachs, und beide über Nacht zum Trocknen aufgehängt. Aus dem ersteren machte ich die Antennen, aus dem zweiten die Ableitungen.

    Ich muß sagen, das Material ist für mich gewöhnungsbedürftig - es ist kein monofilament, und ist auch nicht sonderlich verdreht. Die einzelnen Fäden springen also gerne auseinander; besonders die Enden zerfransen. Das Garn ist so leicht wie ein Spinnenfaden, und weht beim kleinsten Hauch davon. Dabei ist es so stark, daß man es fast nicht reißen kann. Weil es so dünn und geschmeidig ist, kann keine meiner scharfen Scheren es schneiden. Auch das Skalpell zerfasert die Enden. Mit einer feinen Rasierklinge geht es aber recht gut.


    HIer das Ergebnis. Leider habe ich die Ableitungen etwas zu aggressiv gespannt. Vielleicht dehnt sich das mit der Zeit ein wenig.


    Beim Aufräumen stellte sich auch der fehlende Lüfter ein. "Das Haus verliert nichts", sprach die Bäuerin, und zog die Maus aus dem Rahmtopf.


    Jetzt mache ich die Fallreeps, zusammengeklappt, denn die Komet soll ja aufs Wasser. Eins ist schon fertig. Und dann kommt vielleicht ein Boot.


    Die große Wumme fürs Vorschiff hatte es ganz schön in sich. Hebelchen, Rädchen, usw. Einzig das Fadenkreuz hat Michael sich hier gespart! Die Kleine fürs Achterschiff ist auch schon fast fertig. Beide erinnern uns daran, daß dieses schöne Schiff nicht auf Kreuzfahrt ging, sondern das seine tun sollte, deutsche Interessen in der Südsee zu schützen, und eine Kolonie zu ver(ge)walt(ig)en. Das man dazu eine "anti-personnel weapon" wie die Maxim wählte, überrascht nicht. Sie war seit ihrer Erfindung synonym mit der Ausübung der Kolonialmacht. Die erste, nach Deutschland gelangte Maxim ging z. B. mit Wissmann nach Afrika. In der englisch sprechenden Welt ist sie zum geflügelten Wort geworden, wenn man hinter vorgehaltener Hand auf einen großen, evtl. unfairen Vorteil hinweisen will:


    "Whatever happens,

    We have got

    The Maxim Gun

    And they have not."


    (Hilaire Belloc, "The Modern Traveller", 1898)


    In den Achtzigern las ich das Buch "Der Wahn vom Weltreich". Die darin beschriebene, greuliche Historie der deutschen Kolonien stand in krassem Kontrast zu dem Zigarettenbilderalbum "Unsere Kolonien", daß bei meinen Großeltern im Bücherschrank stand. Dort tönte es nur von den Taten Lettow-Vorbecks und der Treue der Askaris. Dieser Aspekt tut meiner Freude an der kleinen Komet übrigens keinen Abbruch. Der Hintergrund als Gedankenanstoß ist mir ebenso wichtig wie das Modell.


    Auf den verbliebenen Bögen wird es langsam dünn; es beginnt ein steter Reigen kleiner und kleinster Teile.


    Im Gegensatz zu dem Teil das in der Brücke verschwunden ist, habe ich mir bei diesem Kompass ordentlich Mühe gegeben. Auch das Steuerrad, das Michael ebenso liebevoll wie wahnwitzig mit schön gedrechselten Speichen gezeichnet hat, sollte nicht durch ein schnödes Laser- oder Ätzteil ersetzt werden :) Übrigens wüßte ich gerne, welche Funktion der Rudertisch ausübt. Mir erschließt sich das nicht, und Google hilft auch nicht

    Auch die restlichen Lüfter sind an Oberdeck gekommen. Zwölf hatte ich gemacht, aber nur elf waren im Schatzkästchen. Keine Ahnung, wo der letzte abgeblieben ist. Zum Glück hat Michael auf dem Bogen ein paar Reserven eingestellt.



    Dank für Eure Hinweise! Ich habe heute Fliegenbindegarn in verschiedenen Stärken bestellt. Bis Montag kommt er wohl an; die Seitentakel müssen also warten.

    In der Zwischenzeit ist die Komet in einen Wirrwarr von Fäden verwickelt, die in alle Richtungen durch Magneten gespannt sind, sogar nach oben! Soweit sieht es gut aus, die Masten sind jedenfalls gerade geblieben, und die Takelage ist gespannt, aber nicht zu sehr. Das lasse ich jetzt bis morgen so sitzen, damit der Kleber gut trocknen kann. Dann wird der Überstand abgeschnitten, und das Schiff aus dem Netz befreit.

           

    Die Masten stehen, Hurra! Das sieht doch gleich ganz anders aus. Die neuen Wanten paßten ausgezeichnet. Auch die Stabilität ist super. Wenn ich am Mast wackle, bewegt sich unterhalb der Wanten nichts. Ich hoffe, das wird auch für oben gelten sobald ich die Stengen und Pardunen eingezogen habe.


    Schön gerade sind sie auch geworden - frontal sollte man nur einen Mast sehen. Der Großtop ist noch ein wenig krumm, das ziehe ich mit der Takelage zurecht.


    Jetzt grüble ich schon, woraus ich die Seitentakel und die Antennen machen soll, da ich die Takelung schon mit meinem dünnsten Faden gemacht habe. Noch dazu sollten die Seitentakel aus hellem Tau bestehen. Die Antennen sollten unter ihrem Eigengewicht lässig, aber gleichmäßig durchhängen. Was ich da mache, weiß ich noch nicht. Jedenfalls werde ich mich bis zum Wochenende wohl weiter als Spinne betätigen.

    Scorpion1963 Nur zu!


    Weiter geht es mit Masten und Takelage. Zur Takelung des Klüverbaums nehme ich Wonder Wire, mit Sekundenkleber fixiert. Für den/die/das Wasserstag stelle ich das Schiff einfach auf den Kopf. Das das Schiff so natürlich auf dem Schlot balanciert, hat bestimmt einen schiffbautechnischen, aber mir unbekannten Grund.


    Jetzt sollte es an die Wanten gehen, die ich, wie schon gesagt, aus Nylonfäden machte. Beim Abspannen fiel mir aber auf, daß das Garn zäh und ungeschmeidig war – gar nicht so, wie ich es in Erinnerung hatte. Altert Nylonfaden vielleicht? Auf jeden Fall will ich mir mal eine frische Rolle besorgen.

    Nach einigen fruchtlosen Versuchen, die Wanten gerade und ordentlich zu spannen, gab ich auf. Neue Teile mußten her, diesmal mit Wonder Wire für die Wanten und Nylonfaden für die Webleinen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, sie benehmen sich eher wie Ätzteile. Spannen lassen sie sich natürlich nicht; was für einen Halt sie dem Mast am Ende geben, kann ich auch nicht absehen. Im Moment hoffe ich noch, die Pardunen aus Nylon machen zu können. Denen fällt dann der größte Teil der Statik zu.


    Der Einfachheit halber habe ich beide Schablonen nebeneinander gestellt.


    Alte und neue Wanten.


    Jetzt kommt der Fockmast aufs Schiff. Mein Augenmaß ist gut, aber nicht gut genug. Die Magnethelling wird mit Winkel und Stahldreieck erweitert, was das Ausrichten in 3D ermöglicht. Mit etwas Sekundenkleber fixiere ich den Mast an Deck. Wenn man, so wie ich, vergessen hat, eine Nadelspitze unten in den Mast einzubetten, ist das eine kitzelige Sache, denn bei der leisesten Bewegung verrutscht der Mast. Im Zweifelsfall hätte ich ein kleines Stückchen doppelseitiges Klebeband nehmen können, war aber nicht nötig. Nun muß ich erst den Großmast fertig machen, bis es am Schiff weitergeht.

    Die Masten haben es in sich. Die Stenge hätten aus verdoppeltem Karton gemacht werden sollen; das schien mir aber nicht rund und stabil genug. Darum habe ich sie aus einem Zahnstocher gefertigt.Mit großer Mühe und viel Geduld habe ich alle möglichen Ösen gesetzt, um später die Takelage spannen zu können. Die Masten erwiesen sich aber gleich als viel zu biegsam, um auch dem leichtesten Zug stand zu halten. Also besteht zumindest die kurze Takelung aus Wonder Wire. Dafür hätten Kartonstenge natürlich ausgereicht.








    Die Wanten sind nach Michael's Garnmethode gemacht, allerdings aus Nylonfaden und Sekundenkleber. Beide Masten kommen erst aufs Schiff wenn sie ganz fertig sind. Gut sieht man hier die Vorteile der magnetischen Helling mit ihren Legoblöcken. Mit einem Fetzchen doppelseitigem Klebeband halte ich so den Ladebaum in Position bis der Kleber trocken ist. Die Scheinwerferplattform ist etwas zu klein geraten. Ich weiß nicht, ob ich die Reling zu kurz bemessen habe, oder ob der Scheinwerfer zu groß geraten ist. Platz für die Bedienung gibt's jedenfalls keinen :)

    Der Jahresurlaub (diesmal in Terrassia) ist hinter mir, und es geht weiter. Die Reling ist dran, und auch ein paar Kleinteile sind schon eingebaut.

    Leider hatte ich mich mit den Davitstützen ordentlich in eine Ecke gepinselt: ich hatte sie so nahe der Bordwand gesetzt, daß die Ätzreling keinen Platz hatte. Also entweder die Stützen rausreißen, oder die Reling in Stücken anbringen. Ich entschied mich für das letztere, was im Nachhinein gesehen ein Fehler war.

    Haha, das Foto Deines Zimmers hätte man auch in meinem machen können :)

    Die United States nahm die gesamte Breite meines Schranks ein. Gut kann ich mich noch an den Rettungsbootmarathon erinnern. Ansonsten war das Modell nicht sonderlich detailliert. Da kannst Du selbst bei halber Größe noch einiges supern!


    viel Spaß!

    Als nächstes bereite ich die Masten und Takelage vor. Jeder befestigt Wanten und Pardunen nach seiner Façon. Ich mache mir hierzu klitzekleine Ösen. Dazu biege ich dünnsten Draht um eine Nadel, und verzwirble die Enden, so daß sich ein 2-3mm langes Gewinde bildet, das dem Leim guten Halt gewährt. Mit der Nadel loche ich das Deck wo meiner Meinung nach ein Ankerpunkt ist, und setze die Ösen mit einem Tropfen Weißleim ein. Sekundenkleber geht auch, ist aber riskanter, weil er sich gerne in das Papier saugt und einen bösen Fleck macht. Ich nehme Weißleim und warte einen Tag bevor ich die Ösen belaste.



    Michael's Methode, Wanten zu machen ist sehr vielversprechend. Anstatt dem von ihm empfohlenen Nähgarn verwende ich aber Nylongarn. Die Webleinen sind mit Sekundenkleber fixiert. Das hat bei der Anglia gut funktioniert, obwohl ich dort die Webleinen in die stehenden Wanten eingezogen habe. Ob es mit dieser Methode auch klappt, wird sich zeigen.


    Mittlerweile wird die Schatztruhe immer voller...

    Die Einschnitte oben an der Bordwand anzulegen scheint mir nicht ideal. Bei meinen Konstruktionen lege ich sie unten an, das fällt am Ende viel weniger auf, und so kann man auch größere, abenteuerlich gewölbte Bordwände schön formen.

    Danke, Ulli! Auch Michael hat mir heute morgen geschrieben, daß die Komet als HMAS Akuna nach 1925 umgebaut wurde. Da sie auch als Lehrschiff für Signalgasten diente, macht es Sinn, die Stengen niedriger anzubringen, damit das ständige Flaggenhissen nicht so lange dauert.

    Schade aber um das Mastkörbchen!

    Abgesehen vom Material muß ich bezüglich der Masten noch weitere Entscheidungen treffen.

    Fotos des Originals zeigen die Stengen viel weiter unten als vorgesehen, gleich wo die Wanten auf den Mast treffen. Auch der Mast selbst sieht aus, als sei er aus einem Stück. Oberhalb der Laterne gibt's auch ein Mastkörbchen. Mal sehen ob ich das hinkriege!


    Die erwähnten Bilder stelle ich nicht ein, damit ich die Betreiber nicht irgendwie in die Bredouille bringe. Wer will, kann sie hier ansehen.

    So, Masten und Stenge sind mal gemacht. Ob sie auf's Modell kommen ist noch fraglich - besonders die Topmasten sind sehr dünn. Wenn die nach mehreren Stunden takeln den Geist aufgeben ist Holland in Not...


    Übrigens muß ich zur Rolltechnik noch was nachschieben: bei langen Masten ergibt sich, anders wie bei kurzen, die Verjüngung nicht von selbst. Wer das Rollwerkzeug plan hält, verdreht den Mast sofort. Man muß hier also das Werkzeug im gleichen Winkel halten, in dem sich der Mast verjüngt. Das erreiche ich (nach vorhergehendem Anrollen mit dem Stahllineal), indem ich eine Glasplatte winklig auf der Unterlage ansetze, und dann im Halbkreis rolle. Es ist knifflig, und klappt am besten mit sehr dünnen Papier.

    Dieses Video verdeutlicht, was ich meine:

    (anklicken und ein bisschen warten, dann läuft es an)

    Die restlichen Lüfter sind gebaut und härten gerade aus. Installiert werden sie aber erst, wenn ich mit den Masten und der Takelage fertig bin, denn sonst laufe ich Gefahr, sie mit einem losen Faden herunterzureißen. Alles schon passiert!


    Auch das Masten rollen muß ich wieder erlernen. Der Klüver ist kurz und einfach, und kommt zuerst dran. Er wird nach der oben beschriebenen Methode gerollt, wobei sich die Verjüngung mehr oder weniger automatisch ergibt. Dazu lasse ich eine enorme Klebelasche am Teil. Sie wird mit aufgerollt und macht die Sache mehr solide. Leider hatte ich vergessen, wie man so eine Lasche bemisst. Also den halbgerollten Klüver vorsichtig aufpfriemeln und die Lasche um einiges kürzen. Wo ich im Bild die rote Linie eingezeichnet habe wär's wohl richtig gewesen.


    Und fertig. Bei aller Sauberkeit wird das Äußere gehörig mitgenommen. Glattschleifen und Einfärben sind bei dieser Methode meist nicht zu vermeiden.


    Was aus der Klebelasche wird:


    Jetzt muß der Leim gut trocknen, dann schiebe ich eine Nähnadel rein so weit es geht, und tränke das Stück mit CA Kleber. Zumindest bei kürzeren Masten ist diese Methode schnell und unproblematisch.


    Ob ich die eigentlichen Masten auch so, oder aus Holz mache, habe ich noch nicht entschieden. Ich spanne meine Takelung gerne straff. Lange und dünne Papiermasten halten das auf die Dauer nicht aus, trotz Sekundenkleber und Draht.

    Das erste Dutzend Lüfter.

    Hier vergrätze ich vielleicht die Puristen, denn die Lüfter sind gehärtet, verschliffen, bedrahtet, und werden gleich komplett gepönt...


    und zwar mit handelsüblicher Testor Modellbaufarbe. Macro mordet bekanntlich. In Natura sehen die Dinger schön gerade und gleichmäßig aus.


    Nochmals herzlichen Dank an Michael für die blitzschnell gemachten Alternativlüfter. Die im Bausatz enthaltenen bauen sich gut, und bieten den Vorteil einer größeren Klebenaht. Für das Runden in zwei Dimensionen bevorzuge ich aber die oben eingestellte Variante. Es ist zwar schwieriger, die haarfeinen Enden der Haube zusammenzuführen, dafür lassen sich die Haubenteile besser in zwei Dimensionen runden. Runde Lüfter machen am Modell viel her.


    In dieser Größe verhalten die Teile sich wie Filz. Man kann sie nach Belieben formen, jedoch zerfasern sie leicht. Zum Runden verwende ich einen weichen Radiergummi und so ein scoring-Werkzeug. Keine Ahnung, wie das auf deutsch heißt. Kugelpunze vielleicht? Wichtig ist, mit der bedruckten Seite nach oben zu runden, denn ich unterschneide die Teile etwas. Dadurch fügen sich die Kanten besser aneinander. Auch bleibt so die Schnittlinie innen und blitzt nachher nicht beim Bemalen durch. Die aufgedruckten Zahnkränze gehen unter der Farbe natürlich verloren, deshalb habe ich kleine Ringe aus dünnem Draht gemacht und sie auf die Markierungen geschoben. Muß nicht sein, wo ich aber schon mal dabei war...


    Jetzt hat mein Maßstabspfennig eine eklige Pilzerkrankung :)

    Die knapp vier Millimeter hohen Anker haben es in sich, und zwar nicht ihrer Kleinheit wegen – alles eine Frage der Vergrösserung – sondern weil sie verdoppelt sind. Es gilt also, Formen auszusticheln, die teilweise dreimal so hoch sind wie breit. Der Karton verhält sich dabei wie ein zu geizig geschnittenes Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Er löst sich in Schichten auf und kippt um. Mit einem Tropfen Härter kann man das beheben.
    Nach dem Einfärben sind die Teile dann eher formlos. Ein Hauch Silber stellt die Dimensionalität wieder her. Auf dem Foto sieht es schlampig aus, für das unbewaffnete Auge ist es aber richtig.

    Bitteschön:


    Man nehme, so man hat:

    1) Eine flache, glatte Oberfläche. Ich verwende ein Stück Plexiglas. Richtiges Glas ist zu glatt.

    2) Ein Lineal. Es sollte breiter sein als das Werkstück lang ist. Um die Sache zu zeigen, nehme ich mein Stahllineal.

    3) Pauspapier

    4) Weißleim

    5) Wer's mag: Euer bevorzugter Härter, und Farbe. (ohne Härter solltet Ihr keine Wasserfarben verwenden)


    Das Material. Die Breite des Streifens ist hier willkürlich gewählt. Durch lockeres oder festes Rollen kann man den Durchmesser regulieren.


    Der Streifen Pauspapier wird entlang einer Nadel grob vorgeformt.


    Fertig zum rollen. Auf die Richtung achten! Lippe ist unten, und weist vom Werkzeug weg.



    Nun wird gerollt:

    [External Media: https://youtu.be/7maOSyXmimg]


    Ich hatte Untertitel in das Video eingebaut, die tauchen aber auf Youtube nicht auf. Was ich also zeige:

    1) Rollen mit der glatten Seite des Lineals - zu glatt, das Werkstück rollt nicht gut

    2) Rollen mit der griffigen Seite - das geht besser

    3) Rollen mit einem breiteren Werkzeug (Geodreieck) ist am besten.




    Wenn wir uns dem gewünschten Durchmesser angenähert haben, friemeln wir die Röhre ein wenig auf, und geben mit dem Pinsel ein bisschen Weißleim unter die Kante. Antatschen bis es ein wenig angezogen ist, dann weiterrollen. Darauf achten, das die Naht gerade bleibt. Falls die Röhre sich verdreht, kann man sie vorsichtig entdrehen.


    Das Resultat. Gut trocknen lassen und (wer's mag) mit Härter einlassen. (Danach muß u. U. wieder gerollt werden). Zum Schluß einfärben und ablängen.



    Wenn man mal den Bogen raus hat, kann man leicht Röhrchen im Akkord herstellen. Da es sich um 100% Handarbeit handelt, empfiehlt es sich, eine Anzahl zu machen, und dann die besten auszuwählen.