Posts by Simon

    Josef,


    hervorragend gelungen, Dein Deck! Besonders froh bin ich, dass Du nicht versucht hast, das Deck aus einzelnen Funierleisten zu bauen. Es gibt immer wieder Leute, die das versuchen, in so einem kleinen Maßstab sieht das aber fast nie überzeugend aus, weils einfach immer alles viel zu grob wird. Die richtig guten Holzmodellbauer machen das in 1:100 in der Regel auch nicht. Da wird das Deck auch nur aufgezeichnet oder wie bei Dir durch einritzen angedeutet. Bin gespannt, wies weitergeht!


    Simon

    Lutz,


    manuell kann man das wohl nicht mehr besser hinbekommen! Respekt! Bei diesen Fenstergalerien sind ja die Ätzteile immer eine enorme Erleichterung, wenn es denn einen Zubehörsatz gibt. Um so mehr Beachtung verdient dann eine so saubere Handarbeit.


    Simon

    Hans-Gerd,


    das Eigenartige ist, Du stellst und stellst tolle Sachen aufs Deck, aber in der Totalen sieht das Schiff immer noch erstaunlich leer und aufgeräumt aus ... Wie sagte ein großer amerikanischer Dschungelkämpfer: "Wenn Du die Yamato bauen willst, musst Du selbst zur Yamato werden!" (oder so ähnlich ...) :D

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    wäre die Hood z.b durch einen Treffer in der Maschinenanlage und Bordelektrik Feuer- und Fahrtlos geworden, die Bismarck hätte keine einzige Granate mehr verschwendet.


    Zunächst einmal sicherlich, da ja die PoW vor Ort war und in so einem Fall dann das wertvollere Ziel dargestellt hätte. Versenkt worden wäre die Hood in so einem Szenario aber mit Sicherheit. Ein versenktes Schiff wiegt schwerer als zehn schwer beschädigte, die aber wieder flott gemacht werden können. Die deutschen Ubootkommandanten hatten z.B. entsprechende Anweisungen, lieber wenige Schiffe definitiv zu versenken als eine größere Zahl lediglich zu beschädigen. Freilich wären in so einem Falle sicherlich weniger Besatzungsmitglieder der Hood zu Tode gekommen.


    Simon

    Hadu,


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    Es gibt "Werte" im menschlichen Denken, die von der Verwendung der Gegenstände unabhängig sind. So sind die Sklavenschiffe des 19. Jhdt das schärfste, was je Segel trug, trotz des fiesen Zwecks usw.


    Exzellentes Beispiel, auch deshalb, weil sich die Sklavenschiffe ja kaum von anderen Bockadebrechern und Schmugglern unterscheiden. Fürwahr herrliche Schiffe!


    Simon

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    Ich frage mich, ist es ethisch vertretbar, beim Bau eines Geräts, Spaß zu haben, welches nur konstruiert wurde um andere Menschen möglichst perfekt umzubringen?


    Das ist m.E. so nicht ganz richtig. Mit einem Kriegschiff verhält es sich etwas anders als etwa mit einem elektrischen Stuhl oder einem Galgen. Letztere sind einzig zu dem Zweck konstruiert, einen Menschen vom Leben zum Tode zu befördern. Der Tod des zu exekutierenden ist hier der einzige Zweck, der mit dem jeweiligen Gerät verfolgt wird. Bei einem Kriegsschiff, sogar bei einem Panzer, ist das etwas anders. Ein Kriegschiff ist in erster Linie ein Instrument, um bestimmte politische Ziele durchzusetzen, beispielsweise die Verteidigung von Grenzen, den Schutz von Handelsverbindungen, aber auch die Störung des gegnerischen Handels oder die Eroberung fremden Territoriums. Zu diesem Zweck muss das Schiff in der Lage sein, sich gegen andere Schiffe zur Wehr setzen zu können und sie notfalls schwer beschädigen oder versenken zu können, ohne selbst versenkt zu werden. Es ist aber nicht einzig zu dem Zweck gebaut, gegnerische Soldaten zu töten. Ein Kriegschiff kann, im Gegenteil, seinen politischen Zweck erfüllen, ohne überhaupt einen Schuss abzugeben oder auch nur den Hafen zu verlassen. Man denke an den Gedanken der "fleet in being" und die Fernblockade Deutschlands durch die Briten im 1. WK von Scapa Flow aus. Die Schlacht am Skagerrak ist ja u.a. deshalb nicht voll durchgefochten worden, weil die Briten wussten, dass sie gar keinen Seesieg brauchten, um den Krieg gewinnen zu können und sie daher besser beraten waren, ihr Material zu schonen und keine Risiken einzugehen. Natürlich muss die Fähigkeit, ein Schiff beschädigen und versenken zu können möglichst glaubhaft und am besten nachgewiesenermaßen vorhanden sein, damit ein Schiff auf diese Weise wirken kann. Ähnlich verhielt es sich auch jahrzehntelang mit dem Konzept der BW: "Einsatzbereit sein, um nicht eingesetzt werden zu müssen" (oder so ähnlich, die genaue Formulierung habe ich vergessen). Insofern unterscheidet sich also ein Kriegschiff von einem elektrischen Stuhl. Die Tötung von Gegnern ist hier nur ein Mittel, nicht das direkte und einzige Ziel. Wer dann im Gefecht doch von einer Granate getötet wird, dem dürfte das zwar ziemlich egal sein, und von daher könnte diese Unterscheidung ein wenig sophistisch wirken, sie ist aber wichtig, meine ich. Aus diesem Grunde finde ich es unproblematisch, Kriegschiffe im Modell zu bauen, hege jedoch ein gewisses Misstrauen etwa gegenüber Waffensammlern (zumal es sich hier ja meist nicht um Modelle handelt), weil bei einem Gewehr der Tötungszweck sehr viel direkter gegeben zu sein scheint als bei einem Schiff. Wenn ich die HMV-Bismarck baue, baue ich ja nicht nur Kanonen, sondern eine Einheit von Waffen- und Trägersystem, die dann insgesamt die Bedeutung des Schiffes ausmacht.
    Wenn ich nun eines dieser Schiffe im Modell nachbaue, dann sehe ich einerseits die historischen Zusammenhänge, die politischen und militärischen Ziele, aufgrund derer die Schiffe so gestaltet waren wie sie es waren. Daraus ergeben sich dann eine Vielzahl technischer Überlegungen und Detaillösungen, die am Modell nachzuvollziehen sehr interessant sein kann. Ich kann dies m.E. tun, ohne mir die damaligen politischen Meinungen und Ziele zu eigen zu machen, ich kann diese sogar ganz eindeutig missbilligen und für falsch halten und dennoch ein Modell bauen, dessen Vorbild aus erwähnten Gründen von Interesse ist und nebenbei ja als Kartonmodell noch wieder ein ganz eigenes konstruktives Problem mit einer interessanten Lösung darstellt, was dann völlig abgelöst vom Vorbild ist. Beispielsweise finde ich Piets EGV als Vorbild eher uninteressant, weil mich das Schiff als solches kaum reizt, auf den Bogen bin ich jedoch äußerst gespannt, einfach weil er von Piet ist und insofern sicherlich einen weiteren Höhepunkt im Kartonmodellbau darstellen wird.
    "Spaß" habe ich also nicht unmittelbar an der Zerstörungskapazität des Vorbildes, sondern an der historischen Dokumentation einerseits und der Umsetzung im Modell mit dem Werkstoff Karton.


    Simon

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    Es gab und gibt kein "Gut und Böse".


    Angesichts der allseitigen Grausamkeit des Krieges mag das eine naheliegende Schlussfolgerung aus derartigen Schilderungen und Berichten sein. Man sollte dabei jedoch sehr aufpassen, denn eben diese Schlussfolgerung hat - hierzulande wie auch anderswo - oft genug den traurigen Hintergrund, eigene Verbrechen mit dem Verweis auf die allgemeine Realität des Krieges und die Grausamkeiten anderer relativieren zu wollen. So manche Reaktionen beispielsweise auf die Wehrmachtsausstellung haben das zur Genüge gezeigt. Es macht eben schon einen Unterschied, wer einen Angriffskrieg beginnt und mit welchen ideologischen Zielsetzungen er ihn führt. Dies zu berücksichtigen hat nichts mit "Schuldkult" und etwaiger Siegerjustiz zu tun, sondern nimmt lediglich die Tatsachen zur Kenntnis.
    Allerdings scheint mir dieses Forum nicht unbedingt der geeignete Ort für derlei Diskussionen zu sein, daher nur so viel.


    Simon

    Hätten die den Josef damals als Inquisitor gehabt, der hätte so manchem Heiden den rechten Glauben beigebogen ... bei der Technik!
    Nein, im Ernst, Berichte von Bauten, die perfekt und glatt ablaufen, sind ja schon beeindruckend, aber ein Bericht, der mit solchen Mitteln solche Schwierigkeiten ausbügelt, finde ich fast noch besser. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

    Yu,


    may I ask, what "san" in connection with names means? I remember this expression from the TV-version of Shoogun which I liked very much (although I usually don't like Richard Chamberlain). I remember that one of his servants committed suicide after he had disposed of a bird which Chamberlain wanted to eat but which ths servant thought was foul. There clearly are a lot of interesting local customs to be found in Japan! As to your planes: are you a watchmaker by profession or something like that? Those planes remind me of tiny little clockworks, rather unconsiderable at first, but the more striking when you take a closer look! Great work!


    Simon

    Waeschens


    Vielleicht war Euer Material noch besser als bei uns. Zu meiner Zeit (1997) war das alles schon derartig gammelig, dass die Beobs grundsätzlich ihre Handys mit nach vorne nahmen, damit sie die Korrdinaten auch dann zu den FLTs schicken konnten, wenn der Datenfunk mal wieder streikte. Und in Munster hat man tatsächlich Netz! Ich selbst war Feuerleiter/Fahrer.


    Simon

    Ich finde bei diesem Bogen besonders die Farbe des Holzdecks irgendwie so anheimelnd. Sieht ganz anders aus als etwa bei HMV. Gefällt mir irgendwie besonders gut. Ist aber auch wirklich bildschön gebaut, Dein Kreuzer. Der Bogen muss gut sein, wenn der gleich zwei mal nacheinander auf diesem Niveau gebaut wird.

    Ich erinnere mich, Abra hatten wir damals auch. Wurde nie benutzt, auf Übung grundsätzlich nicht mitgenommen, weils nie funktionierte. Die Mokels, die dafür abgeteilt waren, hatten immer gut lachen, weil sie nie das machen mussten, wofür sie ausgebildet waren.

    Jörg,


    alles andere würde mich auch sehr wundern angesichts der Minitaturisierung und Leistungsfähigkeit der Rechner heutzutage. Nimmt man noch das eingesparte Personal in der Haubitze dazu, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, warum man für so eine schnell gemachte Rechenoperation ein eigenes Fahrzeug samt Mannschaft und störanfälliger Datenübertragung mitführen sollte. Nebenbei wird eine PzArt-Batterie dadurch als Ziel immer kleiner und ist schwerer auszumachen. Hervorragendes Beispiel für Rationalisierung durch Technik.

    Ich bin gespannt! Die M109 kenne ich noch aus leidvoller eigener Anschauung. In der Feuerstellung stand zehn Meter hinter der Haubitze immer ein kleines albernes Zelt mit Bereitschaftsladungen und der Fahrer, während des Schießens unbeschäftigt, war damit betraut, für jeden Schuss die passende Ladung herbeizuwuchten. Zu Fuß und AFAP! Der Turm war zwar dekorativ drehbar, geschossen wirde jedoch grundsätzlich nur geradeaus und stets die ganze Haubitze gerichtet, weil beim Schießen außerhalb der 12Uhrstellung schon nach dem ersten Schuss die Einrichtung im Gelände komplett ruiniert war. Von daher muss so ein moderner Schlitten, der quasi vollautomatisch funktioniert, schon eine Erleichterung sein. Verstehe ich das richtig, dass die Haubitze jetzt ihre Feuerleitung selbst macht und es keine separaten Flt-Einheiten mehr gibt? Zu meiner Zeit wurde dazu ein eigener M113, samt fünf Mann Besatzung, tonnenschwerem Hochleistungsrechner und gelegentlich sogar funktionierendem Datenfunk beschäftigt. Gutes Gefühl, quasi nachträglich arbeitslos geworden zu sein ...


    Simon

    Lothar,


    aus Bauberichten weiß ich, dass die Profis hier das wohl teilweise machen. Ich habe meine Modelle auch in einer Vitrine in einem eher dunklen Zimmer. Bislang (2-3 Jahre) habe ich noch keine Veränderungen feststellen können. Ich weiß auch nicht, ob es möglicherweise spezielles Vitrinenglas gibt, das die UV-Strahlung filtert oder so. Wenn Du ein Modell mit Lack imprägnieren willst, würde ich das auf jeden Fall vorher an irgendetwas probieren, was ruiniert werden kann. Man muss sich das wohl auch vorher überlegen, weil Du den Lack aufbringen musst, bevor Du die Takelage verbaust, sonst bilden sich daran Tropfen.


    Simon

    Ja, was ist eigentlich mit Guidos Bismarck? Die ließ sich doch so gut an.
    Meine ist im übrigen morgen Abend fertig, aber die ist getarnt, unsichtbar, getaucht, ultra-stealth, die sieht niemand außer mir, die ist einzig und allein für mich, von Euch darf die keiner sehen ... hihi ... :gaga:

    Von Scorpio gab es früher mal einen, aber der baut die im Nachbarforum ja auch gerade zum wiederholten mal. Ich erinnere nur daran, dass hier regelmäßig kluge Menschen den Neueinsteigern davon abraten, ausgerechnet mit der HMV-Bismarck anzufangen. Ich weiß, klingt immer so nach Bausparvertrag und Beamtentum, wenn man sowas sagt, aber es ist womöglich doch was dran. Vielleicht sollte man eine eigene Rubrik für sowas einrichten.
    Wie sagt Yul Brunner in "The magnificent Seven"? "The graveyards are full of men who were very young and very proud ... "

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    Und die Vorstellung, irgendwo unter Deck u.U. noch stundenlang eingeschlossen zu sein, wenn der Kahn absäuft - siehe Tirpitz - danke....grusel.


    Man denke an die Männer der "Kursk", die sich nach den Explosionen noch einige Zeit im gesunkenen Boot aufhielten, bevor sie starben.

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    Als Einschränkung muss ich leider sagen, daß wesentlich mehr Männer den eigentlichen Untergang überlebten, aber oft wenig Neigung beim Gegner bestand, die Leute rauszuholen.


    Nicht nur beim Gegner! Die britischen Konvoifahrer hatten, soweit ich weiß, strikte Anweisung, stoisch weiterzufahren, wenn ein Schiff aus dem Konvoi torpediert wurde. Es gibt sogar Beispiele, in denen Zerstörerkommandanten Wabos an Stellen abwarfen, wo sie Uboote vermuteten, an denen aber leider auch eigene Schiffbrüchige schwammen. Die Logik solcher Auseinandersetzungen erzeugt meist auf allen Seiten mehr oder minder unmenschliches, militärisch jedoch folgerichtiges Verhalten.
    Im übrigen gibt es - auch hier auf allen Seiten - genügend Beispiele, in denen man sich aufopfernd um die Männer gekümmert hat, deren Schiff man gerade eben noch versenkt hatte. Meines Wissens haben in der Anfangszeit des Krieges deutsche Ubootfahrer sogar Schiffbrüchige an Deck aufgetaucht in Sicherheit gebracht, trotz der Gefahr von Luftangriffen, bis Dönitz derlei Aktionen explizit untersagte. Umgekehrt sind durchaus manche Ubootfahrer von britischem Geleitschutz aufgefischt worden, nachdem ihr Boot versenkt worden war (etwa Otto Kretschmer).


    Simon

    Nach allem, was ich so gelesen habe, wurden die Boote ohnehin von Bord gegeben, wenn es ins Gefecht ging. Auf SMS Emden wurde, als offiziell der Krieg begonnen hatte, vor dem Auslaufen radikal alles, was aus Holz war, von Bord gegeben, bis hin zur Inneneinrichtung. Vermutlich ist man daher auch nicht mit einem Dutzend Booten an Bord zum Skagerrak gedampft. Der Grund ist allerdings wohl weniger darin zu suchen, dass die Boote beim Gefecht zu Bruch gehen, sondern dass sie eine ständige Splitter- und Brandgefahr darstellen. Als Rettungsboote waren die im übrigen ohnehin nicht gedacht. Es gibt auch Bilder von Großkampfschiffen aus dieser Zeit ganz ohne Boote - die sehen dann ziemlich nackt aus.

    milch-jieper


    Wohl um sich vor Leuten, die das beeindruckt, wichtig zu machen. Ist insofern rational als es diese Leute ja anscheinend gibt, es sollen ja sogar Damen zu finden sein, die das anspricht. Nur gibt es kaum jemanden, der einen nicht für, freundlich ausgedrückt, "exzentrisch" hält, wenn man mit einer begehbaren Spee auf dem Dorfteich herumschippert. Zumal Frauen. Aber, wie stets, jeder wie er möchte.

    Was ich ja nicht verstehe: wenn der Mann in seiner Spee selbst drinsitzt, was hat er dann noch davon, außer ein äußerst unquemes Fahrzeug? Gut, alle gucken sich nach ihm um, aber sonst? Ich dachte immer, man baut ein Fahrmodell, um es dann selbst in Fahrt erleben zu können.


    Simon

    Günter,


    sind das runde Stützen? Ich glaube, wir hatten das Thema schon mal bei Deiner VdT ( :rolleyes: ich weiß, ich weiß, aküfi) und den Geschützrohren. In den Anleitungen steht häufig, dass man runde Teile vorrillen soll. Ich würde mal versuchen, die ohne vorrillen zu runden, vielleicht über einer Stopfnadel oder einem runden Holzstab. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und die Teile sind dann auch wirklich rund und keine Vielecke. Das würde den Gesamteindruck deutlich verbessern. Man muss nur ein wenig aufpassen dabei, weil sich bei zu heftigem runden teilweise die einzelnen Kartonschichten voneinander lösen können, was dann ein wenig lästig ist, weil man nachkleben muss.
    Meine Kritik greift natürlich nur, wenn die Stütze auf dem bild auch rund sein soll.


    Nichts für ungut,


    Simon

    Gusti,


    tja, ich verstehe schon, was Du meinst. Aber: meinst Du, dass Du mit ein paar Männekens den Betrachter darüber "hinwegtäuschst", dass es sich bei Deinem Modell um ein gewaltiges, waffenstarrendes Kriegschiff handelt? Wohl kaum, oder? Da würde ich eher denken, dass "Matrose Johann beim Deckschrubben" da eher verharmlosend wirken könnte, muss man doch annehmen, dass der arme Johann wie die meisten seiner Kameraden '41 elendig abgesoffen ist. Nein, wenn Du mich fragst, würde ich nichts zu vertuschen versuchen und Dein Modell so betrachten und präsentieren, wie man das im Museum auch tut: als erstaunliches und beeindruckendes Stück Technikgeschichte mit unleugbarem militärischen Hintergrund. Das hat für mich nichts mit Verharmlosung zu tun, es sei denn, man hielte so ein Modell grundsätzlich für verkehrt und das tut hier wohl keiner.
    Bei Gebäuden o.ä. finde ich Figuren manchmal ganz nützlich, weil sie einem einen Anhalt für die Proportionen des Modells geben. Das ist aber bei einem Schiff weniger problematisch, weil es da genug Türen, Niedergänge etc. gibt, die die Proportionen auch ohne "Mensch" klarmachen. Aber es ist Dein Modell, entscheiden musst in jedem Fall Du selbst.


    Simon

    Gusti,


    ist wirklich nur meine Meinung, aber sagen will ich sie doch: ich finde immer, dass gerade bei Modellen wie Deinem, die eigentlich als Werftmodelle dienen könnten bei dem Standard, den Du hast, Figuren an Bord ein wenig albern wirken. Sie stören irgendwie den Eindruck perfekter technischer Dokumentation, darum sind auf Museumsmodellen in aller Regel auch keine zu finden. Mich hat das auch bei dem Kaiser-Modell immer eher gestört. Wenn Du mich fragst, lass sie weg. Andererseits könntest Du einen ganzen Kirchenchor und eine Anti-Atomkraftdemo auf der Back plazieren, Deine Bismarck sähe immer noch großartig aus. Nichts für ungut also ...


    Simon

    Josef,


    ich zähle die Tage, bis das mit Deiner Victory losgeht, echt! Was Vorbereitung und Recherche angeht, kann ich dieses Buch empfehlen:
    http://www.amazon.de/Historisc…zu-Mondfeld/dp/3572014646
    Wolfram zu Mondfeld ist ein hervorragender Schiffsmodellbauer, der auf alte Segler spezialisiert ist. Ich habe gerade einige seiner Modelle im Berliner Technikmuseum bewundern können (sowieso einen Besuch wert, falls Du mal da bist, die haben eine wirklich schöne Eisenbahn-, Schiffahrts- und Flugzeugabteilung) und das sind wirklich ganz hervorragende Arbeiten. Der arbeitet zwar mit Holz und auch das Buch bezieht sich hauptsächlich darauf. Es enthält aber extrem viele nützliche Detailzeichnungen von Rumpf, Takelage und Ausrüstung. Wenn man sich also nicht sicher ist, wie etwas zu einer bestimmten Zeit ausgesehen hat, kann man dort gut nachschauen. Gilt wohl als eine der Referenzen zum Thema.


    Simon

    Ein schönes Modell! Strahlt richtig mediterrane Atmosphäre aus. Sehr sauber gebaut mit sinnvollen Ergänzungen. Willst Du das nicht zum KBW einreichen?


    Simon

    Wer um Himmels Willen ist denn da auf die Idee gekommen, schallgedämpfte MPs 1:1 aus Karton nachzubauen? Zweifellos eine überzeugende Replik (um ein Modell handelt es sich ja offensichtlich nicht), aber hängt man sich die dann in der Stube übers Sofa? Oder schiebt man sie diskret unter die Matratze, um seinem Onenightstand zu erzählen, dass man mal Speznaz war und, ganz nebenbei, in der Leistengegend übrigens eine beeindruckende Narbe von einem Einsatz in der Besenkammer des Kreml hat, die man zum Beweis vorzeigen könnte?
    Soll jeder machen, was er will, keine Grundsatzdiskussion, schon klar, aber manchen Kartonbauern kann ich nicht ganz folgen.


    Simon

    Und es begab sich im Jahre 2007 des Herrn, dass da ein Kartonbauer aus einem fernen Lande mit seltsamer Mundart kam. Er trat daselbst ins Forum vor den Kartontempel und sprach: "Ihr Kleinmütigen Bastler, Ihr fürchtet Euch vor Wasser, weil es Euren Modellen das Rückgrat verkrümmt und die Spanten löst. Schaut, ich werde den Karton rosten lassen, auf dass er aussehe als hätte er während der Sintflut draußen gestanden!" Und siehe da: er ließ den Karton rosten. Da waren die anderen Kartonbauer sehr erstaunt und fürchteten sich sehr und riefen einmütig "Herr, er hat ein Wunder getan!".

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    Hat meinen Appetit so angeregt, daß ich beschlossen habe, als nächstes Modell (nach Fertigstellung des Schwimmwagens) die HMS Victory von Shipyard unter das Messer zu nehmen.


    Mensch, Reinhard, da hast Du uns mit Deinem Baubericht aber was eingebrockt ...


    Simon

    @ Frank


    Ist ein sehr schönes Schiff geworden! So ein U-Schiff macht ja doch immer was her. Früher war ich da nicht sehr von überzeugt, mittlerweile sehe ich das aber als eindeutigen Gewinn, zumal sich das ja auch bei den deutschen 1:250-Modellen durchzusetzen scheint.


    @ Werner


    Sag, weißt Du, ob vielleicht eine Wiederauflage der Emden/Dresden MIT U-Schiff geplant ist, ähnlich wie bei der Baden?


    Simon

    Gern geschehen! Ich finde das Programm gar nicht schlecht, ist m.E. für normale Bedürfnisse vollkommen ausreichend. Du kannst das übrigens automatisch aktualisieren lassen. Es gibt oben so einen update-button, es gibt immer mal wieder neue versionen, die Du dann automatisch installieren kannst.


    Simon

    @ Martin


    Ich hatte mal das Vergnügen, bei einem NDR-Film über Veit Harlan und seinen Prozess nach dem Krieg als Statist mitzuwirken. Zunächst einmal bekam ich den schärfsten Haarschnitt meines Lebens, denn ich und einige Kumpel spielten die SS-Garde von Göbbels himself - an meinem Scheitel hätte man sich schneiden können. Wie das beim Film so ist, die meiste Zeit saßen wir rum und langweilten uns. Es gibt da ein bizarres Foto von mir, wo ich in einem schicken Clubsessel sitze und den Spiegel lese, ganz elegant in schwarzer Uniform mit Totenkopfmütze. Einer der Hauptdarsteller, Axel Milberg, hatte Mitleid mit uns Statisten und machte immer blöde Witze mit uns, wenn er frei hatte. Einmal erzählte er - das ganze wurde im Gästehaus des hamburger Senates an der Alter gedreht - dass in zwei Tagen eine israelische Delegation zu Besuch erwartet würde und dass deshalb die Dreharbeiten ziemlich unter Zeitdruck stünden. Dann fing er an zu sinnieren, was wohl passieren würde, wenn der Regisseur dennoch überzöge und die Israelischen Staatsgäste morgens von mehreren gutgelauten SS-Männern und einem feixenden Göbbels begrüßt würden ...


    Simon

    Problem scheint gelöst. Wenn ich den link in einem neuen tab öffne, klappt es. Anscheinend lag das bei mir daran, dass ich nicht mehr angemeldet bin, wenn er den link in einem neuen fenster öffnet. Da der download nur für Mitglieder ist, zickt er dann rum.


    Simon