Posts by Helmut B.

    Bei uns in der Nähe des Bahnhofs lebt seit mehreren Jahren eine Schleiereule.

    Mit der hat unser Kater Karlsson bereits unangenehme Bekanntschaft gemacht, als er auf dem Dachfirst unterwegs war und die Eule ihn angegriffen hat.

    Sie hat zwar nicht zugegriffen, als sie erkannt hat, dass er doch wohl etwas größer war, als sie es sich vorgestellt hatte. Aber der Kater hat einen gehörigen Schreck bekommen.

    :D


    Wir waren natürlich auch erschrocken (haben im Dunkeln auf der Terrasse gesessen), als da plötzlich, völlig lautlos, der Vogel mit seiner Spannweite von fast 1 m direkt über unseren Karlsson hinweg gesegelt ist...

    Die Eule sitzt sehr häufig in der Nähe des Bahnhofs auf einer Funkantenne; unserem Kater scheint aber nicht daran gelegen zu sein, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Er verdrückt sich sofort in die Wohnung, wenn er sie sieht. Katzen scheinen doch sehr lernfähig zu sein...

    Vielen herzlichen Dank für die enorm vielen Daumen!

    Das Interesse an diesem Modell scheint ja ungebrochen zu sein, obwohl die Fortschritte mit den vielen Stützen nicht unbedingt verschärftes Interesse hervorrufen können... Aber vielleicht sehe das ja auch nur ich so.

    Jedenfalls machen sich die Sonnensegelgestelle auf dem Modell recht gut, finde ich.


    Andi, ich hoffe, dass Du die Bilder trockenen Auges betrachten kannst...


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    Im vorderen Bereich des Schiffes sind nunmehr die Stützen auf der Steuerbordseite komplett:


     


    Die Stützen sind an den tiefsten Stellen, an der Reling, noch rund 2,40 m hoch.

    Es konnten also nicht nur die, die sich als die Größten gefühlt haben, sondern auch die wirklich langen Passagiere erhobenen Hauptes darunter durch gehen:



    Der kleine "Parteigenosse" ist umgerechnet 1,80 m groß.

    Wieder zurück zum Modell.


    Auf dem Sonnendeck habe ich zunächst die beiden Hälften des Gitterträgers angeklebt. So konnte ich genau den Neigungswinkel der "Sparren" des Sonnensegelgestells bestimmen und jetzt baue ich weiter nach vorn.


    Die Stützen bestehen, wie ich schon weiter oben geschrieben hatte, aus 0,3 mm teilgehärtetem Messingdraht, mit "Altweiss" lackiert.

    Für den Abstand der Stützen zueinander und für die Höhe über Deck habe ich mir einfache Kartonschablonen gemacht:



    Die (vorläufigen) Bauskizzen des Modellbogens waren da keine Hilfe, da die Gestelle dort nur sehr vereinfacht und nicht ganz richtig dargestellt sind (Skizzen für das Löten der Gestelle). Also die zu überbrückende Strecke am Modell ausgemessen und für die 8 "normalen" Stützen die einzelnen, gleichen Abstände ausgerechnet (9 mm).

    In das Deck habe ich an den so bestimmten Positionen 0,5er Löcher gebohrt:



    Der Bohrersatz (0,3 - 1,2 mm) stammt von Parkside, zu bestellen über die OWIM GmbH u. Co KG in Neckarsulm. Die einzelnen Bohrer kann man prima zwischen 2 Fingern drehen:



    So habe ich mich Gestell für Gestell weiter nach vorne "gearbeitet" und schließlich die Glasperlen für die Doppelleuchte angebracht (über dem Niedergang). Alles ist mit Weißleim geklebt.


    Bei den Details habe ich mich im Wesentlichen an den vielen Fotos auf den Seiten des "Wilhelm Gustloffs Museums" orientiert (und festgestellt, dass die Reisenden natürlich kaum das fotografiert haben, was den Modellbauer interessiert).


    So sieht dann das Ergebnis aus:





    Also Stütze für Stütze weiter nach vorn, wobei jetzt die Latten kürzer werden, aber die gleiche Neigung haben.


    (Langweilig, diese Postings über die Stützenpflanzerei? Ihr habt es so gewollt...)

    ... Was mich interessieren würde, nach welchen Kriterien Offiziere und Crewmitglieder ausgesucht worden.


    ...

    Die Schiffsführung und die Mitglieder der Crew waren Zivilisten und bei der Hamburg Süd angestellt.

    Zu den Auswahlkriterien, wenn es sie denn speziell für die KdF-Schiffe gab, weiß ich nichts. Man wird aber sicher annehmen können, dass keine erklärten Regimegegner beschäftigt wurden... Ob sie alle "Parteigenossen" waren... vermutlich nicht, wie auch in der Gesellschaft des "Dritten Reichs" allgemein.


     


    Das letzte Foto zeigt die Rückreise der sogen. "Legion Condor" nach Hamburg.

    Noch ein paar Bilder vom Bordleben:


     


     


       


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    Zum Abschluss des kleinen Ausflugs in die Geschichte hier ein Farbfoto von 1939:



    An der Hamburger Überseebrücke liegen außen die GUSTLOFF und dahinter die CAP ARCONA und innen die "Schwimmende Jugendherberge" HEIN GODENWIND.

    Das ist kein idyllisches Foto aus der "guten alten Zeit". Es entstand wenige Wochen vor dem Überfall der Wehrmacht auf Polen. Alle Organisationen der früheren Zivilgesellschaft der Weimarer Republik waren bereits im Sinne der NS-Ideologie seit Jahren gleichgeschaltet. Gegner der Diktatur waren eingesperrt oder ermordet worden. Die Synagogen und die jüdischen Geschäfte waren schon einige Monate vorher zerstört worden, wer konnte, war aus Deutschland geflüchtet.


    Im Juli 1943 wurden Stadt und Hafen Hamburg durch alliierte Bombenangriffe fast vollständig zerstört; dabei starben mindestens 30000 Menschen.


    Im Januar und im Mai 1945 kamen auf der WILHELM GUSTLOFF und der CAP ARCONA über 15000 Menschen ums Leben.

    Vielen Dank für Eure motivierende Anerkennung!


    Jetzt weiche ich mal etwas vom Modell ab und schreibe ein wenig über den Bordalltag und die Art, mit der GUSTLOFF zu reisen.


    Die "Kreuzfahrten" der KdF-Schiffe waren keine Reisen in dem Sinne, wie wir sie heute kennen.

    An erster Stelle stand das Ziel des Naziregimes, mit diesen Törns das Gemeinschaftsgefühl im Sinne des "NS-Volksgedankens" zu vermitteln und vertiefen. Deswegen wurde bei den Schiffsreisen weniger auf das individuelle Erleben der Reise durch die Teilnehmer Wert gelegt. Im Mittelpunkt stand vielmehr das Erlebnis der "Bordgemeinschaft".

    Die Reiseleitung hatte demzufolge immer ein Funktionär der NSDAP, dessen Aufgabe es war, den Bordalltag vollständig durchzuorganisieren. Er entwarf die Tagespläne, so dass (im Vergleich zu heutigen Kreuzfahrten) dem einzelnen Reisenden wenig Raum für eine eigene Freizeitgestaltung verblieb. Die Teilnahme an Bordveranstaltungen und Landausflügen zum Beispiel war eigentlich keine Pflicht, aber die Passagiere waren durch die Sozialkontrolle vor allem auch der Mitreisenden kaum in der Lage, sich diesen zu entziehen. Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass auch die Gestapo Augen und Ohren an Bord hatte.


    Vermutlich waren aber die Passagiere ohnehin weit überwiegend "gute" Parteigenossen, also regimetreu in die Organisation des NS-Staates integriert. Die Auswahl der Teilnehmer für die Reisen erfolgte schon in den untersten Parteigliederungen, also auf Ortsgruppenebene oder in der Betriebsgemeinschaft, die die Interessenten den Gauleitungen meldeten. Diese stellten letztlich auch die Teilnahmebestätigungen aus. So kam es, dass sich die einzelnen NS-Gauen in den erhalten gebliebenen Reiseunterlagen wiederfinden lassen.

    Die Begriffe "Reisender" oder "Kreuzfahrer" waren eher ungebräuchlich. Man sprach von "Arbeitskameraden" (wenn der Reisende aus einem Betrieb stammte) oder von "Bordkameraden". So wurde mit militärisch geprägter Sprache unterstrichen, dass sich der Einzelne als Teil eines "großen Ganzen" fühlen sollte ("Du bist nichts - Dein Volk ist alles").


    Die Teilnehmer reisten in aller Regel gemeinsam mit dem Zug nach Hamburg (und bei den Italienreisen vorwiegend nach Genua und Venedig) an, wurden schon an den Bahnhöfen in Gruppen zusammengefasst und durchgängig von Angehörigen der NS-Organisationen betreut und verpflegt. In Hamburg (und vielleicht auch in den übrigen Häfen) bestand zwar Gelegenheit zu "freiem" Landgang, aber wohl nur wenige machten davon individuellen Gebrauch.

    Das Gepäck hatten die Reisenden schon vorher mit Aufklebern aus den erhaltenen Unterlagen (unter anderem einem Gutscheinheft für die Anreise und die Ausflüge) gekennzeichnet, auf denen bereits der Name, die Kabinennummer und die Nummer der Koje verzeichnet waren:


     


    Interessant ist für mich, dass die Bilder auf den Aufklebern und den übrigen Bordunterlagen teilweise kaum etwas mit dem Ideal der NS-Kunst ("Romantischer Realismus") zu tun hatten. Exemplarisch finde ich dazu den Kofferaufkleber oben, der klare expressionistische Züge trägt, oder?


    Als Gegenbeispiele hier vier Menue- und Tagesprogrammkarten, die nahezu täglich in der Borddruckerei entstanden:


         


    Ein Blick ins Programmheft:



    Das Speiseangebot würde mich jetzt mal nicht so vom Hocker reißen...


    Und so sah zum Beispiel der "Marsch der Norwegenfahrer" aus:



    Besonders kennzeichnend finde ich auch die "Verhaltensregeln":


    Das scheint wirklich nur eine schematische, noch dazu unpräzise gefertigte Skizze zu sein, Robert.


    Auf der Zeichnung sind schon die Abstände der einzelnen Verbindungen ungleich.

    Lass Dich nicht entmutigen; ich würde im Zweifel den Markierungen an den Bauteilen folgen.

    Hallo René, Manfred, Willi, Gustav und Harald,

    herzlichen Dank! Was soll ich schreiben, außer, dass Euer Lob motivierend ist und gut tut! :)


    Vielen Dank auch für die vielen gereckten Daumen!


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    Auf dem Sonnendeck standen 4 die gesamte Decksbreite überspannende Träger (wobei der erste Träger zweigeteilt war).

    Den ersten Träger habe ich nun gebaut:


     



    Die beiden Leuchtenpaare an den Stützen sind Glasperlen mit einem Durchmesser von etwa 1,2 mm:



    Und hier noch ein kleiner Vergleich Original - Modell:


     


    Das "Sonnendeck" war für den nationalsozialistisch geprägten Bordalltag von erheblicher Bedeutung. Das zeigen bereits die vielen Fotos von Versammlungen, hier ein Beispiel:


    Hallo Arne, HaJo und Lars, danke für Euer geschriebenes Lob! Ja, ich finde, dass die vielen Details erst der Streusel auf dem Kuchen sind! :)

    Vielen Dank auch für die vielen Likes!

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    Inzwischen hat das Brückendeck alle Stützen bekommen.

    An den breiteren Stellen stehen die Stäbe an Deck; an den anderen, schmalen Decksflächen waren beim Original die Träger nur an den Wänden befestigt. Diese habe ich aus einlagigem 160 gr-Karton dargestellt (3,5 x 0,5 mm).






    Übrigens habe ich dann doch noch ein Bild gefunden, das ein aufgezogenes Sonnensegel zeigt:



    BTW:

    In Genua gelang einem Kreuzfahrer dieses schöne Foto vom italienischen Superliner REX:



    (Die REX wurde im September 1944, vor Anker liegend, von der Royal Airforce in Brand geschossen und schließlich abgewrackt.)


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    Mit einer ganzen Anzahl von unterschiedlichen Stützen geht es demnächst auf dem Sonnendeck (Oberen Promenadendeck) weiter.

    Das wäre sehr schade!

    Eine der wenigen Farbaufnahmen von Details der GUSTLOFF ( Steuerbordseite, vorderer Bereich des Sonnendecks) aus einem privaten Album eines Reisenden:



    Die Farben haben sich im Laufe der Jahre offensichtlich verändert. Das Rot ist komplett schwarz geworden.


    Die gleiche Seite, etwas weiter nach achtern:



    Man erkennt, dass die Latten fortlaufend nummeriert waren, "S.D." für Sonnendeck und das Kreuz für die Steuerbordseite. An einigen Stützen waren Leuchten montiert (die ich auch noch darstellen werde). Die Gestelle waren offensichtlich demontierbar.


    Diese Stelle



    mit Blick nach Vorn:



    Man erkennt kurze Träger ohne Stützen.


    Es ist also noch einiges zu bauen...

    Hallo Gustav, hallo Jochen,


    herzlichen Dank für die wärmenden Worte


    und allen anderen "Danke" für die gereckten Daumen!


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    Die Gestelle erfordern einiges an Fleißarbeit, zumal jedes einzelne Paar genau ausgemessen werden muss.

    Vor und hinter dem Schornstein:


     


     


    Eine Übersicht:



    und eine Originalaufnahme; das Bild zeigt die WILHELM GUSTLOFF als Lazarettschiff in Oslo, Mitte Mai 1940:



    Ich hoffe, es wird hier nicht zu langweilig... denn die nächsten Postings werden sich ebenfalls mit diesen Gestellen beschäftigen.

    Ich finde übrigens, dass sie sehr prägend für die Optik des Modells sind.

    Grundsätzlich stimmt das sicher, Renee. Ich baue auch lieber die Teile handwerklich, die ich bauen kann. Aber es gibt natürlich Grenzen, die ich selber nicht mehr unterschreiten kann. Relingteile zum Beispiel, Bänke und Liegestühle mit einzelnen Latten usw. Hier hat der Laser im Modellbau sicherlich absolut seine Berechtigung.

    Aber ich möchte hier keine Nebendiskussion aufmachen, die von dem tollen Bau von Peter ablenkt.