Posts by Klaus

    Waaas? Schon fertig? Solche schöne Bauberichte mit so bemerkenswerten Ergebnissen könnte ich länger gucken ^^

    Lieber Roland

    ... darum habe ich nochmal im Bericht gestöbert: Womit hast Du die Fenster verglast? Habe ich die Stelle überlesen? Das war sicher die berühmte Folie von Marzipanstücken? Hast Du die Verglasung dann passgenau in die Rahmen eingefügt?

    Alles in allem mal wieder ganz große Kartonmodellbauklasse :thumbsup::thumbsup::thumbsup:

    Herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Feuerlöschboot!

    Klaus

    Hallo Roland,

    das wird ein sehr guter Fender. Stilistisch wird es bestimmt auch perfekt zum Karton des Rumpfes passen. Ein Hoch auf die Kreativität!

    Ich habe schon sehr oft Knetmasse in Kartonmodellen verarbeitet. Bisher haben sich keine Schäden durch Fettaustritt oderso gezeigt. So manche Beule habe ich damit schon aus einem Schiffsrumpf geknetet...

    Viele Grüße

    Klaus

    Moin Henner,

    Deine Blöcke und die Herstellung mittels Hightech sind der absolute Superkracher! :thumbsup:

    Ich finde, die Geschütztakelungen hast Du vorbildgerecht hinbekommen. Die Kanonen sind in Schussposition, die Brooktaue hängen durch um den Rückstoß nach dem Schuss aufzufangen und die Seitentakel sind gespannt um den Ballermann auszurennen. Auf dem Marsch wurden die Kanonen binnebords gezogen und das angehobene Rohr oberhalb der Stückpforte gegen die Bordwand bewegt. Mit den Seitentaljen und einigen Taklings wurde das ganze dann gegen Bewegungen gesichert. Ein Zustand, den ich bisher nur selten auf Modellen gesehen habe.

    Auch die losen Buchten der Leinen an Deck passen für mich. Diese super sauber aufgeschossenen Leinen kamen erst mit dem Beginn des modernen Jachtsports im 19. Jahrhundert auf (als die Mannschaften einheitliche Kleidung bekamen, Messing geputzt wurde und die Decksplanken fast schneeweiß gescheuert wurden, usw.).

    Dennoch, so eine repräsentative Jacht des Großen Kurfürsten wird sicherlich auch schon Anklänge an diese Mode gehabt haben und auf gewisse Ordnung und Reinheit wird man bestimmt auch damals schon wert gelegt haben.

    Das Kablegatt vorn ist üblich. Meist laufen die Ankerleinen über sog. „Schulpen“ in die Luke (Halbrunde, rohrartige Konstruktionen die ein Einlaufen den Kabels in die geschlossene Luke ermöglichen).

    Die Anker sind toll. Nur leider hast Du die Stöcke falschherum auf den Schaft gebracht. Der Bogen des Stocks sollte nach oben zeigen. Vielleicht lässt sich das noch korrigieren? Wäre schade, wenn Dein bisheriges Meisterstück mit vorbildlicher Pinnenführung bei solchen markanten Details wie den Ankern schwächeln würde.

    Die Seitenschwerter kommen bald an die Reihe, oder? Oder erst Mast und Bugspriet? Auf Deinen Modellsockel bin ich gespannt. Da lässt Du Dir bestimmt wieder was tolles einfallen.

    Viele Grüße

    Klaus

    Auf der Back ist alles klar! Die Laternen werden allerdings nicht brennen. Auch auf dieser kleinen Deckfläche ist einiges los. Die Anker hängen nun an den Ketten. Kettenstoppern sorgen für die Zugentlastung des Ankerspills.

    Beidseits des Decks stehen versetzt zwei abgestagte Schornsteine für die darunterliegenden Öfen in den Mannschafts- und Heizerwohnräumen. Die Reling habe ich selbst aus Faden geklebt. Zu dieser Entscheidung haben mich die Steigung der Relings zu den Seiten sowie die unterschiedlichen Abstände der Stützen bewogen. Als Nächstes kann ich das Kartenhaus und die Kommandobrücke bauen – darauf freue ich mich schon. Bis demnächst in einer weiteren Folge, und vielen Dank an alle Interessierten und Daumendrücker!

     

    (…)
    Wie schon beim Bau der Calypso musste deshalb auch hier wieder der VTH-Bauplan der STRAZAK-3 zu Hilfe geholt werden, um genaue Kenntnisse über die Positionierung der Einzelteile zu erlangen (siehe Bilder 1 und 2).

    Die Baupläne vom VTH kenne ich nur aus den ganz, ganz alten Katalogen vom Maritim-Verlag – der die Pläne bis Ende der 80er vertrieb – und aus ganz, ganz alten ModellWerft-Heften – die einst vom Maritim-Verlag herausgegeben wurden. Die Pläne mit den Detailskizzen, Perspektiven und Bauschritten müssen einfach nur klasse sein. Im Original ist mir noch nie ein solcher Plan untergekommen. Weder auf dem Trödelmarkt noch bei Modellbauertreffen auf denen manchmal Baupläne abgegeben werden. Wenn ich ein Modell baue, ist es mir enorm wichtig, noch einen Plan als Hilfe zu haben. Wie Du, Roland, hier demonstrierst, geht es ohne begleitende Unterlagen kaum, solche Meisterwerke wie Deine Modelle zu schaffen. :thumbsup:

    Viele Grüße
    Klaus

    Hallo HaJo,

    die Schlepper sollten untereinander festgemacht sein (sonst treiben sie ab und verursachen Chaos und Unfälle im Hafen). Leinen sollten auch als Festmacher an den Kai laufen. Such im Internet nach „Vorleine, Achterleine, Vorspring und Achterspring“. Zwischen den Schleppern und zwischen Schlepper und Kaimauer wären Fender gut für den realistischen Eindruck. So ein Arbeitsschiff ist kein Marineschiff, da kann ein wenig durcheinander schon vorkommen. Ich habe sowas so oft gesehen, aber wenn man mal Fotos davon braucht... Vielleicht helfen die folgenden Bilder zur Anregung beim Modellbau oder zu weiteren Forschungen zur Thema „Seemannschaft“? :)

     

     

     

    Klaus

    PS: eine Abteilung im Hafen mit eine paar Rostkähnen könnte doch auch reizvoll sein (zweite Bilderreihe, Bild rechts) :D

    Ich habe mir heute die Krane von HMV angesehen. Sie haben Gitterausleger. Die Krane in Hamburg haben einen „Arm" oder „Hebel" (wenn das so heißt), was sie noch eleganter und formschöner macht. Beim Modellbau würde ich die elegantere und weniger arbeitsintensive Form wählen ;)

    Klaus

    Und ich mag gerne darüber lesen und lernen. Danke für deine immer informativen Beiträge

    Neugierige Grüße aus Hannover, Dirk

    Moin Dirk,

    das freut mich, wenn meine Mini-Forschung gut ankommt. Solche technischen Hintergrundthemen lese ich auch gerne bei anderen und möchte dafür gerne etwas zurückgeben. Zum Glück haben wir im Forum einige „Wissende", die gerne öffentlich ihre Informationen mit Texten und Fotos teilen.

    Apropos: Heute habe ich im Hafenmuseum eine Ladewinde mit Dampfantrieb fotografiert. Dabei interessierten mich die Zylinder und Pleuelstangen der seitlich der Winde liegenden Dampfmaschinen. Der Dampfeinlass ist auch zu erkennen. Soweit ich es weiß und erkennen kann, fehlen die Bedienhebel für die Dampfzufuhr und damit für den Betrieb der Winde.

     

     


    Klaus

    Nachtrag zum Thema „Verschalken":

    Ich war heute im Schaudepot des Deutschen Hafenmuseums Hamburg. Dort gibt es ein sehr schönes Schnittmodell eines Stückgutschuppens mit anliegendem HAPAG-Frachter DUISBURG. Die Szene spielt zwischen den Kriegen. Schön sind die an der Seeseite gestapelten Lukendeckel und die an Deck abgelegten Scherstöcke zu sehen (Verwechslungsgefahr: auf Segelschiffen sind Scherstöcke etwas anderes). Das Detail finde ich ganz hilfreich für eine Modellsituation. Wer es ganz richtig machen will, legt die obere Reihe Lukendeckel mit den Griffmulden nach unten, damit sich dort kein Regenwasser oder Schmutz sammelt. Diese Weisheit habe ich aus einem alten Lehrbuch über Seemannschaft, welches mir freundlicherweise ein alter Seemann geliehen hat. Beim Odell ist der Blick in die Luke sowie die Führungen der Scherstöcke in den Innenseiten der Sülle auch sehr schön gezeigt.

    Im Schaudepot ist der Besan-Ewer HERRMANN von 1905 ausgestellt. Daran lassen sich gut die schräg zur Luke liegenden Schalkklampen mit eingeschlagenen Keilen sowie die eisernen Schalklatten beobachten. Erwähnenswert sind die gefalteten Persennings an den Lukenecken. Die Persennings – meist drei Lagen – waren rechteckig und nicht in der Form der Luke zum Überwerfen genäht. Solche der Luke angepassten Persennings kann man aktuell auf der PEKING oder der BLEICHEN sehen, historisch korrekt sind jedoch die „Bettlakenecken vor der Erfindung der Spannbetttücher". Wie weiter oben geschreiben wurden die besten Persennings zuerst aufgelegt. Die schlechteste kam als letzte Lage außen drauf. Beim Modell ist es also in Ordnung, diese Abdeckungen leicht verschmutzt zu zeigen.

     

     

    Ach, ich mag mich mit solchen kleinen Dingen gerne beschäftigen... :thumbup:

    Klaus

    Et voilà! So ist der aktuelle Stand der Dinge am Montagmorgen.


     

    Die Luke 2 ist mittig geöffnet, die Lukendeckel liegen beidseits und geben den Blick auf die Kohle- oder Erzladung frei. Davor steht die Winde, hinter dem Lukensüll quetscht sich planmäßig ein Drucklüfter an Steuerbord zur Belüftung des Laderaums. Das Dach des achteren Aufbaus ist mit den gebauten Dingen gefüllt. Hinzugekommen ist noch das Hecklicht. Hinter dem Aufbau ist die Gräting über dem Ruderkoker mit dem Verholspill eingefügt.

     

    Das „Versaufloch" zwischen Brücke und Back ist komplett ausgerüstet. Die beidseitigen Niedergänge sichern eine gute Erreichbarkeit der höher liegenden Decks. Auch hier kam ein Laderaumlüfter – diesmal an Backbord – an seinen Standort.

     

    Ich glaube, jetzt kann man gaaaaanz langsam schon erkennen, was das mal werden soll … :love:

    Klaus

    Mein Rohbau des Lukensülls für Luke 2 war dann doch zu breit, um zwischen die Züge des Rudergestänges zu passen ;(. Also folgten auch hier Nachfolger in der richtigen Größe.

    Luke 1 möchte ich verschalkt darstellen, Luke 2 teilweise geöffnet zeigen (eine Idee, die vor mir schon einige hatten).

     


    „Verschalken“ nennt der Seemann das seefeste Verschließen. Nach dem mühsamen Einlegen der Holzdeckel wurden mindestens drei Lagen Persenning über die Luken gezogen. Das erste Tuch wurde dabei von der Mitte aus mit vier Mann in alle Ecken ausgezogen. Die drei Lagen wurden anschließend mit Holzkeilen in die rings um das Süll angesetzten Schalkklampen geschlagen. Am Ende wurden alle vier Seiten mit je einer eisernen Schalklatte nochmal gesichert. Ganz zum Schluss kamen je Lukendeckelbahn noch eiserne Verschlusslatten querschiffs über die Luke (die fehlen auf den Modellfotos noch). Die Verschlusslatten drückten die Lukendeckel fest und dienten als Diebstahlsicherung und als Zollverschluss. Anstatt eiserner Latten gab es auch mit Segeltuch umnähte Stahldrähte für dieselbe Aufgabe. Auf Fahrt oblag die Sicherung der verschalkten Luken dem Schiffszimmermann, der stets neue Keile griffbereit in der Nähe der Sülle bereithalten musste.

    Beim Modell habe ich die Persenning mit einer Lage Papiertaschentuch dargestellt (Zweites Foto, rechts). Mit verdünntem Weißleim entstanden Falten wie beim echten Tuch. Auf die Darstellung der Keile und Schalklatten habe ich verzichtet – im Maßstab 1:250 sicher vertretbar, das würde sonst alles zu überladen aussehen.

    Die später teilweise geöffnet gezeigte Luke 2 soll den Blick auf eine Kohlen- oder Erzladung freigeben. Dazu habe ich ein Stück Papier in der Größe der Luke mit Acrylgel betupft, schwarz bemalt und in das Süll eingelegt. Mit dem Bleistift erzeugte ich dann einen leichten Glanz.

    Die Imitation wäre auch mit Mohn, Sand oder Kaffeepulver machbar – natürlich auch hier wieder mit Farbauftrag.

    Zwei Scherstöcke und die Lukendeckel als komplettes Teil liegen zur Weiterverarbeitung auf dem Foto bereit.


    Keine Luke ohne Winde! Die zwei Ladewinden seht ihr hier im Rohbau. Am Ende ist jede mit genau 40 Bauteilen fertig geworden.

    40 Bauteile für eine Winde? Wenn ich das vor mir in einem Bogen sehen würde, würde ich überlegen, ob ich das mache. So aber, beim Eigenbau, ergibt es sich Stück für Stück – und beim finalen Nachzählen wundert man sich dann selbst :)

    Die fertigen Winden, das montierte Deckshaus und die aufgesetzten Luken folgen im kommenden Beitrag. Geduld bitte :)

    Oh, die Seeschlagklappen kamen gut bei euch an. Danke dafür :thumbsup:

    –––

    Finde den Fehler:

    Bei Bau des hinteren Deckshauses habe ich durch meine Transparentpapier-Abpauserei die Seitenwände spiegelverkehrt gebaut. Nicht schlimm? Merkt keiner? Zumal am Ende noch Davits und Barrings mit Beibooten beidseits die Sicht versperren? Nee, sowas ärgert mich. Die Aufteilung der Räume würde in dieser Form auch nicht mit der Aufteilung des folgenden Daches passen. Also alles nochmal neu bitte.

    Der finale Aufbau mit den geöffneten Türen sieht dann so aus.

     

    Der Wechsel zwischen Stahldeck und Holzbelag deckt sich nun mit den Türen und Bullaugen. Mittig, wo die zweigeteilte „Klöndör" ist, war die Kombüse. Das Deck darüber war vermutlich – wie auch weiter hinten über den Räumen des Maschinenpersonals und ihrer Messe – aus isolierenden Gründen mit Holz belegt. So ein Stahlaufbau kann im Sommer verdammt warm werden!

    Vorn auf dem Dach liegt die Bunkerluke für die Kohle als Maschinenbrennstoff.

    Einen Haufen Ausrüstungsteile galt es nun für das Dach anzufertigen: eine Seilwinde, einen Sanitärtank (liegt oberhalb der Maschinistenräume), einen Wassertank (ungewöhnlicherweise kofferförmig), den Kombüsenschornstein, eine Pumpe (wofür?), Maschinen- und Kombüsenoberlicht, zwei Deckslüfter, eine Gräting und eine Leiter (mit Serafilgarn in einer einfachen Schablone geklebt).

    Ich muss jetzt überlegen, wann ich zuletzt so viel Ausstattung für ein Aufbaudach hingefummelt habe.

    (...)

    Das Schiff hat zwei Freibordmarken. Eine für den Normalbetrieb mit geschlossenen Lukendeckeln und eine für die Fahrt mit geöffneten Lukendeckeln, die etwas tiefer liegt. Bei Open Top wird ein höheres Freibord verlangt. Die jeweils gültige Freibordmarke ist in weiß gehalten, die andere wird in Außenhautsfarbe übergestrichen. Ich habe versucht beide darzustellen, aber die Open Top Marke, die in einem anderen Rotton gehalten ist, sieht man kaum. Ist bei der Linienstärke auch nicht weiter verwunderlich und der Drucker druckt auch nicht in der höchsten Auflösung, wie man auch an der Ahming sieht.

    Moin Cariño,

    spricht man hier noch von Volldecker und Schutzdecker bzw. Wechselschiff? Ich dachte, dieses System gibt es seit den 60ern nicht mehr. Das ist wieder alles sehr interssant, bei Dir hier!

    Klaus

    Nachtrag: Den Bau der Seeschlagklappen wollte ich euch nicht vorenthalten. Bei 1:1-Schiffen öffnen sich die Klappen über ein Gelenk nur nach außen: An Deck gelaufenes Wasser drückt sie auf und kann ablaufen, während von außen anschlagendes Seewasser sie zudrückt und so am Eindringen gehindert wird. Am Modell habe ich außen ein Stück Papier aufgeklebt und innen das Gelenk mit Besenborsten imitiert. Dazu habe ich mir eine kleine Lehre gebaut, um die Stücke gleichmäßig anzufertigen.

    Moin Bruno,

    ich habe Dir eine PN mit Bildern und Links gesendet um keine Schwierigkeiten mit Copyrights zu bekommen. Für SM U 35 kann ich konkret die Hufeisenform nicht belegen. Auf den meisten Fotos und Modellen ist jedoch zu sehen. Ich würde dabei bleiben (bzw. habe es auf meinem Modell von SM U 7 so gemacht).

    Weiß sonst jemand mehr zum Thema?

    Klaus

    Moin Roland,

    wieder ein Meisterwerk aus Deiner Werft mit klarer Vorbildfiunktion für Nachbauer. Wenn möglich besorge ich mir auch einen Plan zu einem Modell. Der Bogen ist eine Interpretation des Konstruktuers. Mit Original-Dokumenten und Fotos lassen sich eigene Entscheidungen treffen, Details verfeinern oder ein Bauszustand erreichen, den der Bogen vielleicht nicht liefert.

    Toll! Klaus

    Moin Horst,

    das ist eine tolle Szenerie rund um Deinen gelungenen Lastwagen. Die Bierkisten auf der Ladefläche sind ein wahrer Genuss. Stark!

    Wenn nur die erhabene Kante des verbauten Bilderrahmens nicht wäre. Das sieht man auch oft bei Schiffsmodellen. Ein Freund nennt das zutreffend 'Schwimmbeckenrand'. Es engt das Diorama unnötig ein. Wäre der Strassenbelag zu den Seiten bündig, hätte die Szene richtig viel Raum und würde nochmal so gut wirken.

    Dass der Rest toll und vom Besten ist, ist klar. Ich hoffe daher, meine kritischen Gedanken - oder Anregungen - hier unterbringen zu dürfen.

    Viele Grüße

    Klaus

    Was für ein Schiff! Mehr als das, eine gebaute Machbarkeitsstudie einer technikversessenen Zeit, in der scheinbar alles möglich war. Oder ist es doch nur eine Steampunk-Phantasie mit sechs Masten und fünf Schornsteinen?

    Ob das Riesenschiff jemals als „schön" empfunden wurde? Oder stellte sich diese Frage angesichts der ungeheuren Ausmaße gar nicht? 18.915 BRT, 211 Meter lang, doppelwandig aus Eisen gebaut, mit Maschinen, die 8300 PS leisteten, mit Schaufelrädern, einem Propeller und Segeln ausgerüstet – das Schiff war von seiner Erbauung 1858 bis 1901 das größte von Menschen gebaute bewegliche Objekt (dieser Superlativ wurde bekanntlich dann in deutlich kürzeren Zeiträumen überboten).

    Die GREAT EASTERN war das Meisterwerk des genialen englischen Ingenieurs Isambard Kingdom Brunel. Einen Tag vor der Jungfernfahrt des Schiffes erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.

    Das Schiff sollte mit einer Kohlenladung von 15.000 Tonnen 4000 Passagiere von England bis Indien und wieder zurück tragen können. Was für eine Plan!

    Das alles passierte nie, das Riesenschiff war seiner Zeit zu weit voraus und ein wirtschaftliches Desaster. In New York wurde mehr Geld mit Eintrittskarten zur Besichtigung des Potts verdient als mit Passagen über den Atlantik. Eine Reihe von Unfällen begleitete den Bau, den Stapellauf und die Jungfernfahrt, was sich natürlich nicht gut auf den Ruf des Schiffes auswirkte. Das Schiff wurde schwimmender Rummelplatz, gigantische Werbetafel und rostete schließlich still vor sich hin. Ab 1865 konnte die GREAT EASTERN ihre Größe beim Verlegen des 4200 Kilometer langen Transatlantikkabels ausspielen. Dazu wurde der Dampfer umgebaut, um das Kabel an Bord nehmen zu können. Eine weitere Leitung von Suez nach Bombay folgte. Das waren eigentlich die einigen Highlights im Leben des Schiffes bevor es ab Januar 1889 18 Monate lang abgewrackt wurde.


     

     

     


    Mein Modell im Maßstab 1:1200 entstand nach Plänen. Dabei stellte sich heraus, dass die GREAT EASTERN offenbar in verschiedenen Bauzuständen dargestellt wurde. Mich interessierte der Ur-Zustand, vorm Umbau zum Kabelleger.

    Beim National Maritime Museum Greenwich fand ich online einen Riss, einen Schnitt und eine Draufsicht, an denen ich mich orientierte. Die Takelage nahm ich aus dem Buch „Das Schiff“ von Björn Landström. Auf den Plänen waren beidseits mitgeführte Tender eingezeichnet (die GREAT EASTERN war für viele Häfen zu groß, daher vermutlich diese Zusatzausrüstung). Diese Tender fand ich auch auf einer zeitgenössischen Abbildung, die ich als Vorbild für mein Modell nahm. Ein Modell mit diesen Details ist mir jedoch nie begegnet. Ebenso zeigt sich das Deckslayout und die Verteilung der Rettungsboote von Modell zu Modell verschieden.

    Zu allem Weiteren müsste man deutlich tiefer in die Geschichte des Vorbilds einsteigen. Fraglich waren für mich z. B., wann die Aufbauten vor und hinter den Radkästen kamen, ob die Tender tatsächlich mitgeführt wurden, ob die Schornsteine schwarz, weiß oder rot waren und ob das Schiff anfangs mit fünf Schornsteinen ein weißes, umlaufendes Band führte. Auch die Ausführung der Takelage war offenbar unterschiedlich. Wie geschrieben, hielt ich mich an die Abbildungen (u. a. zu sehen in „Das große Buch der Schiffe“ ((Südwest)) und „Die Passagierschiffe" ((TimeLife))). Das Modell habe ich genauso aufgebaut, wie ich es schon bei meinen Frachtschiffen im selben Maßstab beschrieben habe – also ohne Computer und alles via Transparentpapier und Bleistift übertragen.

    Meine Darstellung unter vollen Segeln bei gleichzeitigem Maschinenantrieb (Kielwasser und Radkastenwasser) ist ideal.

    Das war ein langer Text zu einem kleinen Modell mit einem Riesenvorbild ;)

    Klaus

    Absolut toll!!! Das is besser als es mancher aus Holz geschnitzt hinbekommt!

    Sind die beiden Damen beidseits des Oberspiegels so abständlich zum Schiff, weil es der Bogen so vorsieht? Ich meine den Spalt zwischen Oberkörper und Spiegel? Kann ja alles sein. Ich hatte eher erwartet, dass sie sich ein wenig unter dem Hackbord ducken und sich mehr mit der Aussenkante des Oberspiegels verbinden. So wie hier:

    Mitglieder - ihre Schiffe - MAX EMANUEL - Kurfürstliche Jaghd von 1711 - Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V.

    Ich will Dich aber nicht kirre machen, das ist sehr toll was Du gebaut hast.

    Vor einer Weile habe ich Dir eine PN mit einem vielleicht hilfreichen Bildinhalt geschrieben. Schau doch mal bitte oben in Deiner blauen Leiste wenn Du hier ins Forum gehst.

    Klaus

    Moin Cariño,

    das ist ein interessanter Input. Das so große Containerschiffe trocken fallen, wusste ich nicht. Solche Informationen gefallen mir, das weitet den Blick und bindet das Modellbauthema ins Große und Ganze Spektrum der Seefahrt ein.

    Moin Wilfried,

    dass Du mein Werk toll findest, freut mich.

    Den Autor Ernst Müller sowie den Buchtitel Eisenschiffbau und die öffentlich einsehbare Quelle habe ich in meinem Beitrag genannt. Mehr kann und möchte ich eigentlich auch gar nicht tun. Wo die Nutzungsrechte des Buches heute liegen, weiß ich nicht. Google Books stellt jedenfalls nur einen Teil der Seiten zur Ansicht bereit; ich bin daher davon ausgegangen, dass diese Vorschau rechtmäßig öffentlich zugänglich ist. Deshalb habe ich lediglich auf diese Quelle verwiesen.

    Viele Grüße
    Klaus

    Auf die Gefahr zu nerven ;(

    Prüf auf Fotos nochmal die Form der Rettungsringe (damals noch Rettungsbojen genannt). Auf den alten U-Booten konnten die oft charakteristisch hufeisenförmig sein. Muss nicht, ist aber oft zu sehen. Und dann auch nur im aufgetauchten Zustand :thumbup:

    Moin,

    vielleicht können wir uns auf den Begriff 'Leinenführung‘ verständigen? ;(

    Ein schönes und sehr detailliertes Modell ist die kleine WEDEL geworden. Herzlichen Glückwunsch zum Modell und Danke für den Baubericht. Ein bisschen Leben in der brettsteifen Flagge könnte noch guttun. Und vielleicht die Einbindung in ein kleines Diorama mit Wasserdarstellung und einem kleinen Kai? Hast Du die Antennen mit in Sekundenkleber getränkten Serafil gemacht?

    Klaus