@ Wolfgang: Danke, das höre ich so gerne 
@ Jan: Prima! Das ist immer eine große Herausforderung, möglichst keinen Kleber irgendwohin schmieren zu lassen... In meiner eigentlichen "Profession", dem Metall-Automodellbau, habe ich mittlerweile tausende von Tips & Tricks erarbeitet - ich könnte ein ganzes Buch damit füllen! Mit Papier habe ich auch schon immer gerne gearbeitet, aber eher im Bereich Origami, also völlig ohne Schere und Kleber. So bin ich froh, wenn ich jetzt auf die eine oder andere Idee komme, wie's besser klappt...!
Und woran erkennt man den natural born nerd? Daß er an den Weihnachtstagen nichts besseres zu tun hat als Papierschlösser zu bauen! Durch einige unglückliche Wendungen fiel das Familienfest aus, und so sitze ich am Schreibtisch und baue. Keine Sorge, es ist genauso, wie es ist, ein wunderschönes Weihnachten für mich, und ein solches wünsche ich allen Mitgliedern dieses Forums: Gesegnete Weihnachten für Euch alle!
Auf den Augenblick habe ich lange, lange gewartet: von den "Niederungen" den Sprung zum Hauptturm zu machen! Das ist - natürlich - ein bißchen tricky, denn von der Grundplatte an habe ich nun schon diverse volle und halbe Geschosse hochgebaut, mit den entsprechenden Abweichungen und Verwerfungen, und trotzdem muß nun der Süd- bzw. Hauptturm (der größte von allen) eine Art "Klammer" bilden, mehrere Stationen überbrücken und dann auf einer definierten Gesamthöhe landen. Das ist deswegen nötig, weil es diverse Rastermaße bei diesem Schloß gibt und man leider nicht sagen kann "egal, wenn's höher wird", sondern man muß überall, in X-, Y- und Z-Achse immer die Bezüge zu anderen Bauteilen mitdenken. Im Grunde wie Schachspielen: immer zwölf Züge im voraus denken.

Hier erst einmal die fertigen Ausdrucke mit allen Teilen, die ich in den letzen zig Tagen entworfen habe. Praktisch jedes Teile habe ich x-mal ausgedruckt, zur Probe gebaut und wieder optimiert. Einfach, weil mein Papier zur Neige geht. Es wird reichen, aber ich möchte jetzt nicht mehr unnötig Fehldrucke produzieren, sondern sicher sein, daß es paßt. Natürlich könnte ich mir weiteres Papier kaufen, aber noch mal hundert Blatt, wenn dann nur zwei fehlen, das finde ich einfach doof. Also wird jetzt akribisch geplant.

Auf den Dach des Haupthauses schließt an den Turm ein weiterer, dieses Mal völlig schmuckloser Aufbau an, die vordere Aussparung greift exakt um den achteckigen Turm.

Ein Ausschnitt ermöglicht das Einkleben einer 2mm-Bodenplatte, damit alles schön stabil und maßhaltig ist.

Hier jetzt der Turm bzw. die untersten drei Teile. Wie immer: das grafische Layout habe ich weitgehend vom Originalentwurf übernommen, aber in eine komplett neu erstellte Form eingefügt. Natürlich erfordern dabei auch die Grafiken Überarbeitungen in Form von Strecken, Stauchen, Beschneiden etc.

Hier die Rückseite.

Das Einkleben war die Hölle! Riesig lange Flaps, unendliche Längen, die mit Kleber eingeschmiert werden mußten, der natürlich nicht antrocknen durfte, und dann muß alles mit einem Griff perfekt sitzen, und Andrücken war kaum möglich, weil man in die unteren Bereiche natürlich nicht mehr 'reinkommt. Wie auch immer, es ging alles gut!

Auch die ganzen verwinkelten Ein- und Ausschnitte sitzen praktisch perfekt!

Der Turm besitzt auch wieder eine "Seele" aus einem 2mm-Rundstab, der natürlich unten in eine Bohrung eingefügt wurde - nach Gehör, sozusagen. Aber ich hatte die Abläufe vorher ungefähr hundertmal geübt, so daß alles wie am Schnürchen lief.

Rückwärtig schließt sich noch eine "Kühltruhe" an. Die genauen Dimensionierungen kann man auf den Fotos nur schwer erkennen, aber es handelt sich eigentlich auch nicht um Architektur, sondern nur um "Technik". Man muß ja immer daran denken, daß von den Disney-Schlössern nur die geringsten Partien begehbar sind, stattdessen alles so designt ist, daß es von unten - aber eben auch nur von unten! - eine perfekte Ansicht bzw. Illusion bietet! Die Dachflächen und 90 % des Bauvolumens haben entweder gar keine Funktion oder eben nur die, irgendwelche Klima- und Technikkomponenten zu verbergen. Das ist aber gar nicht so ungewöhnlich, auch die berühmten Märchenschlösser Ludwigs II. sind nach demselben Prinzip gebaut.

Hier der Blick von Südwesten. Mit diesen Arbeiten habe ich jetzt also - wie schon gesagt - den Sprung nach oben gemacht, von nun an wird nur noch in den Himmel gebaut 