Posts by Jean B.

    Dieter: Danke, das freut mich zu hören! Der Weg war für meine Art, Modelle zu bauen, typisch: angefangen mit "ich bau das genau so, wie das Ausgangsmaterial es hergibt, über "ein bißchen was werde ich verbessern" bis "once in a lifetime - alles oder nichts"! Jetzt steht das Trumm mit seinen 102,8 cm Höhe auf der Kommode und wartet auf die Präsentation im Familienkreis...

    Zaphod: Vielen Dank, es war für mich wunderbar, hier immer freundliche Zuschauer zu haben, das hat mich auch Krisenzeiten gut bewältigen lassen! Ich hätte gerne noch mehr Details gezeigt, meistens war ich dann aber so im "Flow", daß ich zum Fotografieren gar nicht mehr gekommen bin.

    Wolfgang: Ja, das sind dann noch die kleineren Posten. Wenn ich alles zusammenzähle, also auch die Anschaffung des originalen Bau-Heftes, die (teure) Bodengrafik und die Platte, dann kommen doch mehrere hundert Euro zusammen. Aber dafür lebe ich ansonsten von Wasser und Brot - ist ja für eine gute Sache ^^

    @Renee: Dankeschön, auch für Deine laufenden Kommentare! Das Schloß wird noch ein Weilchen in meinem Zimmer stehen, bevor es dann auf dem Dachboden verschwinden wird. Bei schönen Lichtstimmungen (wenn irgendwann der Frühling kommt...) kann ich bestimmt noch ein paar gute Fotos machen...!

    Und so gibt's jetzt noch einen Nachklapp: Immerhin muß ein Schloß ja bewohnt werden, und hier sind sie alle:

    Cinderella vor der Verwandlung...

    Der erste Versuch mit dem selbstgenähten Ballkleid...

    Das gezauberte Kleid...

    Die böse Stiefmutter Lady Tremaine...

    Mit dem Prinz auf dem Ball, dazu die bösen Stiefschwestern Drisella und Anastasia...

    Bibbedi bobbedi boo...

    Und ich konnte einfach nicht widerstehen, die Kutsche auch noch zu kaufen! Eigentlich hatte ich mir extra einen Papierbausatz für die Kutsche heruntergeladen, aber bei der notwendigen Verkleinerung wäre das doch ein unfaßbares Gefummel geworden, so daß ich über dieses Teil sehr erfreut war! Die Pferde und Lakaien habe ich noch ergänzt, damit das Ding auch wirklich fahren kann. Nun hat die liebe Seele Ruh :rolleyes:

    Wolfgang: ...ja, eigentlich wollte ich gar nicht so detailliert werden, aber irgendwann packt's mich dann doch. Außerdem ist es tatsächlich so, daß der Blick naturgemäß nach oben schweift, und so lohnt es sich immer, zur Blickrichtung mehr Details zu machen als im Bodenbereich.

    Und nun? Jetzt isses fertich, das Schloß! Ein Jahr Bauzeit (mit wechselnder Intensität), ca. 100 Blatt Papier, 30 Blatt Karton, 1 qm Finnpappe, 1 Bodenplatte + Grafik, mehrere Meter Holzstäbe, eine Handvoll Metallperlen, ein halber Liter Kleber und bestimmt 150 Klingen. Dazu Myriaden verbraucher Bits & Bytes. Hat es sich gelohnt? Entscheidet selbst:

    @Otto: Danke! Ich freue mich immer über Deine Ermunterungen!

    Zaphod: ...ja, wirklich! Und auch hier gab's wieder Malheure. Hatte ich doch schon ein paar Dächer angefangen zu schneiden, nur um festzustellen, daß ich die Haken nur auf einer Seite gesetzt hatte :cursing:

    Dieter: ...danke! Du kennst das wahrscheinlich, man ist einfach so irre froh, wenn's so wird, wie man sich das in schlaflosen Nächten ausklamüsert hat...!

    Für die kleinen Stangen auf den goldenen Dachfirsten nehme ich gewöhnliche Zahnstocher. Gewöhnlich? Nein, natürlich nicht! Im Werkstattbestand habe ich eine ungeöffnete Packung Zahnstocher gefunden, deren Erscheinungsbild nahelegt, daß sie ziemlich genau aus der Entstehungszeit des Bausatzes, also frühe 1980er sein müßte. Ihr werdet lachen: Selbst Zahnstocher hatten damals eine ungleich bessere Qualität als die von heute! Na ja, jedenfalls auf die richtige Länge gebracht und dann mit einer Kreissäge entsprechend tief eingeschnitten.

    Dann auf das Papierteil gesteckt/gekklebt und mit goldenen Metallperlen ausgerüstet.

    Hier der Zwischenstand, nocht nicht gold bemalt.

    Schneiden, schneiden, schneiden...

    Auf die kleinen goldenen Stangen müssen dann (fast) überall noch so kleine vierflügelige Propeller, die aus jeweils vier gleichen Stücken zusammengesetzt sind.

    Und an die kleinen Stengel, die an jedem Propellerflügel dran sind, kommt dann noch ein runder 1mm-Stanz angeklebt, um dem Original noch etwas näher zu kommen.

    Nun aber: Die Pracht und die Herrlichkeit...!

    Weiter geht's mit den Wetterfähnchen... (für die ich natürlich auch noch mal das teure durchgefärbte Gmund-Papier gekauft habe, um wirklich ganz materialauthentisch zu bleiben...)

    Und ich bereite Euch schon mal seelisch und gedanklich darauf vor: das war dann der letzte "Bau"-Post, als nächstes werden - taraa! - Bilder vom fertigen Schloß kommen 8o

    Und nun zum Dach des Südturms: wenn ich richtig gezählt habe, waren es 864 Schnitte für die acht Goldelemente.

    Im Gegensatz zum ersten Schloß in Anaheim, das mit Dutzenden von unterschiedlichen (!) Krönchen bekränzt ist, hat dieses Schloß nur eine einzige. Wie die genau aussieht, ist leider auf keinem Foto eindeutig zu erkennen, so daß ich mich auf ein einfaches Design zur Illustration beschränke.

    Hier nun die beiden fertiggestellten Dächer für den Südturm. Die Spitzen sind als separate Teile aufgesetzt, weil das große Dach sonst zu lang und zu spitz geworden wäre, um es noch sauber bauen zu können.

    Gipfel erreicht!

    Ich find's einfach so schön, deshalb noch einmal ein paar Impressionen des Durchgangs bei aktivierter Leuchtfolie...

    Bleiben noch die goldenen Bekrönungen. Die erste Runde meines Entwurfs habe ich verworfen, alles erneut überarbeitet, auf goldenes Papier ausgedruckt, die Kanten mit goldenem Lackstift bemalt - und vorher (natürlich) alles per Hand ausgeschnitten, doppelseitig (stöhn).

    Hier das fertig vormontierte Teil für das südwestlich gelegenen Kreuz-Walmdach.

    @Renee: Danke! Es ist ja immer alles eine Frage der Interpreation, und vielleicht findet sich ja einmal jemand, der dieses Schloß mit anderen Schwerpunkten gestaltet, wer weiß... ;)

    Hier der Dummy für den letzten und größten Südturm.

    Dies ist die "richtige" Version auf Gmund-Papier. Ich habe das originale Prinzip von Außen- und Innenschaft beibehalten, aber die entstehende Lücke originalgetreu aufgefüllt mit einer zweistufigen Banderole mit Wappen. Alles ist gut präzise geworden, so daß der innere Turmschaft nahezu fugenlos in dieses Stufenelement hineinpaßt.

    Damit am Fuß des Schafts beide Elemente ringsum den korrekten Abstand halten, habe ich acht "Fischstäbchen" aus 2+3=5 mm Finnpappe gebaut und als Abstandshalter eingeklebt.

    Sieht ein bißchen wirr aus, ist aber alles sehr fest, stabil und maßhaltig.

    Hier noch einmal - upside down - das Prinzip des Ineinanderschiebens.

    Und erst nach dem Ineinanderschieben werden in den inneren Schaft oben und unten wieder Platten eingesetzt, um den Turm auszusteifen.

    Eine Nahaufnahme des neu geschaffenen Zwischenstücks.

    Anschließend kommt die zweite, obere Terrasse des Südturms. Die Konstruktion mit doppeltem Boden (gegeneinandergeklebt) und durchbrochener Brüstung (ebenfalls Innen- und Außenseite gegeneinandergeklebt) neigt natürlich zu Verformungen. Also alles mit einer Extralage Papier ausgelegt und "Stempeln" aus Lego gefüllt...

    ...und ordentlich beschwert. Über Nacht stehenlassen, am nächsten Tag ist alles trocken und maximal steif und gerade.

    Hier sind die oberen Elemente bereits montiert. Das angesetzte Balkontürmchen habe ich natürlich geöffnet und die bisher schon verwendeten 2mm-Holzstäbe als Säulen genommen.

    @Renee: Die kurze Antwort: Is' mir zuviel Arbeit. Die ausführliche: Daran hatte ich - natürlich - auch gedacht... Mein erstes/voriges Schloß war das Robert-Nava-Modell von Anaheim, und das ist genauso wie das kommende (?) Pariser Schloß extrem kleinteilig und komplex designt und hat auch nur "dünne" Mauern und Zinnen. Bei diesem Alan-Rose-Modell stand für mich die Übertragung des "sportlichen" Ur-Modells in ein mehr als doppelt so großes und deutlich detaillierteres Modell im Vordergrund mit dem gleichzeitigen Ziel, das impressionistisch-aquarellierte Layout zu erhalten. Ich habe - entgegen meinen ursprünglichen Plänen - praktisch alles mehr oder weniger vollständig neu konstruiert, und irgendwo mußte ich einen Cut machen, d. h. entscheiden, wie weit ich gehe. Ich hätte auch die Konsolen körperhaft ausführen können, die Fenster transparent, den Vorplatz mit Auffahrten dazunehmen können, die Schornsteine als Röhren ausführen usw. usf. Es fällt immer schwer, aber an einem bestimmten Punkt muß man (ich) einfach sagen: Stop! Bis hierher und nicht weiter. Und die Zinnen waren jenseits dieses Stopschildes. Sieh's mir bitte einfach nach... ;)

    Dirk: Na, ob Schiffe einfacher sind...? :rolleyes:Ich denke, Modellbau ist ohnehin echter Eskapismus, und wenn man keine Probleme hat, macht man sich welche. Obwohl ich Papier als Werkstoff schon immer geliebt habe, wird diese Form des Modellbaus vermutlich eher eine (längere) Episode in meiner Modellbaukarriere bleiben, aber - wie schon einmal gesagt - manche Dinge müssen einfach getan werden!

    Hier die Dachelemente für den Nordturm.

    Langwierig zu bauen, schwierig, zum Schluß in die dünne Spitze zu kommen um die Flaps ordentlich anzudrücken...

    Und dann, wenn alles fertig ist, stellt man fest, daß man beim Entwerfen den falschen Grundriß angenommen hat! :cursing: &$)AIWXXX§$!!! Das kommt davon, wenn man auf seiner Arbeitsfläche irgendwann zwanzig Achtecke in verschiedenen Größen hat und den Überblick verliert...

    Also neu entwerfen, neu ausdrucken, nochmal rillen, nochmal schneiden, nochmal falten, nochmal kleben, und jetzt stimmt der Durchmesser.

    Hier also der Nordturm, der zweithöchste.

    Somit beginnt nun der letzte Akt: der große, alles überragende Südturm. Hier die Entwürfe und schon die ersten gebauten Segmente.

    Hier der Außenschaft des mittleren Turmsegments: Links die Urversion von Alan Rose, rechts meine Überarbeitung - finde die Unterschiede...!

    Für feinere Klebungen fülle ich Uhu in Einwegspritzen und benutze verschieden geformte Kanülen.

    Zaphod: ...danke! Es gibt einem ja immer noch mal so'n Kick, wenn das Ende langsam absehbar wird. Leider passieren (mir) dann auch Flüchtigkeitsfehler, weil ich's nicht mehr abwarten kann...

    @Otto: ...und ich freue mich, wenn's gefällt! Danke fürs Zuschauen und die ermunternden Kommentare!

    Wolfgang: ...ja, so isses eben! Angefangen habe ich mit "ich laß alles, wie's ist, mach's nur größer". Ziemlich schnell war dann klar, daß ich eigentlich alles komplett neu mache, Konstruktion, Abmessungen, Gestaltung, Bauweise, Details - und eigentlich nur das originale Layout behalte - aber auch das nur als "Vorlage". Ich kenn das bei mir allerdings auch aus anderen Zusammenhängen, die Überraschung über die Entwicklung war also eher gering.

    Weiter geht's mit dem Nordturm. Hier ein weiteres Beispiel für den Einsatz von Legosteinen: die Konsolen verhindern ein Hinlegen des Bauteils, und so gibt es einen schön stabilen Untergrund...

    ...auf dem dann der Innenboden mit Pritt-Stift aufgeklebt werden kann...

    ...ein Stück trockenes Papier obenauf...

    ...noch ne Lage Lego...

    ...und zum Schluß ordentlich Gewicht. Auf diese Weise wird alles superglatt und eben, und der Klebestift kann über Nacht völlig aushärten, am nächsten Tag ist das Bauteil wunderbar stabil.

    Hier im Vordergrund endlich der Ost-Turm...

    ...hier der Nordturm im Bau. Der 2mm-Holzstab hilft sehr gut beim Zentrieren der Bauteile und der lotrechten Ausrichtung der Türme (obwohl der Stab selbst sehr weich ist).

    Dies war der Dummy für den Nordturm. Fast ein bißchen schade, das Ding ins Altpapier zu geben...

    Fast vergessen: hier endlich eine Ansicht des Westturms, noch ohne Haube.

    Die großen Dächer auf dem Haupthaus sind montiert, nun die Fensterfronten darauf. Hier war das Layout wieder extrem schwierig: Im Original waren die Fensterflächen doch arg in Größe und Position verrutscht, und so habe ich eigene Elemente entworfen und eingefügt, mit dem Ergebnis, daß alle übrigen Elemente nicht mehr dazugepaßt haben. Also jedes Element einzeln (am Bildschirm) ausgeschnitten, neu dimensioniert und alles wieder zusammengefügt, damit das impressionistische Original-Layout erhalten bleibt, aber die Proportionen stimmen.

    Hier die (niedrigere) Südseite. Die Fensterfronten sind beidseitig auf 2,0-Finnpappe aufgezogen, das verleiht dem ganzen ein bißchen Substanz.

    Und nun geht's in die letzte Runde: Die vier Haupttürme auf dem Haupthaus. Die Höhen sind gestaffelt nach West-Ost-Nord-Süd, und so fange ich mit dem Westturm an (Ein Mann will nach oben). Hier die dafür nötigen Teile, deren Erstellung - wie immer - gewissen Herausforderungen unterworfen war. Von Alan Rose nur als einteiliger Achteckturm vorgesehen, müssen es bei mir natürlich drei Trommeln sein, und die oberste soll - trotz starker Stilisierung - die Komplexität des Originals wenigstens erahnen lassen.

    Dies war die Herausforderung: achteckig, aber mit sternförmig hervortretenden Außenpfeilern, die nach oben in Fialen übergehen, das ganze lagernd auf einem oktogonalen Kegelstumpf (siehe linker Bildrand).

    Damit alle Turmtrommeln stabil und maßhaltig sind, setze ich immer oben und unten Böden ein. In diesem Falle also einen achteckigen mit sternartig ausgreifenden Spitzen, die natürlich exakt in die Trommel eingepaßt bzw. eingeklebt werden mußten.

    Hier die Unterseite, an der sich noch einmal ganz gut die Geometrie erkennen läßt.

    Und hier die üblichen Dummys bzw. Teststücke. Und ja, ich mußte drei Anläufe nehmen, um die komplexe Architektur der oberen Trommel mit Dach herzustellen!

    Man sieht's - leider - nicht, aber dies war die größte geometrische Herausforderung im ganzen Schloßbau (also, für mich jedenfalls)! Die Trommel basiert auf einem runden Grundriß, der vierpassig orthogonal unterbrochen wird. Darauf stehen die 1,5 mm starken Giebelfronten, deren Vorderkanten mit der Außenkante der Dachkrempe abschließen müssen. In der Dachkrempe müssen entsprechende Ausschnitte sein, die exakt um die Fronten herumgreifen. Also muß der Giebelfront-Ausschnitt (orthogonal) auf die Abwicklung des Dachkrempenkonus (radial) projeziert werden. Zum Schluß müssen die Dachzwickel so geplant werden, daß sie den Dachkonus und die Fensterfronten verbinden und in allen drei Dimensionen leicht gewölbte Ausschnitte haben. So etwas zu konstruieren (und nicht nur nach Gehör zu bauen) ist für einen Schöngeist wie mich wikrlich nicht einfach - das wollte ich nur mal gesagt haben.

    Und so im großen und ganzen sieht das Ding eigentlich gar nicht besonders aufregend aus...

    Der Erfolg langer Planungen: Alle Teile für den dritten bzw. Nordturm sind fertig. Sorry, Bilder der fertigen West- und Osttürme liefere ich noch nach...

    Ganz große Sache! Ich bin genauso schwer begeistert wie beeindruckt! Das mit dem "neu machen"... ja, das kenne ich auch. Ei-gent-lich bin ich ja Automodellbauer (in Metall), und da schlage ich mich mit ähnlichen Problemen rum, wenn bei alten Zinnmodellen der Radstand zu kurz ist und ich dann kurzerhand das Modell quer durchschneide und ein Stück einlöte, damit's authentisch wird. Ich habe mich immer gefragt, ob es noch andere ältere Herren in Kellern gibt, die sich mit solchen Problem rumschlagen (frei nach Loriot).

    Also: Dein Projekt ist grandios! Ich bin ein großer Fan jener Zeit, die Ästhetik - besonders die der amerikanischen Architektur - ist beeindruckend und Fallingwater eine Ikone! Dein Anspruch dahingehend ist absolut verständlich. Ich bin Psychologe, und Zwangsstörungen sind daran zu erkennen, daß man die Unsinnigkeit des Tuns intellektuell erfassen, sich aber gegen die daraus folgenden Handlungen nicht wehren kann. Allein: das ist überhaupt nicht schlimm! Im Gegenteil: ohne dieses Phänomen gäbe es nichts Kunstvolles auf dieser Welt!

    Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!

    Wolfgang: Danke! Ja..., so ist das eben mit Zwangsstörungen: diagnostisch heißt es da, daß eine solche dann diagnostiziert werden kann, wenn man um die Unsinnigkeit seines Tuns weiß, sich dagegen wehrt, aber eben erfolglos. Insofern sage ich auch immer "...das Ding MUSS gebaut werden, und wenn's kein anderer tut, bleibt's eben an mir hängen" :D

    Und schon geht's mit der nächsten Etage weiter...

    Und je höher man kommt, desto wichtiger ist, daß alles stabil, hart und eben ist, damit kein schiefer Turm von Pisa entsteht.

    Hier erstmal wieder der Dummy...

    ...und dann das richtige Teil, zumindest der Blick ins Innere.

    Übrigens baue ich nicht nur insgesamt gern mit Lego, ich benutze (vor allem alte Steine) auch gerne, um "Stempel", Platten, Stützen, Gießformen etc. daraus zu bauen. Wahnsinnig praktisch! Hier zum Beispiel, um Klebungen gleichmäßig umlaufend mit Druck zu versorgen - und festzustellen, daß einige meiner Bauteile (fast) perfekte Lego-Maße haben! (Ist wahrscheinlich ein Folgeschaden, wenn man sein ganzes Leben mit dem Zeug verbracht hat...)

    Hier schon mal die Basis für das Süddach mit der durchbrochenen Maßwerk-Brüstung.

    Und hier das Hauptwerk dieses Wochenendes. Mit Vorder- und Rückseiten war ich eine Weile mit Locheisen & Hammer beschäftigt...

    So sieht dann der obere Innenhof aus.

    Es gibt kaum verwertbare Fotos davon, aber das Süddach schneidet das Dach des Südwestturms tatsächlich, das ist kein Planungsfehler meinerseits. Allerdings: einen Ausschnitt für ein achteckiges konkaves Zeltdach in die Ecke eines Walmdaches zu projezieren, hat mich nahe an den Rand des Wahnsinns gebracht.

    So sieht's im Augenblick aus.

    Eigentlich wollte ich den gesamten Bau ja eher "einfach" halten. Aber: Das Maßwerk, das besonders in den oberen Etagen kilometerweis verbaut wurde, schreit natürlich förmlich nach einer besonderen Darstellung. Dazu habe ich die originale Grafik durch ein Originalfoto ersetzt, das ich in InkScape so bearbeitet habe, daß es sich einigermaßen dem gesamten Stil annähert. Diese Grafik habe ich modular ausgeführt, so daß ich aus den Komponenten beliebig lange bzw. vielzählige Streifen erzeugen kann. Und damit nicht genug: Natürlich sollte das Maßwerk auch tatsächlich durchbrochen sein. Das bedeutet nun wiederum, jede einzelne Komponente dreifach - nein: sechsfach zu lochen, da ich ja alle Brüstungen mit Vorder- und Rückseite ausführe. Hier - als ersten Test sozusagen - der kleine Balkon auf der Südfassade.

    Nett, nicht wahr?

    Alles mit Innen- und Rückseiten versehen.

    An Ort und Stelle.

    Weiter geht's mit den Turmhauben für die vier kleinen Ecktürmchen am Haupthaus. Was 'ne Arbeit...

    Aber: es lohnt sich!

    Kann man auch als Grammophontrichter benutzen.

    Eine Unterseite stabilisiert und egalisiert die Haube.

    Und sorgt dafür, daß sie perfekt auf das Türmchen aufgesetzt werden kann.

    @ Wolfgang: Danke, das höre ich so gerne ;)

    @ Jan: Prima! Das ist immer eine große Herausforderung, möglichst keinen Kleber irgendwohin schmieren zu lassen... In meiner eigentlichen "Profession", dem Metall-Automodellbau, habe ich mittlerweile tausende von Tips & Tricks erarbeitet - ich könnte ein ganzes Buch damit füllen! Mit Papier habe ich auch schon immer gerne gearbeitet, aber eher im Bereich Origami, also völlig ohne Schere und Kleber. So bin ich froh, wenn ich jetzt auf die eine oder andere Idee komme, wie's besser klappt...!

    Und woran erkennt man den natural born nerd? Daß er an den Weihnachtstagen nichts besseres zu tun hat als Papierschlösser zu bauen! Durch einige unglückliche Wendungen fiel das Familienfest aus, und so sitze ich am Schreibtisch und baue. Keine Sorge, es ist genauso, wie es ist, ein wunderschönes Weihnachten für mich, und ein solches wünsche ich allen Mitgliedern dieses Forums: Gesegnete Weihnachten für Euch alle!

    Auf den Augenblick habe ich lange, lange gewartet: von den "Niederungen" den Sprung zum Hauptturm zu machen! Das ist - natürlich - ein bißchen tricky, denn von der Grundplatte an habe ich nun schon diverse volle und halbe Geschosse hochgebaut, mit den entsprechenden Abweichungen und Verwerfungen, und trotzdem muß nun der Süd- bzw. Hauptturm (der größte von allen) eine Art "Klammer" bilden, mehrere Stationen überbrücken und dann auf einer definierten Gesamthöhe landen. Das ist deswegen nötig, weil es diverse Rastermaße bei diesem Schloß gibt und man leider nicht sagen kann "egal, wenn's höher wird", sondern man muß überall, in X-, Y- und Z-Achse immer die Bezüge zu anderen Bauteilen mitdenken. Im Grunde wie Schachspielen: immer zwölf Züge im voraus denken.

    Hier erst einmal die fertigen Ausdrucke mit allen Teilen, die ich in den letzen zig Tagen entworfen habe. Praktisch jedes Teile habe ich x-mal ausgedruckt, zur Probe gebaut und wieder optimiert. Einfach, weil mein Papier zur Neige geht. Es wird reichen, aber ich möchte jetzt nicht mehr unnötig Fehldrucke produzieren, sondern sicher sein, daß es paßt. Natürlich könnte ich mir weiteres Papier kaufen, aber noch mal hundert Blatt, wenn dann nur zwei fehlen, das finde ich einfach doof. Also wird jetzt akribisch geplant.

    Auf den Dach des Haupthauses schließt an den Turm ein weiterer, dieses Mal völlig schmuckloser Aufbau an, die vordere Aussparung greift exakt um den achteckigen Turm.

    Ein Ausschnitt ermöglicht das Einkleben einer 2mm-Bodenplatte, damit alles schön stabil und maßhaltig ist.

    Hier jetzt der Turm bzw. die untersten drei Teile. Wie immer: das grafische Layout habe ich weitgehend vom Originalentwurf übernommen, aber in eine komplett neu erstellte Form eingefügt. Natürlich erfordern dabei auch die Grafiken Überarbeitungen in Form von Strecken, Stauchen, Beschneiden etc.

    Hier die Rückseite.

    Das Einkleben war die Hölle! Riesig lange Flaps, unendliche Längen, die mit Kleber eingeschmiert werden mußten, der natürlich nicht antrocknen durfte, und dann muß alles mit einem Griff perfekt sitzen, und Andrücken war kaum möglich, weil man in die unteren Bereiche natürlich nicht mehr 'reinkommt. Wie auch immer, es ging alles gut!

    Auch die ganzen verwinkelten Ein- und Ausschnitte sitzen praktisch perfekt!

    Der Turm besitzt auch wieder eine "Seele" aus einem 2mm-Rundstab, der natürlich unten in eine Bohrung eingefügt wurde - nach Gehör, sozusagen. Aber ich hatte die Abläufe vorher ungefähr hundertmal geübt, so daß alles wie am Schnürchen lief.

    Rückwärtig schließt sich noch eine "Kühltruhe" an. Die genauen Dimensionierungen kann man auf den Fotos nur schwer erkennen, aber es handelt sich eigentlich auch nicht um Architektur, sondern nur um "Technik". Man muß ja immer daran denken, daß von den Disney-Schlössern nur die geringsten Partien begehbar sind, stattdessen alles so designt ist, daß es von unten - aber eben auch nur von unten! - eine perfekte Ansicht bzw. Illusion bietet! Die Dachflächen und 90 % des Bauvolumens haben entweder gar keine Funktion oder eben nur die, irgendwelche Klima- und Technikkomponenten zu verbergen. Das ist aber gar nicht so ungewöhnlich, auch die berühmten Märchenschlösser Ludwigs II. sind nach demselben Prinzip gebaut.

    Hier der Blick von Südwesten. Mit diesen Arbeiten habe ich jetzt also - wie schon gesagt - den Sprung nach oben gemacht, von nun an wird nur noch in den Himmel gebaut :rolleyes:

    Alle Dächer auf der OG-Ebene sind montiert.

    Delikate Ausschnitte, um den hölzernen Rundstab elegant einzusetzen.

    Sieht erstmal wieder wie ein Burda-Schnittmuster aus...

    ...und hat einiges Gehirnschmalz in der Konstruktion

    erfordert.

    Führt dann im Ergebnis zu vier Eckpfeilern, die Alan Rose in seinem Kit gar nicht vorgesehen hatte.

    Wozu dieser Aufwand gut sein soll?

    Nun, hier sehen wir erst einmal den montierten Pfeiler, der der gesamten Anmutung doch einige Substanz verleiht.

    Hier jetzt einer der insgesamt vier Ecktürme auf dem Haupthaus, natürlich noch ein Dummy.

    Hier die Auflösung für die eigenartige Konstruktion des oberen Pfeilerendes. Die Sockel der Türme sind so weit von der Ecke abgerückt, daß der Pfeiler tatsächlich dahinter weiter nach oben verläuft - und das habe nicht ich mir ausgedacht, sondern ist auf einigen Originalfotos gut zu erkennen! Eigentlich sind die Ecktürme noch gar nicht dran, aber um das Papier gut auszunutzen, benötige ich einige Kleinteile, damit nicht zu viel Verschnitt entsteht.

    Ein einfacher Trick, den Ihr Profis sicherlich kennt, aber ich möcht's trotzdem zeigen: Wenn der Kleber nicht alles hemmungslos verschmieren soll, einfach ein Post-It fixieren, dann den Kleber auf die Lasche auftragen, Teil montieren, und das Post-It waagrecht wieder wegziehen.

    Und so ist der "innere Nordkranz" fertiggestellt. Eine Ansicht, die schon in Kürze verborgen sein wird, insofern ein "historisches Foto".

    Somit folgt der "äußere Nordkranz". Ich liebe die Geometrie dieser Gauben!

    Alle drei fertig...

    ...und mis en place.

    Auf den Top Shot haben wir gewartet! (Und natürlich ist alles gleichmäßig und symmetrisch, nur das Foto zeigt die hinteren Flügel etwas verzerrt)

    Jetzt noch alle übrigen Dächer auf diesem Plateau. Bei diesem kleinen Turm habe ich natürlich vergessen, einen Mittelpunkt zu markieren...

    ...was mit einer einfachen Schablone leicht nachzuholen ist...

    ...damit der Turm inklusive des Steckens schön positioniert und fixiert werden kann.

    Rechts daneben ein weiteres Dach dieser Ebene.

    Zaphod: Na, zumindest hält's, meine große Befürchtung war natürlich, daß sich das ganze ohne Druck wieder auseinanderzieht. Aber Ponal scheint wirklich gut zu halten, und die Vielzahl von Kleberfugen in allen Achsen scheint insgesamt die Konstruktion zu befestigen. Und - zugegeben - ich mußte anschließend schon einige Restaurierungsarbeiten durchführen, ganz unbeschadet bleibt der Bau bei solchen Aktionen leider nicht...

    Hier der westliche Turmanbau ans Haupthaus.

    Der kleine Turm im Südosten

    Mis en place. (Allerdings ein bißchen voreilig, mir fiel erst danach ein, daß hinter dem Turm am Haupthaus noch ein Stützpfeiler montiert werden muß...)

    Das Zeltdach für die Rück- bzw. Nordseite.

    Eine Unterseite (hier separat angesetzt) hilft, dem großen und reichlich unförmigen Teil ein bißchen Stabilität zu verleihen, um es dann stabil an das Haupthaus ansetzen zu können.

    Das wird die nordöstliche Gaube am vorher gezeigten Zeltdach auf der Nordseite. Eine aberwitzige Konstruktion, da die Gauben im 144°-Rhythmus anzusetzen sind und diese Gaube über einen Mauervorsprung im Haupthaus hinweggehen muß.

    Ob das wohl alles richtig konstruiert ist?

    An so Sachen kann man ja auch verzweifeln...

    Man kann's kaum richtig von oben sehen, aber: es paßt! :D

    Und endlich geht's an die Dachplatten des 1. OG's. Hier die A3-Ausdrucke, inklusive diverser weiterer Teile. Insgesamt wird das gute Papier wahrscheinlich reichen, dennoch versuche ich, alle Bogen so gut es geht auszunutzen um unnötigen Verschnitt zu vermeiden.

    Eigentlich paßt's gut, aber durch die hybride Bauweise und die mittlerweile unzähligen Teile, die über mehrere Ebenen ineinander verschachtelt sind, streben die Kubaturen mit zunehmender Höhe etwas auseinander...

    Diese 2 Millimeter werde ich also irgendwie (guter Witz) aneinanderbringen müssen.

    Dem Ingeniör ist nichts zu schwör: Die Grundplatte an der linken Seite am Verrutschen gehindert...

    ...und von der rechten Seite eine abenteuerliche Hilfskonstruktion eingerichtet, damit die Westseite des Schlosses insgesamt zur Mitte gedrückt wird. Dabei ist ein Druck von geschätzt 20 kg nötig, da sich durch meine stabile Bauweise praktisch nichts mehr bewegen kann.

    Aber es hat sich gelohnt: Alles mit Ponal verklebt, über Nacht anziehen lassen, und die Ritze ist weg!

    Das war jetzt tatsächlich die letzte wirklich furchtbare Arbeit in dem Sinne, daß ich von nun an keine großen A3-Drucke mehr benötige und außerdem die grundsätzliche Konstruktion mit Außenmauern, Dachebenen etc. abgeschlossen ist. Jetzt kommen nur noch (unzählige) kleinere Komponenten zum An-, Drauf-, Dran- und Hochbauen, aber keine Gewaltakte mehr.

    Die kleine Übergangstreppe und die von mir entworfenen Pfeiler sind montiert.

    Und die südwestliche Ecke.

    Und weiter geht's:

    Jetzt wirds' ernst: Die Haupthaus-Fassaden habe ich auf das gute Papier gedruckt, aber natürlich muß alles von innen ausgesteift werden. Dazu habe ich paßgenaue Schablonen ausgedruckt, bei denen Überschneidungen an den Ecken und Mauervorsprünge berücksichtigt wurden, habe diese auf 2,5mm-Finnpappe aufgezogen...

    ...und dann aus zwei Eckteilen, also Süd+Ost und Nord+West das "Oberhaus" zusammengesetzt.

    Paßt alles erstaunlich gut! Und ist stabil. Ich werde noch eine innere Kreuzversteifung oder ähnliches vornehmen, damit es zu keinen späteren Verformungen kommt.

    Die grauen Flächen sind - der Profi hat's schon gemerkt - Platzhalter für Anbauten aller Arten. Die flache Vertiefung hat mir Kopfzerbrechen bereitet, ich habe Tage meines Lebens damit verbracht, Originalfotos zu studieren um irgendwie dahinterzukommen, wie dieses Detail beschaffen ist. Die sichtbare Finnpappe wird natürlich mit dem nächsten Arbeitsschritt tapeziert.

    Die drei nordseitigen Dreifachgauben sind geometrischer Wahnsinn! Jedenfalls für mich... Finally: ich hab's geschafft.

    Ich habe allerdings zwei Anläufe in der Konzeption gebraucht: Nach endlosen Foto- und Skizzenstudien war ich dahintergekommen, daß alle Dächer des Schlosses einen Neigungswinkel von 80 ° haben. Alle? Das ist der Mist bei Raster- und Fertigarchitekturen: Man kann nie wissen, wo und warum der Gestalter das Raster einmal verläßt! So auch bei den Dächern: natürlich haben dann doch nicht ALLE Dächer den 80-Grad-Winkel, sondern die Nordgauben haben 79,1 °!!! Das ist visuell kaum wahrnehmbar, und natürlich könnte man denken, ich hätte einfach nicht so genau geguckt. Aber wenn man die Dinger plant, merkt man, daß der steilere Winkel einfach nicht in die übrigen Bezüge einzufügen ist und immer irgendwie anders proportioniert aussieht als auf den Fotos. Und nach stundenlanger Hypnose der unscharfen Originalfotos stellt man dann fest, daß die Stirnflächen dieser Gauben tatsächlich größere Flächen bei gleicher Höhe haben, und dann fällt der Groschen pfennigweise.

    Jetzt könnte man natürlich fragen, ob diese Dächer jetzt schon dran sind? Nein, natürlich nicht, aber ich bin jetzt an dem Punkt angekommen, an dem ich alle (alleallealle) Dimensionierungen, Positionierungen und Proportionierungen für den gesamten Restbau bis zur obersten Turmspitze durchplanen muß, weil jetzt jedes noch so kleine kommende Detail irgendeinen Bezug zu irgendeinem anderen tieferliegenden Element bildet. Und diese Nordgauben sind - obwohl freistehend - in die Rasterung aller übrigen Dächer auf dieser Ebene eingebunden und müssen gleichzeitig auf den Grundriß der kommenden Dachplatten eingezeichnet werden.

    Und die sehen wir dann hier - allerdings noch nicht die Endfassung, sondern natürlich nur wieder Dummys. Und obwohl es an allen Ecken und Enden knirscht, bin ich wirklich überrascht, wie gut die Platten passen! An den kleinen Ausgreifungen West + Ost ein bißchen nachgeschnitzt, aber ansonsten (fast) perfekt!

    Und dort finden dann irgendwann die besagten Dreifachgauben ihren Platz...

    @Otto: ...das freut mich auch! Selbst als habitueller Autist ist es doch irgendwie netter, das Hobby mit anderen zu teilen :)

    Dieter: ...na, hoffen wir's mal! Im Augenblick habe ich das Gefühl, daß mir die Sache im Wortsinne über den Kopf wächst...

    Jetzt habe ich einen Dummy des Haupthauses erstellt. Das hat deswegen sehr lange gedauert, weil ich an diesem Punkt tatsächlich bereits alle weiteren Auf- und Hochbauten planen mußte, weil bei dieser "Fertighausarchitektur" (das wirkliche Schloß besteht in der Tat nur aus Beton-Fertigkomponenten) alles mit allem zusammenhängt und (fast) immer Raster ergibt. Man kann also nicht einfach so eine einzelne Komponente entwerfen, wie sie gerade paßt, sondern muß damit rechnen, daß irgendwo in irgendeiner der drei Dimensionen ein "Anschluß" kommt und dann alles nicht mehr paßt...

    So habe ich versucht, wirklich alles zu berücksichtigen, was schon ist und was noch kommt. Hier die Westseite.

    Gott, warum sind die Fotos alle so unscharf...?

    Na ja, hier die Südseite, und ich muß natürlich einplanen, wie die nächsten Dachplatten eingesetzt werden sollen. Ich hatte - Stichwort Rastermaße - diese Platten zu tief eingeplant, so daß ich die ganzen umlaufenden Stützen noch einmal erhöhen mußte. Sowas merkt man natürlich immer erst zu spät...

    Und dann so Sachen wie die umlaufenden Auskragungen für die Zinnen, die um diverse Innen- und Außenecken geführt werden müssen - und natürlich wieder alle in jeweilige Rastermaße eingepaßt werden müssen.

    Da ich - ganz systematisch - eigentlich von unten nach oben und von außen nach innen bauen möchte, ist es nun Zeit, die Außentreppe auf der Nordseite zu bauen. Ziemlich komplex das Ding, mit gegenläufigen Trepppen, um Eck ausgreifendem Balkon, und dann muß das ganze natürlich auch noch an die bestehenden Außenmauern bzw. den Nordwest-Turm passen... Hier ein Testbau aus einfachem Papier.

    Von den originalen Grafiken des Bausatzes sind eigentlich nur die beiden Treppen und die Eingangstür erhalten geblieben, alles andere ist - auch grafisch - neu arrangiert.

    Passen tut der Testbau jedenfalls.

    Hier noch einmal gut zu sehen: der Unterschied zwischen normalem weißen Druckerpapier (links) und dem durchgefärbten Gmund-Künstlerpapier (Serie "matt", sehr empfehlenswert!).

    Für den Bau habe ich sowohl 120er Papier (z. B. für die Balkons) als auch 240er Karton (für die Mauerflächen) benutzt.

    Ausnahmsweise habe ich die Knickkanten mit dem Skalpellrücken leicht geritzt. Das führt zwar tendenziell zu offenen Knickkanten, erlaubt aber auch extrem genaue Faltungen, und darauf kam's mir hier an.

    Und schon isse dran...

    Trotz vieler Malheure ging's ingesamt eigentlich recht schnell und gut...

    Somit ist jetzt die Nordseite wirklichwirklich komplett, die gesamte Umfassung auch, und ich kann nun ins Obergeschoß wechseln und mit dem Haupthaus beginnen...

    In Anbetracht der vielen Detaillierungen sollen nun auch die Pfeiler an der Nordfassade ("hinten") plastisch ausgeführt werden.

    Aufgrund der bereits vorhandenen 2D-Grafiken am Modell mußte ich leider den oberen Teil schmaler ausführen als den unteren, aber das guckt sich im fertigen Modell ganz gut weg.

    So sieht's dann aus.

    Gibt einfach ein bißchen mehr "Substanz".

    Kommen wir zu den West- und Ostfassaden im 1. OG. Durch die nun schon zig Lagen vertikal und die unendlich vielen aneinandergereihten Bauteile in allen Dimensionen kommt es - natürlich? - zu Abweichungen gegenüber den akademischen Plänen des Baus. Hier eine kreative Lösung, beim Abbinden des Klebers der rückwärtigen Stützen für den genau richtigen Abstand über fast 40 cm Breite zu sorgen.

    Die Stützen sorgen einerseits für einen - weitgehend - aufrechten Stand der Fassaden, andererseits dienen sie als Auflagepunkte für die noch zu bauende Dachplatte.

    Die seitlichen Fassaden sind dran, jetzt auch die Nordfassade mit der spektakulösen Fensterfront.

    Ich habe die originalen Fenstergrafiken geschwärzt, eine "Bleiglas"-Rautierung hinzugefügt und die kleinen Wappen. Die sind eigentlich bunt, aber ich möchte im strengen Farbschema des ursprünglichen Bausatzes bleiben, so daß ich sie nur in blau ausgeführt habe. In der Tat wurden diese Wappen bzw. die Verglasung auch schon komplett ausgetauscht: Man findet im Netz ältere Fotos und neue, auf denen deutlich völlig andere Bleiglaswappen erkennbar sind.

    Der seitliche Anschluß zu den West- und Ostfassaden mit dem jetzt "übergreifenden" Pilaster habe ich selbst arrangiert. Hinter der Fensterfassade verbirgt sich übrigens das Fine-Dining-Restaurant "Cinderella's Table", wo allabendlich in Anwesenheit einer echten Disney-Prinzessin getafelt werden kann. Früher hieß das Restaurant "King Stephan's", aber das ist eigentlich der Vater von Dornröschen (während wir hier ein Cinderella-Schloß haben!), den außerdem praktisch niemand kennt, so daß die Chose heute etwas griffiger erscheint.

    Bevor die Dachplatten gemacht werden können, müssen Süd- und Westfassade konzipiert werden, daber davor fürchte ich mich.

    Nun also: Ich hab's lange vor mir hergeschoben, aber es hilft nichts, der nördliche Anbau muß nun endlich gebaut werden. Die Rückfront ist über alles genau 82 cm breit, so daß ich genau planen mußte, wie ich die ganzen Ausdrucke und Bauteile gestalte. Auf A3 lassen sich exakt 41 cm drucken, so daß ich die Tapete in zwei Hälften gestalten konnte.

    Diese beiden Teile habe ich rückseitig mit Filmoplast Restaurierungsband miteinander verbunden.

    Schwieriger waren die tragenden Bauteile: Finnpappe 3 mm in 1000 x 700 war nötig, um Abseite und Deckung (in 2 mm) aus jeweils einem Teil bauen zu können. Schwierig hierbei war es, sämtliche bereits entstandenen Ungenauigkeiten, Schiefheiten, Versprünge etc. der bestehenden Bauteile auszugleichen. Im Resultat ist bei den beiden Kartonteilen kein Winkel "recht", von links nach rechts mußte ich einen Höhenversprung von 2 mm ausgleichen.

    Von innen ist alles mit Stützen versehen, das erleichtert die Montage und gewährleistet einen (einigermaßen) senkrechten Stand.

    Das Beziehen der Bodenfläche mit den Ausdrucken war ungleich schwieriger. Hier mußte ich drei Teile herstellen, da bei Druckbreite 41 cm die Mittelnaht unschön in die Arkaden hineingelaufen wäre. Nachteil ist nun der farbliche Unterschied, der druckerbedingt ist. A3 kann ich nur im Büro ausdrucken, und obwohl der Canon dort eigentlich sehr gute Ausdrucke macht, produziert er bei A3-Drucken immer einen Farbverlauf innerhalb einer Seite, so daß die Oberkante kräftiger ausfällt als die untere. Nun ja, irgendwas ist immer, und zum Schluß schummelt sich - hoffentlich - alles zurecht...

    Mehrere Stunden und diverse Nervenzusammenbrüche später steht erstmal alles.

    Alles geklebt.

    Eigentlich ist alles gar nicht so schlecht...

    Die farbliche Differenzt fällt je nach Lichteinfall unterschiedlich stark auf.

    Und alles, was ich händisch nacharbeiten mußte, hat dann schlußendlich doch recht gut gepaßt.

    Das nun entstehende Panel benutze ich für eine kleine Legende zum Schloß, nachfolgende Generationen sollen ja auch was für ihre Bildung tun. Das Wappen ist das "Originalwappen" von Walt Disney, das er irgendwann in den 1960ern gestalten ließ. Das Schloß in Anaheim wurde noch mit einer leeren Wappenkartusche gebaut, die dann erst Jahre später mit einem Relief-Wappen gefüllt worden ist. Gemäß seiner familiären Herkunft hat Disney ein französisierendes Wappen entworfen - oder entwerfen lassen.

    Hier noch mal ein Beispiel dafür, was man so grafisch am Screen machen muß: Finde den Unterschied zwischen Original (oben) und korrigierter Variante (unten).

    Hier nochmal alles, was ich in letzter Zeit entworfen habe. Und es ist nicht die Zahl an Teilen, die schlimm ist, sondern die unendlich vielen Details, die bei der Planung zu beachten sind...

    Man lernt aber auch viel über die Software: Links ist das Original-Logo von Disneyworld von 1971 zu sehen. Nicht besonders originell oder eindrucksvoll gestaltet, aber ich wollte es irgendwie im Bau unterbringen. Also habe ich eine etwas pompösere Version daraus entwickelt (mit InkScape-Funktionen, die mir noch nicht vertraut waren), und brauche nur noch einen geeigneten Platz dafür. - Nachdem ich bereits alle Teile ausgedruckt hatte...

    Aber der seitliche Anbau bot noch Gestaltungsraum...

    ...so daß ich damit recht zufrieden bin.

    Die Reihenfolge meiner Arbeit mag merkwürdig erscheinen, aber sie ergibt sich tatsächlich aus den Notwendigkeiten: Für jeden Schritt, den man denkt als nächstes planen zu müssen, muß man fünf bis acht weitere Schritte mitplanen, weil durch die Rasterbauweise des Schlosses alles mit allem zusammenhängt und sämtliche Maße aufeinander bezogen sind. Und dann muß man immer planen, wie man Bauteile so arrangiert, daß man möglichst wenig Verschnitt des kostbaren Papiers produziert. So lande ich dann schnell bei Teilen, die im Augenblick ei-gent-lich gar nicht "dran" sind, aber dennoch als erstes geplant werden müssen. In diesem Fall die Stützpfeiler der Ost- und Westfassaden des Obergeschosses.

    ...inklusive Sockel.

    ...welcher praktisch kaum eine orthogonale Seite hat.

    Zusammengebaut sind sie allerdings ziemlich gut passend.

    Es sind so diese Anschlußecken und -zwickel wie hier zu Treppe, wo man sich vorkommt wie einst Numerobis.

    Aber wenn's schee macht...

    Das ist übrigens die Entwurfs-Ausbeute meiner "kranken Woche", obwohl - das ist noch gar nicht alles, aber das allermeiste.

    Hier ein erster Test der Nordfassade.

    Alle Disney-Schlösser weisen eine strikte Nord-Süd-Ausrichtung aus, und die Nord- bzw. Rückseite läuft immer ebenerdig ins "Fantasyland", also die Märchenstadt aus, so daß sich ein Niveausprung gegenüber der Eingangsseite mit Burggraben und Brücke ergibt. Dieser Sprung wurde bereits bei dem Anaheim-Schloß von Robert Nava (die älteren unter Euch erinnern sich dunkel) mit einem solchen Anbau gelöst, und so muß ich das hier wiederholen, weil ja der gesamte Sockelbereich dieses Schlosses meine Eigenkonstruktion ist. Alan Rose hat - vermutlich aus Gründen der Sparsamkeit des Verlegers - das Schloß erst ab der Terrainhöhe entworfen.

    Die Rückfront-Grafik wird noch etwas "angeschärft", der Kontrast ist mir zu gering. Aber imposant wird's...

    Wolfgang: Danke für die Tips! Bei meinem Lego-Art-Déco-Diorama für meine Automodelle habe ich mit LED-Strips gearbeitet, da ich sie unsichtbar unterbringen konnte. Mich faszinieren die Möglichkeiten durchaus, aber ich glaube, für die Schlösser verzichte ich auf Elektrik...

    Zaphod: Danke! Eigentlich wollte ich ja "gelbe" Leuchtfolie, aber die gibt's gar nicht. Leuchten tun die Folien immer grün oder blau, und da habe ich mich für blau entschieden, weil dies besser zum gesamten Layout des Baus paßt. Und - wie schon gesagt - gelbe und weiße Leuchtfarbe hat einen weit geringeren Leuchteffekt, und so ist Blau doch tatsächlich die beste Wahl!

    Marco: Wieder was gelernt, danke! Jetzt habe ich mir gerade schon die LED-Leuchtstäbe gekauft... :wacko: Aber ich werd' mich nochmal auf die Suche nach UV-Stäben machen, wenn's hilft, ist doch keine Mühe zu groß ;)

    Eine Erkältung hat mich die vergangene Woche zu Hause bleiben lassen, in meine Automodell-Werkstatt in den Keller wollte ich nicht, weil's mir zu kühl war, und so habe ich jetzt acht Tage "Vollzeit" am Schloß gearbeitet. Hier ein Testbau für Ostfassade des Ensembles im 1. OG. Der linke Balkon ist mir beim Kleben zu tief gerutscht, UHU zieht so verdammt schnell an, daß ich es nicht mehr korrigieren konnte.

    Der Pilaster ist zusammen mit der vortretenden Zinne aus einem Gesamtstück gefaltet. Die beiden kleinen Sockel darunter sind separat angesetzt (und natürlich von mir originalgetreu entworfen und konstruiert).

    Man kann's fast nicht mehr erkennen: Die kleine Unterseite hat zu beiden Seiten unterschiedliche Winkel, die sich natürlich auf die Geometrie des konischen Sockels nach oben auswirken. Das zu konstruieren hat mir fast den Schädel platzen lassen.

    Hier noch der erste Versuch, bei dem die Außenkante nicht richtig über die beiden zueinander gewinkelten Wandflächen läuft.

    Also noch einmal gebrütet, wie das geometrisch zu erzielen ist, also nicht nur durch Ausprobieren am Modell.

    Und nun paßt's. Ich frage mich immer, ob andere auch solche Probleme haben...?

    Hier die Fassade schon mal testweise an Ort und Stelle.

    Diese vielfach gewinkelte Ecke habe ich auch weitgehend selbst konstruiert. Alan Rose hat die Architektur sehr gut wiedergegeben, aber es gibt Ecken am/im Schloß, die er mangels Fotos (wir schreiben 1982, wie hat man damals ohne Netz Fotorecherche betrieben?) nicht schlüssig nachbilden konnte. Dieser Übergang ist - was die Verwinkelung angeht - wirklich tricky.

    Ich bin selbst erstaunt, daß der Grundriß, der sich über zwei Etagen zieht, exakt mit dem Fassadenteil übereinstimmt!

    Hier meine LED-Stäbe, die ja nun aber durch UV-Licht ersetzt werden sollen... (die sehen nur deswegen blau aus, weil die Leuchtfolie von ihnen reflektiert wird). - So, das war jetzt natürlich nicht das ganze Ergebnis der letzten Woche, aber die nächsten Bilder kommen später.

    Wolfgang: Für LED-Strips ist definitiv kein Platz vorhanden, dazu ist alles zu eng und durch die Gewölbekreuze zu verbaut. Ich habe lange überlegt, ob ich die Decke mit einer OLED-Folie ausrüste, als "Leuchtpapier" sozusagen. Aber..., dann habe ich mich versucht schlauzumachen, wie man solche Folien schneidet, und was dann alles passieren kann, und wie das dann mit den Anschlüssen und der Spannung ist, usw usf... Das war mir schon wieder zu kompliziert. Außerdem hätte so ein Spaß mit Anschlußtechnik etc. schnell 200 Euro gekostet. Zwar bin ich unermeßlich reich, aber das war mir dann doch zuviel Geld und zuviel Aufwand. Als old-school-Bastler habe ich aber eine Alternative eingesetzt, dazu unten mehr...

    Hier also die Grafik für die fehlende mittlere Dachplatte (über der großen Halle), auf 2mm Karton aufgezogen und sauber ausgeschnitten.

    Auf der Unterseite (zur Halle hin) mit selbstklebender Leuchtfolie bezogen.

    Das ist die gleiche Folie, die ich schon für die Uhr im Eingangsbereich verwendet habe. Alternativ hatte ich mir auch weiße Leuchtfarbe gekauft, aber deren Leuchtwirkung ist - selbst bei sattem Auftrag - viel schwächer als bei der Folie.

    So also nochmal der normale Tageslichteindruck...

    ...und je nach Intensität sieht's dann so aus...

    ....oder so...

    ...und bei voller Leuchtkraft so! - Leider hält die volle Leuchtwirkung nur relativ kurz an, nach 10 Minuten ist der Zauber schon wieder verflogen und es glimmt nur noch, aber für den Show-Effekt reicht's allemal. Um die Folie gleichmäßig von unten aufzuladen, habe ich mir zwei 30 cm lange dünne LED-Stableuchten gekauft, die einfach in die beiden Gänge gelegt werden können.

    Fun fact: in der heutigen Farbfassung des Schlosses ist diese Gewölbedecke tatsächlich himmelblau ausgemalt :cool:

    Das Wappen hatte ich Euch ja schon für die rückwärtige/nördliche Brüstung präsentiert, hier kommt es noch einmal zum Einsatz. Insgesamt bin ich mit disesem Detail doch recht zufrieden.

    Aliens? Ja, ich weiß, falsches Comic-Universum, aber ich habe letztens noch eine weitere Baustelle eröffnet, indem ich nach langwierigen Versuchen begonnen habe, meine guten alten Schlümpfe zu entlacken und neu zu bemalen - Luxusschlümpfe sozusagen. Dies ist der erste, und der fühlt sich offenbar wohl im Cinderella-Schloß.

    Hier zum Vergleich ein Foto des Balkons aus der Erbauungszeit um 1971.

    Ich habe diese Dachfläche circa neun Wochen lang angepaßt und bearbeitet... und - ganz klar - es paßt nie wirklich exakt! Umso wichtiger, nun einfach zum - vorläufigen - Finale zu kommen. Dies ist der endgültige Ausdruck auf Gmund-Papier, was jetzt nicht paßt, muß passend gemacht werden. Der Ausdruck wurde so exakt wie irgend möglich placiert, kräftig festgehalten, eine Ecke der Schutzfolie des Klebevlieses angeritzt und abgezogen, so daß eine Ecke des Ausdrucks unverrückbar fest aufgeklebt wird. Dann können peu à peu alle anderen Areale fixiert werden.

    Kennt noch jemand die Raumschiff-Enterprise-Zeichentrickserie aus den 70ern? Mr Spock hatte da drei Arme - eine, wie ich finde, durchaus sinnvolle Ergänzung menschlicher Physis. Den Ausdruck halten, die Schutzfolie abziehen, nebenbei fotografieren und dann noch alles feststreichen, da hat man zu tun...

    Aber - halb so wild, das letzte komplizierte Plateau ist nun "drin", nicht fehlerfrei und nicht problemlos, aber es ist wie es ist. Die mittlere Platte über dem großen Saal kommt als letzes, ist dann aber tatsächlich problemlos, schon weil diese Fläche völlig unter den Aufbauten verschwindet und dort auch keine Bauteile exakt positioniert werden müssen.

    And now for something completely different: Wie schon mehrfach gesagt, eigentlich wollte ich den ganzen Bau "einfach" halten. Nun sind mittlerweile doch schon so viele Details dazugekommen, daß mir die Eingangsfront nun doch ein bißchen zu flach vorkommt.

    Der Balkon soll dreidimensional werden, also muß ich wieder allen Mut zusammenehmen und eine - für mich wenigstens - reichlich komplizierte Geometrie entwerfen, die sowohl dem Original nahekommt, als auch irgendwie modellbauerisch handhabbar ist. Nach einigem Schädelrauchen ist ein brauchbares Objekt herausgekommen.

    Die farbigen Flächen werden dann nur noch (haha) mit Mustern gefüllt, auf das gute Papier gedruckt, gerillt, geschnitten...

    ...und nach nur wenigen Minuten (gröl!) ist der Balkon fertig!

    Und natürlich hat der Balkon auch Innenseiten, schon alleine der Stabilität wegen, aber auch, weil ich natürlich das originale Design der Platte überdecken will.

    Das Maßwerk der Balkons und Brüstungen ist eine der wenigen Sachen, die ich - nach reiflicher Überlegung - durch ein adaptiertes Foto (per Bitmap) ersetzt habe. Die Umsetzung durch Alan Rose war ehrenwert, weist aber doch eklatante Schwächen auf, so daß ich nur (?) hier mit dem Design aus Originalfotos arbeite.

    Tja, und so sieht's dann jetzt aus!

    (und gleich noch ein Post...)

    Marco: Beleuchtung! Elektrik!!! Hach, damit steh ich auf Kriegsfuß... Mein Großvater war Elektriker, aber der Funke ist nie auf mich übergesprungen (ein Wortspiel :cool: ). Ich habe ernsthaft überlegt, so eine OLED-Folie mit der Deckenplatte einzuziehen, eigentlich die einzig mögliche elegante Lösung. Aber dann habe ich gesehen, was alles passieren kann, wenn man diese Folien schneidet, und was man alles tun muß, damit's dann zum Schluß funktioniert...! Aber: Ich verspreche, die große Halle wird nicht unbeleuchtet bleiben ;)

    Zaphod: Danke! Unendlich viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt, und darauf kommt's ja beim Hobby immer nur an!

    @O'Brian: Ja, stabil ist es! Darauf achte ich bei (all) meinen Disney-Schlössern immer. Eigentlich ist es ja völlig egal: Ich bin während des Baus vorsichtig, und wenn's fertig ist, bleibt sowieso nur der Platz auf dem Dachboden, wo's nie wieder jemand sieht. Und trotzdem habe ich ein besseres Gefühl, wenn alles den Eindruck erweckt, für die Ewigkeit zu sein. Deswegen steife ich ja auch alle Wände und Böden mit 2mm-Pappe aus.

    @Otto: Das freut mich auch, danke! Es ist alles mühsam, aber wem erzähle ich das! Wie schon berichtet, Kartonbau ist eigentlich gar nicht meine "Heimat", aber ein Mann muß tun, was ein Mann tun muß, nicht wahr?

    @Reinhard: Vielen Dank! Gut, das man vorher nie weiß, was alles auf einen zukommt! Eigentlich sollte das ja ein ganz einfacher Bau werden, ohne große Komplikationen. Aber: You only live once :D

    Klaus: Dankeschön! Hier veröffentlichen zu können, ist durchaus Antrieb für mich, trotz aller Katastrophen weiterzumachen!

    Dieter: Vielen Dank! So ganz langsam vollende ich jetzt auch den gesamten Unterbau, und dann wird's richtig dramatisch, wenn's in die Höhe geht...!

    Nachdem die kleineren nördlichen und westlichen Dachplatten bereits eingesetzt sind, wird's nach nur neun Wochen Planung Zeit, die letzte, größte östliche Dachplatte anzugehen. Los geht's mit 2mm-Finnpappe.

    Der sauberen und einfachen Arbeit halber wird die zukünftige Oberseite mit Neschen-Klebevlies ausgerüstet.

    Das ist die Grafik für die Unterseite, die an den Außenrändern kleiner gestaltet ist als die Oberseite, die - wegen der Zinnen-Auskragungen - weiter über die Mauern hinaussteht.

    Dieser einfache Druck wird mit Hilfe eines Kleberollers (fantastische Erfindung!) auf die Unterseite der Finnpappe fixiert.

    Die mitgedruckten Markierungen werden mit einem 14,5er Locheisen ausgestanzt, damit der Kreisschneider sicher positioniert werden kann.

    Vorteil dieses japanischen Kreisschneiders: er hat keinen Mitteldorn. Nachteil: er hat keinen Mitteldorn. Dadurch verrutscht er leicht und das Ergebnis wird schnell unbrauchbar.

    Ein für mich unverzichtbares Werkzeug!

    Nachdem unterseitig alles exakt ausgeschnitten wurde, kann die Druckgrafik wieder entfernt werden.

    Hier die Oberseite mit dem Klebevlies.

    Der in Geometrie erfahrene Modellbauer ahnte es schon: mit den über Eck angeordneten Kreisausschnitten läßt sich die Dachplatte nicht mehr einsetzen, jedenfalls nicht, wenn alles andere schon steht und man kaum noch Möglichkeiten zum Verkanten hat. Also muß die Platte auseinandergeschnitte werden, was nicht sooo schlimm ist, weil oben ja eine einteilige Papierdecke aufgebracht wird.

    ...es geht gleich weiter...

    Die doppelten Querbögen in der großen Halle sind ja schon lange fertig und sehr schön - aber da geht noch was: Ich werde die Längsteilung ebenfalls mit Bögen ausführen.

    Gesagt - getan.

    Und nicht vergessen: Too much is never enough! Also gehören in die nun entstandenen Kassetten auch noch die Kreuzgewölbe.

    Hier sind übrigens die westlichen Dachplatten zu sehen, die schon fertig eingesetzt sind.

    Hier noch mal das Gewölbe im Detail. Viel Materialeinsatz, viel Arbeit, aber...

    ...hat sich gelohnt, oder?

    Das Licht von oben fällt natürlich weg, sobald der Deckel drauf ist.

    Trotzdem bleibt - auch bei Unterleuchtung mit Stableuchte - ein geradezu verwirrend märchenhafter Eindruck!

    Nachdem die Außenmauern alle eingebaut sind, wird nun die Westfassade vervollständigt.

    Sicherheitshalber werden für die Vorbauten Dummys aus einfachem Papier gemacht, mit denen ich erst einmal die Paßgenauigkeit teste - und, ob ich überhaupt alles richtig konstruiert habe. Die Verschneidungen der Dachschrägen mit den runden und eckigen Türmen, den freien Winkeln, den Überständen und den Konsolen sind doch ein bißchen tricky...

    Hier nun die "echte" Version.

    Die Dachflächen drucke ich auf dieselbe Papierqualität, aber in hellblauer Ausführung. Das läßt das gedruckte Blau etwas leuchtender erscheinen, als wenn ich die Dächer auf das helle Papier drucken würde, das ansonsten für das gesamte Schloß verwendet wird.

    Fertig!

    So sieht's dann im ganzen aus.

    Und noch ein kleines Schmankerl: Nachdem ich nun doch immer mehr Details in den Bau einfüge, habe ich das originale Wappen aus einem Foto kopiert (ganz oben) und mittels Umwandlung in Bitmaps dem Look des Modells angenähert.

    Hier noch die alte Version des Bausatzes...

    ...und hier die neue "echte" Ausführung.

    @Otto: Danke! Tja, eigentlich wollte ich den Bogen ja nur "straight" bauen, ohne irgendwelche Veränderungen. Dann wollte ich den Maßstab an mein voriges Schloß anpassen, d. h. den aktuellen Bogen auf 2,11 skalieren, und dann ergaben sich aus dieser Vergrößerung notwendige Ergänzungen bzw. Detaillierungen, damit es wieder gut aussieht. Und dann wird's immer komplizierter, denn die Größe erfordert eine entsprechende Statik, und dann ist man auch schon im "Lebenswerk" drin. Für ein Kartonmodell, daß auf dem Dachboden landen wird (mangels Platz in der Wohnung)... Wahnsinn, aber notwendig! :D

    Im Augenblick kann ich nicht ausdrucken, und so nutze ich die Zeit für on-screen-Entwürfe:

    Die Dachplatten der ersten Etage sind noch nicht fertig, aber ich komme mangels Ausdrucken dort augenblicklich nicht weiter. So wende ich mich gleich dem nächsten Schritt zu, dem zentralen Hauptgebäude, an das sich dann praktisch alle anderen Komponenten terrassenartig anschließen. Hier wieder der fortgeschrittene und entsprechend wirr aussehende Zwischenstand. Die Herausforderung besteht darin, daß alle - noch so winzigen! - Komponenten über mehrere Zwischenschritte mit unzähligen anderen Komponenten verbunden sind bzw. ein Raster ergeben müssen. Damit wird der Entwurf zum Schachspiel: man muß immer mindestens zwanzig Züge vorausdenken! Und man kann eben nicht "nur" das eine Gebäude planen, sondern muß - anhand der Grund- und Aufrisse - auch gleich alle anderen Ausgreifungen mitdenken. Das alles muß dann aber wieder auf die schon physisch vorhandenen Komponenten abgestimmt werden, bei denen es - trotz aller Akkuratesse - natürlich doch ein, zwei Millimeter Abweichungen zu den errechneten Maßen gibt...

    Hier ein paar Beispiele: die südöstliche Fassade des Haupthauses im Original (rechts) und meine Umsetzung dazu, die natürlich nach einem dreidimensional ausgefertigten Balkon schreit. Damit müssen alle dafür notwendigen Teile erst einmal geschaffen werden und so konstruiert, daß ich es dann auch umsetzen kann.

    Die südwestliche Fassade, links im Original, rechts meine Umsetzung: Fensterbank, rautierte Fensterscheiben, bossierte Umfassung.

    Der westliche Fenstererker: Der Halbsockel ist bei Alan Rose nur als Front ausgeführt, ich benötige natürlich einen dreiseitig geschlossenen Korpus. Die Proportionen mußte ich leider verändern, an irgendeinem Punkt stimmen Vorlage und Fotos/Aufrisse dann doch nicht mehr überein, und es muß passend gemacht werden, was nicht paßt...

    In Mathematik habe ich immer zwischen sechs und sieben gestanden, und somit ist auch Geometrie ein Buch mit sieben Siegeln für mich! Umso größer die Herausforderung, die notwendigerweise neu zu schaffenden seitlichen Zwickel zu konstruieren, mit drei Seiten, die - aufgrund der Grundfläche (oberer Pfeil) alle spitzwinklig zueinander stehen - nur in welchem Winkel? Irgendwie bekomme ich's dann doch hin, aber es kostet mich Nerven...

    Zaphod: Danke! Ist schon gut wie man mit sowas gezwungen wird, alle verschlafenen Geometriestunden der Klippschule nachzuholen...

    Syrrenholt: Danke! Sehe ich auf Deinem Profilbild auch einen Schloß-Grundriß?

    Jetzt mache ich erst einmal die Teile, die ich schon vor langer Zeit entworfen und ausgedruckt habe. Ich mag es nicht, wenn soviel aufläuft, und so gibt's jetzt erstmal die nördliche Balustrade. Da ich im Matheunterricht nie aufgepaßt habe, haben mich die trichterförmigen Sockel unter den runden Balkons vor eine gewisse Herausforderung gestellt: konisch, abgeschnitten, und dann noch über einen 144°-Winkel gezogen! Ich habe im Netz ein Hobby-Programm gefunden, daß Konusse (oder Konüsse?) auf Knopfdruck berechnet und gleich als .svg-Datei auswirft, sehr hilfreich! Allerdings mußte ich dann noch etwas rummachen, um aus dem vollen Konus den gewünschten Abschnitt zu erhalten. Mein Rechenweg wäre von meinem alten Mathelehrer wahrscheinlich mit 6 bewertet worden, aber geklappt hat's doch!

    Das ganze war notwendig, weil Alan Rose diese runden Sockel überhaupt nicht gemacht hat, sondern nur einfache Winkel als Silhouette unter die Balkons gesetzt hat, die zudem auch nicht weit genug über die Fläche hinausgestanden haben. Was tut man nicht alles...

    Zusätzlich mache ich natürlich auch gleich Rück- bzw. Innenseiten, damit's schön wird. Das Design der Balustrade habe ich übrigens auch selbst gemacht: Das Originalmuster war nicht schlecht, hatte aber einen entscheidenden "Webfehler". Ich habe dann ein Originalfoto genommen, es in eine Bitmap umgewandelt, um einen stilisierten Effekt zu erreichen, und habe das Design auf s/w gesetzt und mit Elementen aus der aquarellierten Originalgrafik kombiniert (obere und untere Leiste). Dadurch fügt sich das ganze recht harmonisch in das Gesamtbild ein und sieht trotzdem akkurater aus.

    Weiter geht's mit den östlichen Mauerelementen, hier das südöstliche bzw. der aufgesetzte Mittelrisalit. Links das Musterstück, mit dem ich die von mir entworfene Form erst einmal in der Konstruktion getestet habe, rechts das fertige Element.

    Wolfgang: ...ja, brauche immer die Herausforderung, irgendwas neues zu machen, bei dem ich nicht weiß, ob's klappt :cool: Das ganze wird tatsächlich ziemlich gewaltig! Ich hoffe, daß ich das Schloß, wenn's irgendwann mal fertig wird, überhaupt heile die Treppe herunterbekomme...

    Es geht weiter mit den Dachplatten. Die verlaufen über drei Ebenen, erstrecken sich mit insgesamt sechs Teilen über ca. 53 x 54 cm, sollen eben sein, stabil und natürlich den akademisch erstellten Grundrissen auf allen drei Ebenen entsprechen. So 'ne Art Quadratur des Kreises... Ich arbeite mit drei bzw. vier Grundrissen: Dem originalen Foto, einem Bauplan aus dem www, dem Grundriß von Alan Rose und meinen bisher gesammelten InkScape-Modulen. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie gut all diese Grundlagen aus völlig verschiedenen Quellen letztendlich übereinanderpassen!

    Für mich ist es immer wichtig, die geometrischen Bezüge herauszufinden, das gibt dem ganzen Bau die notwendige Struktur. Die rückwärtigen Bauten z. B. entsprechen in ihrer Anlage einem halben Zehneck, dessen (voller) Mittelpunkt wiederum dem Mittelpunkt des ganzen Schloßbaus entspricht. Als ich die abgewinkelten hinteren (hier: unten) Außenmauern entworfen habe, war mir das noch gar nicht klar, und ich habe die seitlich abgeschrägten Elemente mit 144,2 ° entworfen. Der jeweilige Winkel eines Zehnecks beträgt 144,0 °! Not that bad :D

    So sehen die beiden Teilen der hinteren Dachplatten im Entwurf aus. Leider muß ich zwei Hälften machen, da das gesamte Teil ca. 43 cm breit ist und somit definitiv das A3-Format sprengt. Das komplette Teil ist auch zu tief, um es diagonal auf A3 zu bekommen.

    Den Ausschnitt für den runden NW-Turm mache ich mit meinem japanischen Kreisschneider. Da dieser materialschonend arbeitet und dementsprechend keinen Dorn hat, ist die feste Positionierung auf Karton immer etwas schwierig. Jetzt füge ich in die Grafiken einen zentrierten Mittelkreis ein, stanze diesen mit einem Locheisen aus und kann so den Auflageteller des Geräts sicher positionieren.

    Um die Platten einzufügen, waren tatsächlich einige, aber nur wenige und minimale Anpassungen ans bestehende Modell notwendig.

    Alan Rose hatte die Dachplatten blau angelegt, aber das ist mir zuviel Konkurrenz für die blauen Turmhauben. Außerdem handelt es sich auch in der Realität nur um einen grauen Belag, nicht um eine irgendwie gestaltete Fläche. Für meine Grafik habe ich die originale blaue Fläche genommen, auf "farbenblind" gefiltert und mit der von mir entworfenen Form ausgeschnitten.

    Hintere Stützelemente sorgen für maximale Festigkeit und bilden gleich die Auflagefläche für die nächste Dachebene.

    Die - leiderleider - unvermeidliche Mittelnaht, aber immerhin ist sie mir wirklich maximal exakt und sauber gelungen.

    Die Grafiken habe ich wieder auf 120er Papier gedruckt und auf 2mm-Finnpappe mit Klebevlies aufgezogen. Damit erspare ich mir den mühseligen Umgang mit Kleber und die daraus resultierende Notwendigkeit, auf der Rückseite ebenfalls kaschieren zu müssen. Mit der Rückseite zu beginnen war deswegen notwendig, weil ich im Augenblick nur hier bereits "feste" Elemente habe, an die ich andocken kann. Es wird schwierig genug, die Grundrisse auf allen Ebenen und über die ganze Fläche so zu arrangieren, daß zum Schluß alles perfekt paßt...

    Und weiter:

    Dieses südöstliche Mauerelement ist eines der bisherigen Highlights des Baus - auch im negativen Sinn. Die endlosen Verschränkungen verschiedener Ebenen, kombiniert mit Winkeln, Radien, Ausschnitten, Versprüngen etc. zu konzipieren hat mich an die Grenzen meines räumlichen Vorstellungsvermögens gebracht - und darüber hinaus.

    Natürlich mache ich immer Teststücke, um den Winkeln und Bezügen ganz praktisch näherzukommen.

    Bei diesem "Vorsatzstück" mußte ich ohnehin meine Fantasie spielen lassen, weil die unteren Mauerteile eigentlich etwas ausgestellt sein müßten, ich mir dies aber grundsätzlich gespart habe. So mußte nun der untere Teil dieses breiten Risalits nach hinten abgeschrägt werden, um einen Anschluß herzustellen.

    Die beiden Seitenstücke haben wahrscheinlich am längsten Planungs- und Probierzeit verschlungen.

    Hier das fertige von mir entworfene Mittelstück.

    Zum Vergleich links das original Bauteil.

    Die westlichen Mauersegmente.

    Und die östlichen.

    Alle Mauersegmente haben hintere Stützpfeiler bekommen. Damit stehen sie einigermaßen senkrecht, und die Oberkanten dienen gleichzeitig als Auflagepunkte für die Dachplatten, die wohl den nächsten Bauabschnitt darstellen.

    Jetzt bin ich mit meinem Baubericht - endlich - in "Echtzeit" angekommen. :)

    Zaphod: Danke! Was mich dieses Schloß bis jetzt schon an Verzweiflung gekostet hat, kann ich gar nicht beschreiben! Aber wie das so ist: das Schloß fordert von mir gebaut zu werden, ich kann da nichts machen...

    Wolfgang: Das ist wie bei meinem Automodellbau, eigentlich möchte ich gar nicht from scratch bauen, mir liegt die Interpretation des Vorhandenen viel mehr. Aber - eins gibt das andere! Man will's ja auch schön haben, und schon muß man dies, und dann das, und dann noch das... Ja, die Halle kann man noch sehen, siehe Fotos unten. Natürlich nicht mehr in der Totalen, aber das ist im wirklichen Leben ja auch nicht der Fall.

    So sieht's dann von oben aus...

    Ein Detail von außen/hinten.

    Und so blickt man dann von außen ins Innere.

    Jetzt geht's mit den Außenmauern weiter, die ich - Segment für Segment - im Uhrzeigersinn erstelle. Allerdings werden sie noch nicht fixiert, denn ich werde sie höchstwahrscheinlich gemeinsam mit den Dachplatten einsetzen müssen.

    Hier ein erster Test mit Papier, ob es überhaupt auch nur einigermaßen hinkommt, aber ich bin - erstmal - recht zufrieden. Doch bis dahin wird's noch ein bißchen dauern...

    Jetzt werden die Türme auf die Grundplatte geklebt.

    Das geht - ausnahmsweise mal - weitgehend problemlos, denn die exakten Positionen habe ich auf der Grafik markiert.

    Und ich freue mich natürlich, daß so kleine Teile wie dieser Appendix des rückwärtigen Fußbodens, der praktisch nur aus schiefen Winkeln und einer minimalen Aussparung auf 1/3 Höhe zum ausgestellten Sockel besteht, dann tatsächlich auf den Zehntelmillimeter genau paßt!

    Hier geht's dann mit der zentralen Halle los. Dies ist das Prunkstück des ganzen Schlosses, ausgestattet mit einer gigantischen Wand mit Gold-Glasmosaiken, die Szenen aus dem Cinderella-Märchen darstellen. Es gibt - nach meiner Recherche - tatsächlich im Netz nur ein einziges Foto eines Enthusiasten, der dieses Panorama aus mehreren Einzelfotos in guter Auflösung professionell zusammengesetzt hat. Allerdings mußte ich das Foto dann trotzdem in diverse Einzelteile zerlegen und nachbearbeiten, da die Abstände der Felder voneinander abgewichen sind und die Umrandungen oben abgeschnitten waren, so daß ich sie ergänzen mußte. Ferner hatte ich mir die Aufgabe gestellt, wirklich nur die Motivfelder als "Highlight" naturalistisch und farbig als Foto darzustellen, die Umgebung aber gemäß dem übrigen Entwurf zu abstrahieren und schwarzweiß zu machen. Eine Vorläuferversion der Halle hatte ich bereits gebaut, ehe ich in meinen Recherchen entdeckt habe, daß Alan Rose hier - wahrscheinlich mangels Fotos - doch sehr frei in der Interpretation war. Also wurde diese erste Halle ins Altpapier gegeben und alles-alles-alles neu geplant. Für mich keine einfache Aufgabe, denn mit Geometrie hab' ich's nicht so, und die Länge der Seitenwände und des Bodens geht über ca. 40 cm (knapp A3), hat unzählige Versprünge und Bezüge zu anderen Teilen, natürlich alles mit Papier beklebt, und erforderte wochenlange Planungsarbeiten.

    Hier noch einmal die Grafik vor dem Tapezieren.

    Der echte Knaller bestand dann darin, die Halle - und dazu den gesamten rückwärtigen Bereich - mit Architektur zu füllen! Denn eigentlich ist das rückseitige Innenleben der Höhepunkt des ganzen Schloßbaus. Allein die Planung des ganzen hat mich viele Nerven gekostet, denn es gibt zwar unzählige Fotos, aber kaum welche von innen, und wenn, dann sehr dunkel, oder mit Fischaugen-Effekt, oder aus zu weiter Entfernung. Um aus diesen ganzen Einzelinformationen ein schlüssiges Gesamtkonzept zusammenzusetzen, daß dann einigermaßen in das grundsätzliche Raster paßt. Die Zwischenwände habe ich aus 2mm-Finnpappe gebaut, beidseitig mit 120er Papier (bedruckt) tapeziert. Die Details der Säulen händisch mit Skalpell auszuschneiden, war - sagen wir mal - aufwendig.

    Hier nimmt schon alles Formen an...

    Vor allem der hintere Bereich, vorne im Foto, war in der Planung einfach irre! Ein komplettes Neudesign meinerseits war allerdings erforderlich, weil Alan Rose sogar eine hintere Staffelung zuviel (!) eingebaut hatte. Dazu dann auch wieder diverse Stufen hoch und 'runter, die es überhaupt nicht gibt.