Posts by Irgendwannwirdswas

    Hallo Freunde des gepflegten Kartonritzens,


    Der Kessel mit seinen Armaturen und Rohren ist jetzt fertig.



    Der an der Kesselseite langlaufende Regler passt nicht wirklich. Das Teil habe ich schon etwas höher gesetzt, aber ganz waagerecht ist der Draht nicht.



    Das vordere dicke Rohr habe ich nochmal entfernt, aber andersherum ging gar nicht (Augenmaß täuscht eben). Aber so konnte ich es nochmal etwas umformen. Für die dünneren Rohre gibt es keine Biegevorlage, sich etwas frei Schnauze zusammenzubiegen ist aber nicht schwer.



    Beste Grüße

    Hallo Freunde des gepflegten Kartonknickens,


    nach dem Vorbereiten vieler Kleinteile gings jetzt endlich mal an den Zusammenbau der Teile. Aber zunächst nochmal Kleinteile:


    Eines der Lasercut-Handräder war Rettung auf der Linie; das Anpinseln hat das feine Teil so durchweicht, dass bereits schräges anschauen fast schon zuviel war: einmal zu fest auf der Unterlage aufgedrückt, liess sich es sich nicht mehr ganz unbeschädigt abziehen. Mit viel gutem Zureden ist glücklicherweise kein Schaden mehr zu sehen.

    Die Handräder sind endlich mal wieder ein sinnvolles Lasercut-Teil: bei manchem Teil wundere ich mich schon wieso gerade das ein Lasercut-Teil geworden ist - einfachste Form und kein wichtiges Element in der Gesamtkonstruktion. Habe eher meine Schwierigkeiten mit kleineren Teilen; die sind jedoch - vom Handrad abgesehen - aus Papier zu pfriemeln.


    Damit endlich wieder Fortschritt im Gesamtbild sichtbar wird (wobei als Büromensch ist man ja dran gewohnt, dass nach einem Tag Arbeit die Anzahl der offenen Baustellen gefühlt nicht abgenommen hat -- trotzdem ist das Gefühl, ne Menge Fortschritt zu sehen gerne genommen) dann aber wirklich:



    Kessel drauf!


    Man sieht: die Griffe der vorderen "Platte" sind wieder entfernt, da der Kesselaufbau (könnte der Sandkasten sein?) genau drüber liegt. Mit senkrecht nach unten laufendem Rohr wie auf der Bauanleitung geht es dann genau in die Platte rein.



    Letztenendes habe ich mich aber dazu durchgerungen, das Rohr nochmal anzupassen und schräg nach unten laufen zu lassen, so dass es genau zwischen den Platten endet, auch wenns nach Bauanleitung eher senkrecht nach unten verlaufen müsste. Denke so ists aber besser und damit kann dann auch der Griff wieder aufgesetzt werden, was irgendwie stimmiger aussieht.



    Was mir ebenfalls fragwürdig vorkommt, ist die Orientierung des dicken Rohres (ich nehme an die Leitung zum Dampfzylinder). Nach Anleitung ist der Knick definitiv unten, andersherum wäre es im Nachhinein vermutlich stimmiger am Kessel vorbeigelaufen. Zu schnell geklebt halt.



    Mit Papier umwickelt als Imitation einer Isolierung (heißer Dampf im Rohr!) hätten sich die Leitungen sicherlich auch gut gemacht, aber war dann doch zu faul.



    Was ich ebenfalls noch gemacht habe, ist die Kanten der Bodenplatte nachträglich rot zu färben. Beim Einbau hatte ich sie grün gefärbt weil die grünen Aubauten draufgeklebt werden. Bin mir aber nicht sicher, wo ein Spalt / Farbtrennkante unauffälliger sein wird und probiers jetzt andersherum. Vermutlich egal wie - einen Tod wird man sterben müssen.



    Fazit: Weiterhin sehr zufrieden, sieht schnuckelig aus. Noch ein kleines bisserl Restrohre und dann gehts an die Aufbauten.


    Beste Grüße

    Guten Morgen,


    ich stehe bei meiner Modelik-Hohenzollern Lok vor genau dem gleichen Problem -- die Technik des "um den Draht wickelns" bekomme ich mit dem Kartonpapier einfach nicht hin. Und wenn, dann ist das Ergebnis a) eh zu dick und b) hat auch noch ne unschöne Kante.
    Ich bin inzwischen auf Tablettenbeipackzettelpapier umgestiegen dass ich einfach auf die korrekte Größe wickel und dann anmale. Bei kleinen schwarzen Teilen fällt das nicht auf und jedes gewickelte Teil müsste ja ebenfalls angemalt werden.


    Beste Grüße

    Irgendwannwirdswas


    (Schnellschleifgrund könnte natürlich auch ne Idee sein)

    Hallo Freunde des gepflegten Kartonfaserlegens,


    Stückchen für Stückchen geht es mit der Tramwaylok weiter. Die Baugeschwindigkeit in etwa der Höchstgeschwindigkeit der Tramlok angepasst -- gaanz langsam geht es voran. Blümchenpflücken beim Bau strengestens verboten.



    Erstmal die gute Nachricht - die Nieten an den Kesselringen gingen problemlos wieder runter. Insofern muss ich mir keine Geschichte ausdenken, dass das ja eigentlich keine Dampf- sondern eine nachgeahmte Lok mit Dieselmotor sei und die Erbauer es halt einfach nicht besser gewusst haben.



    Aber weiter gehts mit dem leichten Abändern: unter dem Kessel sind einge "erhabene Platten" aufzukleben. Ich gehe mal davon aus, dass das Abdeckungen zum Öffnen sein sollen. Vermutlich nicht, um an dort unten gelagerte Kohlen zu kommen - das wäre dann doch viel zu anstregend -- für den Heizer wäre nach ein paar Monaten Rücken angesagt! Hab aber länger drüber nachgegrübelt, denn für Kohlen habe ich im ganzen Bausatz noch kein Behältnis gefunden, vielleicht wird das noch irgendwo ergänzt.

    Unter dem Kessel muss eigentlich das innenliegende Triebwerk gewesen sein, da hat es auch ein paar Wartungsklappen benötigt. Damit das einfacher geht gibts auch gleich noch ein paar Handgriffe. Wobei - die vorderen habe ich schon wieder entfernt, da müsste mittendrin eigentlich eines der Rohre enden. Hierzu muss ich mir nochmal ein paar Gedanken machen, denn das wäre eine recht eigenartige Konstruktion.


    Wie schon mal beschrieben, gibt es kaum Klebelaschen sondern es wird idR. stumpf verklebt. Wo möglich füge ich nun Klebelaschen dazu, das stumpfe Verkleben ist nicht so mein Fall (innen in der vorderen Kesselabstützung)


    Vorbereitet sind die Rohre auch schon, diverse Elektrokabelreste und Blumendraht konnten dafür verwertet werden. Interessanterweise gibts für die am Kessel langlaufenden runden Rohre keine Biegeform. Naja, anpassen halt Pi*Daumen.




    Damit stehe ich aber nicht so auf Kriegsfuß wie mit den Kleinstrohren des Bausatzes. Nach Konstruktion sind die aus Bastelkarton um einen Metalldraht als Kern zu wickeln. Lässt sich aber mit dem Karton nicht wirklich bewerkstelligen, der ist dafür viel zu dick und unflexibel. Nach ersten Versuchen mit Seidenpapier (viel zu dünn) bin ich jetzt bei Papier aus Tablettenbeipackzetteln gelandet -- das funktioniert ziemlich gut. Und schwarz pinseln ist ja nicht das Problem.


    Bis hierhin heute mal.

    Eine gute Woche

    Hallo hänschen, Helmut B.,


    vielen Dank für Euer Feedback. Wieder was gelernt, war mir so auch noch nicht klar mit den Kesselringen, obwohl es eigentlich logisch klingt.
    Mal schauen ob ich die Nieten an den Kesselringen noch wegbekomme ohne allzuviel Schaden anzurichten.
    War eher mit wenig Kleber also vielleicht noch eine Chance.

    Ansonsten wissen das von den Betrachtern wenns hoch kommt 1%, also vernachlässigbare Größe ;(

    Hallo Freunde des gepflegten Kartonritzens,


    langsam gehts in die kleinen Teile. Zunächst ist der Stehkessel weiter bearbeitet worden. Der Strefen des schmalen schrägen Teils ist m.E. etwas zu breit geraten, daher war hier etwas Schleifarbeit angesagt.

    Und weil es gerade so schön war: insgesamt finde ich den Kessel etwas detaillos. Also mal etwas im Netz nach Abbildungen von Kleinlokkesseln gesucht - der Nietenbesatz ist ja sehr unterschiedlich. Habe mich dann erstmal zu zwei Nietenreihen seitlich am Stehkessel entschieden.


    An der Stehkesselrückwand zuckts auch noch ein bisserl -- mal schauen was die Laune so bringt.


    Den Schlot habe ich innen verdoppelt mit schwarzem Tonkarton. Im Bausatz ist hier nur einlagig vorgesehen mit einer Klebelasche. Aus meiner Sicht unverständlich, da wird soviel anderes verdoppelt; mit dem Innenkarton ist das Teil stabil und auch rund.

    Der Hauptkessel liess sich recht gut zusammenbauen. Aus Vorsichtsgründen habe ich innen noch eine weitere Scheibe ergänzt damit der Kessel stabiler ist. Keine Ahnung ob das nötig war, zumindestens ist er jetzt ausreichend stabil um auch klaglos etwas gröber bearbeitet werden zu können.



    Da ich noch die nicht gebrauchten Radreifen herumliegen hatte (man schmeißt ja nix weg) , habe ich dem Kessel ein paar weitere Verschönerungen gegönnt: ein paar silberne Kesselringe. Hätte bei einer popligen Straßenbahndampflok sicherlich niemand gemacht, gefällt mir aber gut - gebaut wird was gefällt. Die Radreifen gehen nicht ganz um den Kessel rum, aber da man den Kessel am Ende ohnehin nur von schräg oben betrachten kann dürfte der fehlende Kesselringteil im toten Winkel liegen. Sicherheitshalber sind die Kesselringe auch nochmal vernietet worden.


    Die Rauchkammertür des Kessels ist ein klein bischen 3-Dimensional geformt (Ausbeulung nach Vorne durch Unterlegen eines Kartonstückes in der Mitte), das flache Teil alleine finde ich etwas öde. Wäre schlauer gewesen vor Ansetzen der Frontplatte auf diese Idee zu kommen (d.h. erst Rauchkammertür auf Frontplatte und dann das Gesamtteil in den Kessel einkleben). Aber andersrum war halt die Challenge größer, muss ja auch nicht immer der einfachste Weg sein -- aka: erst Denken dann handeln hilft.


    Und dann wurde es wirklich klein -- die Rauchkammerverschlüsse. Damit sind dann schon die Grenzen der Minitaturisierung bei mir erreicht.



    Die Feder ist ne Kulifeder, die kommt später an den hinteren Dampfdom. Ist aber etwas groß... bin noch nicht sicher was ich da mache. Schon x-fach irgendwelche Elektrogeräte weggeschmissen wo noch kleinere Federn bei den Schaltern eingebaut sein müssten... aber klar jetzt nix zur Hand.




    Was mich ein kleines bisserl wundert ist der Kittifix Kleber (Typ lösungsmittelhaltiger Universalkleber). Nachdem ich hier im Forum viel drüber gelesen habe, habe ich mir eine Flasche gegönnt. Ich finde aber, er klebt nicht wirklich gut und er hat auch nur eine wesentlich kürzere Offenzeit als z.B. die flinke Flasche. Ist das der Fall oder mache ich da was falsch?

    Das geht dann soweit dass beim Stanzen einige der doppellagigen schwarzen Nieten wieder auseinandergehen; beim Aussticheln der verdoppelten Kleinteile musste ich ebenfalls bereits mal nachkleben weil sich die verkleben Blätter wieder teilweise gelöst haben.

    Eigentlich müsste er doch eine Alternative zur Flinken Flasche sein?


    In diesem Sinne, etwas ratlos, aber nichtsdestotrotz weiterhin zufrieden

    eine gute Woche.

    Hallo Freunde des gepflegten Kartonfaltens,


    weiter gehts beim Hohenzollern-Modell. Erster großer Zitterschritt, die Seitenverkleidung. Mit Vorformen bis die Teile von selbst die korrekte Form halten ging das überraschend gut.


    Die Verkleidung ist doppellagig, also zuerst beide Lagen vorgeformt, dann zusammengeklebt. Das war m.E. die beste Möglichkeit, Radausschnitt auf Radausschnitt präzise übereinanderzubekommen; die entsprechende Kante ist am Ende die Sichtbarste.



    Beim Verkleben auf den Spanten dann Bedenken dass hinterher die Spanten durchdrücken -- ist aber dank Doppelagigkeit unbegründet, der Karton ist ziemlich stabil.



    Jau und dann ging die Nietenorgie los. Der Arbeit kann man mit Fug und Recht eine gewisse Monotonie nicht absprechen. Gehört aber vermutlich zu einem richtigen Kartonmodell dazu, ich bewundere immer die stoische Ruhe von Passagierschiffbauern. Was dem Passagierschiff seine Rettungsboote sind halt der Lok ihreNieten.



    Mit ein paar Adaptionen der Technik ging die Arbeit sukezssive besser von der Hand. Ausstanzen auf Papierunterlage war ziemlich blöd, weil oft genug dann auch das darunterliegende Blatt Papier mit ausgestanzt wurde. Das ist durch den Stanzvorgang ein ziemlich inniges Verhältnis mit dem Tonpapier der Niete eingegangen. Bloss nach dem Aufkleben hats dann plötzlich keine Lust mehr auf die Niete -- also zunächst immer erstmal alles abgefuddelt bis das so genervt hat, dass die Denkrädchen angefangen haben sich zu drehen. Auch die Zwischenunterlage Amazon-Versandkarton ging immer mal mit; schlussendlich bin ich jetzt bei einer von unserer Küchenrenovierung übriggebliebenen Art Hartplastikfussbodenfliese gelandet (hört sich schlimmer an als es ist, kein Billigzeug ausm Baumarkt und bei Holzfussboden sind echte Fliesen eben schwierig). Jetzt die die Ausstanzerei kein Problem mehr -- und meine Bastelmatte suche ich im übrigen auch nicht mehr weil das Dingens ziemlich gut funktioniert.



    Blieb noch das Problem dass das Rausholen der Nieten aus den Locheisen ziemlich schwierig war, hab das zunächst mit einer Nadel gemacht, aber das hat oft genug die erste Niete zerstört. Ein Draht in Nietenstärke hat das Problem dann gelöst. Hier mal ein Bild von den Nieten. Einmal die Rote für die Verkleidung, die Schwarze ist eine Nummer größer und Doppellagig, die habe ich fürs Innentriebwerk genutzt.


    Von den Ausstanzern brauche ich die zweit- und drittkleinste Größe.

    Niesen bei der Verarbeitung strengstens Verboten, sonst kann man wieder mit dem Ausstanzen von Neuem Beginnen. Suchen auf dem Fussboden ist ziemlich chancenlos...


    Summa summarum mit der Verkleidung erste Zitterhürde geschafft. Verschlonzong muss noch erfolgen.


    Aber erstmal habe ich Lust auf den Kessel. Die Feuerbüchse ist schon mal schnell zusammengebaut.



    Mehr dann sicherlich beim nächsten Mal.


    Beste Grüße

    Hallo


    danke für das Feedback. Bin ehrlich gesagt ganz froh mal einen Lasercut gebaut zu haben, da muss ich jetzt nicht nur immer wie der Blinde von der Farbe drüber lesen. Fazit für das Modell: Hätte nicht unbedingt sein müssen; die Grundspanten sind überschaubar einfach und die Räder sind nicht wirklich sichtbar. Die BR23 ist schon ne Nummer, überwindet vor allem die Scheibenräder, die das sind das was mich von den Pirling-Modellen abhält. Dampflok-Speichenräder ohne Lasercut ist noch entfernt :)


    Korneisen-Methode habe ich gleich mal nachgelesen. So ganz weit weg bin ich da nicht, ich steche die Nieten aus Tonkarton mit einem Ausstechersatz aus den ich vor einigen Jahren mal für kleinstes Geld beim Aliexpress gekauft habe. Sind ne Menge unterschiedliche Durchmesser. Soll angeblich für Leder sein, naja da müssten die wohl wesentlich schärfer sein. Für Tonkarton reichts aber, braucht aber schon einen kleinen Hammerschlag. Und die Kleinstnieten sind nicht ganz einfach zu überreden wieder aus dem Teil rauszukommen (je größer der Durchmesser desto einfacher). Funktioniert aber in der Summe gantz leidlich. Was ich in einer Diskussion gelesen habe ist Klebeband statt Leim -- muss mal suchen, irgendwo müssten noch Reste vom SigaSicrall Klebeband von der Dampfbremse sein. Das klebt alles..


    Beste Grüße

    Hallo Freunde des gepflegten Kartonformens,


    Stück für Stück geht es mit dem Modell weiter -- in der Adventszeit wesentlich langsamer weil da im heimischen Dörfchen immer so viel Glühwein zu trinken ist. Erstmal das Innenleben der beiden Seiten vollenden bevor es dann - Zitter- an die seitliche Verkleidung geht und die erste Nietenorgie.


    Zum Glück habe ich auch mein feines Schleifpapier in irgendeiner Kiste wiedergefunden, damit bearbeitet sich das "Metall" wesentlich besser als es bei den Rädern der Fall war.


    Die Kuppelstangen hätten eigentlich im 45 Grad Winkel montiert sein müssen. Hinterher ist man eben klüger. Vorher eigentlich auch, aber warums dann mit dem Bau trotzdem nicht geklappt hat weis ich auch nicht mehr (war in jedem Fall noch vor dem Glühwein)




    Die Verschlonzung mache ich weiter, das funktioniert ganz gut. Wie immer muss man sich sehr am Riemen reißen es bloss nicht zu übertreiben; auf den Fotos sieht es auch ganz danach aus, in der Realität ist es wesentlich unauffälliger.



    Das Innentriebwerk sieht auf dem Foto nach "Ralley Paris-Dakar, Etappe Sahara nach Regenguss" aus, eingebaut und mit Abdeckung davor aber ziemlich gut. Vom auslaufenden Öl sieht man leider auch nichts mehr...



    Im Moment ist die Verschlonzerei mit Wasserfarben noch recht einfach; da alles auf Karton geklebte Teile sind, führt die Feuchtigkeit der Wasserfarben bislang noch nicht zum Verziehen des Modells. Das kann bei den seitlichen Verkleidungen schon ganz anders aussehen, da werde ich vermutlich wesentlich vorsichtiger herangehen müssen.



    Da alles mit Wasserfarben verschlonzt ist, lässt sich an doch zu exponierten Stellen hie- und da auch mal wieder was wegnehmen, so geschehen nach dem Foto an der linken Seite des (zukünftigen) Pufferträgers (das schwarze montierte Teil links).

    An den Kanten der Öffnungen wird auch nochmal nachzuarbeiten sein, ich warte bis die Seitenteile montiert sind.


    Warum in aller Welt die gelben Teile im Bogen Orange sind weiss wohl auch nur die Drukerei, da hilft dann auch keine Wasserfarbe mehr sondern Acrylfarbe. Auf Letzere bin ich inzwischen auch beim Kantenfärben umgestiegen, geht irgendwie schneller als mit Wasserfärben und im Haus gabs auch noch Reste aus dem Fundus meiner Frau.


    Nächste Etappe = erste Zitteretappe - Montage der seitlichen Verkleidungen. Erste richtige Chance zum Versauen des Modells.

    Hallo Freunde des gepflegten Kartonmeditierens,


    nach dem Erstellen des Grundrahmens ging es in den letzten Tagen mit dem äußeren Teil des Fahrwerks weiter. Wird man zwar nur durch die Luke der äußeren Verkleidung sehen können, aber gerade das gibt die Option, neue Techniken ohne großes Risiko auszuprobieren.
    Inzwischen bin ich zu 99,9% sicher, daß das Modell nicht vollakiert werden wird sondern einfach as-is gealtert werden soll. Das "Schlonzige" hat bereits bei den Rädern ganz gut geklappt und soll nun weiter gehen.



    Der Rahmen selbst is recht einfach gehalten, eigentlich sind nur die Blattfedern und die Achshalter zu ergänzen.


    Da ich den nackten Rahmen zu eintönig empfinde, habe ich noch einige Nietenreihen spendiert wie sie ggfs. gewesen sein könnten. Die Nieten sind diesmal eine Nummer größer als die staubkorngroßen (bzw. -kleinen) Nieten der äußeren Verkleidungen; für einen Rahmen braucht es sicherlich etwas stärkeres Material als für eine simple Verkleidung. Ausserdem geht die Verarbeitung um ein Vielfaches schneller und einfacher.

    Den Achshalter (oder wie auch immer das Ding heißt, durch das die Achse verläuft) habe ich rot angepinselt; das Schwarz des Bogens alleine für dieses Teil finde ich vollkommen unmotiviert. Eigentlich ist auch das Schwarz der Unterseite der Bodenplatte unmotiviert, aber das ist mir erst zu spät eingefallen. Egal.


    Danach also das Anbringen der vorbereiteten Kleinteile


    ... auch wenn von dem ganzen Zauber am Ende nur noch ein Guckloch übrig bleiben wird


    Positiv- was man nicht sieht kann man ja auch verhunzen. Also mal wieder Alterung probiert. "Verschlonzt" sind die Seiten mit Wasserfarben. Hat den riesengroßen Vorteil dass die Wasserfarben wieder ganz brav die Leimflecken abdecken und zusätzlich vom nicht immer 100% präzisen Ankleben ablenken.


    Muss sagen durch die "Verschlonzong" gewinnt das Modell ungemein. Bin zufrieden!


    Was nicht ganz präzise ist - und das liegt nur zu einem geringen Teil am Einbau mit leicht "runden Ecken" - ist die seitliche Breite des Rahmenteils. Hier haben sich die Konstrukteure offensichtlich an der Breite der Frontblende orientiert. Zur Erinnerung: die Frontblende steht ca. 0,5 mm über den Rahmenkarton über, damit sich die Seitenverkleidung dahinterschieben kann und von vorne keine Kante sichtbar ist. Nur darf dann der innere Rahmen nicht genauso weit überstehen, hier setzt sich die Seitenabdeckung ja davor.



    Glücklicherweise ist das Lasercut-Teil korrekt. Also noch schnell ab mit dem Überstand, bevor es nächste Woche an die andere Seite und die Kuppelstangen geht.


    in diesem Sinne eine gute Woche!

    Hallo Kartonbaugemeinde,


    Weiter geht es bei der Hohenzollern-Tram mit den Rädern. Sie sind sämtlich im Lasercutsatz enthalten und bestehen aus 4 Lagen -- 2 Ringen und 1 Scheibe sowie dem Spurkranz.



    Erster Gedanke: die kommen ja relativ klobig raus, vielleicht einen der Ringe weglassen? Normale Eisenbahnräder sind ja feine Scheiben.

    Aber Modelik hat das ganz korrekt umgesetzt; es sind nun mal kleine Räder einer Schmalspurbahn. Die Lauffläche muss genauso breit sein wie bei Normalspurbahnen und dann sieht das eben klobig aus.


    Was jedoch m.E anders sein müsste ist, dass die einzelne Scheibe im Vergleich zum restlichen Rad sehr dünn ist. Da die Räder ohnehin kaum sichtbar sind habe ich einfach losgelegt und einen der Ringe durch eine zweite selbstgeschnitzte Scheibe ersetzt -- eigentlich war es die Neugier wie sich der Bristolkarton so verarbeiten lässt.

    Ganz schön poröses Zeugs.

    Was nicht ganz passt zwischen Lasercut und Bogen ist die Form der Gegengewichte; die sind im Lasercut zu lang. Habe sie dann aus Pappe geschnitzt.


    Jedenfalls steigert die ganze Aktion nochmals meine Hochachtung vor allen, die Eisenbahnräder ohne Lasercut bauen, selbst eine einzelne Scheibe war schon eine gehörige Plackerei.



    Die Farbe habe ich auf Rot geändert, das gefällt mir für Eisenbahnräder besser als Schwarz. Und sie sind auch wieder eingesifft. Die Kanten der Spurkränze sind angefeilt, sieht besser aus als eckige Pappkante.

    Die Laufflächen sind mit Alupaste bemalt aus den Malbeständen meiner besseren Hälfte. Nicht ganz das Ideale; man schaue sich im Vergleich die Räder des aktuell parallel laufenden Pm 36-2 Bauberichtes an; aber einigermaßen OK. Irgendwo habe ich auch noch feines Schmirgelpapier, ggfs. hilft das.


    vie


    Die Laufflächen sind nicht sonderlich eben; vielleicht liegt das an den 2 unterschiedlichen verwendeten Materialien; und wie immer: vor dem Lackieren sah es viel ebener aus. Oder ich hätte den äußeren Papierring der Lauffläche nicht weglassen sollen. Nur gut dass die Räder ohnehin kaum sichtbar sind.

    Trotzdem gefallen sie mir ziemlich gut, jedenfalls besser als einfach nach Anleitung gebaut.


    Ready for Zusammenbau des Rahmens! Langsam sieht man also was.



    Die in der Zwischenzeit fertig genieteten Fronten sind nur provisorisch angefügt sonst wären sie auch verkehrt herum. Sie müssen auch noch richtig eingesifft werden, dann gibts auch ein Bild.


    Soweit für heute.

    Hallo Kartonbaugemeinde,


    Nach langer Pause hat sich im letzten Vierteljahr die Frequenz meiner Gastbesuche in diesem Forum stark erhöht. Sicheres Zeichen dass der Kartonbau-Virus eingefangen ist und auszubrechen droht.


    Eine längliche ICE-Fahrt war dann der finale Auslöser, mich nach einem passenden Modell umzusehen. Der Bau dieses Modells ist schlussendlich der Grund weshalb ich mich hier kürzlich angemeldet habe.


    Bislang habe ich 2 Schreiber-Modelle gebaut, jetzt sollte es mal eine kleine, machbare, Stufe schwieriger werden. Wie schon in der Vorstellung der Schreiber-Straßenbahn beschrieben, faszinieren mich die Konstal-Straßenbahnmodelle von Modelik seitdem ich im hiesigen Forum einen Baubericht dazu gelesen habe. Aber realistisch bleiben - zu anspruchsvoll. Aus dem Bahnbereich sollte es aber schon was sein.

    So bin ich schließlich beim Hohenzollern-Modell gelandet. Auch hierzu gibts hier im Forum einen Baubericht, dort wurde das Modell als im Vergleich nicht allzu anspruchsvoll und außerdem (wichtig!!) fehlerfrei beschrieben wurde. Also beste Voraussetzungen sich dranzuwagen.

    Der Baubericht hier im Forum ist eher knapp, ich will mit diesem nochmaligen Bericht einfach meine Irrungen und Wirrungen auf diesem für mich neuen Weg beschreiben. Ausserdem würde mich bei manchen Punkten schon interessieren wie Ihr euch entschieden hättet und vor allem: warum. Vielleicht ist das ja auch für Nachahmungstäter interessant, denn so viel ich auch in den Tips&Tricks schon gelesen habe, so manche Frage stellt sich dann doch erst in der Praxis.


    Doch zurück zur Geschichte: Zum Glück beim Bestellen noch gemerkt, dass es sowohl die 1:25 als auch 1:45 Variante gibt. Dazu noch den Lasercutsatz (auch eine Premiere) und ein Satz Nieten. Eine FlinkeFlasche nicht zu vergessen, denn die Altvorräte sind inzwischen in diversen Familenaktivitäten untergegangen. Dito Verstäkungskartons in 0,5 und 1mm Stärke, soviel habe ich schon mitbekommen dass die bei polnischen Modellen nicht mit dabei sind.


    Und so erwartete mich bei der Heimkehr ein kleines Packerl mit schickem Inhalt und auch noch ein paar Kartonplatten in unterschiedlicher Stärke



    Erste Sichtung des Modells: die durchschnittliche Teilegröße ist merklich kleiner als bei den bisher gebauten Modellen. Aber (meistens) noch so dass die Teile machbar sind. Was auffällt im Vergleich zu den Schreiber-Bausätzen: Klebelaschen gibt es fast keine, Stumpf ist Trumpf. Na denn, schaun wer mal.

    Inhalt des Bogens kann man gut hier in der Modellvorstellung sehen: Hohenzollern Tramlok 1:25


    Und so ... geschah erstmal gar nichts


    Ursache: in den kartonbauabstinenten Jahren hat das Material irgendwie verflüchtigt hat. Also erstmal Basis suchen (Skalpell - Lineal - Kleber - Schneidmatte, ...) . Mit der Zeit ist bis auf die Schneidmatte alles wieder aufgetaucht, die Schneidmatte ist bis heute noch verschollen. Daher bitte bei den nachfolgenden Bildern nicht über die Unterlage wundern, geht aber eigenlich ziemlich gut -- Blatt verwatzt - ab damit und ein Frisches kommt zum Vorschein, fast so wie früher bei den Papierschreibtischunterlagen zum Vollkritzeln.


    Dann aber ging es endlich los.


    Erste Fragestellung: wie macht man das eigentlich bei Lasercut, beklebt man die Teile mit dem entsprechenden Bogenteil oder nicht? Diese Frage stellt sich bei den dünnen Seiten im Bogen, die lediglich als Vorlagen für Spantenteile dienen, aber auch bei denen, die lediglich ein einfarbiges Teil abbilden: Ich habe mich schlussendlich generell dafür entschieden, die Lasercut-Teile scheinen so berechnet zu sein, dass die entsprechende Bogendicke noch dazugehört.

    Das hält mir auch noch die Option offen, das Modell zu lackieren oder auch nicht. Bei den Bauberichten die ich bislang zu den Hohenzollern-Trams gesehen habe sind die Modelle immer vollackiert. Sieht schon gut aus und erscheint mir bei diesem Modell einfach machbar, da es große einfarbige Flächen ohne Verzierungen, Beschriftungen o.Ä. gibt. -- Letzeren Aufwand hat man sich früher sparen können, weil bei Kleinbahnen die Anzahl der Loks eher überschaubar war. Allerdings ist die Notwendigkeit, dass die Modelle lackiert werden müssen, das was mich vom Plastikmodellbau abhält. Abklebearbeiten sind so ziemlich das Grauseligste was ich mir vorstellen kann und sauber mit dem Pinsel lackieren nicht grad meine Stärke im Schul-Kunstunterricht.


    Also frohen Mutes los und die Klinge angesetzt


    die ersten Teile waren auch schnell ausgeschnitten und beklebt, mit dem Unterschied dass es beim letzten Modell noch ohne Lupenlampe ging, diesmal nur noch mit. Also ready for Zusammenbau des Rahmens? Äh, Mist, Bastelleim (der Weiße) ist ja steinhart eingetrocknet. Zum Glück gibts ja die Mikrowelle und wenige Sekunden später ist das Problem gelöst. Glück im Unglück: Der typische Leimunachtsamskeitsfleck der ersten Klebungen ist zum Glück auf der Unterseite wo er nicht auffällt.




    Anmerkung: im slowakischen Forum habe ich jetzt noch einen Baubericht gefunden der anders vorgeht: dort wird der Rahmen nur mit den Innenseiten beklebt zusammengebaut und die Außenbeplankung erfolgt erst viel später. Vielleicht hätte ich doch die Anleitung mal durchlesen sollen.Die Teile haben ganz feine Zähne die ineinandergreifen, wo dann nur der „Sichtkarton“ stehen bleibt, so dass die Kanten minimiert werden. Gut gemacht, mal schauen was die richtige Technik dafür wäre.

    Auf dem Foto sieht man auch sehr gut, dass bei dem oberen Frontteil die Beklebung leicht schief geraten ist. Mal sehen wie sich das später auswirkt.


    Kleber angesetzt und los gehts.... zum Glück erstmal Hirn eingeschaltet, denn
    - wie bekommt man die Räder rein wenn der Rahmen schon fertiggebaut ist. Geht bestimmt besser wenn die gleich beim Zusammenkleben mit eingebaut werden

    - ausserdem vielleicht die Frontseiten bestücken, die Teile lassen sich sicherlich viel besser verarbeiten wenn nicht das ganze Modell immer duch die Gegend zu wuchten ist?


    Also zunächst die Nietenfrage geklärt. Beim Bestellen hatte ich, wie oben bereits geschrieben, auch Nieten mitbestellt. Hatte mich für 0,8mm Nieten entschieden, weil ich das in einem 1:25 Eisenbahnmodellbaubericht gelesen hatte. In der Zwischenzeit sind mir aber doch Zweifel gekommen – das sind in der Realität mit 2cm Durchmesser schon eher kleine Nieten. Beim Größenvergleich sah es für die Kaufnieten noch ziemlich gut aus, aber nach dem Ausschneiden war irgendwie nur noch wenig von der Niete übrig. Und nachdem auch die dritte Niete nur noch ein undefinierbarer Papierfaser war, habe ich diesen Weg für mich erstmal abgehakt.

    Alternativen: Mininägel—zu groß und zu plumper Kopf. Stecknadeln: schöne Kopfform, eigentlich ideal. Schlussendlich bin ich aber bei ausgestanztem Tonkarton geblieben; der Aufwand jede Stecknadelniete abzuzwacken, ein Loch zu bohren und zu Lackieren ist mir die Sache nicht wert.

    Probekleben: zwischen der Leimwüste, trotz Auftragen mit Nadelkopf sehen die Nieten schon einigermaßen gut aus. Aber die Leimwüste (ok in der Realität fällts nicht wirklich auf, halt nur im Makro)?

    Mit einem kleinen Tupfer Wasserfarbe pro Niete und ein bisserl als Schmutz drumherum (braun -- nicht schwarz, Merke: ganz wichtige Modellbahneralterungserkenntnis: Dreck ist 50 Shades of Bräunlich, nur Öl ist schwarz!!) sieht das schon ziemlich gut aus. Die eine Niete die nur noch halbhoch ist, ist inzwischen korrigiert: das ist mit den Tonkartonnieten so ein Problem dass ich plötzlich nur noch die halbe Dicke am Karton habe und die andere am Zahnstocher klebt). Habe mir auch, Tip aus dem Forum, Schnellschleifgrund gekauft. Beugt das diesem Effekt vor??



    Soviel bis hierher, war eh schon wieder viel zuviel Text.

    Hallo allerseits,


    vielen Dank für die vielen aufmunternden Worte!
    bzgl. der Schriftarten ... da war mir gar nichts aufgefallen. Neugierig wie ich bin habe ich natürlich gleich nachgeschaut, aber ich finde der aktuelle Zustand ist gar nicht so schlecht getroffen. Das hier war eines meiner Lieblingsvergleichsbilder: strassenbahn-nr-222-am-19092004-19454.jpg (800×587) (bahnbilder.de). Das wollte Schreiber vermutlich auch darstellen.

    Früher war das mit Sicherheit eine andere Schrift, aber das ist dann vermutlich im Straßenbahnmuseum Stuttgart nicht angepasst worden.
    Aber dann käme natürlich Problem 2 zum Tragen -- keine Ahnung, wie bekommt man denn eine andere Schrift auf das Modell? Die einzige Variante in meinem Vorsstellungsvermögen ... sähe irgendwie "uffgebabbscht" aus wie man hier in der Gegend sagt (sprich die Schrift überkleben mit einer anderen -- Verschlimmbesserung aaaargh)? Das ganze Teil gleich beim Bau auswechseln wärs natürlich, aber dann stellt sich mir eine andere Frage: das ginge ggfs mit dem Laserdrucker, bloss sieht Laserdrucker nicht zuletzt vom Glanzgrad soviel anders aus als der Offsetdruck des Originalbogens: leidvoll erfahren bei der Proud Mary wo ich ein Teil total verschnitten habe, war zum Glück nur der Ständer. Tintenstrahler ist vielleicht ähnlicher aber auch nicht genau das Gleiche.
    Auf die Steilvorlage musste jetzt einfach anspringen weil sehr verwandt mit der Frage "Vollackierung oder nicht?", die ich beim neu begonnen Bau immer noch nicht endgültig entschieden habe [Thread fange ich demnächst an, Ihr seid herzlich eingeladen das dann dort mal mit mir auszudiskutieren]


    Anmerkung: Bei dem verlinkten Bild springt dem Betrachter die eigentlich notwendige Verbesserung förmlich entgegen, die ich nicht ausgeführt habe: die Sperrgitter zum Verschließen der Plattformen (damit die, die auf dem Bild unbedingt im Freien stehen müssen, nicht während der Fahrt runterfallen :wacko: ) -- In dem Zustand wie jetzt darf der nicht auf Strecke! Wenn ich mal besser Löten kann oder auch auf Papierfasergrößeschnitte runter bin vielleicht mal.


    Beste Grüße

    Nachdem ich zur Abwechselung mal wieder einen Kartonbausatz angefangen habe, habe ich mich einfach mal angemeldet und stelle ein paar Bilder ein. Der letzte Ausflug in den Kartonbau ist schon ein paar Jahre her; damals habe ich das Modell des Stuttgarter Trambahnwagens von Schreiber gebaut den ich einfach mal zeigen möchte.





    Schließlich gibt es nicht nur die bis auf die einzelne Papierfaser runtergehenden Unglaublichmodelle sondern auch solche die sich mit den Mitteln des Normalsterblichen bauen lassen. Es war mein zweites Kartonmodell (nach der Proud Mary von Schreiber); lediglich in den 80ern habe ich das AKW-Modell gebaut—das ist allerdings irgendwann einem Umzug zum Opfer gefallen. Faszinierend finde ich die tollen Konstal-Straßenbahnmodelle von Modelik -- aber realistisch bleiben, die sind erstmal weit über meinen Fähigkeiten.

    Muss da auch dem Besitzer des Ladens im Nachhinein dankbar sein in den ich nach einigem Stöbern hier im Forum gelatscht bin. Natürlich wollte ich auch so ein tolles HMV-Modell; der Rat doch erstmal mit was Einfacherem anzufangen war genau richtig. Schon bei der Straßenbahn gabs erste Fortschritte im Vergleich zum Schiff.


    Allerdings sind die Schreiber-Modelle an einigen Stellen aus meiner Sicht denn doch zu sehr vereinfacht und mit geringen Mitteln ist mehr draus zu machen. Das fällt (dem Modellbahner) eh auf und noch mehr beim Vergleich mit dem Vorbild. Der Stuttgarter Straßenbahnwagen hat den Vorteil dass er noch in Natura existiert und für Sonderfahrten eingesetzt wird. Es finden sich also viele Bilder im Netz aus denen sich gute Inspirationen ableiten lassen. Baue allerdings wie mir gefällt, es muss nicht sklavisch Vorbildgetreu sein. Echte Profis wären sicherlich nach Stuttgart zum Straßenbahnmuseum gefahren und hätten den Wagen in Natura angeschaut…bin aber kein echter Profi.





    An den Plattformen sind die Stangen aus Draht und auch die Haltegriffe sind ergänzt. Letzteres habe ich leider zu spät überlegt, da war die Außenhaut schon aufgeklebt und ich musste von der Kante her ein Loch bohren. Einfach eine Aussparrung in die Kartonseele und dann erste die Außenbeplankung aufkleben wäre viel einfacher gewesen …. aber warum einfach wenn es auch kompliziert geht?.

    Na gut, ich muss zugeben, eigentlich war die Griffstange ja der Ansatzpunkt für Veränderungen überhaupt. Schließlich bin ich in der Zeit modellbahnerisch sozialisiert als die angespritzten Griffstangen durch die freistehenden ersetzt wurden... dann kamen ja die freistehenden Scheibenwischer, die geätzten und durchbrochenen Trittstufen und Dachläufe, die Metallräder bei Dampfloks...


    An den Fenstern zum Fahrgastraum sind jeweils 3 kleine Metallstangen ergänzt, das waren glaube ich urspünglich Stecknadeln von einem Hemdenkauf. Unter dem Dach den Plattform noch die Lederbänder für die Klingel aus Tonkartonstreifchen.


    Am Fahrpult finde ich die 2-dimensionalen Fahrschalter und den Weichenumsteller primitiv, sind sie doch sehr prominent. Die sind ersetzt durch Kupferadern aus einem Haus-Elektrokabel. Das Material lässt sich sehr gut biegen und mit einem Hämmerchen auch plattklopfen. Sieht m.E. wesentlich weniger spielzeughaft aus als der Originalbausatz.


    Wovon ich leider erst zu spät gelesen habe ist der Tablettenverpackungstrick für den Bau der Frontscheinwerfer. Dann wären die auch noch wesentlich plastischer geworden.



    Die Plattformen sind darüber hinaus mit Tonkartonstreifen „beplankt“. Sieht man kaum, obwohl, das Original wäre nicht wirklich schön gewesen.



    Im Fahrgestellbereich zunächst einige Nieten ergänzt, das wertet das Modell schön auf. Sind einfach ausgestanzte Tonkartonteile, eigentlich aber noch zu flach.

    Besonders störend fand ich die lediglich 2-dimensionalen Blattfederpakete, die habe ich 3-dimensional aus zusammengeklebten Papierstreifen zusammengeschustert. Und die Schraubfeder-„Röhren“ des originalen Modells sind durch gerollte Litze (Isolierung drangelassen) ersetzt. Im Original gibt’s noch einen (Elekro?)Kasten mit ein paar Leitungen, den habe ich ergänzt. Das Modell hat auch noch ein paar Bremsbacken bekommen, aber die sind nicht wirklich sichtbar


    Im Inneren habe ich Vorhänge angebracht, die hat der Wagen im Museum ebenfalls. Hier habe ich lediglich eine perfekt gebügelte Variante hinbekommen – der Wagen wird vermutlich gerade für eine Sonderfahrt mit dem Straßenbahnvorstand hübsch gemacht. In der (Museums-)Realität sind die Vorhänge irgendwie zusammengerollt – keine Idee wie sich das hätte umsetzen lassen ohne das es nach Röhre aussieht.


    Auch habe ich Halteschlaufen zum Festhalten während der Fahrt eingezogen. Im Original sind das lediglich 2 durchgehende Lederbänder, allerdings wären diese von Außen überhaupt nicht sichtbar gewesen. Insofern eine bewußte Abweichung vom Vorbild – einfach wie es gefällt.




    Auf dem Dach habe ich die oberen Abdeckhauben „geöffnet“, d.h. statt des geschlossenen schwarzen Kastens einfach nur die obere Blechabdeckung gebaut, so ergibt sich ein schöner Durchblick . Ich denke unter den Abdeckungen sind beim Vorbild Bremswiderstände (die Bremsenergie in Wärme umwandeln). Das habe ich frei Schnauze mit irgendeinem schwarzen Plastiknetz angedeutet, war glaube ich im Vorleben mal Teppichrutschstop und die Haltepfosten waren Bügelperlen (dass das unlackiertes Plastik ist fällt in der Realität nicht auf). Aus Modellbahnlitze gabs zusätzlich noch einen Griff für jede Abdeckhaube.


    Eine völlige Fehlkonstruktion ist der Lyrabügel (vulgo: Stromabnehmer). Der ist in der vorliegenden Form als flaches Papierteil ohne weitere Verstärkungen viel zu labbelig, insofern habe ich mir eine Schablone aus Karton gebaut und daran einen Draht angepasst. Ist das erste Mal dass ich bei einem Schreiber-Bogen ein wirklich nicht baubares Teil gesehen habe (aber mit insgesamt 3 gebauten Modellen lässt sich auch nicht von einer repräsentativen Stichprobe reden)


    Summa summarum ein schönes Modell – auch wenn es Schreiber-Stufe 3 ist bekommt man es als Laie mit einiger Sorgfalt beim Bau doch gut hin. Und ein paar kleine Stücke Draht werten es ungemein auf, denn im Original gebaut an einigen Stellen zu spielzeughaft.