Posts by nolting

    Auf die Aufbauten habe ich das nächste Deck gelegt. Dabei stellte ich fest, dass dieses Deck etwas stärker gekrümmt ist. Da habe ich wohl die Papierstärke und die Falze nicht richtig berücksichtigt. Ich nehme mal an, das ist ein typischer Anfängerfehler. Ich baue jetzt mal weiter, schauen wir mal, wie es sich später auf das Gesamtbild auswirkt.



    Am Heck steht ein weiteres Deckshaus. Für die Geländer und Treppen nehme ich standard-Lasercut Teile vom HMV Verlag (Reling 1:250, 3 Durchzüge, Höhe 1,2m (4,8mm) und Niedergänge 30° 1:250 weiß mit braunen Stufen).


    Die Rettungsringe habe ich auf Fotos gesehen und selbstverständlich im Modell auch aufgehängt.



    Auf einigen Fotos, aber nicht auf allen, steht auf dem Deckshaus am Heck noch ein weiteres Häuschen. Da die Fotos zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen wurden, vermute ich, das Häuschen wurde irgendwann hinzugebaut oder weggenommen. Ich habe es in meinem Modell aufgestellt.


    Weiter geht es mit dem Bau. Als nächstes habe ich das Boots-Deck hinzugefügt und weitere Aufbauten aufgesetzt.



    Auch auf dem Bootsdeck habe ich Bänke aufgestellt.


     


    Die Bordwände habe ich manuell „abgewickelt“. Dazu habe ich zuerst das Spantengerüst gebaut und dann darauf Papierstreifen gelegt, die ich mit einem weichen Bleistift angerissen und dann passend zurechtgeschnitten habe. Wenn der Papierstreifen dann passte, habe ich ihn eingescannt und dann im Grafikprogramm auf die richtige Größe gezogen (gemessen an der Höhe der Bordwand) und dann darauf die Linien gezeichnet. Anschließend habe ich den Scann entfernt und die Flächen zwischen den Linien ausgemalt. In dem Screenshot unten sieht ihr den gescannten Papierstreifen vom Heck und darunter das fertige Teil.



    Für die Position der Bullaugen und Bordwandstützen habe ich wieder ein Original-Foto hinterlegt.


    Beim Zusammenbau des Spantengerüsts habe ich bemerkt, dass sich einige Klebelaschen überlappen. Ich denke mal, das ist nicht weiter tragisch. Mal sehen, vielleicht ändere ich das noch im finalen Bogen.


    Weiter geht es mit den Bordwänden. Die Zier am Bug habe ich aus dem gescannten Plakat entnommen und in der Grafik der Bordwand eingefügt.



    Im Heckbereich habe ich genügend Redundanz hinzugefügt, so dass sich das Dampferheck problemlos formen lässt. Ich bin richtig stolz, wie gut es geworden ist.



    Von der Heckzier habe ich leider kein Foto und so habe ich sie selber frei gestaltet. Dazu habe ich die Zier-Elemente vom Bug aus dem Plakat wiederverwendet.


    Leider strandete die Cap Frio im Jahr 1908 von Bahia (Brasilien) aus kommend in einem Sturm ganz in der Nähe des Leuchtturms von Barra. Da der Dampfer bereits mit der damals brandneuen Funktechnik ausgestattet war, konnte schnell Hilfe gerufen werden und kein Mensch kam bei der Havarie zu Schaden. Nur das Schiff konnte nicht wieder freigeschleppt werden und wurde zum Totalschaden. Das Wrack ist heute ein beliebtes Taucher-Ziel, es liegt in der Nähe der Küste in geringer Tiefe.


    Dieses YouTube Video zeigt viele alte Fotos, Infos zum Schiff (auf portugisiesch) und Bilder vom Wrack:

    SS CAP FRIO - NAUFRÁGIO EM SALVADOR
    Enjoy the videos and music you love, upload original content, and share it all with friends, family, and the world on YouTube.
    www.youtube.com

    Hallo Manfred,


    ich verwende das kostenfreie LibreOffice Draw unter Linux.



    Hier auf dem Forum werden ja immer mal wieder Fragen zur Konstruktion gestellt. Also ich bin so vorgegangen: In das Grafikprogramm habe ich ein Foto des Dampfers eingefügt und dann auf die maßstabsgetreue Größe gezogen, hier 125,40m im Original == 50,16cm im Modell. Dann habe ich direkt auf dem Foto gezeichnet. In dem Screenshot oben sieht man den rot eingezeichneten Mittelspant für den vorderen Teil und den orange eingezeichneten Mittelspant für den hinteren Teil des Schiffs (Anmerkung: die ganze Länge passt nicht auf ein DinA4 Blatt).

    Außerdem kann ich mit dieser Methode die Lage der Bullaugen, Fenster, Türen, Lüfter, und anderer Details direkt übertragen.

    Hallo Zaphod,

    mein Modell habe ich anhand von Fotos der Cap Frio und auch von ihrem Schwesterschiff Cap Verde entwickelt. Wie ich anfangs schon erwähnte, handelt es sich um ein Semi-Scale-Model.

    Viele Grüße,

    Frank

    Beim Stöbern im Internet fand ich heraus, dass es zwei Versionen des Posters gibt, eine mit Text in Deutsch und die andere auf Portugiesisch. Interessanterweise weht auf dem deutschen Plakat am vorderen Mast die Schwarz-Weiß-Rote Reichsflagge und beim portugiesischen Plakat die Flagge Hamburgs, ansonsten gibt es außer dem Text keine weiteren Unterschiede. Da am vorderen Mast üblicherweise die Gastland-Flagge gehisst wird, ist der Dampfer auf den Plakaten offenbar auf Heimatkurs. Vielleicht setze ich in meinem Modell dort die Reichspost-Flagge (Gösch der Postschiffe), oder die Flagge von Brasilien. Was meint Ihr?



    Für den Rumpf hat mein Bastelbogen ein bewährte Spantengerüst.



    Auf die Spanten setze ich zunächst das Deck und die Wände der Aufbauten auf dem Hauptdeck.



    Eine kleine gusseiserne Bank habe ich jeweils an STB und BB auch noch aufgestellt. Und die Rettungsringe fehlen natürlich auch nicht.


    Liebe Bastelfreunde,


    seit vielen Jahren hängt bei mir ein wunderschönes Plakat vom Dampfer „Cap Frio“ der Hamburg Süd-Amerikanischen Dampfschifffahrts Gesellschaft an der Wand, der 1899 vom Stapel lief.

    Das Plakat wirbt für einen regelmäßigen Post-(Dampfer)-Dienst zwischen Hamburg und Südamerika über die Häfen von Brasilien. Es gibt Ärzte und Zimmermädchen an Bord. Gute Küche. Hervorragende Steuerung und elektrische Beleuchtung.



    Seitdem ich dieses Plakat besitze, habe ich den Wunsch, dieses bildschöne Schiff als Modell bauen. Und jetzt endlich, nach meiner ersten erfolgreichen Eigenkonstruktion des Dampfers Brooklin, habe ich den Mut gefasst und mir die Zeit genommen, einen Bastelbogen für die Cap Frio zu erstellen.



    In diesem Beitrag hier will ich meinen Kontrollbau ganz ehrlich dokumentieren.

    Bei meiner Version der Cap Frio handelt es sich übrigens um ein Semi-Scale-Model, also einem sehr vorbildähnlichen Modell. Bei meinen Recherchen habe ich herausgefunden, dass der Original-Dampfer in einigen Details nicht mit dem gemalten Schiffsplakat übereinstimmt. Nun hängt mein Herz aber an dem Plakat, und so habe ich den Bastelbogen näher am Plakat gehalten.


    Demnächst mehr von der Cap Frio ...

    Hallo Kurt,


    auf Marinetraffic.com habe gesehen, dass die Yacht trotz ihren hohen Alters immer noch in Fahrt ist. Von Gibraltar kommend kreuzt zur Zeit in der Karibik:

    Ship CHRISTINA O (Passenger Ship) Registered in Malta - Vessel details, Current position and Voyage information - IMO 8963818, MMSI 248383000, Call sign 9HA2344
    Vessel CHRISTINA O is a Passenger Ship, Registered in Malta. Discover the vessel's particulars, including capacity, machinery, photos and ownership. Get the…
    www.marinetraffic.com

    Auf dieser Webseite findest Du auch ganz viele Fotos, die Dir vielleicht beim Bau helfen.


    Die Geschichte dieder Megayacht ist ja total spannend: https://de.wikipedia.org/wiki/Christina_O


    Viel Spaß beim Bau!

    Frank

    Hallo Helmut,

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem fantastischen Modell. Und auch einen ganz herzlichen Dank für diesen wunderbaren Baubericht. Ich habe ihn mit Begeisterung gelesen und mich jedesmal auf die neuen Beiträge von Dir gefreut. Das war nicht nur ein reiner Baubericht, sondern Du hast noch so viel interessante Hintergrundinformationen zu dem Original mitgeliefert, dass es eine Freude war, Deine Arbeit zu verfolgen. Das ist nicht zu toppen.

    Viele Grüße,

    Frank

    Der Lotsenschoner Groden wurde vor vielen Jahren hier auf dem Forum schon mal vorgestellt, aber weil der Bastelbogen so schön ist, möchte ich auch ein paar Fotos von meinem Modell hier zeigen. Den Bogen hatte ich letztes Jahr bei der Kartonausstellung in München beim Konstrukteur höchst persönlich erworben.



    Die Arbeit an dem Modell hat mir sehr viel Freude gemacht. Anfangs wollte ich das Rigg ja vereinfacht bauen, aber dann hat es mir dann doch so viel Spaß gemacht und der Ehrgeiz getrieben, dass ich jedes einzelne Tau, wie in der Bauanleitung beschrieben, modelliert habe.


    Fazit:


    Es hat mir einen riesigen Spaß gemacht, dieses wunderbare Modell zusammenzubauen! Und das Ergebnis spricht für sich.



    Bis auf ganz wenige Elemente (geschlossenes Maschinenraum-Oberlicht und zum Heck geöffneter Niedergang) habe ich das Schiff so gebaut, wie es der Bogen vorgegeben hat. Gut, die Kanten habe ich geschwärzt, aber das war auch damals möglich gewesen.


    Der Konstrukteur hätte sich bestimmt nicht träumen lassen, dass sein Bastelbogen nach mehr als 130 Jahren immer noch so viel Freude beim Basteln macht.


    Für mich war es faszinierend zu erkennen, welche raffinierten Tricks angewendet wurden, damit das gesamte Schiff mit all seinen wunderschönen Details auf eine einzige Seite passt. Meine Hochachtung!



    Der Bau selbst empfand ich nicht besonders schwer. Klar, man braucht eine Pinzette und eine feine Schere und man muss beim Ausschneiden gut aufpassen, dass man nicht versehentlich in ein anderes Bauteil hineinschneidet, denn die Teile liegen auf dem Bogen sehr eng beieinander. Aber alles gut machbar. Und ganz ohne Textanleitung.


    Und dann ist auch noch das Schiff selber und die Zeit, in der es fuhr und in der der Bastelbogen dazu entstand, sehr spannend. Es war die Zeit des Übergangs von den reinen Segelschiffen zu den Dampfschiffen. Ein faszinierendes Zeitzeugnis.


    Die Cérès – Frégate à Vapeur bekommt einen Ehrenplatz bei mir in der Vitrine.

    Hallo Ihr Lieben,


    herzlichen dank für die netten Worte!

    Der Bastelbogen bietet auch noch eine kleine Wasserfläche, die auf vier kleinen Stelzen steht und Aussparungen für die Schaufelräder hat.



    Aber ich habe die Fregatte nicht auf dem Wasser festgeklebt, sondern nur für ein paar Fotos daraufgestellt. Mir gefällt das Modell ohne Wasser besser.


    Für die Takelage habe ich Kupferdraht genommen, das gibt den dünnen und filigranen Masten noch einen zusätzlichen Halt und Stabilität. Fäden zu spannen wäre außerdem wesentlich aufwändiger gewesen. Die Drähte für das „stehende Gut“ habe ich mit einem Edding-Stift schwarz gefärbt, die Drähte für das „laufende Gut“ habe ich kupferfarben belassen.



    Die Dampffregatte ist wunderschön geworden. Hier habe ich ganz viele Impressionen für Euch.


    Jetzt sind nicht mehr viele Teile übrig. Der Bau neiget sich langsam dem Ende zu. Es fehlen noch die Masten. Diese sind recht filigran und flach und werden aus zwei spiegelverkehrt gedruckten Seiten zusammengeklebt. An jedem der drei Masten ist allerdings eine Baum-Hälfte als separates Teil aufzukleben.



    Auf dem Bogen finden sich aber vier Baum-Hälften. Da hat sich der Konstrukteur beim Platzieren der Teile auf dem Bogen wohl vertan. Bei dem Gewusel auf dem Bastelbogen ist das kein Wunder. Aber besser einer zu viel, als einer zu wenig.



    Die Rahen sind durchnummeriert, ebenso die Klebelaschen an den Masten. Die Rahen bestehen auch jeweils aus einer Vor- und einer Rückseite, die aneinandergeklebt werden. Da alle Rahen unterschiedlich lang sind, lässt sich das Gegenstück schnell finden.


    Die beiden Gangways, die von den Radkästen herunterführen, habe ich mit Streifen links und rechts mit Kopien von Decksplanken verstärkt. Danach habe ich die Kanonen gerollt und an die Bordwände geklebt. Das werden wahrscheinlich die ersten Teile sein, die mit der Zeit verloren gehen werden. Die Kanonen sehen aber supergut aus.



    Vielleicht sollte ich noch Geschützpforten/Klappen hinzufügen, was meint Ihr? Die sind im Originalbogen aber nicht vorgesehen.



    Hallo Lars,


    Deinen Baubericht verfolge ich schon einige Zeit und bin ganz begeistert, denn das Schiff kenne ich aus dem Schiffsimulator "ShipSim Extreme". Dort heißt der Schwergutfrachter allerdings "Agile Solution", es ist aber eindeutig das selbe Schiff. Vielleicht kennst Du dieses PC Spiel ja bereits. Die meisten Details, die Du so liebevoll baust, findest Du auch im digitalen Modell. In dem Schiffssimulator kannst Du das Schiff selber steuern und darauf herumlaufen. Vielleicht ist das ja was für Dich...

    Auf YouTube gibt es ein Video von einem User, der den Frachter im "ShipSim Extreme" vorstellt, hier der Link https://www.youtube.com/watch?v=deuRvhkQXQU.

    Der Schiffsimulator ist aus dem Jahr 2010, aber er ist immernoch erhältlich (https://shipsim.com/products/shipsimulatorextremes) und läuft auch auf neueren Windows Versionen.


    Viele Grüße,

    Frank

    Als nächstes habe ich die Brücke, die Niedergänge und die Reling hinzugefügt. Auf dem Bogen gibt es eine separate Reling-Rückseite, die ist allerdings etwas zu kurz. Ich habe sie dann noch ein zweites Mal gedruckt, um die nichtbedeckten Stellen zu ergänzen. Im Vergleich zum Schanzkleid ist die Reling allerdings recht niedrig.



    Die Niedergänge am Bug haben auf dem Bastelbogen keine Geländer. Das ist offenbar wieder ein Kompromiss wegen Platzmangel auf dem Bastelbogen. Einfache Leitern fand ich aber nicht ganz so passend, also habe die Niedergänge vom Heck kopiert und um ein paar Sprossen gekürzt, damit sie passen, denn der Heckaufbau ist etwas höher.



    Den Bugspriet mit der Gallionsfigur habe ich als nächstes zusammengeklebt und angebracht.


    Die Schaufelräder mit Achse und Schaufeln sind auch ganz leicht zu bauen. Die Rückseite der Räder und der Schaufeln habe ich rot angemalt.



    Zuerst dachte ich die schwarzen Rechtecke auf dem Bogen sind die Schaufelrückseiten. Es gibt nämlich genau so viele schwarze Rechtecke wie rote Schaufelblätter.



    Doch dann habe ich auf dem Bogen eine kleine Skizze (Fig 1) gefunden und damit war mir daraufhin klar: die schwarzen Rechtecke bilden zusammengerollt die Kanonen.


    Das Maschinenraum-Oberlicht habe ich wie oben schon erwähnt nicht so gebaut, wie es sich der Konstrukteur gedacht hatte. Als ich mir den Scan des Bastelbogens später noch einmal genauer angesehen habe, sind mir nämlich die Winkel der Knicklinien in den vier Stützen aufgefallen. Sie bilden ein V.



    Das Maschinenraum-Oberlicht ist also geöffnet! In meinem Nachbau (auf einfachem Papier gedruckt) seht Ihr, wie es hätte sein sollen:



    In diesem Zustand fällt dann auch gar nicht auf, dass die Abdeckung eigentlich zu klein ist, um den Kasten vollständig zu verschließen. Ich denke mal, dass der Konstrukteur diesen optischen Trick angewendet hat, weil auf dem Bogen nicht genug Platz für Klappen in richtiger Größe zur Verfügung steht. Wie ich schon gesagt, das ganze Schiff musste auf einen einzigen Bogen passen. Raffiniert!


    Aber bei mir ist das Oberlicht geschlossen und bleibt jetzt auch so.

    Eine weitere Veränderung habe ich beim Niedergang vorgenommen. Laut Markierungen auf dem Deck ist der Niedergang nach vorne zum Bug hin geöffnet. Das halte ich aber für unrealistisch, denn das Spritzwasser vom Bug und die Gischt würden so leicht ins Schiffsinnere gelangen. Ich bin mir sicher, der Niedergang war nach hinten zum Heck hin geöffnet, und so habe ich ihn dann auch aufgesetzt.



    Beim Heckaufbau gibt es eine Besonderheit. Die backborseitige Innenseite des Schanzkleids ist ein separates Einzelteil. An Steuerbord klappt man es einfach um. Vermutlich hätte ein umzuklappendes Backbordteil zu viel Platz auf dem Bogen weggenommen. Das ganze Schiff sollte ja auf einen einzigen Bogen passen. Also wurde es als separates Einzelteil woanders hingesetzt. Ich habe das Teil an seiner Farbe und der Größe aber sehr schnell gefunden und erkannt.



    Fortsetzung folgt…

    Liebe Kartonmodellbaufreunde,


    Der Bastelbogen der Cérès wurde von Pellerin vor 1888 als N°82 gedruckt und ist dann nach 1888 als N°290 unter neuem Firmennamen der L’Imagerie d’Epinal erschienen.

    Als ich den Bastelbogen und speziell das Vorschaubild sah, wusste ich: diesen Raddampfer (Dampf-Fregatte) muss ich bauen.



    Der Bastelbogen sieht auf den ersten Blick ziemlich wild und kompliziert aus, denn sämtliche Teile sind auf einem einzigen Bogen platziert. Da muss der Konstrukteur lange daran getüftelt und geschoben haben – meine Hochachtung! Aber bei genauer Betrachtung lassen sich die einzelnen Bauteile und deren Zusammenbau leicht erkennen. Zumindest für mich, vielleicht habe auch nur ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen oder schon so viele Schiffe gebaut. Aber diese „Grande Construction“ (zu Deutsch: große Konstruktion) ist nicht besonders schwer und eine Anleitung nicht nötig. Es gibt auf dem Bogen ein paar Kommentare zu einzelnen Teilen, die habe ich gar nicht gelesen bzw. übersetzt.


    Der Scan, den ich bekommen habe, hat leider keine hohe Auflösung, und so habe ich den Bogen auf DIN A4 gedruckt. Für dieses Format reicht die Auflösung prima aus und lässt sich noch gut bauen. Den Maßstab muss ich noch berechnen, entweder anhand der Größe der vorhandenen Besatzungsmitglieder oder mit den Maßen des Original-Vorbilds. Doch die konnte ich bisher nicht finden. Es handelt sich bei dem Schiff vermutlich um die Fregatte Cérès der Französischen Marine, die 1857 in Lorient vom Stapel lief und 1884 aus dem Schiffsregister gestrichen wurde. Doch das sind die einzigen Informationen, die ich bisher im Netz finden konnte. Vielleicht habt Ihr ja noch ein paar Hinweise für mich.


    Begonnen habe ich mit dem Rumpf. Dieser besteht aus zwei Bordwänden und dem Hauptdeck.



    Bei der Abdeckung für den Maschinenraum musste ich feststellen, dass das Dach zwar von der Länge passt, es aber nicht breit genug ist. Kurzerhand habe ich den Kasten umgedreht und die Klebelaschen, mit denen der Kasten auf das Deck geklebt werden sollte nach innen gebogen und das Dach flach daraufgesetzt. Den Kasten habe ich dann stumpf auf das Deck geklebt.



    Erst viel später ist mir klar geworden, wie es sich der Konstrukteur eigentlich gedacht hatte. Doch dazu später mehr.

    Leider sind die Herren vom Sägewerk nur einseitig bedruckt und auch der Standfuß viel zu klein, dass sie von alleine stehen könnten. Also habe ich die Figuren noch einmal gespiegelt kopiert und dann beide Hälften aneinandergeklebt. So sieht man durch jedes Fenster bedruckte Arbeiter und keine weißen Silhouetten.



    Das Dach habe ich ganz zum Schluss aufgesetzt.


    Ein sehr schönes und nettes Modell. Es macht wirklich Spaß, diese alten Bögen zu bauen.

    Das Gebäude und der Schornstein werden aus wenigen Teilen zusammengesetzt und ist auch für jemanden mit wenig Erfahrung einfach und relativ schnell zu bauen. Der Bogen ist ganz offenbar für Kinder gedacht. In der Anleitung auf Französisch steht, dass man die gestrichelten Linien nach hinten und die Linien mit einem X nach vorne knicken soll. Außerdem sind die schwarzen Flächen, also die Fenster, auszuschneiden. Die Achse mit Kurbel soll man aus einem Eisendraht biegen und durch die Punkt-Markierungen stecken. Auf dem Bogen gibt es extra eine Schablone für die Drahtkurbel. Doch Achtung: Die aufgedruckte Schablone ist zu kurz!

    Ich habe den Draht außerdem am anderen Ende auch noch einmal umgeknickt, damit die Achse nicht herausfallen kann.


    Und wie immer empfiehlt es sich, die Knickkannten mit einem stumpfen Messer vorzuritzen.


    Liebe Bastelfreunde,


    mein zweiter Beitrag zum Pellerin Buch ist die SCIERIE A VAPEUR (N° 1173), zu Deutsch „Dampfsägewerk“. Das Modell ist angelehnt an ein Industriegebäude mit großen Fenstern und einem schönen Schornstein. Der Clou ist, das Modell besitzt eine simple Mechanik. Auf einer Ache mit einer Kurbel dreht sich ein Sägeblatt und ein großes Treibrad.


    Das Modell weicht ganz leicht vom Original ab. Die Dächer der Seitenflügel sind etwas zu spitz und außerdem hat die Fassade im Modell zu viele Bögen. Aber das macht nichts. Interessanterweise stimmen Dachwinkel und die Anzahl der Bögen im Vorschaubild mit dem Original überein.



    Es hat mir einen sehr großen Spaß gemacht, dieses Modell zu bauen. Das Ergebnis sieht fabelhaft aus. Am liebsten würde ich noch den hinteren Teil des Bahnhofs mit der großen Halle und den Bahnsteigen bauen, wenn es sie gäbe. Auch die umherliegenden Gebäude wären bestimmt sehr reizvoll.

    Die Fassaden des Bahnhofs ist sehr schön gemalt und koloriert. Ich habe sie so belassen, wie sie sind und nicht weiter verfeinert. Man könnte aber alle schwarzen Bögen im Erdgeschoss und die Segmente des großen Bogenfensters ausschneiden.


    Die Lage der Schornsteine ist nicht auf den Dächern markiert. Aber aus dem Vorschaubild (Élévation) geht hervor, wo die sie hin müssen. Wem die Schornsteine zu kniffelig sind, der kann sie auch weglassen.


    Dieser wunderschöne Bastelbogen hat nur wenige Teile und lässt sich ganz einfach und relativ schnell zusammenbauen, ist also auch für Anfänger und Kinder sehr gut geeignet. Eine Anleitung ist nicht nötig, die gibt es auch gar nicht.


    Ich empfehle, die Wände der drei Gebäudeteile um die Dächer herumzukleben, bei den beiden Seitenflügel also zuerst die Dächer fertigstellen und dann die Seitenwände darum befestigen.


    Liebe Bastelfreunde,


    Mit dem Bau des GARE DE L’EST à Paris (N° 887) beteilige ich mich ebenfalls an dem Pellerin Buch. Letztes Jahr bin ich mit dem Zug über den Gare de l’Est in die französischen Hauptstadt gefahren und habe in einem kleinen Hotel gegenüber übernachtet, deswegen habe ich auch noch einen ganz besonderen Bezug zu diesem Modell.