Posts by Jens

    Deine vorstehende Aussage zeigt mir, daß du in der Welt der Kartonmodellkonstruktion bisher keinen Blick hinter die Kulissen geworfen hast.


    Ich kenne einige Konstrukteure und habe für die AGK_hefte zum Beispiel zwei Berichte über Peter Gierhardt geschrieben, der einen tiefen Einblick in seine Arbeit gegeben hat und mit dem ich mich mehrere Male persönlich ausgetauscht habe. Der zweite handelte von modernen Konstruktionstechniken und Texturen (AGK 13). Allein von seinen Arbeiten kann Tabernacki lernen, das habe ich mehrfach deutlich gemacht. Auch Thomas Pl… ist mir kein Unbekannter und ich weiß, dass man mit Kartonmodellbau-Konstruktionen kein Millionär wird. Ich bleibe aber bei meiner Überzeugung, dass man dennoch bei jeder Konstruktion genügend Sorgfalt in eine Textur legen kann, ohne dass die Macken sofort auffallen.


    Jedoch bin ich ganz sicher, daß die Kartonmodellentwickler mit viel Freude und Einsatz versuchen eine bestmögliche Leistung abzugeben.


    Davon ist auszugehen. Leider überzeugen mich manche Konstruktionen dann vielfach als gestaltete Bogen oder als gebautes Modell nicht so sehr, als dass man echtes Herzblut darin erkennen könnte.


    Denn so ein Verriß macht einen bitter.


    Ganz ehrlich: Tabernacki hat früher mit seinen handkolorierten Modellen wie Frauenkirche Dresden oder Hamburger Michel tolle Arbeiten abgeliefert. Diese Qualität hat mit seinen fotorealistischen Konstruktionen etwas nachgelassen und deswegen muss man auch mit Kritik leben. Vielleicht bewegt sich ja das eine oder andere doch noch in eine neue Richtung.


    Wer High-End möchte kann doch in die Konstruktion einsteigen. Nich, Jens!


    Wenn ich konstruieren könnte, würde ich das gerne machen. Wirklich gerne, z. B. hier aus Hannover gibt es noch immer keine Modelle wie z. B. das Neue Rathaus oder die verwinkelte NordLB. Hingegen bin ich mit Photoshop so versiert, dass mir halt Texturspiegelungen oder sichtbare Stempel-Wiederholungen nie passieren würden. :D Wie manche nachsehen können, ist auf meinem Mist z. B. die Bearbeitung der Mittelalterlichen Kleinstadt von Siegmund (AGK) oder der Knirpsenstadt (AGK) gewachsen. Kritik zur Bildbearbeitung oder Gestaltung dazu nehme ich gerne an.

    Ob, lieber Jens, Herr Tabernacki willens und in der Lage ist - Vorgaben zu Entwicklungszeiten, Seitenzahlen und Kosten der Bogen-
    von seiner Gewohnheit abzuweichen, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Lieber Adolf,
    ich kenne solche Vorgaben als Laie natürlich nicht, aber ich denke, dass man als Konstrukteur genügend Zeit hat, seine Konstruktion und die dazugehörige Textur ordentlich auszuarbeiten, ohne schluderig zu werden. Was also ist das „Problem” (meinerseits) mit den neueren Tabernacki-Modellen?
    Das erste ist die Konstruktion an sich, bei der er versucht, den Spagat zwischen einfachem Bauen und Superungen versucht, aber nie richtig erreicht. Bei der Kreuzenstein ist das z. B. gründlich misslungen, wenn Du meinen Baubericht in diesem Forum verfolgt hast. Ich wünschte mir, dass er wieder zu den detaillierten Ausarbeitungen zurückkehrt, die er etwas beim Hamburger Michel und der Frauenkirche an den Tag gelegt hat. Auch bei der Marksburg gähnen etwa leere Fensterlöcher in schwarz in den Mauern, wo ich mir gewünscht hätte, dass er Möglichkeiten und Zusatzteile anbietet, um diese gesupert auszuarbeiten. Der prominente Laubengang der Burg Kreuzenstein ist das beste Beispiel dafür, denn hier wird nur eine flache Tapete angeboten. Und wie schon in meinem Bericht beschrieben ist die perspektivische und konstruktive Ausarbeitung der gotischen Außenerker im Palas ein Desaster, so kann man prominente Teile nicht gestalten, wenn sie dermaßen viele Perspektivfehler aufweisen.
    Nicht zuletzt muss sich Tabernacki auch von den Graupappen-Zwischendecken verabschieden, die eine überflüssige Schwerstarbeit darstellen und dennoch mit ihren grauen ungefärbten dicken Kanten so manches Dach verschandeln. Als Grundboden oder Zwischenböden sind sie legitim (toll z. B. bei seinem Neuschwanstein), aber für Dachböden noch so kleine Deckel oder gar runde Teile aus dicker Pappe aussägen zu müssen fehlt mir das Verständnis – hier ist wieder die Balance aus „einfach” und „zu diffizil” im Ungleichgewicht.
    Nun zu den Texturen, da habe ich mich schon sehr oft drüber aufgeregt und dies auch beschrieben. Schau Dir bitte den ebenfalls prominenten Berghang der Kriebstein an, den ich mit den orangen Pfeilen verziert habe. Oben rechts stoßen zwei Mauerteile zusammen, dort ist etwas Grün mit dabei – und das Grün spiegelt sich unbearbeitet einfach über die vertikale Kante und bildet so eine Art „Rorschach-Muster” (gespiegelte Bilder). So was darf nicht sein, hier muss der Konstrukteur aufpassen, dass sich durch aneinanderstoßende Teile keine Spiegelungen ergeben. Und genau das tut Tabernacki nicht mehr. Dass in manchen Texturen ebenfalls Wiederholungen oder sichtbare Spiegelachsen blühen, signalisiert mir nur leider Faulheit bei der Bildbearbeitung. Man kann solche Spiegelungen oder Wiederholungen mit Photoshop etc. sehr wohl genügend und präzise weiter zukaschieren und mit Stempelei aus anderen vorhanden Texturen verwischen. Und das dauert mit etwas Geschick nur noch wenige Minuten.
    Außerdem ist Tabernacki nach wie vor der Meister der „tanzenden Fenster”. Man sieht immer, von wo aus er die Fenster fotografiert hat, mal von unten links, mal von oben rechts, und seine unbearbeiteten Fenster verraten all diese Fehler durch die falschen Anblicke unter die Simse und auf Fensterbänke (sofern man sie sieht). Er möge bitte beim Kollegen Peter Gierhardt Nachhilfe nehmen oder meinen Artikel im AGK-Heft 13 über diese Problematiken nachlesen, denn auch hier geht mit Photoshop einiges zu entzerren oder zu verbessern.
    Seine Konstruktion ist sicherlich passgenau, aber auch bei der Kriebstein haben mich die Dächer sprachlos gemacht, denn diese mit vielen diagonalen Falzlinien verunzierten Mehrfachzacken sind alles andere als schön anzusehen oder gar dem Vorbild gerecht. Da hat er kein Vertrauen in die Biegbarkeit des Materials und hätte durchaus einige Falze weglassen können. Was mich weiterhin stört ist, dass Tabernacki seitenweise Leermaterial missbraucht, um hunderte von Baustufenbildern zu platzieren, wo ein paar wenige gute Explosionsskizzen auf maximal zwei Bogen oder in Weißteilen vollkommen ausgereicht hätten. Vorbild dafür sollte Siegmunds Burg Eltz sein oder die sparsamen und dennoch übersichtlichen Skizzen von Peter Gierhardt. Mich hat es abgetörnt, bei der Kreuzenstein erst drei oder vier Bogen weißes Bildermaterial durchblättern zu müssen, ehe man zu den eigentlichen Teilen kommt. Die Verschwendung von Weißteilen ist ein weiterer Aspekt, wo es Tabernacki in den letzten Jahren leider etwas ausufernd wuchern lässt.


    Ich vermute einmal, daß er diesen Baubericht gar nicht zur Kenntnis genommen hat und so deine in gewisser Weise berechtigte Kritik ins Leere stößt.


    Das mag sein, dass er das hier nicht liest. Das entbindet ihn aber nicht von der Sorgfalt, die ein Konstrukteur an den Tag legen muss. So langsam entwickelt sich Tabernacki nämlich zurück und tendiert latent zu den luschigen Arbeiten von Ivan Zadrazil.


    Was sagst du denn zu der aus meiner Sicht sehr gelungenen und deshalb wesentlichen Konstruktion und den ansonsten stimmigen Texturen? Mir kommt es leider so vor, daß du - weil Herr Tabernacki auch in anderen Architekturmodellen- Spiegelungen und Doppelungen einsetzt, bei der Durchsicht eines neuen Baubogens von Ihm das bewußte Haar in der Suppe suchst und auch findest.


    Ich freue mich nicht nur über gelungene Konstruktionen, sondern auch über eine gute Bogengestaltung an sich. Jene, die man mit Lust mehrmals durchblättert, sich an der Gestaltung und Teileanordnung erfreut und ohne viel Blätterei das Modell quasi im Geiste zusammensetzen kann. Für mich unschlagbares Vorbild ist die Burg Eltz von Siegmund, oder seine Bruneck oder die Wartburg, oder viele Vyskovsky-Modelle, und ja, auch Tabernacki hatte mit der Frauenkirche Dresden ein gutes Modell mal vorgelegt. Die neueren Tabernacki-Modelle hingegen haben so viele kleine Schönheitsfehler, dass sie bislang ungebaut und unbetrachtet blieben. So schön es ist, dass es jetzt eine bessere Kriebstein als das Monster von Ivan Zadrazil gibt (welche wohl kaum jemals einen Kontrollbau erlebt haben dürfte) – mein Credo bei jeder meiner Arbeit ist: es geht immer noch einen Tick akkurater, besser und schöner, selbst wenn man irgendwelche Vorgaben hat. So manche Verschönerungsarbeit kostete mich nur wenige Minuten und hat dennoch massiv zur Verbesserung beigetragen. Denn erst wenn dem Kartonisten nichts mehr stört, ist das Modell in jeder Hinsicht gelungen. Und nein, ich nörgele nicht aus Prinzip oder weil ich ein böser Mensch bin, sondern weil es nun mal auffällt, dass andere Leute eben nicht diese 120% geben, um etwas noch immer kurz vor Schluss noch einen Tick zu verbessern. Gerade wenn ein Modell fertig gebaut vor einem steht (besonders ein Kontrollmodell), schaue ich akribisch in alle Ecken und auf alle Texturen. Spätestens dann würde ich noch eine Handvoll Korrekturen angebracht haben. Ich bin nun mal ein Perfektionist.

    Jetzt, wo der Berghang fertiggestellt ist, offenbart sich die von mir oben genannte „Faulheit” von Tabernacki, gestempelte und gespiegelte Texturen kaum ordentlich zu verwischen. Ausgerechnet bei der prominenten Schauseite zum Eingang der Burg glänzt der Berghang mit ganz vielen offensichtlichen Spiegelungen von Texturschnipseln, die sofort ins Auge fallen. Es gibt einige sichtbare vertikale Spiegelachsen, wo einfach eine Textur gespiegelt daneben gestellt und kaum richtig zukaschiert wurde. :thumbdown: Das geht eindeutig besser und versaut – man möge mir verzeihen – ganz eindeutig so ein schönes Modell.


    Du gehst ja mit Herrn Tabernacki recht hart ins Gericht.


    Ja, das muss man auch. So sehr er tolle Modelle kreiert und geschaffen hat, so sehr lässt manchmal die Feinarbeit zu wünschen übrig. Insbesondere das fehlende Bearbeiten der Fensterstürze ist ein Thema: man kann immer erkennen, aus welcher Lage Tabernacki das Foto geschossen hat, weil er es unbearbeitet in die Textur setzt. So "tanzen" die Stürze, mal guckt man von ganz unten rein, mal von der Seite, mal auch etwas von oben. Kollege Peter Gierhardt nimmt sich wenigstens die Zeit, Fensterlaibungen in die gewohnte Perspektive zu korrigieren, bei dem man auch den gewohnten Schatten stets von links oben und innerhalb der Laibung vorfindet. Das stete Wiederholen oder gar Spiegeln von Texturschnipseln ist ein nächstes Ärgernis, was an den letzten Tabernacki-Architektur-Modellen negativ auffällt. Mit ein bißchen mehr Mühe kann man solche Puzzle-Wiederholungen etwas kaschieren oder verwischen. Man muss es nur wollen.
    Ich sehe gerade, dass z. B. auch beim Teil 7 die kleinen Dachvorsprünge nicht plastisch mit ausgearbeitet wurden. Kollege Ivan Zadrazil mag zwar viele Konstruktionsfehler in seiner Kriebstein haben, aber zumindest diese zwei kleinen Vorsprünge hat er als auskragende Mauern mit dargestellt. Es geht nämlich auch so, und man kann es den Kartonmodellbauern zumuten, aber dieser Spagat zwischen guter detailreicher Konstruktion und Verflachung oder Abstraktion gelingt Tabernacki immer noch nicht.
    Das innere Dach vom Torturm mit seiner W-förmigen Zick-zack-Linie halte ich zudem für eine gestalterische Katastrophe, so sieht das Dach beileibe im Original nicht aus. Und warum muss man bei so einem Modell immer noch die Zwischendecken mit der 1mm-Graupappe verstärken, die dann als hässliche dicke Kante hervorlugt? Kein Konstrukteur mutet dem Modellbauer so viel zu als Tabernacki, dass man solche Minimalteile mit teils vielen Schnitten aus der dicken Pappe heraussägen muss... Bei Grundplatten mag ich das noch verstehen, aber bei Zwischendecken fehlt mir das Verständnis dafür.
    Es geht also immer ein bißchen besser, immer ein bißchen anders, und da hat Tabernacki meiner Meinung nach (besonders im Vergleich zu Gierhardt-Texturen) noch Nachholbedarf.

    Hallo Adolf,


    dann gutes Gelingen. Ich habe ja den „Vorgänger” von Ivan Zadrazil versucht, der mit vielen Macken und gestalterischen Freiheiten eher den Masochisten im Kartonmodellbauer reizt. Ich hoffe, dass auch Tabernacki hoffentlich von seiner Faulheit etwas abgerückt ist, seine Texturen nicht zu auffällig zu wiederholen oder Fensterstürze zu korrigieren, sehe aber auf den bisherigen Bogenbildern, dass ich mich da wieder täuschen werde. Allein am Burgberg sehe ich etliche Doppelungen und Spiegelungen von Strukturen... Was ich mich auch frage: wie ist die Materialbeschaffenheit des neuen Bogens – auf Deinen Fotos brechen die Falzkanten wieder allein vom Ritzen bröselig auf. Ich hoffe, das ist nicht das eklige Bröselzeug, was einem schon die Marksburg ziemlich verdorben hat. „Karton” kann man das nämlich nur mit einem Augenzwinkern nennen. Für gerundete und kleine Teile ist dieser Karton nämlich nurmehr ein Ärgernis.

    PAUSE! :sleeping:


    Nix „Pause” – finito! Nachdem Schreiber nun eine Neuauflage der Burg herausgebracht hat, habe ich das schräge Monster von Zadrazil heute geschrottet. Einmal kräftig drauftreten – die Basis aber war so standfest, dass sie mein komplettes Körpergewicht ausgehalten hatte... Wenn ich die Neuauflage in den Händen halte, werde ich mir diese Burg dann nochmal vorknöpfen.

    Hallo Thomas,
    ein super Bau und auch sicherlich im verkleinerten Maßstab etwas handlicher. Mit meiner Marksburg muss ich aus diversen Gründen noch etwas pausieren, und ich denke mal, Du hast mit eigener Kartonwahl einen besseren Griff getätigt als der Aue-Verlag mit seinem – man verzeihe mir – wirklich miesen Material, das schon beim bloßen Angucken bröselt. Genau deswegen muss ich auch wohl einen Zweitbogen bestellen, weil das Supern von Teilen wie Geländer etc. nicht funktioniert hat (der Karton zerfasert und reißt bei kleinster Beanspruchung). Aber man sieht auch hier sehr schön, dass sich das Supern lohnt, besonders bei den Maueröffnungen der Kleinen Batterie. Unverständlich bleibt, warum Tabernacki nicht auch solche Stellen in zwei Versionen anbietet bzw. wenigstens noch etwas Ersatztextur zum Selberbasteln mit auf die Bogen gibt.

    Hallo Renee,
    tja, das ist halt der Kompromiss. Später wird man auch nicht mehr viel von den Geländern sehen, wenn man nur noch von oben in den engen Burghof reinschauen kann. Mich stören dieses Mal die flachen Treppen nicht wirklich, weil sie ja auch überall am Modell vorkommen. Draußen an der Reitertreppe wären echte Treppen eine richtige Fummelarbeit geworden.


    Apropos "Fummelarbeit" – kleines Intermezzo.
    Das Kartonmaterial des Schreiber-Verlages ist mittlerweile ein richtiges Ärgernis! :cursing:
    Man kann dieses Material nur mit etwas Augenzwinkern als „Modellbaukarton” bezeichnen. Karton ja, sicherlich – er hat ein hohes Volumen, aber offenbar wenig Holzschliff, dafür reichlich Zellstoffanteil. Bei jedem Ritzen zerbröseln die Kanten nach nur wenig Beanspruchung und taugen schon mal gar nicht für nur die geringste Belastung an gefalteten Teilen. Die mechanische „Qualität” erlaubt obendrein KEINE Rundungen unterhalb bestimmter Radien, hier wellt sich der Karton wie ein Bierbauch beim Bücken. Allzu heftige mechanische Beanspruchung lässt das Material zu einem formlosen „Brei” werden. Das Zeug ist sehr kurzfaserig, reißt bei kleinsten Tesafilm-Halten an der Oberfläche ein und beschädigt damit sogar den Druck – es bröselt weg beim bloßen Hinschauen!


    Lieber Aue-Verlag: für weitere neue Modelle bitte dringend das Kartonmaterial wechseln! Das jetzige Zeug ist ein hochgradiges Ärgernis! [Blocked Image: http://www.pielawa.de/smilies/motz.gif]

    Bevor dann der dreieckige Innenhof gänzlich mit dem Gotischen Saalbau geschlossen wird, begeben wir uns nochmal in Minimensch-Pose. Der Innenhof wurde nämlich noch etwas gesupert. Ich habe selbstgezeichnete Geländer auf Overheadfolie gedruckt und diese dann am Kellerabgang und den beiden anderen steilen Treppen eingeklebt. Im Vorhof hinten sieht man noch einen vorigen Karton-Geländerversuch in Braun, den ich aber nicht gelungen fand. Mögen diese Geländer aus der Erinnerung gebaut und vielleicht nicht ganz vorbildgetreu sein (mein letzter Besuch war 2009), so sehen sie doch sehr schick aus. Rechts sieht man übrigens die Fachwerk-Unterseite vom Überbau 35 und die gezackte Mauer 31.
    So sieht übrigens ein Besucher den Innenhof der Marksburg in Wirklichkeit, wenn er sich an die Saalbau-Mauer lehnen würde oder dort aus einem Fenster guckt. Wenn diese Wand demnächst eingebaut wird, kann man dann nur noch von oben in den Innenhof einsehen – das wäre doch schade drum, deswegen mache ich jetzt noch diese paar Makrofotos.


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    © Jens Pielawa

    Jetzt kommt die vordere Palas-Wand dazu, das markanteste Gesicht der Marksburg. Hier allerdings werden wieder die Schwächen der Fototextur von Tabernacki drastisch aufgezeigt: die Fenster wurden von unten nach oben fotografiert, und genauso sehen sie auch aus. Die Modellperspektive offenbart, dass hier irgendwas nicht richtig ist, weil man ja von oben das Modell anschaut... Und die obere Fensterreihe ist missglückt, weil sie in der Höhe gestaucht wurde, was man sehr gut an den verzerrten Diagonalstreifen der Fensterläden nachweisen kann. Auch manche schiefe unkorrigierte Perspektive auf den Fachwerkwänden oder die nervige Texturwiederholung, die besonders peinlich bei aneinanderstoßenden Nachbarteilen auffällig wird, ist hier wie bei der Burg Kreuzenstein festzustellen. Herr Tabernacki: bitte dringend in Klausur bei Kollege Gierhardt gehen – dieser Photoshop-Meister begradigt jedes Fenster und verleiht ihm mittels Schatten und Lichtern die richtige Perspektive. Da gilt es für die nächsten Modelle dringend nachzubessern. Es gibt aber im Laufe des Bauprozesses noch weitere Vorschläge an Schreiber und Konstrukteur Tabernacki, die ich zum Abschluss zusammenfassen werde.
    Wandd 29b geht diagonal zum Türmchen 33 über. Als Eck-Eingang klebt dann Teil 34 daran. Das darüberliegende Dach kündigt sich alleine durch die weißen Umrisse an. Darüber sieht man übrigens den gar nicht so komplizierten Fachwerk-Überbau des kleinen Vorhofes. Mittels einer umgedrehten Fachwerk-Decke wird ein Boden 35 eingebaut, der sich U-förmig ringsherum an den anderen höheren Wänden einschmiegt und dort festgeklebt wird, während er unten auf den zick-zack-förmigen Mauern ruht. Die Fachwerkwand 35a wird innen eingezogen, außen eine Mauererhöhung 35b, und dann kommt der "Deckel" 35c drauf. Ich unterfüttere diese Zwischendecken sehr oft, um außen keine unschönen doppelten Klebe- und Falzkanten zu haben, wenn später die Dächer dort ansetzen. Die Klebelaschen werden also oben auf die Decken aufgeklebt, sie verschwinden ja später wieder.


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    © Jens Pielawa

    Wer nach Teilenummerierung baut (und nicht vogelwild und intuitiv, so wie ich meistens), kommt nun in eine kleine Zwickmühle. Die Rückseite vom Romanischen Palas 29 vervollständigt die zweite Innenhof-Flucht. Der L-förmige weiße Anschluss sollte aber noch nicht festgeklebt werden (so wie bei mir), weil man nun mit den Teilen 30 und 31 eine verwinkelte Vorhof-Innenwand anbauen muss. Man sieht an den oberen Laschen, dass der Zwischenraum von 31 und der weißen Palaswand recht schmal ist. Wenn diese also vorher klebt, wird es fummelig beim Andrücken im unteren Bereich. Alle Wände müssen sich hier schön an das niedrige Plateau schmiegen. Es passt alles prima soweit. Der quadratische Eckturm 33 und die Mauer 32 warten schon auf den weiteren Einbau. Am besten erst den Turm 33 gerade montieren und dann erst die Mauer 32 ankleben.


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    © Jens Pielawa

    Nachdem die Batterie nun fast fertig ist bis auf ein paar Kleinteile (Dachgauben und Schutzgitter in den Wandlöchern zur Rheinseite), widme ich mich der Kernburg. Zuerst kommt der quadratische Bergfried 23 auf die Grundplatte. Eine Verstärkung der Wandteile ist ratsam. Dann schmiegen sich um ihn herum einige "Plateaus", die in verschiedenen Höhen den anstehenden Fels und die Treppen simulieren. 24 umschließt U-förmig am höchsten den Bergfried, danach kommen 25 mit einer Kellertreppenabsenkung und diverse Treppchen dort dran. Vorgelagert ist das tiefere Vorhof-Entree 26, ebenfalls mit einigen Treppen, die noch in die Luft ragen und später von dicken Mauern umschlossen werden. Kleine Eingriffslöcher helfen beim Andrücken und Ausrichten der flachen Plateaus. Relativ zügig Volumen schafft man dann mit dem Rheinbau 27 davor. Automatisch ergibt sich dann die vorbildliche Enge der einen Burghofseite. Daran schließt ebenfalls ein kastenförmiger Anbau 28 an.


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    © Jens Pielawa

    Hallo Robert,


    danke für das Lob. Eventuell fertige ich noch ein Foto an, dass den Kandidaten mal von unten und einblickend zeigt. Dadurch wird nämlich ersichtlich, dass eine stabile Grundplatte mit verstärkten Spanten das A und O ist, um sich kein schiefes Monster zu bauen. Viele Kollegen bauen nämlich entweder a) gruppenweise das Städtchen auf und kleben es dann als eine Einheit an oder b) überlassen Spannungen und Verzug den originalen Spanten ohne jegliche Stützen. Wie oben beschrieben ist das Maß aller Dinge die korrekte Anbringung der Stadtfläche auf stabilen Spanten, die exakt auf die Grundplatte weisen, und deren bombensichere Anklebung. Wenn dieses Drittel des Berges in Ordnung ist, dann ist alles Andere fast schon ein Kinderspiel, weil wundersamer Weise die Konstruktion zu 99% zu allem anderen – trotz dieses vielfältigen und stetig wechselnden Geländes – gut zusammenpasst.

    Hallo an alle,


    fertig ist das Modell schon etwas länger, und ich habe mir einen Baubericht gespart, weil es in diesem Forum schon so viele davon gibt – aber eine Handvoll Fotos von meinem fertigen Modell vom Mont Saint-Michel von L’Instant Durable wollte ich nicht vorenthalten.
    Hier ein kleiner Baubericht in Kürze: die Passgenauigkeit ist für dieses Vorbild und für die konventionelle Konstruktionsmethode sensationell gut. Ich habe manchmal mehr, manchmal weniger verzogene und schiefe Modelle vom Mont Saint-Michel gesehen und wollte natürlich kein solches Resultat erzielen. Der Aufbau bleibt der Gleiche wie vorgesehen: man konstruiert den Kern des Hügels mit der Kirche etc. und klebt daran fast zwei Dutzend Stützen, die später das Gelände und die Felsen tragen sollen. Viele Baukollegen haben hier den originalen Karton verbaut, der dann natürlich wabbelt (die Stützen sind auch nicht sehr stark und schmal geschnitten). Mein Vorgehen: mit Aquarellkarton 2,5 mm habe ich eine Grundplatte erstellt, dort drauf den Kirchen-Kern gestellt und die originalen Stützen als "Reifrock" oben angeklebt – unten noch nicht. Dann habe ich in die Grundplatte Eingrifflöcher zwischen den Stützen jetzt schon geschnitten. Danach wurden die Stützen seitlich mit dem sehr steifen Aquarellkarton verstärkt und alles lagerecht bis auf die Grundplatte angebracht. Zuerst war mir wichtig, die schrägen Grundflächen des Städtchens passgenau und lagegerecht anzubringen. Hier gibt es drei, vier Stöße, die sehr sichtbar sind und unbedingt passen müssen. Diese habe ich zuerst verklebt (Stöße oben und entlang der Platten exakt aneinander), den Anschluss teilweise bis an die Grundfläche mit Tesa gehalten und dann die Stützen innen zur Grundplatte befestigt sowie innen mit Uhu "geschweißt". Der Rest ist häufig das Felsengelände aus zerknülltem Papier, wo es nicht mehr ganz auf die Lagegenauigkeit drauf ankommt. Wenn man so vorgeht, kommt man sehr passgenau mit allem weiteren zurecht. Nun baut man von oben nach unten mehrere Terrassen und Stützen an und arbeitet sich vor. Wenn man ohnehin nach der Teilenummerierung baut, schweben zuviele Teile in der Luft herum, ehe sie Gelände bekommen. Man muss intuitiv andersherum herangehen und passende Teilegruppen frei anbringen, oder erst (z. B. bei der Aussichtsplattform vor der Kirche) Mauerstützen anbauen, wenn das Gelände darunter vorhanden ist und alles standgerecht in Ordnung ist. Kleine Terrassen werden dann sporadisch mittels weiterer Innenstützen bis zur Grundplatte gefestigt, dies ist z. B. wichtig an der langen Meeresseite mit der Mauer. Man kann immer von unten eingreifen, wenn es erforderlich ist, und andrücken oder halten. Das ganze ist fast bombenfest zu nennen, das Modell ist in sich sehr steif und dennoch handhabbar.
    Der Rest ist überwiegend der Aufbau der Gebäude auf der schrägen Stadtfläche ringsherum. Wenn das Gelände fertig ist, sind nur wenige Häuser entweder in ihrer schrägen Lage zur Fläche minimal zu korrigieren oder bei den Langhäusern, die ab und zu aus einer einzigen Abwicklung zusammengesetzt werden müssen, ist der Stand durch Auseinanderschneiden zu beheben. Ansonsten aber ist der Zusammenbau ab da kein großer Akt mehr. Es gibt danach kaum mehr schiefe Häuser, alles passt wunderbar zusammen und es gibt nur wenige, kaum sichtbare Passerfehler, die man mit etwas passendem Restmaterial kaschieren kann. Ich hatte z. B. nur minimale Lücken bei der gezackten Straßenauffahrt im oberen Anschluss von weniger als 3 mm. Ganz zum Schluss legt man das etwas geknüllte dünne Felspapier auf die offenen Stellen – und fertig ist das Modell. Wirklich ein Meisterwerk an Farbe, Konstruktion und Anmutung, das hat mir großen Spaß gemacht und nur wenige minimale Fehler bereitet, die man leicht und ohne Ärger beheben konnte. :thumbsup:


    Et voilá – ein Mal bitte zum Rundflug antreten. Übrigens: natürlich ist der Felsen rundherum im Original viel grüner mit Buschwerk und Bäumen bewaldet. Vielleicht begrüne ich das Modell noch leicht mit zusätzlichem Modellbuschwerk. Hier aber kommen jetzt Fotos vom Originalmodell. Fotos © Jens Pielawa.


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    Nachdem die Mauern an der Reitertreppe geschlossen sind und der Vogtsturm sein Dach bekommen hat, lege ich die beiden kartonverstärkten Batterieböden auf die zuvor eingezogenen bzw. aufgestellten Tragbalken. Tabernacki hat für diese Schritte genügend Fotostrecke vorgesehen, so dass ersichtlich wird, wie der Bau fast realistisch nachgestaltet wird. Nun aber geht es auch darum, die schwarzen Löcher der großen Batterie – die immerhin einen großartigen Durchblick zum Rhein bieten – vorbildgetreu nachzubilden. Dazu werden die Wände 18 (kleiner, innen) und 20 (außen) aufeinandergelegt, so dass sich beide Fensterstände schon mal doppeln. Die Oberkante muss beachtet werden, ebenso, dass auf der einen Seite noch die Batterieeckwand 18a mit ihrer Mauerstärkedazugerechnet werden muss. Das Mauereckchen an der 20 gehört ebenfalls dazu. Der Gebäudeknick außen ist dann der andere Anhalt, um beides standgerecht zu kriegen. Hat man das, fixiert man die Innenwand 18 mit Tesa auf dem größeren Teil 20 und schneidet nun am besten von außen die Fenster aus. Ruhig einen halben Millimeter größer und oben schön gerundet (eine Lochzange hilft dabei). Wenn es von innen Toleranzen gibt, ist das dort durch die Verdeckung mit dem Dach nicht gleich ersichtlich. In 6 mm Mauerstärke wird aus farblich passendem Restmaterial ein laschenloser Streifen geschnitten, vorgerundet, unten gefaltet und an seitlich neben den Fensterschnitten eingeklebte Graupappe "angeflanscht". Die Pappe liegt dabei immer ein bisschen mit Kartonmaterialstärke vom Schnitt entfernt, damit der Saum exakt innen bündig auf der Wand und dann an der Pappe Halt findet. Steht das passend, kann man von außen etwas Uhu zur Fixierung rundherum "anschweißen". Das kleine quadratische Fenster habe ich länger geschnitten, es wird später durchgesteckt und in einem Rutsch innen bündig abgeschnitten. Aber Achtung, man muss immer aufpassen, dass weder Pappe noch Uhu innen irgendetwas verdrängt, das ist besonders wichtig bei den zwei linken Fenstern, die exakt auf dem Batterieboden aufliegen (siehe die Lücken der Graupappenstreifen).
    Das Schwierigste wird es sein, das Ganze insgesamt zu "verheiraten". Deswegen baue ich schon mal die Eckmauer 18a, die ebenfalls eine relativ einfache offene Türzarge eingebaut bekommt (schließlich geht es von hier aus einmal rundherum durch den Burggraben bei einer Führung). Sie wird direkt auf den Boden geklebt. Die Innenwand 18 wird stumpf an die vorhandenen Graupappenstreifen und seitlich an 18a geklebt, nachdem sie die innere Ecke der Gebäudekante abgetrennt bekommen hat. Diese stellt man am besten solo beim Turm hin auf (sie ist aber auch nur Innenstütze für die Ecke von 20). Auf dem Batterieboden gibt es noch die Vogtstubenmauer 18b anzukleben. In die hohle Wand, die sich unter dem Batterieboden aus der Mauer 15 ergeben hat, klebe ich als flächige Stütze noch eine Graupappe ein.
    Dann wird es ernst: trocken proben, passt. Teil 20 wird rechts noch mit einem Mauereckchen ausgebildet und muss dann angebaut werden: viel Uhu auf die weißen Innenwände bis zur Batterieboden-Kante, Wand auf- und ausrichten und dabei auch schon das kleine Fenster durchstecken. Bis auf einen halben Millimeter Längenverzug passt mein Konstrukt. Von außen kann man nun die Mauer 20 mit einem Radiergummi gut andrücken, damit sie flächig anklebt. Wichtig ist, dass man oben die Fensterreihe noch etwas nach vorn biegen kann. Die Oberkante von 18 wird nach oben abgeklappt, damit man eingreifen kann. Nun werden die verbliebenen Fensterränder auf 18 mit Uhu eingestrichen, alles angedrückt, ausgerichtet und ebenso mit etwas Uhu innen verschweißt. Dann kann man die Oberkante ebenfalls schließen. Das Dach 21 wartet schon.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/marksburg-bau-04.jpg]
    © Jens Pielawa

    Ein Blick aus anderer Richtung erklärt nun die weitere Schließung. Wie gesagt hat Tabernacki mit "Hilfsteilen" die vertrackt-verwinkelte Anordnung der Mauern geschickt gelöst. An den Vogtsturm kommt das dreieckige Mauerteil 6 und daran ein gegenüber der Reitertreppe leicht erhöhter Mauergang 7, der dort anschließt. Das ist quasi der Zugang zum Vogtsturm. Man sieht zwar eine Stoßkante zwischen 6 und 7 an der Seite, aber so ist es am einfachsten zu montieren. Hier habe ich mit meinem Konstruktionsversuch ja abgebrochen. Danach löst Tabernacki es ebenso einfach, indem er zwei Mauern nebeneinander stellt. Die Mauer 8 wird mit zwei Wänden und einem "Abdeckband" 8b erstellt und direkt an die Reitertreppe geklebt. Die daran folgende Schartenmauer und die Wand der kleinen Batterie ist die Mauer 9, ebenfalls aus zwei Teilen und einem Abdeckstreifen. So lassen sich die Mauern bequem einpassen, festdrücken und dann mit der Mauerkrone schließen.
    Wie immer etwas unverständlich bleibt es bei Tabernacki, warum er dem erfahrenen Modellbauer keine Superungsmöglichkeiten mit anbietet. Bei der Kreuzenstein hatte ich das schon sehr bemängelt, hier setzt es sich fort. Die zwei "Augen" der Batterie (aus denen die Kanonen hervorlugen) werden hier als schwarze Löcher dargestellt – sie schreien förmlich nach "Schneid' mich aus und stell mich offen dar!" Aus Restmaterial werden also (wie bei Vyskovsky schon gewohnt) zwei Innenmauern konstruiert, die man am besten an der Außenwand schon anklebt. Hier wartet die Wand auf eine hoffentlich passgenaue Montage. Von oben kann man ja gut eingreifen und ausrichten. Danach haben wir mauerstarke Fenster. Später wird sich das Prozedere noch mal wiederholen.


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    Nur mal zum Vergleich: so sieht die Treppensituation vor dem Vogtsturm aus. Da bin ich dran verzweifelt, als ich das konstruieren wollte. Das Zerfallen bei Tabernacki in den dreieckigen Standkörper und die anschließenden Mauern ist gut gelöst und lässt sich leicht bauen.


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    Nun geht es daran, die Reitertreppe zu installieren. Zuerst muss der Boden 3 noch auf die Grundplatte geklebt werden, die weitere Teile standgerecht aufnehmen soll (also quasi alles das, was bei der vorigen Konstruktion weggelassen wurde). Man sieht auf dem Boden die Standlinien für die Mauern 8 und 9 sowie für die Hilfsteile 6 und 7. Nebenan wartet auch schon der Vogtsturm 5 auf Montage. Ich habe zuerst also die Reitertreppe 4 an die Kernburg geklebt. Schade, dass die Treppenstufen nicht echt ausgebildet wurden und ein diagonal verlaufener Knick mit Ritzlinie im linken Teil den Eindruck einer flachen geplasterten Ebene stört. Die Längenausdehnung aber ist prima, alles passt ideal und rechts bildet sich ein kleiner Standkörper aus. Darüber kommt am besten jetzt schon die innere Mauer 11. Hier habe ich minimale Blitzer zur Reitertreppe – mein Tipp: erst Mauer 11 an die nackte Wand kleben (die beiden Bodeneinschnitte helfen bei der Höhenjustage) und dann erst die Reitertreppe bündig darunter anbringen. Kleine Kartonstückchen stützen unterlegt die Treppe.


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    Tabernacki möchte, dass die Grundplatte der Kernburg aus zwei Teilen zusammengesetzt und auf 1mm Graupappe aufgezogen wird. Dazu sollen darunter sechs dreieckigen Hilfsstützen kommen, während erste Hilfsmauern außen "Gardinen-artig" herunterhängen sollen. Hmmm. Wo ist die Bodenplatte, wie man es sonst gewohnt ist? Die fehlt hier, das gefällt mir nicht. Die Außenmauern würden keinen Halt haben und könnten eingedrückt werden. Ein Schwachpunkt, der vermeidbar gewesen wäre und eine Schwäche des Siwek-Modells (siehe oben) wiederholt. Ich mache das auf meine Weise:


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    Die zusammengesetzte Grundplatte wird von mir an ihren Außenumriss auf weißen Aquarellkarton übertragen, Stärke 2,5mm. Vorteil: superstabil, dennoch leicht und sehr sauber zu schneiden. Dazu klebe ich Spanten, die exakt die Höhe der Hilfskörper haben sollten minus der möglichen Materialdifferenzen (ich hatte hier die Grundplatte auf durchgehende 1,5mm-Graupappe aufgezogen und muss also 0,5mm weniger Höhe bei der späteren Außenhaut ansetzen, die unter die Grundplatte geklebt wird). Die Spanten werden kreuzweise zusammengesteckt. Dieses Verfahren mit Bodenplatte, Spanten und Grundplatte findet sich teilweise bei früheren Tabernacki-Bauten (etwa Neuschwanstein oder Meersburg). Dann muss die Grundplatte ziemlich exakt zum Bodenstand auf die Spanten aufgeklebt werden, ein Geodreieck hilft dabei. Man muss übrigens das Bodenteil 3 bei der Bodenplatte mit einkalkulieren, das die Reitertreppe und den Vogtsturm mit aufnimmt. Damit hätten wir also einen "bombensicheren" (eigenen) Burgfels konstruiert. Alles andere wird dann ab jetzt an oder auf die Burg geklebt.

    Nachdem ich mit einem anderen Modell kurz pausiere, fange ich das nächste Modell an – meine Lieblingsburg, die Marksburg. Der Aue-Verlag hat sich erbarmt und das Modell von Przemyslaw Tabernacki neu konstruieren und erweitern lassen. Eine kurze Vorstellung des Bogens hat haduwolff in diesem Beitrag schon geliefert. Bevor ich den Bogen anfange und auch beschreibe, will ich ganz kurz ausholen und die "alte" Marksburg beleuchten (von der sich ebenfalls ein Baubericht in diesem Forum befindet).


    Die vorige Konstruktion der Marksburg stammt von Thomas Siwek (und nicht, wie ich einst annahm, von Hubert Siegmund). Dieser Zeichner hat u. a. Modelle wie die Titanic, den Kölner Dom und das Brandenburger Tor aus dem Taschen-Verlag sowie etwa die Schwarzwaldklinik konstruiert. Er war kurzzeitig bei Schreiber als Nachfolger von Hubert Siegmund eingestellt und kopierte auch etwas seinen gewohnten Zeichenstil. Die Marksburg scheint deshalb wohl auch in diese Zeit zu fallen (1990 aufwärts). Vom Hörensagen erfuhr ich, dass es wohl Knatsch gegeben hat (aus welchen Gründen auch immer), so dass Siwek und Schreiber getrennte Wege gingen. Aus den Differenzen heraus lässt sich wohl erklären, warum nie der Konstrukteur auf dem Marksburg-Titel genannt wurde...
    Nun denn. Siwek hat die Marksburg nur in ihrem Kern konstruiert und einige vorgelagerte Teile weggelassen. Schon 2004 trieb mich dieser Umstand um und ich wollte versuchen, das Modell zu erweitern (obwohl ich kein Konstrukteur bin, dennoch Kartograph und Zeichner), siehe diesen Beitrag. Ein Malblatt von der Marksburg zeigt sehr schön, wie die Burg eigentlich komplett aussieht:


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    © Marksburg, alte Webversion von http://www.marksburg.de


    Im Gegenzug dazu das "alte" gebaute Modell von mir:


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    © Jens Pielawa


    Man sieht sehr gut, dass Siwek die vorgelagerten Bauten weggelassen und eine Phantasiemauer durch den sogenannten Appellplatz hin zum Pulverturm gezogen hat. Vogstturm, kleine und große Batterie (zur Rheinseite) fehlen, die Reitertreppe ist nicht vollständig. Damals hatte ich kurzzeitige Ambitionen, das Siwek-Modell zu ergänzen und zu verbessern. Mittels CorelDraw fing ich an, neue Teile zu konstruieren. Ich besorgte mir einen Grundriss und baute zusätzlich mit unterlegten Scans des Modells sowie aus zu ergänzenden Grundriss-Teilen erste neue Bauteile. Außerdem sollte der Schwachpunkt des Modells – die Kernburg wird nur von den Außenmauern und den Burggräben getragen und drückt letztere deshalb durch das Gewicht nach unten – durch innere Stützen verbessert werden. Erste Teileversuche und ein "Kontrollbau" sehr Ihr hier:


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    © Jens Pielawa



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    Kurze Erläuterung: Teil 28N sollte der neue rheinseitige Burggraben-Ersatz (Garten) mit inneren Stützen sein, Teil 29N der neue Appellplatz mit dem Boden der großen Batterie, Teil 30N die neue Seitenmauer der Reitertreppe (die sich übrigens sehr ähnlich bei der Tabernacki-Konstruktion wiederfindet, deswegen fand ich es spannend, meine Bemühungen hier so darzustellen), sowie Teil 31N die neue Reitertreppe. Ab da hörte es auf, weil es kompliziert wurde. Wahrscheinlich wollte ich zu detailgenau sein und scheiterte dann an den verwinkelten kleinen Mauern. Zum Vogtsturm ist es dann schon nicht mehr gekommen und das Bemühen schlief ein (das Modell hat es auch nicht überlebt, wie man sieht)...


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    Um so mehr freut es mich, dass nun die erweiterte Konstruktion vom Aue-Verlag herausgebracht wurde. Es hat wie bei Tabernacki üblich kleine Schwächen und große Stärken, fangen wir mal an.

    Thomas, sieht sehr gut aus, eine interessante Burg. Den Verlag sollte man im Auge behalten, denn er hat einige noch unbekannte Schätze zu bieten. Ich habe mir vor kurzem das Schloss Frydek bestellt, auch eine interessante Anlage, und bin von der filigranen und detailreichen Konstruktion überrascht gewesen. Das Modell kommt bestimmt als eines der nächsten unters Messer.

    Mein Kriebstein-Bau macht jetzt etwas Pause. Ich brauche einen Zweitbogen, weil mir jetzt das material zum Kaschieren der mittlerweile vielfältigen kleinen und großen Lücken ausgeht. Außerdem braucht der Burgberg etwas mehr Textur, die ich mir ohnehin eigens zusammenkonstruieren muss.


    PAUSE! :sleeping:

    Nachdem die Wand des Bumerang-förmigen Wirtschaftsgebäudes nun angeklebt wurde, kommt das Dach fast in einem Stück darauf. Am besten fängt man in der Winkelung an und orientiert sich am vorderen Ende des Gebäudes. Hier (blauer Pfeil) sollen eigentlich nur grauflächige Giebelseiten und sogar ein grau-schwarzes Hilfsteil als Wandabschluss angebracht werden... Ich weiß nicht, was sich Zadrazil dabei gedacht hat, denn diese Stirnfläche ist als Mauerfläche zum abgesetzten Schieferdach sichtbar. Ich habe zum Vergleich ein Rundumblick aus Google Earth bemüht, siehe hier:


    https://goo.gl/maps/URkAwxQ4kjn


    Also muss ich ein Teil aus Restflächen dort selbst anbringen, damit es zumindest nach Mauer und nicht nach "vergessener Textur" aussieht. Bitte dieses Stichwort gleich mal merken... Nun wird das große rote Dach in einem Stück geformt und es passt erstaunlich gut an die jeweiligen Seitenkanten. Es empfiehlt sich zuerst das bündige Aufsetzen mit den längeren Laschen an den geraden Kanten im Innenhof. Danach kann man an der äußeren Rundung die anderen Laschen unterfütternd ankleben und es passt alles. Hilfreich ist dazu das mittige kleine gewinkelte Stück innen, das noch lange offen bleiben kann, wo man eingreifen und andrücken kann und erst zum Schluss angeklebt wird. Hier empfiehlt sich übrigens wie fast überall das Wegschneiden der Laschen und das Anbringen von gleichfarbigen unterfütterten Klebelaschen. So bekommt man bündige stimmige Dachstöße.
    Am Wohnturm habe ich auch schon den Treppenaufgang eingebaut, der mit einer gewinkelten Treppe am Torturm (nicht sichtbar) zum Küchenhaus führt. Aber halt – wo ist die Tür (roter Pfeil)? Ein Vergleich mit dem Vorbild (siehe oben) zeigt, dass hier sogar an der Wandseite die Eingangstür und die Fenster auf der Textur komplett fehlen. <seufz> Man geht quasi einen Treppenaufgang hoch und steht vor dem Nichts... Zumindest die Tür muss also noch von mir nachgearbeitet werden. Daneben kommt dann noch ein auf dem Mauervorsprung (im komischen Rosa mit Efeu...) aufgesetzter Erker (fehlt hier noch). Auch am Wohnturm prangt rechts in der Ecke zum Torturm ein Erker an der Wand (Teil 76) im 1. Stock, der nicht vergessen werden sollte.
    Das Dach des Torhauses ist dann eine einzige Enttäuschung. Hier passt so gut wie gar nichts. Der Einschnitt für den Vorsprung fehlt als Linie vollkommen, und die beiden Seitengiebel stehen – wenn das Dach zusammengebaut ist – parallel zueinander, obwohl der Grundriss des Torturms trapezförmig ist. Ergo steht eine Giebelfläche schief zur darunterliegenden Wand... <doppelseufz> Also alle Klebekanten wieder aufschneiden und sich die Maße selbst zusammensuchen. Die Giebelwände werden parallel etwas zurückgesetzt aufgeklebt, danach habe ich alle umgebenden Dachkanten einzeln anpassen müssen und teils wieder neu stumpf oder mit kleinen Hilfslaschen neu verklebt. Überall klebt noch an den Kanten hilfsweise Tesa, um die bockigen Dächer zu einem stimmigen Sitz zu halten (kommt später wieder weg). Die kleinen Kanten der Giebelstirnseiten sollen noch mit Dachflächen kaschiert werden, die ich nirgends mehr auf dem Bogen finde.
    So langsam wird es eng beim Überlegen, ob man sich einen Zweitbogen zulegen muss, um alle Lücken nachzukaschieren. Man wird wohl nicht umhinkommen, denn es bahnen sich weitere konstruktive Fehler an.
    P.S.: Die große Tür zum Küchenhaus habe ich jetzt aus dem Google Earth-Panorama genommen, in passender Größe ausgedruckt und auf die nackte Wand geklebt. Alles muss man selber machen...



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    Hallo Rainer,


    falls Du jemals mit der Kriebstein angefangen haben solltest: ich habe mir das Modell vorgeknöpft und baue es gerade – mit einigen Ungereimtheiten und Passerfehlern, siehe meinen Bericht. Ich empfehler Dir anfänglich, nur die Grundplatte zu nehmen, diese zu verstärken und auf ihr die gesamte Burg (so gut es eben geht) zu errichten. Erst dann kann man den Burgberg dadrunter bauen, weil er wie ein Vorhang von der Grundplatte abhängt. Allerdings fehlt dafür ein stabiler Unterbau, den man zudem noch als Spantengerüst selbst erstellen müsste. Das gesamte Modell ist mit kleinen Tücken versehen und deshalb sollte man erst "oben bleiben", so kann man es besser handhaben und drehen.

    Nachdem ich nun die Wände vom Komplex (B) (Kapelle, Halle und Gotische Stube) entlang der Boden- und Deckenplatte angeklebt hatte, musste der letztverbliebene gestufte Erkerkomplex geschlossen werden. Nächster kleiner Fehler: Zadrazil hat die Wand einfach lotrecht nach oben konstruiert, die dahinterliegende Flucht läuft aber schräg weg, während die Wand sich nach innen zurückstuft. Ergo würden sich nach links bei jeder Winkelung – also Zurücksetzung bei den kleinen Dachabsätzen – kleine Lücken an der Wandkante bilden. Lösung: an der Dachkante auseinanderschneiden und jede kleine Wand einzeln ansetzen. Dann gibt es nur minimale Lückchen bei den Dachkanten.
    Nun kommt das große Dach auf den Komplex (B). Eine Trockenprobe offenbart, dass es hier und da Spannungen und kleine Versätze geben wird. Ich muss das Dach am Wohnturm etwas beschneiden, dann passt es in der Länge zumindest schon mal. Am Wohnturm selber gibt es keinerlei Anhalt, nur die braune Textur. Die Dächer sollen geringfügig von den Gebäude-Dachplatten überstehen, das geht bis auf 1 mm auch recht gut. Das links vorstehende Dach lasse ich noch offen und fange an, die etwas länge Kante an der Wand mit dem minimalen Vorsprung oben anzukleben. Am Vorsprung reicht die Dachfläche dafür nicht aus und bleibt etwas nackt, muss also noch kaschiert werden. Danach kommt die Lasche oben am Wehrturm dran und ich achte hier im "Blindflug" per Augenmaß auf Parallelität mit der Oberkante des Turms. Danach klappe ich die links vorstehende Dacherkerecke herunter und verklebe alles – passt. Rechts allerdings passt nicht viel zusammen, es gibt einige Lücken und Versätze. Das Stirndach muss ich sogar ganz abtrennen, weil es so gut wie gar nicht passt. Zum Burghof hin fehlen dem abfallenden Dach sogar 3 mm an Material. Die eingefärbte Klebelasche kaschiert zunächst diesen Verlust, muss dann aber mit irgendwelchem Restmaterial noch weiter abgedeckt werden. Mit der Stirnfläche bleibe ich zunächst noch ratlos und muss wohl auch hier reichlich "zufüttern" – nur woher?...
    Derweil baue ich den Wirtschaftskomplex (E). Aus der roten Dachplatte erzeuge ich mir ebenfalls eine Bodenlehre, diesmal aus etwas stärkerem Graukarton. An der Oberkante des Innenhofes klebt schon eine schwebende Dachplatte, die Wand mit der Bodenlehre wartet auf dem Foto auf den Zusammenbau. Man kann ohne viel Fummelei dann dieses Teil passend zur Innenhof-Wand einschieben und die obenliegende Klebekante der Dachplatte peu á peu innen ankleben. Damit ist die Wand perfekt bodenständig und lotrecht. Ich schneide noch zusätzlich einige Grifflöcher in die Platte (die verschwinden ja wieder unter dem Dach) und ziehe noch einige selbst zugeschnittene Spanten ein, um die labberige Außenwand von innen teilweise zu stützen. Die schwarzen Dächer vom Küchenhaus (C) sitzen auch schon auf dem Gebäude und passen recht gut. Das Innendach muss noch zugeklappt und verklebt werden.


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    Hallo modellschiff und hallifly, bislang sind die Unzulänglichkeiten in einem erträglichen Maß. Ich verstehe nur nicht, wie man so ein Modell dann mit all diesen Fehlern veröffentlichen kann. Während ich den Grundriss mit den einlaufenden Grundtexturen, aber nie richtig stimmigen Grundlinien noch dahingehend deute, etwas Spielraum für die ungeübten Bastler zu haben, sind alle anderen "Macken", wie zu viele Texturen an falschen Stellen, fehlende Standlinien oder mangelhafte Toleranzen, ärgerlich. Ein erfahrener Modellbauer kann, gerade an einem einfachen Architekturmodell, mit etwas Geschick noch etwas zurechtbiegen, aber ich befürchte, dass sich weniger erfahrene Bastler einen Frankenstein zusammenkleben werden. Ein Gutes hat die Sache ja: man lernt dann wieder schnell die absolut perfekten Bogen von Vyskovsky oder Gierhardt zu schätzen, die in puncto Konstruktion und Binnenzeichnung für mich eine Augenweide darstellen.
    Die Kriebstein halte ich hingegen für einen Kandidaten einer kompletten Neukonstruktion á la Schreiber, mit besserer Textur und besserer Konstruktion ohne viele Fragezeichen und Verwerfungen. Zadrazil hat sicherlich gute Ansätze gezeigt, bleibt aber auf halbem Wege zu einem guten Modell leider stecken.

    Nun wird die L-förmig gewinkelte Wand von (B) an den Wohnturm geklebt, wobei sie auch hier fast die komplette überflüssige Textur des Wohnturms frisst... Dabei gibt es geringfügige Spannungen an der anfänglich angesetzten Wand zum Küchenhaus, so dass ich dort etwas korrigierend einschneiden muss. Die Naht wird hinterrücks mit Graupappe und viel Uhu stabilisiert (hier rechts innen vom Wohnturm zu sehen). Dadurch ergeben sich aber auch wieder Versätze zur gezeichneten Deckenplatte, und zwar nicht wenige Millimeter (durch die blauen Pfeile markiert). Wenn das Dach darauf gesetzt wird, hoffe ich, dass es durch die Überstände etwas gemildert wird und nicht auffällt.
    Links auf dem Bild wurde noch eine Gebäudeecke mit Rasen angebaut. Diese aber ist auch nicht richtig konstruiert, weil sie als rechtwinkliger Dreieckskasten daherkommt. So passt sie aber nicht in die Ecke, weil das Torhaus schräg wegdriftet... Die Lösung: nur die Außenwand anbringen, die Rasenfläche muss ebenfalls aus passenden Restteilen neu abgegriffen werden. Dann passt die Wand sehr sauber in die umgebenden Kanten. Tesafilm hält gerade den Anbau fest.
    Auf den Modellfotos sieht man dass Zadrazil den Komplex (B) (Kapelle, Halle und Gotische Stube) etwas schief auf dem Boden befestigt hat. Deswegen mein Tipp: aus den Deckenplatten Kopien aus Karton fertigen und als Bodenlehre mit einbauen. Genauso eine Bodenplatte liegt hier ein. Sie hilft, die langen Wände stand- und lotgerecht am Boden zu befestigen, ohne krumme Wände hervorzubringen. Außerdem befestigt sie dann die Wand-Bodenlaschen von oben (innen) und unten (am Grundriss). Dass einige größere Wände von innen verstärkt werden sollten, versteht sich von selber. Man sieht übrigens, dass einige überflüssige Klebelaschen am Wohnturm noch abstehen. Diese werden später vom Dach "verschluckt". Ich glaube fast, das Zadrazil keinen Kontrollbau vom Ganzen gefertigt hat, um all die bisherigen Problemchen zu beseitigen. Bislang ist reichlich "Freestyle-Bauen" nach eigenem Augenmaß angesagt, um ein stimmiges Ergebnis zu erlangen.


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    Zur letztlichen Klärung zum Stand des Wohnturms (so heißt der Bergfried richtig) helfen also nur die weiteren Gebäudeteile. Der Komplex (B) bringt hier die Klärung, ob alles richtig ist. Das ist eine Abwicklung, die den Wohnturm umschließt und außen hoffentlich an der Turmkante auch "ankommt". Nun denn: an das Küchenhaus (C) kommt ein weiteres, etwas tiefer gestuftes Gebäudeteil. Nun ergibt sich aber eine Art "Loch", wo zwar Standlinien zu sehen sind, aber mir kein Bauteil auf dem Bogen "entgegenkommt". Es handelt sich um den sogenannten "Kleinen Burghof". Wo ist das Teil? Nicht da? Hab ich's übersehen?... Egal, jetzt wird es ohnehin "Freestyle". Ich baue hier eigene Klebelaschen an, stelle anfänglich die Wand vom Komplex (B) dazu, um den kleinen Innenhof zu formen, und konstruiere aus dem Restmaterial der Brücke ein kleines Hof-Bodenteil (mittig lose sichtbar). Dieses wird dann dort eingesetzt. Die roten Pfeilchen markieren hier nun den Stand des Wohnturms und offenbaren, dass die Restkomplexe wenige Millimeter nach außen gedrängt werden. Der Wohnturm muss links wie gesagt nur 2 mm ans Torhaus geklebt werden, rechts ca. 6 mm am Küchenhaus. Von der Wand (B), die hier schwarz gefärbt eine Abwicklung offenbart, klappt dann kurioserweise ein exakter Abschluss zur außenliegenden Kante des Wohnturms, von wo die letzte (B)-Wand (die Kapelle) bündig absteht.
    Jetzt wird standgerecht geklebt: am Torhaus und am Küchenhaus die Kanten bekleben, die Wohnturm-Grundfläche einkleben und den Komplex exakt einschieben, beim Ausrichten mit der losen Wand (B) prüfen, ob der Anschluss passt. Dann wird der Wohnturm beschwert und darf erst mal ruhen.


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    Die Klebelaschen der Gebäudeteile klebe ich übrigens auf die Dachplatten, damit man keine doppelten Kartonkanten hat. Später kommen hier ja etwas überstehende Dächer darauf. An das Torhaus kommt die etwas verkürzte Zugangsbrücke. Sie muss im Stand zum Torhaus und in Bezug zum Grundrissstummel etwas korrigiert werden, damit sie stimmigen Anschluss hat. Unter der Brücke gibt es einen Bogen einzubauen. Nachdem das komplettiert ist, geht es im Innenhof weiter – aber auch hier stellt sich heraus, dass der Grundriss nicht mit den zu verbauenden Komplexen übereinstimmt. Zum Beweis habe ich den Bergfried-Kasten (A) gebaut (Innenwände verstärkt) und schon mal trocken dazugestellt. Während er rechts nur ca. 2mm am Torhaus kleben soll, steht er links sichtbar für einige Millimeter über. Das lässt zunächst rätseln, was denn nun richtig sei... Deshalb baue ich das sogenannte Küchenhaus (C) mit in den Innenhof mit ein. Eine erste Stellprobe, wenn man den Innenhof am Torhaus anschließt, zeigt eine vernünftige Stellung. Man muss aber die Linien auf dem "Grundriss" nahe des Bergfrieds ignorieren und versuchen, den gebauten Komplexen einen vernünftigen Stand zu geben. Hier sieht man übrigens auch, dass die Textur des Bergfrieds bis zum Boden reicht, obwohl dort in ca. 2,5 cm Höhe der Innenhof angebracht werden soll – keine Standlinie, keine untere Weißfläche, eher ein Blindflug. Nicht so geschickt, eher ein Entgegenkommen für "Blindflug-Bastler" mit ganz viel Spielraum...


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kriebstein-bau-02.jpg]
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    Los geht's. Wie gesagt entscheide ich mich für einen kleineren Burgberg und will auch das Gelände etwas abgerundeter haben. Außerdem wird die gesamte Burg auf die Grundplatte montiert, weswegen der Burgberg ohnehin als letztes drankommen sollte. Erster Schritt ist also die Grundplatte zu verstärken. Der kleine Stummel der Zugangsbrücke muss angesetzt werden und hier zeigen sich die ersten Unstimmigkeiten. Ich zeichne den Grundriss des Torhauses (Gebäude G) auf der Platte nach (rote Deckplatte nachgezeichnet) und es zeigen sich die Abweichungen vom "Grundriss" (blaue Pfeile) zum realen Gebäude (rote Pfeile). Wie schon gesagt sehe ich den gestrichelten Grundriss eher als Empfehlung, aber irgendwo muss man ja anfangen. Ich nehme also das Torhaus und den anhängenden Burghof als Bezug, denn alle anderen Gebäudeteile schließen sich daran nach außen an.
    Die Grundplatte wird mit 1mm Graukarton verstärkt (als Kleber nehme ich hauchdünnen Doppelklebefilm von Neschen Gudy 802, von der Rolle für sehr große Flächen ideal und kaum auftragend). Man sieht, dass ich einige weitere Rundungen für den Burgberg eingefalzt habe. Außerdem verkürze ich die Zugangsbrücke um einige Zentimeter, weil sie mir im Verhältnis zu lang erscheint und Platz frisst. Auch der Burghof wird verstärkt und bekommt einen Stützspant in der Höhe, wie man es von den später anzusetzenden Gebäuden abmessen kann. Das Niveau bleibt horizontal, kein Problem also. Im Torhaus habe ich die Tore ausgeschnitten und aus vorhandenen Restteilen einen eigenen Durchgang konstruiert. Die Abmaßungen dazu kann man noch auf der Torhausdecke sehen. Ein Isograph 0,25 mm hilft mir beim Zeichnen. Im Übrigen wird eine Stechnadel zum Durchpausen empfohlen, weil sie öfters zum Einsatz kommen wird. Denn es ist von Vorteil, die meist roten Deckenplatten der Gebäudeteile 1:1 für eine Bodenplatte vor dem Zusammenbau aus Karton zu reproduzieren: Ecken durchstechen, nachzeichnen, ausschneiden und für einen sicheren Stand ebenfalls im Boden mit einbauen.


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    Ich habe mich für zwischendurch für ein Modell entschieden, dass ich einer Kollegin schenken möchte. Sie kommt aus der Nähe von Kriebstein, und für diese bekannte Burg in Sachsen gibt es ein Modell in 1:250. Konstrukteur ist Ivan Zadrazil, das Modell hat 16 Seite in DIN A4 auf gutem Karton. Eine tschechische und etwas holprige deutsche Anleitung liegen bei. Einige Bilder von einem fertigen Modell helfen beim Zusammenbau und werden mit Teilenummern beziffert. Nach erster Durchsicht der Konstruktion ist mir der vorhergesehene Ablauf des Zusammenbaus aber wenig hilfreich. Es fallen mir zudem einige Fehler und Besonderheiten auf. Zuerst ist die Binnenzeichnung recht gut, aber man sieht doch eine gewisse Wiederholung von gestempelten Mustern, die dann doch sehr künstlich auffallen. Der Burgberg ist für meinen Geschmack viel zu hoch und zu kantig, außerdem ist dabei die Textur hier am störendsten, ich werden den Berg nur zur Hälfte darstellen. Zadrazil legt zudem Texturen auf Flächen an, die man später gar nicht mehr sieht (das fällt besonders beim Bergfried auf, bei dem mehr als ein Viertel später umbaut wird und die Textur ohnehin verschwindet). Dann werden einige Klebelaschen doppelt angelegt bzw. manche Abwicklungen sind fraglich. Auf den Dächern und auch sonstwo fehlen Standangaben für die Dachgauben, Kleinaufbauten etc., das muss alles nach Augenmaß platziert werden – etwas ärgerlich. Außerdem fällt beim ersten Blick auf, dass die Grundrisslinien nicht immer mit den Teil-Gebäudeflächen übereinstimmen und eher als Empfehlung gelten können...
    Naja, das wird schon. Ich sehe, dass man hier sehr viel selber machen bzw. korrigierend eingreifen muss, um etwas Ansprechendes zu erlangen. Ich mache nicht von jedem Schritt ein Foto, zumal es nur Handy-Fotos sind, versuche aber die Probleme so exakt wie möglich zu erklären.


    Homepage zur Burg Kriebstein:
    https://www.burg-kriebstein.eu/


    Hier ist das Modell erhältlich:
    http://www.kartonmodellbau.de/Burg-Kriebstein


    Und hier gibt es Bilder vom Modell, wie sie auch gedruckt auf dem Bogen zu sehen sind:
    [Blocked Image: http://didakticke-hracky.cz/15298-thickbox_default/vystrihovanky-hrad-kriebstein-ivan-zadrazil.jpg]
    Quelle: http://didakticke-hracky.cz/15…ebstein-ivan-zadrazil.jpg


    [Blocked Image: http://didakticke-hracky.cz/15299-thickbox_default/vystrihovanky-hrad-kriebstein-ivan-zadrazil.jpg]
    Quelle: http://didakticke-hracky.cz/15…ebstein-ivan-zadrazil.jpg


    [Blocked Image: http://didakticke-hracky.cz/15300-thickbox_default/vystrihovanky-hrad-kriebstein-ivan-zadrazil.jpg]
    Quelle: http://didakticke-hracky.cz/15…ebstein-ivan-zadrazil.jpg

    So, ich denke, ich kann den Baubericht nun auch mit einem Resümee abschließen. Fotos bedarf es nicht mehr, ich habe nur noch ein paar Dachgauben und Schornsteine auf das Dach des Palas 24 geklebt und damit die Burg komplettiert.


    Mein Resümee zur Burg Kreuzenstein, JFS 736:


    • Der Bau geht relativ zügig vonstatten, es gibt keine großen Passprobleme bis auf das zu kurz konstruierte Dach 29, wo es an dieser exponierten Stelle besonders ärgerlich ist, eine Lücke klaffen zu haben oder Teile verzogen zusammenzudrücken, damit es womöglich passt.
    • Das Vorbild ist verlockend, eine gute Wahl, attraktiv, bekannt und nirgendwo (bis auf die alten Tesa-Modelle) bislang erschienen.
    • Während die Konstruktion gelungen ist (bis auf einige Punkte, die ich noch ansprechen werde), muss man bei der Textur Anflüge von Faulheit bemängeln: Texturkacheln wiederholen sich sichtbar, werden simpel gespiegelt und liegen sogar oft sichtbar nebeneinander. Schlimm sind mehrfach stufig kopierte kleine Flicken, die in sich nirgendwo vermischt werden, so dass man deutlich Flickschusterei erkennt. Anhand der perspektivisch nicht korrigierten Fenster kann man oft erahnen, wo Tabernacki gestanden hat, als er das Vorbild abfotografiert hat. Mal guckt man von unten nach schräg links oben, mal ist es andersherum. Da die Fenster nicht so regelmäßig verteilt sind, fällt das zuerst nicht auf, diese Nicht-Korrektur ist aber besonders schlimm bei Tabernackis anderem neuen Modell Hildesheimer Dom, wo die Fenster nur so tanzen... Das geht alles viel besser, und Kollege Peter Gierhardt macht es vor, dass man jedes Fenster korrigieren und mit den gewohnten Nordwest-Schatten versehen kann. Letztlich ist die Dachtextur recht eintönig und teils nicht parallel zu den Gebäudekanten. Angesprochen habe ich ja schon das gotische Türmchen, dass dermaßen verflacht wurde, dass es mit der Realität nichts mehr gemein hat. Die Balance zwischen Perfektion und Vereinfachung ist nicht gelungen, da ist noch sehr viel Luft nach oben. Manchmal habe ich das Gefühlt, die Teile sind nichts weiter als Pappschachteln, die mit (wenn auch farblich gut behandelten) Fotos beklebt wurden.
    • Die Faulheit geht weiter bei der Konstruktion: auch hier ist zu bemängeln, dass es kein Angebot von Superungsteilen gibt, um z. B. den Galeriegang, Giebel oder andere Gebäudestrukturen supern zu können. Dafür werden Unmengen von Bogenseiten für mittelmäßige Fotostrecken vergeudet, die den Zusammenbau erklären, wo es vier, fünf gute Explosionsskizzen auch getan hätten. Wiederum muss Tabernacki zu den Kollegen Gierhardt oder Vyskovsky schielen, die selbst die größten Gebäude mit wenigen Skizzen erklären können. Ebenfalls fressen viel zu viele Weißteile weitere Bogen. Diese Platzverschwendung ist eigentlich das größte Ärgernis am Bogen: ehe man zu den grafischen Teilen des Modells vordringt, hat man vier Doppelbogen Luft durchgeblättert. Allein für die Anleitung hätten sich die Weißteile als Platz angeboten, da diese später allesamt beklebt werden. Dass das funktioniert, zeigt z. B. der Bogen der Burg Eltz von Siegmund, wo jeder weiße Raum für Skizzen verwendet wurde. Fazit: Bogenvergeudung, wo man gleichzeitig weitere Superungsteile für die Spezialisten hätte anbieten können.
    • Während alle Teile recht stimmig sind, ist ausgerechnet das prominenteste Außenteil eine Katastrophe: die Palas-Außenwand 19 macht so ziemlich alles falsch, was ich bereits erwähnt hatte: eine flache Schachtel mit einem Knick, der nirgendwo zu den Bogen passt, der Mittelerker wurde an den den Seiten einfach gespiegelt und ist perspektivisch total falsch. Allein hier hätte man Superungen anbieten müssen, um diese Front zu retten. Natürlich fällt die Galerie über dem Bogengang ebenso ins Gewicht. Außen muss man einen Balkon relativ klein anfertigen, aber für das prominente Innenteil im Hof fehlt jegliche Superung.
    • Gebaut ist die Burg Kreuzenstein nun also recht stimmig, Superungen gelingen nur mit einem Zweitbogen. Ist dieser nicht opportun, erhält man ein flacheres Modell, das den Spagat zwischen Anfänger- und Spezialisten-Modellbauer versucht, aber beide nicht recht zu bedienen weiß. Erst mit einiger Nachhilfe gelingt dann ein ansehnliches kompaktes Modell. Größtes Ärgernis ist also die Bogenvergeudung und -nutzung, das muss dringend anders werden.


    Eine Galerie werde ich noch in den nächsten Tagen versuchen. Damit schließe ich meinen Baubericht ab.

    Aber lange, lange Zeit habe ich den Superungsvorgang des Mittelganges vor mich hergeschoben. Da die Burg langsam ihrer Vollendung entgegengeht, muss ich mich auch jetzt mal darum kümmern. Das "Problem" war ja, dass gerade bei diesem prominenten Bauteil eine flache Fassade zum Innenhof zum Tragen kommt, ohne die Chance (wie beim Teil 5a/b außen) eine nach innen liegende Galerie wie im Vorbild mit zusätzlichen Teilen auszubauen. Hierzu bemühe ich nochmals das Bild des Fotografen Alexander Huebner vom Vorbild:


    [Blocked Image: http://img04.deviantart.net/d378/i/2012/226/7/c/burg_kreuzenstein_stock_29_hdr_by_alexanderhuebner-d5amqj5.png]


    Tabernacki bietet hier wie gesagt nur ein flaches Bauteil als Kasten an. Da ich den Bogen also nun ein zweites Mal für Superungen angeschafft habe, kann ich hier auch diese Galerie plastisch ausbauen.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-36.jpg]


    Das erste Originalteil 23 wird in Höhe der später zu öffnenden Galerie mit Graupappe hinterklebt. Nach dem Trocknen werden die Bögen mit einem sehr scharfen Messer ausgeschnitten. Aus anderen Teilen wurde ein passender Boden bündig angeklebt, der noch Platz für den knapp darunter anzuklebenden Bogen 23a bieten muss. Nächste Änderung: Die Klebelaschen habe ich dem Bogenteil "hinzugedichtet", diese befanden sich original am Bogenrand von 23. Man sieht aber in den Baustufenfotos, dass dann die Materialstärke des Bogens an der Kante sichtbar wird. Hier sollte man also die Klebelaschen tauschen, hinterliegende Laschen kann man besser richten und machen eine glatte Kante. Aus dem Zweitteil 23 habe ich eine Art Schachtel gefalzt, die sorgfältig an die inneren Maße angepasst wird. Links und rechts müssen aus anderen Teilen Türen angedeutet werden. Der nachgebildete Gang hat in etwa die Hälfte der Breite des gesamten Bauteils. Eine eigene Nachbildung einer Rückwand habe ich mir geschenkt: die sich wiederholenden Säulen machen sich gut als angedeutetes Gewölbe, und unter die Decke kann man nach dem Einbau eh nicht mehr gucken. Es ist also so, dass somit nur die originale Textur von 23 etwas zurückgesetzt verbaut wird.
    Nun wird zuerst der Bogen an eine Seite angeklebt, vorzugweise an den Gang. Danach muss das neue Gesamtteil 23 sorgfältig geschlossen werden. Da die beiden Nachbargebäude etwas konisch zusammenlaufen, muss man dieses Teil dann von der Hofseite "einschieben". Um Verschmierungen durch Klebstoff an den Seitenwänden zu vermeiden, empfiehlt es sich dringend die Schmalkanten mit Post-it oder Tesafilm bündig mit der Einbaukante abzudecken. Auch der Boden kann diese Art "Malerfolie" gut gebrauchen. Nun wird Teil 23 an den Seiten-, Boden- und Dachseitenflächen mit Klebstoff bestrichen und flugs eingeschoben. Schnell wird das Teil gerade ausgerichtet, an den Dachflächen etwas zurechtgeschoben und überflüssiger Klebstoff entfernt. In der Tat hat sich Uhu an der "Malerfolie" abgeschmiert. Nach dem Trocknen kann man aber diese entfernen und alles ist sauber geblieben. Und dann sieht der Gang mit seiner neuen 3D-Galerie so aus:


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-37.jpg]


    Ich finde es wie gesagt schade, dass für solch eine tolle Galerie keine Zusatzteile zur Superung angeboten werden und eine flache Tapete die einzige Möglichkeit bleibt, während draußen an der Burg in gleicher Manier ein wesentlich kleinerer und aufwändigerer Rücksprung gebaut werden muss.

    OK, es geht jetzt nach dem Eingangsbereich wieder fix weiter. Man bekommt recht schnell die Burg geschlossen.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-33.jpg]


    Auf den Boden 43 bringt man wie gewohnt erst eine Innenwand an, hier das lange Teil 57, und von außen gibt es das komplette Gegenstück 57a. In der Länge kann es sein, dass man zwischen den beiden Türmen ein wenig anpassen muss, aber es passt alles gut. Schrittweise wird die Außenwand wiederum verklebt. Die Erkervorsprünge 57b bis 57f sind etwas fummeliger anzubringen. Unter diesem kleinen Runderker habe ich noch aus Zweitmaterial des Innenhofes einen kleinen Seitenrand gebildet. Rechts klebt der Erker 57g/h an der Wand. Nun müssen nur noch die Dächer 58 bis 58 b aufgesetzt werden. An großen Rundturm fügt sich das Wehrgangdach mit etwas Beschnitt perfekt in den anderen Vorbau ein.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-34.jpg]


    Nachdem ich die Kamera für einen Urlaub geleert hatte, glaubte ich einige Bilder gelöscht zu haben. Ein – wichtiges! – Bild hat jedoch überlebt. Es geht nämlich um den Bau der Zinnen auf den Mauern auf der anderen Burgseite. Ich hatte diese Arbeit ja ebenfalls etwas geschoben. Bei den Teilen 47 und 48 kann man sich entscheiden, ob man eine einfache Mauer baut oder Zinnen ausarbeitet. Wie man das aber macht – darüber schweigt sich die Anleitung aus, es heißt lediglich, dass man die dunklen Zwischenräume ausschneiden kann.
    Hier ist meine Vorgehensweise: Die Mauer ist 6 mm dick, die Zinnenzwischenräume kann man mit gleichbleibend 4,5 mm Breite ausschneiden. Die Unterhöhe ist immer gleich, die Abstände variieren leicht, aber dieser Zwischenraum ist also stets gleich. Wenn man diese braunen Rechtecke ausgeschnitten hat und die Mauer formt, ergeben sich schon hohle Zinnen. Nun zieht man innen einen Pappstreifen geringfügig in Papierstärke tiefer als die Unterkante der Scharten stumpf ankleben ein, an der Außenwand. Testweise kann man die Mauer so mal trocken ansetzen und die Abwicklung zum Hofboden testen. Wenn das passt, kann man auch schon die Hofinnenseite stumpf an den Pappstreifen ankleben, jedoch noch nicht an den Boden und außen an die Burg! Ergebnis: der Pappstreifen fungiert als Auflage. Nun schneidet man aus dem Streifenmaterial 6 mm breite Streifen länger, als man für die Scharten benötigt, ritzt diese rückseitig mit ca. 4,4 mm und formt mehrere kleine U-förmige Teile. Diese setzt man zuerst exakt auf die Mitte der Pappe. Dadurch, dass man die Pappe geringfügig tiefer als die Kante geklebt hat, fällt das Papier der U-Teile exakt auf die Außenkante. Die beiden überstehenden „Ohren“ können dann mit hinterstrichenem Leim stumpf an die drei Restkanten angeklebt werden. Nach dem Trocknen werden sie mit einer Nagelschere oben an den Kanten exakt abgeschnitten. Fertig! Glatte Kanten, wenig Fummelei.
    Rechts im Bild sieht man die hohlen Zinnen und den eingezogenen, ganz leicht tiefer angebrachten Pappstreifen, davor warten einige U-Teile aufs Einsetzen, zwei überstehende Ohren müssen beschnitten werden, und links sieht man die fertigen geschlossenen massiven Zinnen. Ein wenig Kantenfärben hilft für einen guten Eindruck.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-35.jpg]


    Ein anderer Wehrgang-Komplex klebt schon etwas länger. Hier sind es die Teile 46 bis 46e, die als Dächer diese Ecke komplettieren. Das sechseckige Erkerdach 46b sieht etwas komisch an der Ecke aus und fügt sich nicht so recht zu den anderen Seitendächern hinzu, wie falsch verklebt. Nun ja…

    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-31.jpg]


    Nachdem der Turm angebracht ist, kommt dem Torhaus Bedeutung zu. Innen am Hof muss zunächst der Eckvorsprung 54a angesetzt werden. Daneben kommt die Brüstung 54b, die hier zwar 3D aussieht, den kleinen Treppenabgang aber nur andeutet. Darunter ist das Teil wieder hohl, was hier aber mit einer Unterfütterung von 1mm Graupappe kompensiert wird und auch ausreicht. Nun wird auf das Torhaus zuerst sehr mittig und genau das Mitteldach-Erkerchen 54c eingesetzt, dass aus einem Guss gebaut wird. Darüber und zum Abschluss aller kommt das Dach 54d mit einer mittigen Aussparung. Am besten an der vorderen Kante ankleben und dann in einem nach hinten zum Hof abklappen, dort wird die untere Kante stumpf angeklebt. Das Dach ist recht passgenau, fertig ist das Torhaus. Was übrigens von mir zusätzlich noch angebracht wurde, ist ein Wehrgang-Treppenabgang. Im Original-Bogen ist der nur flach am Teil 57 angedeutet, ragt aber doch sehr in den Hof im Vorbild herein. Aus Zweitmaterial wurde dieser Abgang also zusätzlich gebaut und angebracht.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-32.jpg]


    Nun ist die Eingangsfront an der Reihe. Die Brücke und der seitliche Bogen sind mit schwarzen Löchern versehen – für Anfänger einfach zu bauen, am Modell eher hässlich. Auch hier fällt der „Vorwurf“, dass keinerlei Zusatzteile zum Supern angeboten werden. Da ich einen Zweitbogen habe, fällt mir das Supern nicht schwer (zur Not muss man mit dem einen Stück Mauerteil auskommen, das im Bogen als Ersatzteil dient). Der Bogen 55 wird wie gewohnt auf 1 mm Graupappe geklebt und der Bogen ausgeschnitten. Die Treppenrückwand wird extra ausgeschnitten, da sie später eine (etwas verschmälerte) Treppe zum Torhaus aufnehmen muss. Das Teil 55a ist nämlich Zugbrücke und gewinkelter Seiteneingang in einem. Zuerst wird die Treppe also angebracht (sieht man auf dem Foto nicht), dann wird der gesamte Bogen an den Turm und auf den Boden geklebt. Die Zugbrücke stößt dann ebenfalls direkt ans Torhaus. Die kleine linke Mauerwand 49h war ja schon vorher dran. Zwischen diesen beiden Mauern muss nun die Brücke gestellt werden.


    Die Brückengeländer werden ebenfalls mit Graupappe verdickt und extra hinterklebt. Darunter wird der Brückenboden angebracht. Die Bögen werden in der Breite der Brücke aus Extra-Material mit innenliegenden Klebelaschen konstruiert und innen zuerst an eine Brückenseite angeklebt. Ich habe hier übrigens die Brücke von drei auf zwei Bögen verkürzt, das reicht von der Länge her. Die Front wird ebenso mit Zusatzkarton vorne verschlossen. Nun muss nur noch die andere Brückenseite alles abschließen. Nach einer ordentlichen Ausrichtung und Trockenzeit kann die Brücke dann auf dem Boden angebracht werden. Die Zugbrücke liegt dabei etwas auf. Durch das Supern habe ich realistische Mauerstärken erreicht. Auf der Grundplatte wurde rundum schon ein Zuschnitt gemacht.

    Leider habe ich vom Zusammenbau des Turmes keine Zwischenschritte fotografiert, aber der Zusammenbau ist nicht so kompliziert, wie es zunächst vermutet wird.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-30.jpg]


    Nach dem Fertigstellen der unteren Röhre 53 mit dem angeklebten Wulst 53a (der später das Torhaus verbindet) wird der Ring 59 mit 1mm Graupappe verstärkt – warum gerade dieses Teil, erschließt sich nicht ganz. Die Ränder werden passend zu den unteren und oberen Segmenten etwas stufig geschnitten, also nicht rund. Da hier dann die graue Pappe durchblitzt, habe ich den Ring etwas später mit einem braunen 1mm-Kartonstreifen ummantelt, damit es wenigstens etwas nach massivem Holz aussieht. Der Ring wird auf die Röhre geschoben, die Lücke mit einer angedeuteten Treppe muss exakt ausgespart bleiben, und entlang der Kanten wird stumpf angeklebt. Unterhalb schließt man mit Teil 59a die angedeuteten Stützen ab, die nach und nach ebenfalls stumpf an die Röhre geklebt werden. Teil 59b, die Fensterreihe, kommt nun auf den Ring. Die seitlichen Abschlüsse innerhalb der Aussparung sind irgendwie nicht stimmig, hier musste ich mit Zweitteilen einen halbwegs passenden eigenen Abschluss hinzukonstruieren. Der Zwischenboden 59c deckt das Ganze nun komplett ab. Der Dachring 59d wird mit einer unterfütterten Lasche glatt geschlossen und erst auf den Turm geschoben, dann auf dem Zwischenboden verklebt. Tipp: um das Ganze anzudrücken, habe ich mit einem Teeei und leichtem Gewicht diese Andrückprozedur vereinfacht. Während das Teeei gleichmäßigen Druck auf den Rand ausübt, kann man die genaue horizontale Lage noch etwas korrigieren. Das Kegeldach 59f wird ebenfalls mit unterfütterter Lasche geschlossen. In den Unterboden 59e kommt in die Mitte ein Loch, ebenso in den Boden des Turms. Ein Blumendraht wird nun exakt mittig in dem Turm gesteckt und oben aus dem Kegeldach ausgeführt. Dann kann dieses Dach den Turm komplettieren, die Naht zeigt dabei vom Betrachter weg zur Burg hin. Später weht hier eine österreichische Flagge.


    Nun ist es Zeit, den kompletten Turm einzuschieben. Auf dem Boden und in die Seitenanschlüsse kommt Klebstoff, ebenso auf die unteren schmalen Seitenflächen des Wulstes 53a. Die oberen Flächen mit den Laschen vom Torhaus können noch lose bleiben und werden später exakter verklebt. Nun schnell den Turm einschieben, ausrichten und andrücken. Mittels Radiergummis und Beschwerern wird der Turm in seinem Stand gehalten und leicht angedrückt. Etwas später lasse ich noch auf der rechten Seite durch die Lücken weiteres Uhu einfließen, um weiteren Halt von (nicht sichtbar) außen am Boden zu geben. Hier auf dem Bild sieht man, dass die Torhaus-Laschen oben noch nicht verklebt sind (sie stehen etwas ab). Wenn der Turm am Fuß gut angetrocknet ist, unterfüttert man diese Laschen mit Klebstoff und verbindet gänzlich Turm und Haupthaus. Mit etwas Geduld sind dann auch diese Kanten exakt gerade und der Turm hat sich perfekt eingefügt. Erst jetzt allerdings sollte man das Torhaus-Dach aufsetzen.


    Durch einen dummen Fehler habe ich ab hier leider einige weitere Baustufen-Bilder von der Kamera gelöscht. Ab hier muss ich die bisher getätigten Schritte am „vollen“ Modell neu fotografieren.

    Während ich mich mit dem Schreiben des Bauberichtes aus zeitlichen Gründen etwas schwertue, ist der Bau unterdessen schon recht fortgeschritten. Ich hole also mal etwas auf (und verliere mich nicht in unnötigen Details).


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-27.jpg]


    Im vorderen Bereich wird der etwas tiefergelegte Boden 42 angebaut. Auch hier müssen Grifflöcher sein, um auszurichten und innen Laschen anzudrücken, und der Boden wurde verstärkt. Im Eingangsbereich rechts müssen einige Standlaschen sehr genau auf dem Boden ausgerichtet werden. Im Hintergrund wird der Boden 43 (und ein Bodengraben 43a) danach ebenfalls an die Wände angebracht. Später wird alles wie gewohnt mit Mauern- und Wandteilen abgedeckt. Links wird das stufige Gebäude 45 mit Dach 45a auf beide Böden und die Wand 19 geklebt.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-28.jpg]


    Nun habe ich zuerst den kleinen Turm 51 auf dem Boden angebracht. Daneben klebt der kleine Übergang 52/52a/52 an der Wand. Nun muss der Wehrgang 49 zuerst als Innenwand auf dem Boden 42 angesetzt werden. Sein äußeres Pendant 49a hat eine ziemlich lange Abwicklung, die so in einem schlecht zu kleben und zu korrigieren wäre. Ich schneide in der Mitte des später anzusetzenden Vorsprungs 49d die Wand in zwei Teile. Links angefangen stoßen wir später an die immer noch wartende Mauer 48 an und wickeln uns um zwei Ecken herum. Die oberen Laschen sollten eigentlich direkt verklebt werden, jedoch tue ich das nur am Anfang und am Ende, dazwischen mache ich sie schmaler und offen, um noch reinlangen zu können zum Andrücken. Der rechte Teil von 49a wickelt sich dann um das Türmchen, hier sind wiederum die Bodenstände und die oberen Dachlaschen abstandsgebend. Zur Stabilisierung habe ich hier ebenfalls einen mauerdicken Kartonstreifen eingezogen, der stumpf angeklebt wird. Nun kann man das ganze schließen und an der Nahtstelle passt trotzdem alles recht gut zusammen. Rechts sieht man, dass das später anzusetzende Torgebäude 54 die Front komplettiert und bis zum (blaugrünen) Boden reicht.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-29.jpg]


    Die Nahtstelle im Wehrgang wird durch den Vorsprung 49d bis 49f verborgen. Nachdem die Wehrgangdächer 50 und 50a aufgesetzt werden, wird es am Eingangsbereich interessant. Zuerst habe ich das Torgebäude 54 zu einem Block geformt, der bis zum Boden passend aufgesetzt wird. Dabei muss es mit dem Turm 51 hinten (etwas unsichtbar im Hof) bündig abschließen und hoffentlich exakt zum Übergang 52b passen. Gleich dahinter im Innenbereich wird noch ein Vorsprung 54a angebracht. Hier stehen rechts zwei dünne Mauerlaschen in die Luft – eine etwas kuriose Konstruktionsweise. Denn nun muss der runde Turm geformt werden. Mittels drei Kartonscheiben hält er seine Form. Erste trockene Stellproben zeigen, dass ich daneben etwas vom Boden 43 wegschneiden muss. Ganz zuletzt (und jetzt noch nicht) wird er dann passend zum Torgebäude eingeschoben. Als letzter Schritt wird hier noch Teil 49g angebracht, das trickreich zwei kleine Erkertürmchen ausformt. Darauf wird das gewinkelte Dach 51a aufgesetzt, das seine Form durch einen Boden und daraufhin die Wandanschlüsse definiert.

    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-25.jpg]


    In den Innenhof kommen dann noch einige andere Wirtschaftsgebäude. Das wird ein wenig fummelig, ist aber zu schaffen. Es geht los mit dem Gebäude 34 und einem großen Flachdach 34a. Danach kommt der Wehrgang 36 an die Mauer und daraufhin ein ähnliches Gebäude 35 und 35a in der Nähe des Erkers. Das kleine Dreiecksgebäude 38 wird an den Hauptturm gefummelt. In die Lücken müssen nun die Mauern passgenau gestellt werden. Bei der längeren Mauer 37 empfiehlt sich dazu einen mauerdicker Spant am Boden einzukleben, um sie stabiler zu halten. Nach mehrmaligem Einpassen und Zuschneiden an der schrägen Ecke zum Gebäude 35 wird sie eingesetzt. Die kleine Mauer 39 wird ebenso eingeklebt, beide sitzen bombenfest.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-26.jpg]


    Jetzt kann man draußen schon den äußeren Grabenring anbauen. Hierzu wird wieder viel Weißmaterial verbraten, 40 und 40a bilden die Außenstütze. Die Böden 41 und 41 a sollten etwas verstärkt werden. Außerdem – wie sollte es anders sein – werden beide Böden mit einer unterfütterten Lasche verbunden. Hier sieht man nun auch, wie die restlichen Wehrgang-Dächer nun auf den Mauern thronen.

    In der Zwischenzeit, wo ich auf den neuen Zweitbogen gewartet habe, ging es mit der Burg weiter voran. Ich habe mich dem hinteren Bereich gewidmet und mich im Außenring weiter vorgearbeitet.


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-23.jpg]


    Weiter geht es also am großen Hauptturm. Die Mauer 30 wird gedoppelt und an das vorhandene Gebäude geklebt. Der Hauptturm 31 wird gerundet, innen mit einem zusätzlichen nachgezeichneten Spant verstärkt und oben mit dem Dach 31b gedeckelt. Hier ist das Dach noch nicht zusammengebaut. Zuerst habe ich den Turm dann nahe an die Mauer gerückt und auf dem Burgberg festgeklebt. Hier muss eine bündige Kante erzielt werden. Danach kann man den Turm ankippen, unten den Klebstoff auftragen und komplett auf dem Boden anbringen. Nachdem der Turm fest steht, kann das Dach geschlossen werden (man sieht hier wieder, dass ich eine eigene unterfütterte Lasche benutzt habe).


    [Blocked Image: http://www.pielawa.de/bilder/forum/karton/kreuzenstein-bau-24.jpg]


    Die Mauer 30 bekommt ein Dach 30a aufgesetzt. Davor gibt es ein Wirtschaftsgebäude. Teil 32 hat einen stufigen Mauergiebel, den ich wieder mit 1mm-Pappe gesupert habe. Diese Materialstärke muss man aus dem Dach 32c natürlich wieder wegnehmen. Das Gebäude schmiegt sich passgenau überall an. Man sollte übrigens den Wehrgang 31d erst anbringen, wenn beide Anschlussdächer vorhanden sind. Deswegen baue ich den Hof schon mit der gewinkelten Mauer 33 zu. Im Innenhof sind auch hier abweichend wieder unterfütterte Laschen zum Einsatz gekommen, um die Innenwände glatt anstoßen zu lassen. Kleine Löcher oben helfen beim Ankleben, die Mauer auf dem Burgberg auszurichten und anzudrücken. Danach setzt man das hier noch nicht sichtbare Erkerchen 33a und die Dächer 33b und 33c auf. Erst danach klebt man den Wehrgang 31d an den großen Turm innen an.