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Friday, August 14th 2009, 7:36pm

Aufwickeln bei Winschen

Hallo Freunde,
Ich weiß, dass ich wieder einmal eine vertrackte Frage habe, bei der ich aber nicht weiterkomme.
Auf verschiedenen Bildern und Zeichnungen auch hier im Forum sieht man, dass Seile bei Winschen von der Seite her gesehen oben an den Rollenzylinder geführt werden. Bei anderen Bildern laufen die Seile praktisch nach unten. (So z. B."Schiffe der Völker,von Lächler und Wirz, Walterverlag, Freiburg, 1962 S. 453) Bestimmt gibt es hier im Forum jemand, der sagen kann, wieso die Seile so verschieden geführt werden. Von der eigentlichen Funktion her dem Hieven des Ladebaums dürfte es da keinen Unterschiede geben oder doch?

Mit vielen Grüßen

modellschiff

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Friday, August 14th 2009, 10:51pm

RE: Aufwickeln bei Winschen

Das Seil sollte beim Ablaufen möglichst wenig und wenn nötig nur in eine Richtung gebogen werden, dann hält es länger. Je nachdem wie der weitere Verlauf des Seils ist kann es günstiger sein es von oben oder von unten auf die Trommel laufen zu lassen

Ein anderes Argument ist der Platzbedarf. Es darf nicht übersehen werden dass zwischen Trommel und Seilumlenkrolle ein relativ großer Abstand nötig ist, sonst wickelt sich das Seil nicht in die Rillen der Trommel.( in der Regel ein paar Meter )
Reinhard Lachmann has attached the following images:
  • Seilführung.jpg
  • Seilführung2.jpg

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Wiesel

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Saturday, August 15th 2009, 7:45pm

RE: Aufwickeln bei Winschen

Quoted

Original von Reinhard Lachmann
Das Seil sollte beim Ablaufen möglichst wenig und wenn nötig nur in eine Richtung gebogen werden, dann hält es länger. Je nachdem wie der weitere Verlauf des Seils ist kann es günstiger sein es von oben oder von unten auf die Trommel laufen zu lassen

...


Hallo Reinhard,

das Argument zum Verschleiss leuchtet ein.

Aber ich habe es in der Literatur genau anders herum gelesen - ich finde leider die Quelle nicht mehr. :evil:
Da hieß es sinngemäß, das Tau solle immer, von Block zu Block beziehungsweise Winsch, in der Biegerichtung möglichst umgekehrt werden, um ein Verdrillen zu vermeiden. Auch das finde ich einleuchtend.
So habe ich das zum Beispiel bei der HAMMONIA umgesetzt und es entsprechend auch Wilfried gesagt, als er die INÉS getakelt hat.

Jetzt bin ich ein wenig ratlos...
Bis die Tage...

Helmut


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Saturday, August 15th 2009, 10:32pm

RE: Aufwickeln bei Winschen

Ich beziehe mich hier auf die Kranbaunormen zur Auslegung von Stahlseilen. Im Falle von Gegenbiegung ist bei gleicher Triebwerksgruppe und Tragkraft der Durchmesser der Rollen groesser zu waehlen um diese Belastung zu kompensieren
Aber ich bin kein Seilspezialist und arbeite in keiner einschlaegigen Firma.

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Sunday, August 16th 2009, 11:14am

Ich habe mal meine Unterlagen geflöht und gefunden, dass bei den meisten DSR-Schiffen (incl. Alttonnage) die Variante mit Block am Lümmellager und Seiltrommel von oben aufwickelnd (also die obere Zeichnung) vorzufinden war. Die begefügte Zeichnung zeigt das Ladegeschirr eines Typ X - Schiffes (Edgar André). Andererseits war für mich anhand der Zeichnungen auch zu erkennen, dass auf DS "Thälmann Pionier" die Variante mit Fußblock und Aufwickeln des Seils auf die Trommel von unten angewendet wurde, beim MS "Rügen" (ex. "Marivia") sind gleich beide Varianten erkennbar, bei MS "Saale" (ex. "Olivia Winther") war wohl mit Blöcken am Lümmellager und Auftrommeln von unten gearbeitet worden. Aus meiner Erinnerung an die Fahrenszeit ist nichts konkretes mehr greifbar, aber ich war ja auch die meiste Zeit im "Keller" beschäftigt. Die Hanger wurden, das weiß ich noch, über Fußblöcke geschoren, aber die wurden ja auch nicht aufgetrommelt, sondern auf den Spillkopf gelegt und schließlich mit Kettenstopper gesichert. Gott, das ist doch ewig her!

Edit: Aha, ich wusste es doch, wir hatten das Thema schon mal http://www.kartonbau.de/wbb2/thread.php?…ht=ladegeschirr.
pappenbauer has attached the following image:
  • winde1.jpg

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Monday, August 17th 2009, 7:37pm

Hallo Freunde
die Ratlosigkeit Helmuts habe ich auch schon verspürt, deshalb meine Anfrage hier. Ergibt sich logischerweise die Frage: Wie mache ich es nun bei der Santa Ines richtig?


Mit freundlichen Grüßen

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Monday, August 17th 2009, 10:18pm

In dem Buch : "alles über ein Schiff " das die Santa Ines und Santa Teresa beschreibt, ist auf mehreren Bildern, meiner Meinung nach, eindeutig zu sehen, das das Hubseil auf die Ladewinden oben aufläuft.

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Wiesel

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Monday, August 17th 2009, 10:26pm

Quoted

Original von Reinhard Lachmann
In dem Buch : "alles über ein Schiff " das die Santa Ines und Santa Teresa beschreibt, ist auf mehreren Bildern eindeutig zu sehen das das Hubseil auf die Ladewinden oben aufläuft.


Ja, so habe ich das auch gesehen.

So will ich das auch darstellen. Das bedeutet die Umkehrung der "Biegerichtung", zwischen dem unteren Rennerblock (in der Nähe des Lümmelbeschlags) und der Winsch.

Hier mal ein Bild eines Ladegeschirrmodells aus dem Hafenspeicher XI in Bremen:

*
Wiesel has attached the following image:
  • Winde1.jpg
Bis die Tage...

Helmut


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Tuesday, August 18th 2009, 12:13pm

Hallo,

hier ein Foto vom Modell des Schwergutbaumes der Etha Rickmers im Deutschen Museum München.

Gruß

Michael
bauerm has attached the following image:
  • P1060214.jpg
Michael :)

Meine Modelle sind hier zu sehen: MB-Kartonmodelle

10

Tuesday, August 18th 2009, 2:51pm

Hallo Wiesel,

schön, dass ich mit dem Bild des Ladegeschirrmodells im Hafenspeicher XI in Bremen helfen konnte!

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Tuesday, August 18th 2009, 3:21pm

Danke an alle, die sich dieser Frage angenommen haben. Es ist einiges deutlicher geworden. Und ich denke, es kommt auf die Festlegung der Ansatzrichtung auf das einzelne Schiff an wie das Bild von bauerm zeigt.
Für die Inés schließe ich mich der opino communis von Reinhard und Helmut an.


Mit freundlichen Grüßen

modellschiff

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