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Saturday, July 4th 2015, 3:40pm

10cm Geschütz der Fa Canet von 1891/92 konstruiert von Herrn T. Redzynia in 1/25 bei GPM

Als ich diese Ankündigung bei GPM las, beschloss ich nun doch auch auf den Zug der Geschütze aufzuspringen.
In den letzten jahren sind etliche mittlere, mittelschwere und schwere Geschütze als Modell in 1/25 erschienen. Zwar gehöre ich auch zu denjenigen, die als Jugendlicher die 8,8 Flak von Tamiya gebaut haben, doch reizten mich die Geschütze nie besonders.

Mit dem 1891/92 von der frz. Firma Canet entwickelten Geschütz ist es aber etwas Anderes: Dieser Typ wurde m.W. auf den damaligen französischen Schiffen, also auch auf der von mir gebauten "Iena" und "Massena" gefahren. Und 1/25 ist genau zehnmal so groß wie die Geschütze auf den Schiffsmodellen.

Sicherlich dürfte es einige Abweichungen geben, das das Geschütz des Modells von einer polnischen Küstenbatterie von 1939 stammt.

Der Bogen selbst umfasst 4 Bögen mit 471 Teilen, eine ausführliche Anleitung in Text und sehr übersichtlichen Zeichnungen.
Optisch jedoch beim Auspacken zunächst ein Schreck: Der Umschlag glänzt verdächtig - Laserdruck, für mich immer noch keine Alternative zum Offsetdruck.
Auf dem Umschlag und innen Fotos von einem Testbau in Farbe, das sieht soweit überzeugend aus, nur die aus Metall angefertigten Teile wurden mit einem unschön kontratierenden Blaugrün gestrichen.

Die Skizzen warten zunächst mit drei Totalen auf (Bilder 3 bis 5), er folgen Szizzen zu einzelnen Bauabschnitten.
Eine Besonderheit: Die Federung der Rohrrücklaufbremse (??) (Teile 28-28b) ist nicht aus gerolltem Draht herzustellen (zum Glück, denn das ist nicht meine Stärke), sondern besteht aus zusammen 150 aufeinanderzuklebenden Scheiben.

Das Rohr hat ein Innenleben mit aufgedruckten Zügen (Bild 8, leider unscharf).
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  • Canet Geschütz Vorstellung 002.jpg
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Saturday, July 4th 2015, 3:45pm

Auf den Bögen herrscht kein allzugroßes Gedränge und eigentlich sind es auch nur 3 Bögen, denn die Nr. 4 ist eine Grundplatte, auf die man zum Platzsparen auch verzichten kann.
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  • Canet Geschütz Vorstellung 021.jpg
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Saturday, July 4th 2015, 4:04pm

Nur die Nummerierung der Teile auf der Anleitung sollte man mit Vorsicht genießen:

Mittig auf dem Geschützrohr prangt die kleine Teilgruppe 28e. Sie ebsteht aus drei Scheiben. Das dritte Teil ("28e/3" - so die Nomenklatur der Anleitung) ist stehend auf die anderen beiden zu kleben und eine Scheibe sollte hier ausgestochen werden, so dass sich ein Ring ergibt (Bild 1). Diese Ringe waren wohl dazu da, bei der Montage bzw. Auswechslung des Geschützrohrs eine Kette aufzunehmen, an der das Rohr dann hochgehoben werden konnte).
Zunächst ist diese Teilgruppe auch korrekt bezeichnet, doch auf Seite 4 der Anleitung heißt sie auf einmal "23d/3"). Das ist fatal, denn die Baugruppe 23d ähnelt der Baugruppe 28e. Auch sie besteht aus drei ähnlichen aber ANDERS BEDRUCKTEN Scheiben, die genau wie 28e anzuordnen sind, aber eben auf Teil 23e stehen.

Und dann gibt es auf Bogen 2 noch die Teilgruppe 22e, die mit 23d identisch ist, sich aber auf keiner Skizze wiederfindet.

Fazit: Ein für mich reizvolles Modell. Ich würde mehr Modelle leichter und mittlerer Marine-Geschütze aus der Zeit um 1900 begrüßen, dann könnte man Vergrößerungen bauen und neben die Schiffsmodelle stellen (auch vergrößerte Scheinwerfer und Basisgeräte wären mir willkommen, oder ein schwerer Geschützturm mit Innenleben).


Zum Schluss noch eine Überraschung: Auf der Rückseite sind einige GPM-Neuerscheinungen angeführt, darunter als Nr. 18/2015 und 21/2015 zwei Modelle der Graf Goetzen, eines in 1/250.
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  • Canet Geschütz Vorstellung 026.jpg
  • Canet Geschütz Vorstellung 028.jpg

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Wednesday, July 8th 2015, 1:03am

Wenn man sich einzelne Teilgruppen näher ansieht, wird deutlich, dass das Modell recht hohe Anforderungen stellt.

Hierfür ein Beispiel: Die Geschützwiege (Teile 5-8)

Bild 1 zeigt die Montage der Teilgruppe 5 (n.b. auch eine gründliche Suche hat keine Erklärung gebracht, mit welcher Pappe "*" und mit welcher "**"-Teile zu verstärken sind.)
Eine weitere Durchsicht der Skizzen fördert jedoch nichts weiter Hilfreiches zu Tage (Beispiele: Bilder 2 und 3). Da bleibt nur die Hoffnung auf die polnische Textanleitung.

Wenn man einen Blick auf die einzelnen Teile wirft wird m.E. schnell deutlich, dass auch Bild 1 nicht alles zeigt.
Das beginnt bei Teil 5: Auf der Skizze kann ich davon zwei Teile ausmachen, auf dem Bogen sind DREI, die auch noch zwei verschiedene Formen haben (Bild 4).

Teil 5a (Bild 5) wird offenbar zu einer dicken Rolle verarbeitet: Zu rollen ist quer, nicht längs. Ich hasse derartige Wickelteile, denn am Ende muss ein exakter Durchmesser hgerauskommen, aber wie soll man das schaffen? Vermutlich ist das untere weiße Ende exakt auf die Grenzlinie zwischen grauer und weißer Fläche zu kleben.

Eine Messung ergibt, dass Teil 5a 4,3cm lang ist. Die Teile 5b dagegen (Bild 6), die die "Seitenbretter" bilden, sind nur 4,2cm lang. Davon geht noch an beiden Enden von 5b die Dicke von 5 ab. Deute ich "*" als Verstärkung auf 0,5mm Karton, bleiben nur 4,1cm. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass 5a insgesamt 2mm in die Teile 5 eingeschoben werden muss, doch damit löst sich das Rätsel um das dritte Teil 5 leider noch nicht, denn 3x0,5 ergibt 1,5, nicht aber 2mm: Soviel kann man aber vermuten: Das dritte Teil 5 muss wohl rückseitig auf eines der anderen beiden Teile 5 geklebt werden, aber auf welches? Bei Bild 1 scheint mir das vordere Teil 5 dicker gezeichnet, aber das kann eine Frage der Perspektive sein.

Die Skizze (Bild 1) birgt noch ein Problem: Die Teile 5b sollen vorne noch ein gutes Stück über 5 hinausragen, was mir allerdings spanisch vorkommt. hier handelt es sich vermutlich um die nicht gekennzeichneten Teile 5d.

Denn richtig verwirrend wird es jetzt erst: Bild 1 zeigt eindeutig, dass die Teile 5c Vierecke sind und dass es zwei davon gibt.
Der Bogen enthält aber VIER Teile 5c und sie sind alles andere als viereckig (Bild 7). Wo ist da jetzt vorne und hinten???

Zu den Teilen 5d und 5e schließlich schweigt Bild 1 vollkommen. Beide sind auf je 1mm zu bringen und die Form von 5e suggeriert, dass diese womöglich hinter 5d geklebt werden.

Der Text in der Anleitung lautet wie folgt:

"Wykonamy teraz loze armaty po uformowaniu cz. 5a do bokow wklejamy cz. 5 w srodku przykiejamy cz.5b* i od gory i od dolu przykiejamy cz.5c* po obydwoch stronach loza, nastepnie przykiejamy w wyciecie cz.5d* i z jednego konca przykiejamy cz.5e* do ktörego przykiejamy ostatnia cz.5 w srodek wklejajac cz.6."

Meiner Scannersoftware fehlt leider die Option "polnisch", so dass alle Sonderzeichen geschluckt werden und der Text durch ein Übersetzungsprogramm geschickt, nicht viel hergibt. Von dem, was ich verstehen konnte, fürchte ich, dass da auch nicht viel mehr steht, "als 5a an 5b kleben". Lediglich im Zusammenhang mit 5c ist von einer Kerbe die Rede, die man machen soll.

Wie man also sieht, ist hier viel Raum für Probieren und Kopfzerbrechen gegeben. Dies umso mehr, da ich vermute, dass die Geschützwiege beweglich gestaltet wurde, d.h. sich samt Rohr nach vorne und hinten schieben lässt.
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  • Canet Geschütz Vorstellung b 002.jpg
  • Canet Geschütz Vorstellung b 018.jpg
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  • Canet Geschütz Vorstellung b 005.jpg
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  • Canet Geschütz Vorstellung b 007.jpg
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