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Freitag, 6. April 2007, 12:25

Torpedoboot Stereguszczij 1:100 BK-Verlag

Hallo,

ich möchte einen Exot unter den Schiffsmodellen vorstellen, nämlich das Torpedoboot „Steregustscij“.

Erstmal einige Daten zu dem Original.

Nationalität: Russland
Kiellegung 1900 auf der Newski-Werft (St. Petersburg).
Länge: 57,91m
Breite: 5,64m
Verdrängung: 220-240t
Geschwindigkeit: 26,-27,5kn
Bewaffnung:
1 * 7,5 cm, 3 * 4,7 cm, 2 * 38,1cm oder 45 cm Torpedorohre (hier sind die Quellen nicht eindeutig)

Und nun zum Modell:
Konstrukteur:Dmitrij Hotkin
Verlag: BK-Verlag
Maßstab: 1:100
5 Din A4 Bögen
ca: 380 Teile
Bauzustand: 1904

Eine kurze Anleitung ist in russischer und in polnischer Sprache vorhanden, eine deutsche existiert nicht. Zusätzlich sind einige Zusammenbauzeichnungen vorhanden.
Hinweise zur Geschichte und Daten des Bootes sind auf dem Bogen nicht enthalten, wären auch für mich, wegen fehlender russisch und polnisch Sprachkenntnisse, nicht lesbar.

Der Druck ist gut und der Abstand zwischen den Teilen ist ausreichend, nur die Spanten sind „platzoptimiert“ angeordnet.
Das Überwasserschiff der „Steregustscij“ ist in einem dunklen Grau gehalten, ob diese Farbgebung dem Original entspricht kann ich nicht beurteilen. Auf einen schwarzen Rumpf (wie z.B. bei deutschen Torpedobooten bis 1916 üblich) hat man, glücklicherweise, verzichtet. 1902 waren nämlich Boote dieses Typs mit schwarzen Rumpf und gelben Schornsteinen versehen.

Der Bogen kostete soviel wie 1 Packung Zigaretten, also um die 5 Euro (Preisangabe 2007).

Nun etwas zur Geschichte.
Die „Steregustscij“ war eines von 16 Torpedobooten die ein Nachbau der Sokol war. Dieses Torpedoboot wurde 1894/96, im russischen Auftrag, in der Yarrow-Werft (England) gebaut
Die Konstruktion war anscheinend so gut das sie 5 Jahre später als Vorlage für 16 Nach/Neubauten diente. Einer dieser Bauten war die „Steregustscij“.
Die „Steregustscij“ wurde als „Kulik“ 1900 in der Newski-Werft in St. Petersburg auf Kiel gelegt. Vermutlich 1902 wurde sie in „Steregustscij“ umbenannt.
Ursprünglich war die „Steregustscij“ für die russ. Ostsee-Flotte geplant. Wurde aber, auf Grund der politischen Lage in Fern-Ost nach Port Arthur gebracht und dort 1903 fertig gestellt.
Am 10 März 1904 wurde die „Steregustscij“, von japanischen Torpedobooten versenkt.

Anscheinend wurde die Versenkung zur Heldenverklärung genutzt (folge den Link)
http://isem.susu.ac.ru/arch/warjag_de/
Kleine Hilfe für den Text: auf der Seite nach „Steregustschij“ suchen.
Hier wird der 26. Februar 1904 als Versenkungsdatum genannt.

Auf diesen Seite findet selbes Ereignis am 10 März statt.
http://www.russojapanesewar.com/maka-arrives.html

http://www.waffenhq.de/specials/tsushima.html#Der Russisch-Japanische Krieg

Pläne findet man auf
http://mkmagazin.almanacwhf.ru/ships/skoryj.htm


Bilder der „Steregustscij“ habe ich keine im Internet gefunden und von scanns möchte ich wegen der unklaren Urheberrechte verzichten.
Die Recherche gestaltete sich etwas schwierig da auf dem Bogen keine Daten zu dem Original gibt, weder in russisch noch in polnisch. Weiterhin war es nicht sehr hilfreich das unzählige Schreibweisen des Namens verwendet werden, hier einige Beispiele: Steregustscij, Steregustschij, Stereguscyj, Steregushchi, Steregutschy usw.
Ich hoffe die Daten und Fakten sind alle richtig wer etwas dazu beitragen oder verbessern möchte ist herzlich Willkommen.

In den nächsten Tagen wird der Baubericht starten.

Gruss
Andreas

Quellen:
Schwarze Gesellen Zertörer bis 1914 – Harald Fock – Koehler
Kriegsschiffe der Welt 1860-1905 Band 2 – Bernard & Graefe Verlag
Tsushima – Frank Thiess
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  • ForumDSC005071.jpg

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Freitag, 6. April 2007, 12:27

Die Bögen

Hier die Anleitung und die Spanten
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  • ForumDSC005131.jpg
  • ForumDSC005081.jpg

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Freitag, 6. April 2007, 12:29

Die Bögen

Nun die Bögen
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  • ForumDSC005141.jpg
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Freitag, 6. April 2007, 12:30

Die Bögen

Und zum Abschluss die beigelegte Stoffflagge
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Freitag, 6. April 2007, 19:23

Datenwirrwarr

Tschä, daß es unterschiedliche Daten der Versenkung der "Stereguschtschij" (so die deutsche Transkription!) gibt, hängt mit der gregorianischen Kalenderreform zusammen, bei der die Tage zwischen dem 4. und 15. Oktober 1582 entfielen; da die orthodoxen Russen den "niemodschen Swinkram" von dem katholischen Papst Gregor XIII. nicht mitmachten, blieben sie beim julianischen Kalender - was dazu führte, daß die Daten um 12-14 Tage hinter dem gregorianischen Kalender hinterherbleiben.
Übrigens haben auch viele protestantische Länder erst später sich der Kalenderreform angeschlossen, England sogar erst 1752, und dann -nach der sogen. Oktoberrevolution (die fand also nach unserer Zeitrechnung im November statt ;))- auch die Russen vom 31.1. auf den 14.2. 1918.
In den (meist protestantischen) baltischen Provinzen Rußlands hingegen wurde das Datum durch einen Bruchstrich ausgedrückt: 26.2./10.3.1904.
Quelle: Seiten 24-28 von Hermann Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, 12. verb. Aufl., durchges. v. Jürgen Asch. - Hannover : Hahn 1982.
Kleben Sie wohl!
Kartonkapitän
Ich schnipsel mit Schere, ich klebe und falz';
das is zwar nur Schimäre, doch mich unterhalt's! :P(frei nach Johann Nestroy)

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