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Mathias Nöring

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Donnerstag, 11. November 2004, 10:30

Testen bis zur Zerstörung ?????

Howdy Folks !
Ich habe da mal eine Frage an Euch, die mich schon seit meinem Geburtstag beschäftigt. Also - folgendes ist passiert :

Ich bekam zu meinem Geburtstag ein supertolles Buch geschenkt und in diesem stand folgendes :

Zitat


"Der grosse Nachteil bei den Großkampfschiffen der deutschen Kriegsmarine war, dass diese nicht bis zur Zerstörung getestet werden konnten so wie es andere seefahrende Nationen taten. Aus diesem Grund konnte die Hauptatelerie der Engländer die Turmpanzerung der 'Bismarck' rel. leicht durchschlagen."


Wie kann man sich einen "Test bis zur Zerstörung" vorstellen ? Ich habe noch nie davon gehört, dass ein "Testschlachtschiff" gebaut wurde und darauf geschossen wurde, bis das Teil zerstört war.

Hat einer von Euch darüber nähere Informationen ? Wenn ja, dann schon mal Danke im voraus !

CU

Rocky
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René Blank

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Donnerstag, 11. November 2004, 10:57

Howdy Rocky,

ich muss da Michael zustimmen ... solch ein kompletter "Testbau" wäre eigentlich finanztechnischer und zeitlicher Schwachsinn.

Ich kann mir nur vorstellen, dass der Autor meint, man solle einzelne Teile - z.B. einen Geschützturm - testweise bauen und diesen malträtieren bis er bricht. ;)

Mir ist auch nicht bekannt, dass die Bismarck ein Problem mit der Panzerung gehabt hätte, dieses Problem trat eher bei den britischen Schiffen auf. Handelt es sich etwa um einen britischen/englischen Autor? ?( :D

Gruß

René


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Friedulin

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Donnerstag, 11. November 2004, 11:01

Hallo Rockabilly,

Vom Testen ganzer Schlachtschiffe habe ich noch nie was gelesen.
Alte Schiffe (eigene oder erbeutete) wurden als Zielschiffe verwendet, aber nicht um diese Schiffe zu testen, sondern als Übung für die Schützmannschaften und die Feuerleitung.
Getestet wurden die einzelnen Panzerplatten, mit unterschiedlcihen Kalibern und Geschoßen.
Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien ist eine Panzerplatte der Viribus Units nach einem solchen Testbeschuß ausgestellt. Ist ganz erstaunlich was die Ausgehalten haben.

Grüße
Friedulin

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Donnerstag, 11. November 2004, 11:06

Hi, Rocky,

ich weis auch nur, dass öfters Teile des Schutzsystems gebaut wurden ( als Ponton) und dann durch Ansprengversuche die Widerstandsfähigkeit getestet wurde. Oder man benutzte Beuteschiffe, wie es z.B. die Amerikaner machten, obwohl die eher die Wirksamkeit von Bomben interessierte.

Grüsse

Hans Gerd
Hans Gerd Schöneberger verstarb nach langer Erkrankung am 29.12.2010. Wir halten Hans Gerd mit seinen Beiträgen hier im Forum in lieber Erinnerung und denken mit Freude an die gemeinsam verbrachte Zeit im Forum und auf den zahlreichen Treffen.

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Donnerstag, 11. November 2004, 11:17

Hallo Leute,

Ich hab da einen echten Fachmann über Wotan Panzerplatten gefunden. Ist interessant zum Nachlesen:

http://www.ddtech.de/forum/topic.asp?TOPIC_ID=617

Grüße Friedulin

Mathias Nöring

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6

Donnerstag, 11. November 2004, 12:22

Hi Freunde !
Vielen Dank für Eure Antworten. Das bestätigt mir mein Wissen, welches ich über diese Materie habe. Denn ich hatte noch nie etwas davon gehört, das es eine Nation gab, die Grosskampfschiffe quasi als "Testdummys" bauten.

Und ich dachte schon, das ich etwas verpasst hätte ..... *schwitz*

Aber die Bilder in diesem Buch sind sehr schön .... ;)

CU

Rocky
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Freitag, 12. November 2004, 05:15

Was die Panzerplatten der "Tirpitz" alles aushielten, ist auch im Technikmuseum in Sinsheim zu sehen. Da ist eine ca. 6 Quadratmeter große Platte aufgestellt, die Beschußtests durch den Leopard I aushalten musste.
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Freitag, 12. November 2004, 06:00

Moin Moin aus Hamburg!

Zu der Panzerung der Bismarck kann ich etwas sagen:

Ich war bei einer Expedition zum Wrack der Bismarck dabei. Dort konnte ich feststellen, daß alle 6 Türme der Mittelartillerie (15cm) ein Einschußloch aufwiesen. Die großen Türme waren herausgefallen, aber an jeder der 4 Barbetten war genau an der Oberkante ein Einschuß. Dazu muß gesagt werden, daß die Briten zum Ende des Gefechtes bis auf ca. 2000 m heran waren und praktisch ein Scheibenschießen veranstalten konnten. Anders lässt es sich auch nicht erklären, daß sie bei allen 4 38cm-Türmen genau die Kante zwischen der Barbette und dem Turm getroffen haben.
Zu diesem Zeitpunkt waren die Türme aber längst wegen Munitionsmangel, Ausfall der Feuerleitanlagen und einem Rohrkrepierer ausgefallen.

Der Gürtelpanzer wurde im oberen Bereich (ca 18 cm stark) allerdings nur an zwei Stellen durchschlagen. Das hätte nie ausgereicht, um das Schiff zu versenken. Am unteren Bereich (32 cm stark) platzte lediglich bei Treffern die Farbe ab!!
Mein Schwiegervater gehörte zu den 115 Überlebenden der Bismarck, er hatte in den Maschinenräumen (unterhalb des Panzerdecks) Dienst. Dort wurde bis zum Befehl, das Schiff zu versenken, praktisch normaler Dienst ausgeübt.

Die Panzerplatten würden in den 20er Jahren auf einen Zielschiff getestet. Dort waren einige eingebaut worden.
Soweit mir bekannt ist, wurden sie nicht durchschlagen, sonder als Ganzes ein Stück ins Schiff hineingedrückt, da die Wandkonstruktion dahinter nicht stabil genug war.

Schönen Tag noch

Piet

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Piet« (15. November 2004, 15:40)


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