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Andi Rüegg

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Mittwoch, 3. Juni 2015, 00:28

Schlachtschiff Zessarewitsch, "EVENT"-Verlag, 1:200

Heute möchte ich euch eine meiner Neuerwerbungen in BHV vorstellen, die Zessarewitsch. Sie wurde als Linienschiff für die kaiserliche russische Marine in Frankreich gebaut und 1903 in Dienst gestellt. Das Modell zeigt offenbar den Zustand 1904. Weitere Einzelheiten findet man hier.

Das Modell stammt von dem mir bislang unbekannten ukrainischen Verlag СОБЫТИЕ, zu Deutsch "EVENT" oder "Ereignis". Dessen Homepage, leider nur in Russisch, findet man unter hromyk.com.ua. Das Format ist eigentlich A4, wobei aber immer zwei Bögen oder zwei Seiten auf einem A3-Papier gedruckt sind. Total sind es (immer bezogen auf das Format A4):
- Titelblatt
- 1 Bogen mit dem Ständer
- 8 Bögen dünnes Papier mit zu verstärkenden oder eng zu rollenden Teilen, sowie zwei kleine Papiere mit Flaggen und Zeichenerklärung
- 16 Bögen Karton mit dem Modell, davon 2 Bögen rotes Tonpapier für die Beplankung des UWS
- 1 Bogen mit alternativen Decks
- 14 Bogen Bauanleitung

Es handelt sich um einen sehr sauberen Offsetdruck mit - soweit bei dem weitgehend weissen Schiff überhaupt Farben vorkommen - ansprechenden Farben. Speziell ist, dass das feuerrote UWS auf Tonkarton gedruckt ist. Damit entfällt das Kantenfärben, jedoch gibt es keine Klebelaschen, sodass die Schnittkanten der Spanten wohl doch gefärbt werden sollten. Wie erwähnt gibt es auch zwei Varianten der Decks, wobei eigentlich nur die Zusatzvariante gut aussieht.





Der Detaillierungsgrad ist hoch. Bei einer Länge von 59 cm hat das Modell ca. 4350 Teile, wovon rund 500 Schablonenteile und rund 400 Teile Treppenstufen sind. Als Beispiel sei hier eine Winde gezeigt (Breite im Modell 28 mm):


"Wer seine Grenzen kennt, hat sie." (Jonathan Livingston Seagull)


im Bau: Kosmonawt Juriy Gagarin (Oriel) / USS Maine (HMV)
in letzter Zeit fertig gestellt:
Steam Boat Sabino (MB-Kartonmodell) / IJN Kaga (Dom Bumagi) / The Steamer Winans (Heinkel Models)

Andi Rüegg

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Mittwoch, 3. Juni 2015, 00:56

Die Bauanleitung besteht ausschliesslich aus Skizzen, vorwiegend als 3D-Ansichten. Gut finde ich, dass es für die Masten und einige Gerüste massstäbliche Zeichnungen gibt. Leider ist z.T. überhaupt nicht ersichtlich, wo die Teile hingehören, da die Totalansichten sehr wenig detailliert sind.





Alle Schablonen sind in der Bauanleitung, jeweils bei den entsprechenden Skizzen, zu finden. Das ist wohl während dem Bau angenehm, erschwert aber den Überblick. Nicht gut finde ich, dass einzelne Bauteile auch in der Bauanleitung verstreut und dort auszuschneiden sind!

Für mich unmöglich ist die Systematik der Teilebezeichnungen. Jede Baugruppe, auch kleine, hat eine eigene Bezeichnung, die häufig, aber nicht immer mit Buchstaben beginnt und dann eine Dezimalnummerierung mit 2 Stufen hat. Dazu kommen noch Bezeichnungen für linke und rechte Seite und ev. weitere Bezeichnungen vor oder nach dem Ganzen. Die Übersicht fehlt so völlig, da die Teile z.T. auch über die Bögen verstreut sind, und dass sich einige Fehler eingeschlichen haben, ist nicht verwunderlich. Vielleicht ist es für Russisch sprechende Bastler einfacher, da die Buchstaben wohl eine Bedeutung haben.

Alles in allem m.E. ein Bogen, der ein sehr schönes Modell ermöglicht, was auch die Bilder im Internet zeigen. Ob ich mich aber jemals an diesen Bezeichnungs- und Anordnungs-Wirrwarr mache, scheint eher fraglich.

Andi
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Zaphod

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Mittwoch, 3. Juni 2015, 16:38

Hallo Andi,

das dürfte die überarbeitete Zessarewitsch von Herrn Hromyk sein. Die erste Ausgabe -Bauzustand vom Ende des Ersten Weltkriegs- hat er bei Orel herausgebracht, nach meiner Zählung (ohne Schablonen) ca. 2860 Teile.

Seine Modelle gelten als nicht umbedingt sehr passgenau.

Zaphod

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Donnerstag, 22. Oktober 2015, 14:46

Hallo Andi,
ich habe deine Vorstellung des Baubogens erst jetzt entdeckt. Ein interessantes Modell in sehr guter Detaillierung! Und es ist das Modell von Juri Gromykh. Offensichtlich vertreibt er jetzt einige seiner Konstruktionen im Eigenverlag, wie auch seiner Webseite zu entnehmen ist. Ich war einmal einen ganzen Tag mit Michail Oriel vom gleichnamigen Verlag unterwegs, da hat er mir sein Leid über die Konstrukteure geklagt, die dann schon gern einmal eine Konstruktion, die sie für ihn gemacht haben, auch an andere Verlage verkaufen, so dass der gleiche Bogen mit Unterschieden im Druck und der Aufmachung mehrfach auf dem Markt erscheint.
Hier scheint nun eine deutlich überarbeitete Version vorzuliegen. Auf der Webseite sind Bilder vom Modell zu finden, die machen einen sehr guten Eindruck. Die Modelle von Juri Gromykh haben ihre Spezifik- die 3D-Grafiken als Bauanleitung, die bei früheren Bögen sehr schlecht waren und leider auch jetzt noch nicht alles zeigen, was man wissen müsste, vor allem, wo manche Teile zu platzieren sind. Ich habe noch keinen Bogen von J.G. in den Händen gehabt, wo auch zu allen Baugruppen eine ordentliche Skizze da war. Ich baue zur Zeit die "Nawarin", der Bogen ist nun schon etwas älter und es ist manchmal eine Qual, auch durch die komische Teilebezeichnung. Du hast recht, die Buchstaben haben etwas mit dem Namen der Baugruppe zu tun, T z. B. für "truba" = Schornstein. Kenntnisse der russischen Sprache helfen aber nur bedingt, weil es a) mehrere Baugruppen mit T geben kann, die sich dann durch einen zweiten Buchstaben unterscheiden, es kann aber auch sein, dass zur Baugruppe T wie Schornstein mehrere Unterbaugruppen Tr, Ts etc. gehören. Und so, wie die Teile auf dem Bogen verteilt sind, weiß man nie, ob man alles verbaut hat oder ob man später doch noch ein Teil findet...Bei der Nawarin habe ich den gesamten Bogen zerschnitten und die Teile sortiert (es sind trotzdem noch einige übriggeblieben, wo ich nicht genau weiß wohin damit) und baue nun Baugruppe für Baugruppe. Es ist mein erster Bogen von J.G. und ich empfinde ihn als ziemlich anstrengend. Allerdings war die Passgenauigkeit bisher sehr gut, vor allem der Rumpf hat perfekt gepasst.
Aber ich will dir den Spaß nicht verderben, bevor du begonnen hast! Ich hoffe, dass du den Bogen bald anschneidest und ich zusehen darf!

Beste Grüße

Hans-Jürgen

Bruno

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Montag, 26. Oktober 2015, 12:40

Hallo Andi,

mich würde mal der Vergleich zu dem Bogen von Oriel interessieren. Der Druck macht ja einen sehr guten Eindruck und der farbige Karton für das UWS ist auch eine gute Idee. Aber rechtfertigt das wirklich den ungefähr doppelten Preis? Ich weiß nicht so recht ...

Viele Grüße,
Bruno
In Bau: Seydlitz (Modelcard 1:200) , Takao (Halinski 1:200) , Kaiser Barbarossa (Scratchbuild 1:200)
Fertiggestellt: von der Tann (HMV 1:250), Baden (HMV 1:250), Victoria Luise (HMV 1:250), Dreadnought (JSC 1:250),
Lützow (GPM 1:200), Schleswig-Holstein (GPM 1:200), Nagato (FlyModel 1:200)

Andi Rüegg

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Montag, 26. Oktober 2015, 20:05

Vielen Dank, Hans-Jürgen, für deinen ausführlichen Input. Keine Angst, so schnell lasse ich mir den Spass nicht verderben. Aber im Moment ist das so oder so kein Thema, da ich noch voll ausgelastet bin.

Deine Frage zum Vergleich, Bruno, kann ich leider nicht beantworten, da ich die Version von Oriel nicht habe. Von Oriel habe ich aber die Pallada gebaut und war mit dem Bogen sehr zufrieden. So gesehen glaube ich nicht, dass man viel mehr Geld ausgeben muss. Aber mir ging es ja primär darum, den mir unbekannten Verlag kennen zu lernen. Und für so etwas gebe ich schon mal etwas Geld aus.

Andi

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Zaphod

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Montag, 26. Oktober 2015, 21:13

Hallo Bruno,

ich hatte das Modell von Orel einmal vorgestellt.

Der Druck ist leider (wieder einmal) im Bereich der Zumutung. Das Grau leicht verrutscht und die Decksfarbe gruselig.

Oriel: Linienschiff Zesarewitsch in 1/200

Zaphod

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Montag, 26. Oktober 2015, 22:14

Hallo Bruno, hallo Andi,
ich glaube, ich kann ein bißchen helfen. Der wesentliche Unterschied der Bögen besteht darin, dass der vom Event-Verlag den Bauzustand von ca. 1904 zeigt, also den Original Zessarewitsch, der vom Oriel-Verlag den Zustand von 1917, als das Schiff schon Grashdanin hieß und deutlich abgespeckt war, insbesondere die Masten und die Brücken. Ich weiß nicht, warum sich Oriel für diese Variante entschieden hat, die längst nicht so reizvoll wie der ursprüngliche Bauzustand ist und auch nur kurz im Dienst war, bevor sie 1918 weiter abgerüstet und 1924 verschrottet wurde.
Von der Detaillierung her scheinen sich beide Bögen nicht viel zu nehmen, wie die Bauzeichnungen des Oriel-Bogens zeigen, bei der Farbgebung gibt es wieder Unterschiede: der Bogen von Oriel hat gruselige Decks - das schließe ich mich Zaphod an, dafür aber für meinen Geschmack eine bessere Farbgebung des UWS.
Der Preisunterschied ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt, ich würde aber doch den teureren Bogen mit dem Original-Bauzustand vorziehen.

Beste Grüße

Hans-Jürgen
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Dienstag, 27. Oktober 2015, 10:08

Hallo Andi,
verschiedene Bögen von Oriol und Dom Bumagi habe ich auf 1:250 herunterskaliert gebaut. Die Bauanleitungen dieser osteuropäischen Bögen beeindrucken auf den ersten Blick, beim Bau bemerkt man dann die erheblichen Lücken. Mit etwas Spürsinn kann man aber daraus sehr schöne Modelle bauen. Wir sind natürlich durch die guten Bauanleitungen von Peter Brandt oder beim G&K Verlag und HK Verlag verwöhnt.
LG
Mainpirat
Wer zufrieden ist, kann niemals wirklich zugrunde gerichtet werden.
Laotse

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