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Lars W.

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Samstag, 4. Juni 2011, 20:06

Norfolk Wherry "Albion" / HMV / 1:250

Moin zusammen,

dank einiger stürmischer und regnerischer Urlaubstage konnte ich auch ein bisschen Modellbau betreiben.
Ich hatte mir 3 HMV-Modelle mit genommen (man muss ja Auswahl haben :) ) und zwar die "Albatros", die "Nordic" und die Wherries "Gleaner/Albion".

Die "Albatros" habe ich nicht angeschnitten, da ich von Tokro weiß, dass die Bogenversion ein bisschen überarbeitet werden muss (Stichwort Davits). Das kann ich nur hier im "Heimbüro" machen.

Zum Einstieg habe ich also den Wherry "Albion" gebaut. Da ich den Kontrollbau dieses Kleinods aus der Feder von Udo Kallina gemacht habe, war dies auch eine gute Gelegenheit, etwaige Änderungen nochmal live am Bau nach zu vollziehen. Das Modell kann unter Segeln oder mit abgekipptem Mast gebaut werden.

Wherries wie die "Gleaner" und die "Albion" wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den südöstlichen Kanälen Englands (den sog. "Broads") zum Warentransport verwendet. 2 Mann Besatzung reichten für diese Schiffe bereits aus, um sie zu manövrieren.
Es gab seinerzeit über 300 dieser Segler. Die Masten waren dank eines großen Gegengewichts kippbar, damit die Schiffe auch Brücken unterfahren konnten.
Heure gibt es nur noch wenige dieser Segler; Ehrenamtliche Helfer sorgen für ihren Erhalt.

Foto 1: Der Bogen inklusive Lasercuts. Zu den LC-Teilen werde ich später noch ein paar Worte verlieren, es sei nur schonmal gesagt, dass ich sie nicht verwendet habe, obwohl ich dies eigentlich vor hatte...
Die Anleitung bietet neben den üblichen Explosionszeichnungen eine wunderbare Takelanleitung; die Takelage ist bei diesem Modell im Maßstab 1:250 aber schon etwas heikel.
Der Farbdruck ist wie gewohnt sehr gut.

Foto 2: Das Spantengerüst, im Vergleich dazu der berühmte "aufblasbare Cent" :)
Das Modell misst gerade mal 71mm.
Die Grundplatte habe ich wie gewohnt mit Tesa-Krepp auf dem Holzbrett befestigt.

Foto 3: Man erkennt die Plicht 22 am Heck des Schiffs.

Foto 4: Außerdem ist am Bug die Einfassung für das Gegengewicht 15 und den Mast 12-14 hinzu gekommen.

Fotos 5+6: Die oberen Kanten der Plicht und der Einfassung am Bug werden von den Decksteilen 25+26 umfasst; sie liegen nicht darauf.
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Samstag, 4. Juni 2011, 20:32

RE: Norfolk Wherry "Albion" / HMV / 1:250

Hallo Lars, hallo Torsten,
anbei eine Zeichnung der Struktur eines Wherry aus dem Buch "Wherries and Waterways" von Robert Malster.
Gruß,
Hajo

P.S. Die ALBION ist übrigens eine der wenigen mit glatter (karweel) Haut, die anderen waren meist geklinkert!
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Lars W.

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Samstag, 4. Juni 2011, 20:46

@HaJo: Hey, vielen Dank für das Foto. Super =)

Foto 1: Die Bordwände sind sehr schmal und müssen gut vorgeformt werden. Am Bug sollten die weißen Stellen von 24 und den Bordwänden 27/28 genau übereinstimmen.

Foto 2: Und das Ganze einmal von der Seite...

Fotos 3+4: Hier sind der Aufbau 29-31 sowie die Abdeckung 34 zu sehen. Außerdem die seitlichen Streifen 32+33, die den Übergang Deck/Bordwand schön verdecken.

Foto 5: Hier zeige ich die LC-Teile und den Wherry daneben.
Deutlich zu sehen sind die großen Farbunterschiede der einzelnen Teile.
Im Bogen haben die Teile die gleiche orangene Farbe, wie die Abdeckung 34. Die Farbe des LC-Satzes dagegen ist satt-rot! Das gleiche gilt übrigens auch für die später anzubringendenTaljen, die alle zwar schön fein gelasert sind, aber nunmal den falschen Farbton haben.
Eine Bitte an Benjamin und den HMV: Bitte stellt diese Farbunterschiede LC --> Bogen ab. Ich für meinen Teil möchte die Farben wie vorgesehen haben und kein "Patchwork-Modell" bauen.
Dass sich Schmauchspuren nicht immer vermeiden lassen, kann ich nachvollziehen. Aber vollkommen andersfarbige Teile... bitte nicht. Klar kann ich alles nachlackieren, aber das wiederspricht doch dem Grundgedanken der farbigen LC.
Naja, ich möchte da auch keine neue Diskussion anfangen. Für mich habe ich an dieser Stelle entschieden, den LC-Satz für die Wherries nicht zu verwenden, sondern die Teile aus dem Bogen zu nehmen. Ging auch :)
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Sonntag, 5. Juni 2011, 12:53

Foto 1: Für den Mast inklusive Gaffel 35-38 ist in der Anleitung extra eine Winkelschablone enthalten. Damit lässt sich alles gut in Position bringen. Das Gegengewicht 37b wird nur benötigt, wenn der Mast im gekippten Zustand dargestellt werden soll. Hinweis: Ein Bauteil 37a gibt es im Bogen nicht, also nicht danach suchen ;)
Das Segel 39 ist auf dem 80g-Papier der Anleitung gedruckt. Wirkt besser als mit normaler Kartonstärke.
Den Mast habe ich übrigens erst mit immer dünneren Drähten grob vorgerundet, danach innen etwas mit Wasser befeuchtet (dünner Pinsel!) und dann endgültig in Form gerollt. Insgesamt klappte das ganz gut. Innen verstärkt wurde der Mast diesmal nicht.

Foto 2: Ein paar Kleinteile sind hinzu gekommen: der abnehmbare Kombüsenkamin 40, der Rahmen 51 für die Mast-Einfassung (alternativ kann man diese Einfassung noch mit Teil 52 geschlossen darstellen) und 2 Aufdopplungen Richtung Heck (41/42).

Foto 3: Die Winsch 53 wird beim Original demontiert, wenn der Mast abgekippt wird. Im LC-Satz sind nur 2 Handkurbeln enthalten; wer beide Modelle bauen möchte, muss also einen Satz selbst schnitzen. Da ich den LC-Satz sowieso nicht angerührt habe, habe ich die Kurbeln aus einfachem Karton geschnitten. Hinzu kamen außerdem die 6 "Timber Heads" 44 (ich konnte im Netz nicht heraus finden, wie die Übersetzung lautet bzw. welchen Nutzen diese Teile hatten) und die Verstärkungen an der Masteinfassung 50.
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Sonntag, 5. Juni 2011, 13:19

Nun ging es an den "Angstgegner" Takelage.
Beim Kontrollbau hatte ich die Takelung etwas einfacher gestaltet, da ich mir nicht sicher war, wie man die sehr detaillierte, feine Strippenzieherei lt. Anleitung überzeugend umsetzen kann.
Jetzt wollte ich aber so ziemlich genau die Takelung lt. Anleitung probieren.

Im Urlaub hatte ich nur "begrenzte Mittel", so dass ich mich für Serafil-Garn, mit Sekundenkleber verstärkt, entschieden habe. Das Garn ist sehr fein und da keine langen Strecken zu bespannen sind, bleibt es nach dem Tränken mit Sekundenkleber auch ziemlich gerade in Form.
Das Garn wird zunächst auf einer Art Helling gerade aufgespannt und dann mit dem Kleber bestrichen. Später kann man dann einfach die benötigte Länge abknipsen und verarbeiten.
Die Wherries hatten 3 verschiedene Taljen-Blöcke (1er, 2er und 3er-Blöcke). Welche wohin kommen, wird in der Anleitung genau gezeigt.
Mit dem 1,0mm-Screw Punch habe ich die winzigen Plättchen aus dem Bogen geschnitten. Die innen liegenden (noch kleineren Plättchen) habe ich nicht verwendet, da schon durch die eingelegten Fäden ein "3D-Effekt" des Blocks entsteht :)

Foto 1: Ein Beispiel; Stück für Stück habe ich die einzelnen Blöcke miteinander verbunden...

Foto 2:... so dass am Ende diese Takelung an Mast und Gaffel entstand.

Foto 3: Dann kamen noch die vorderen Seilzüge hinzu (einer von Mastspitze zum Bug, einer vom Mast zur Winsch)

Foto 4: Das Segel wird Richtung Heck von einem Seilzug gehalten, welcher am "Main horse" befestigt wird (deutsche Bezeichnung??). Dies scheint eine Art Bügel zu sein...

Fotos 5+6: Dann musste nur noch der Wimpel 54 an der Mastspitze gesetzt werden und fertig ist der Wherry "Albion".
Die Pappkameraden, die als Besatzung im Bogen enthalten sind, habe ich nicht verwendet; vielleicht setze ich später noch 2 Preiser-Figuren an Bord.

Demnächst geht es dann mit einem Bericht zum Unterwasserschiff der "Nordic" weiter (wie gesagt, es gab mehrere Regentage im Urlaub :D ).
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Sonntag, 5. Juni 2011, 17:49

Zitat

...Das Segel wird Richtung Heck von einem Seilzug gehalten, welcher am "Main horse" befestigt wird (deutsche Bezeichnung??). Dies scheint eine Art Bügel zu sein...

Moin Lars,

der "Seilzug" wird Großschot genannt und bei dem Bügel handelt es sich um den Leuwagen (auch: Leitwagen oder bei Regattajollen: Traveller).
Mit der Schot wird der Winkel zwischen Segel(-unterkante) & Schiffs-Längsachse verstellt; mit dem Leuwagen wird dem Gaffelsegel beim Kreuzen am Wind eine besseres Segelprofil verliehen, indem die Angriffsrichtung der Schot geändert wird - das Achterliek (Hinterkante) des Segels bleibt straff & das Segel "weht nicht aus" (weniger Twist und Profiltiefe des Segels) - daraus ergibt sich mehr Vortrieb, also bessere Segeleigenschaften bei diesen Kursen.

Viele Grüße - Ully
"Fröhlichkeit ist nicht die Flucht vor Traurigkeit, sondern der Sieg über sie."
Gorch Fock

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Sonntag, 5. Juni 2011, 18:03

@Ully: Danke für die Erklärungen, man lernt nie aus :)
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Sonntag, 5. Juni 2011, 22:57

Mit den Feudel un' Leuwogen schüürt Oma de Deel,
wenn Tokro ehr in'n Weg stoh, kriegt he wat mit'n Steel
.


=) Ully
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