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Mittwoch, 16. November 2016, 08:06

Neues von der BØRØYSUND

Moin zusammen,

gestern fand ich im Briefkasten die neueste Ausgabe der Dampskibsposten, der norwegischen Zeitschrift für die diversen Vereine, die sich dem Erhalt alter Schiffe widmen. Und dort stand u.a. zu lesen, dass auch die BØRØYSUND einen neuen Kessel braucht. (Hintergrundinformationen zur BØRØYSUND findet ihr in diesem halbwegs brauchbaren Baubericht.) Im Laufe der diesjährigen Sommertour nach Nordnorwegen traten zunächst Leckagen am Kessel auf, die vorübergehend behoben werden konnten, aber am Ende der Reise entdeckte man, dass es in beiden Flammrohren Einbeulungen gegeben hat, die einen weiteren Betrieb des Kessels unmöglich machen. Auch hier muss man also - wie bei der ALEX - über einen neuen Kessel nachdenken. Eine Teilnahme der BØRØYSUND am Dampf-Rundum im kommenden Jahr ist damit ausgeschlossen, man ist aber ziemlich entschlossen, mit dem zweiten Schiff des NVSK, der STYRBJØRN dort aufzutauchen. Lassen wir uns überraschen und drücken wir der BØRØYSUND die Daumen, dass sie baldmöglichst ihre Fahrten wieder aufnehmen kann. Übrigens: Der Kessel ist 108 Jahre alt geworden, Rekord in Norwegen.

Beste Grüße
Fiete
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Pianisto

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2

Mittwoch, 16. November 2016, 08:29

Moin Fiete,

einer meiner Flügel ist 109 Jahre alt Braucht derzeit keinen neuen Kessel eher eine neue Mechanik.......klingt noch wie ein Neuinstrument, d.h. der Resonanzboden wurde sehr sorgfältig gearbeitet! Wahrscheinlich bekam er sein Elfenbein über die DOAL geliefert zur Zeit von Wilhelm II .aus deutschen Kolonien.
Wie teuer ist denn ein neuer Kessel? Wurde das in der Zeitung angegeben?

Gruß pianisto

3

Mittwoch, 16. November 2016, 09:05

... Wie teuer ist denn ein neuer Kessel? Wurde das in der Zeitung angegeben? ...

Nein, über die Kosten stand da nichts.
Der neue Kessel der ALEXANDRA schlägt mit rd. € 600.000,- zu Buche, das wird in Norwegen kaum preiswerter zu bekommen sein, eher teurer. Zumal die am liebsten einen genieteten Kessel hätten...

Beste Grüße
Fiete

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4

Mittwoch, 16. November 2016, 09:09

Moin,

die Husumer haben ja schon Übung, alte Kessel zu tauschen.

Eine schöne Beule.

Viele Grüße
Arne
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Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
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5

Mittwoch, 16. November 2016, 09:42

Moin, moin zusammen,

ein genieteter Kessel wäre natürlich in den Augen des Denkmalschutzes aller erste Sahne - aber, wer kann den heutzutage noch herstellen und verfügt über dieses alte handwerkliche Know-How :S ?
Ich denke, dass es sich hierbei aufgrund des hohen Alters des Kessels um Ermüdungserscheinungen des Materialgefüges handelt. Ich habe aber auch schon gehört, dass Flammrohrbeulen nach Umstellung der Kesselspeisewasserpflege auf andere Zusätze bzw. durch Unregelmäßigkeiten bei der Dampfentnahme (z.B. Stoßentnahme) entstanden sind.

Gruß von der Ostsee
HaJo

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Hans-Joachim Möllenberg« (16. November 2016, 10:16)


6

Mittwoch, 16. November 2016, 14:34

Moin HaJo,

also, der Reihe nach...
Es gibt in Norwegen eine Werft, oder besser ehemalige Werft, die ausschließlich für alte Schiffe arbeitet. Dort wird auch noch genietet. Ob deren "Knoff hoff" auch für einen Kessel reicht, weiß ich nicht. Habe ich auch Zweifel, denn das ist schon etwas anderes, als "mal eben" ein paar Platten zusammenzunageln. Und auch das will gelernt sein, wenn die Naht dicht halten soll. Wenn dann noch ein paar bar Dampfdruck dazu kommen...

Was die Ursache für so eine Beule anbelangt, so ist das zunächst mal eine Schwächung des Materials durch nicht ausreichende Kühlung. "Schüchtern errötete das Flammrohr und gab nach..." Was in diesem Falle dafür die Ursache war, kann man ohne in den Kessel geschaut zu haben, nicht sagen. Meist ist es ein zu starker Belag mit Kesselstein, der wunderbar isoliert. Wenn ich es richtig erinnere, führen 1 mm Kesselstein zu einem Temperaturanstieg in der Flammrohrwand von über 100°C !

Hoffen wir, dass es eine gute Lösung gibt...

Beste Grüße
Fiete

Kartoon

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7

Freitag, 18. November 2016, 17:14

Da hat der Heizer wohl zu tief in die Köm-Buddel geschaut? Ich vermute auch fehlenden Wasserstand, denn die Kessel werden heutzutage regelmäßig vom TÜV inspiziert.
Da kommt keiner durch, der die nächste Überwachungsperiode nicht übersteht.
Solche Beulen kenne ich von Wellrohrkesseln zu Genüge.

8

Montag, 21. November 2016, 07:49

... Da hat der Heizer wohl zu tief in die Köm-Buddel geschaut? ...


Nö, das wohl eher nicht, dafür kenne ich meine norwegischen Kollegen zu gut. Außerdem ist das Zeug da oben viel zu teuer.
Gruß
Fiete

9

Montag, 6. März 2017, 15:19

Moin zusammen,

wie ich gerade aus Oslo höre, wird die BØRØYSUND aufgrund der anstehenden Kesselreparatur in diesem Jahr keinerlei Fahrten unternehmen... Wie man hört, wird seitens des NVSK weiterhin eine Reparatur des vorhandenen Kessels dem Ersatz durch einen neuen, geschweißten (wie bei der ALEXANDRA) vorgezogen.
Da hat ja Andreas im vorletzten Jahr richtig Glück gehabt, dass er die kleine Norwegerin auf dem Dampf-Rundum vor die Linse bekommen hat.

Beste Grüße
Fiete

Jochen Haut

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10

Montag, 6. März 2017, 16:20

Moin Fiete,
danke für die Info. Traurig, aber hoffentlich fährt sie bald wieder.
Gruß
Jochen

11

Dienstag, 24. Oktober 2017, 14:22

Mal ein Zwischenstand...

Moin zusammen,
für diejenigen, die es interessiert, hier mal eine kleine „Wasserstandsmeldung“ von der Kesselreparatur auf der BØRØYSUND.
Auf einem Treffen zwischen dem NVSK und der Werft am 23. August wurde ein Fahrplan für die Reparatur festgelegt. Der Zeitplan ist recht anspruchsvoll, aber man ist schon ganz fleißig bei der Umsetzung und die ersten beiden Punkte sind auch tatsächlich schon abgehakt.

Bestandsaufnahme Kesselhaut im unteren Bereich (Anfressungen) bis 15.09.2017
Bestandsaufnahme Zustand Kessel gesamt bis 30.09.2017
Fertigstellung Kessel bis 15.12.2017
Druckprobe bis 01.02.2018
Fertigstellung, Dampfaufmachen bis 01.03.2018

Aus meiner Sicht eine sportliche Aufgabe. Zumal es nicht bei einer Reparatur der eingebeulten Flammrohre bleibt, sondern auch alle Rauch- und Ankerrohre ausgewechselt werden. Nach längerer Erörterung auch mit der obersten Denkmalschutzbehörde in Norwegen (riksantikvaren) hat man sich dazu entschlossen, Rauch- und Ankerrohre einzuwalzen und nicht zu schweißen. Das ist sicherlich ein aufwändiges und teureres Verfahren, das aber dem seinerzeitigen (1908) Stand der Technik entspricht.

Gleichzeitig muss die BØRØYSUND auch Klasse machen, also sozusagen zum „TÜV“, um weiter fahren zu können. So eine Klasse ist alle fünf Jahre fällig und jetzt wieder "dran". Einige dieser Arbeiten können gleichzeitig auf der Werft in Bredalsholmen bei Kristiansand erledigt werden, aber für die Klasse muss das Schiff auch ins Dock. Und die Werft hat derzeit in ganz 2018 keine freie Kapazität, um die BØRØYSUND ins Dock zu nehmen. Also ist der Verein auf der Suche nach einer Werft, die nicht nur freie Kapazitäten hat, sondern auch die erforderliche Kompetenz für die Arbeiten an so einem alten Schiff besitzt, damit rechtzeitig zur Sommersaison 2018 die erforderlichen Papiere auf dem Tisch liegen.

Parallel sieht man sich natürlich nach Geldgebern für diese umfassenden Arbeiten um, die ja in diesem Ausmaß nicht vorhergesehen waren. Man ist aber optimistisch, sowohl von privater wie öffentlicher Seite die erforderliche Unterstützung zu bekommen.

Tja, drücken wir der guten alten BØRØYSUND mal kräftig die Daumen. Ob sie allerdings jemals wieder zu einem Dampf-Rundum nach Flensburg kommen wird, ist zum derzeitigen Zeitpunkt völlig offen. Man war im vorletzten Herbst doch ziemlich geschockt und sah weitere „Fernreisen“ eher skeptisch.

Ich halte euch auf dem Laufenden…

Beste Grüße
Fiete

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Jochen Haut

Erleuchteter

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12

Dienstag, 24. Oktober 2017, 14:45

Moin Fiete,
danke. Dann drücke ich mal die Daumen, dass alles klappt und hoffentlich auch Fernreisen wieder möglich werden.
Gruß
Jochen

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13

Dienstag, 24. Oktober 2017, 20:37

Moin Fiete,

manchmal steckt der Teufel im Detail.
Kesselreparatur, Klasse und die vielleicht noch offenen Punkte die bei der Klasse gefunden werden.

Manchmal grausig aber es muss sein. Hoffentlich haben die Außenhautplatten noch genug Plattendicke und müssen nicht gewechselt werden.

Man siehe sich das Abenteuer der „ ALEXANDRA „ vom Frühjahr 2016 an. Dort mussten ein Haufen Platten und Bodenwrangen getauscht werden.

Bei der Suche nach einer Werft wünsche ich viel Erfolg und Glück.

Vielleicht ist Sie ja beim Dampf Rundum 2019 / 2020 wieder dabei.

Viele Grüße
Arne
Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

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