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Heiner

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Donnerstag, 31. August 2017, 00:00

MS Batory, MM, 1:300

Juhu! Eine weitere polnische Pretiose hat ihren Weg zu mir gefunden, und sie ist bisher im Forum völlig vernachlässigt worden – die MS BATORY von Mały Modelarz. Ich stoße wieder einmal an meine Grenzen und bin total begeistert.

Die BATORY war 1933 von der erst 1930 gegründeten Gdynia-Ameryka Linie Żeglugowe bei der Werft Cantieri Riuniti dell´Adriatico in Monfalcone bestellt worden, wo sie am 03.07.1935 vom Stapel lief und im April 1936 übergeben wurde. Auch ihr ein Jahr älteres Schwesterschiff Piłsudski kam von dort. Von Italienern gebaut und von polnischen Künstlern ausgestattet müssen sie in dieser Zeit etwas ganz besonderes gewesen sein; beide Schiffe wurden schnell beliebt und berühmt für sehr moderne und exklusive Ausstattung (fast die ersten Indoor-Schwimmbäder auf einem Schiff), exzellentem Service und aufgrund ihrer überschaubaren Größe und vieler polnischen Passagiere und der polnischen Besatzung wohl auch für eine sehr familiäre Atmosphäre an Bord. Ausgerüstet mit je 2 Sulzer Dieselmotoren von Burmeister & Wain erreichten sie 18 Knoten. Beide übernahmen den Liniendienst von Gdynia über Kopenhagen und Hallifax nach New York. Nach ihrer Ankunft dort am 05.09.1939 wurde die Batory von der britischen Regierung als Truppentransporter requiriert und in Dienst gestellt. Während ihre Schwester nach weniger als 3 Monaten Kriegseinsatz am 26.11.1939 vor England 2 MInentreffer erhielt und sank, brachte die Batory unter anderem englisches Gold und polnische Kunstschätze aus dem Krakauer Wawel nach Hallifax, englische Truppen nach Singapur, evakuierte englische Kinder nach Australien und spielte bei der Landung der Alliierten auf Sizilien als Landungsschiff eine Rolle. Das JSC-Diorama „Operation Husky“ in 1:400 zeigt sie dabei. Da sie über den Krieg mehrere verschiedene Angriffe über und unter Wasser überstand, bekam sie den Beinamen „The lucky ship“. Bei der Kinderevakuierung hieß sie noch „The singing ship“, was nach Zeit und Umständen der Fahrt damals sicherlich auch kein schlechter Beiname war.
Nach dem Krieg kehrte sie 1947 auf die Nordatlantikroute zurück, wurde jetzt aber als Eigentum der Volksrepublik Polen in Amerika nicht mehr gerne gesehen und zunehmend von Hafen- und Werftarbeitern in New York boykottiert, bis die Port Authority ihr ab 01.04.1951 praktisch das Einlaufen in New York verbot. Statt dessen wurde sie nun auf der Route Gdynia, Southampton, Gibraltar Port Said, Suez, Aden und Bombay (hieß damals noch so) eingesetzt, bis die Suez-Krise und der 6-Tage-Krieg 1956 den Kanal schlossen und sie nach einem Refit 1957 in Bremerhaven wieder auf den Nordatlantik zurückkehrte, diesmal mit Zielhafen Montreal.
Anfang Dezember 1968 wurde sie aus dem Liniendienst genommen und dort von der modernen Nachfolgerin Stefan Batory ersetzt (deren Timing war allerdings „typisch“ oder auch „tragisch Polnisch“ - 3 Monate später hob die Boeing 747 zu ihrem Erstflug ab und besiegelte das Ende der Liner auf dem Atlantik) und in Gdynia zum Hotel-Tagungs-Restaurant-Museumsschiff gemacht, was aber auch alles nicht mehr profitabel war, so dass sie nach 2 Jahren nach Hongkong verkauft und 1971 dort abgebrochen wurde. Dank der Sulzer Motoren hat sich die Website derbysulzers.com sehr ausführlich mit ihrer Geschichte befasst und auch viele Photos aus dieser Zeit eingestellt; äußerst empfehlenswert!
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Donnerstag, 31. August 2017, 00:06

Zum Bogen.
Der Konstrukteur ist Zbigniew Sałapa, der bereits Wahnsinnstaten begangen hat wie die Überarbeitung der B-17 G (auch von MM) vor wenigen Jahren, bei deren Sternmotoren z. B. jeder einzelne der 36 Zylinder wiederum aus über 30 Kühlrippen und Gehäuseteilen bestand. Die Batory steht dem nicht nach. Eine vollständige Ansicht des Bogens ist veröffentlicht auf www.super-hobby.com . Slawomir beschreibt den Bogen in seinem Shop als „…wirkt wie die Verkleinerung eines 1:200 Schiffsmodells“, was nach meiner Einschätzung den Nagel auf den Kopf trifft. Passenderweise hat der Konstrukteur dasselbe Modell vor nicht allzu langer Zeit bei WAK im Maßstab 1:200 auf den Markt gebracht, und die Bilder der Bauanleitungen sind absolut identisch, wie es (von der Größe abgesehen) auch die Teile sein dürften. Jeder Davit z. B. besteht aus 22 Teilen, einschließlich Rollen und Blöcken, die hier weniger als 1 mm Durchmesser haben und eine exakte Seilführung ermöglichen sollen. 8 verschiedene Lüftertypen sind jeweils mit nicht weniger als 12 Teilen je Lüfter gesegnet (eher deutlich mehr…), usw. Ich halte mich nicht für einen Grobmotoriker, aber um das zu verarbeiten, müsste ich mich von unten an den Begriff „grenzwertig“ heranarbeiten: verglichen damit sind die Sessel auf meiner Schaarhörn wie die Bänke entlang von Wanderwegen im Wald, die man mit der Motorsäge aus ganzen Baumstämmen geschnitten hat.
Die Bauanleitung besteht aus den im Internet bereits veröffentlichten Zeichnungen und sehr viel rein polnischem Text, was vermutlich viel Raum für Fragen offen lässt und der Verbreitung des Bogens bei uns nicht gut getan haben dürfte. Das ist schade, denn die Grafik ist wunderschön, gerade die Farben der Decksbeplankung z.B. wirken sehr lebendig, ohne übertrieben unruhig zu sein. Die Druckqualität ist gut, der Karton allerdings scheint mir für meinen Geschmack etwas sehr dick.
Nicht gut ist, dass im ganzen Bogen keinerlei Anhaltspunkte zu finden sind, wie und wo eine Reling anzufertigen wäre.
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Donnerstag, 31. August 2017, 12:57

Moin Heiner,

wird das eine Winterbaustelle?

Ich habe mal bei Slawomir geschaut. 22 Teile für eine Davidt. Nicht ganz ohne. Ich drück Dir die Daumen. Slawomir hat auch noch 2 Ätzplatinen im M 1: 300.

Viele Grüße
Arne
Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

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Donnerstag, 31. August 2017, 13:05

Hallo Heiner,
ich habe die „MS Batory“ im Maßstab 1:400 gebaut, vor etwa (gefüllten) 100 Jahren – ich weiß es nicht mehr, was für ein Verlag es war. Es hat aber (das ist in meinem Gedächtnis gebliebnen) sehr viel Spaß gemacht.
Viel Erfolg beim Bau!
Herzlichste Grüße
Henryk

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Donnerstag, 31. August 2017, 13:50

Moin Heiner,

die Batory habe ich schon länger in meinem Fundus und auch schon auf 1:250 skaliert liegen.
Der Bogen sieht wirklich gut aus, nur schade, dass der Konstrukteur auf die Stöße der Decksplanken verzichtet hat (wie auch bei der MM Titanic).

Wann ist Anschnitt? :D

LG
Riklef
"Der Erfinder der Autokorrektur ist ein Armschlauch."

----------------
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Fertig:
Iljushin IL-14 1:33
Lockheed L-1649 A 1:100 (1. Version fertig)
SIBAJAK von Scaldis 1:250

Im Bau:
Hauptfahrwerk einer Boeing B777
De Haviland Comet 4B 1:100

Geplant: so vieles... :rolleyes:

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Donnerstag, 31. August 2017, 19:55

Grafik von Decksplanken

Moin zusammen,
schade, dass der Konstrukteur auf die Stöße der Decksplanken verzichtet hat
Das finde ich nicht schlimm. Schaut man sich O-Fotos von Decksplanken an, fallen die Stöße kaum auf.
Die Darstellung von Plankenstößen ist übrigens bei den meisten Modellen nicht überzeugend. Häufig sieht man Plankenschnibbel von weniger als 1m Länge, kein Schiffszimmermann baut sowas. Wichtiger ist die Darstellung der deutlich breiteren Laibhölzer, das ist ja hier geschehen. Also, manchmal ist weniger mehr.

Beste Grüße,

Manfred

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Donnerstag, 31. August 2017, 21:50

Also, manchmal ist weniger mehr.

Moin Manfred,

womit du natürlich recht hast. Manchmal muss man das Gesamtbild sehen.

Aber gefreut hätte es mich trotzdem. ^^

LG
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Freitag, 1. September 2017, 14:54

Moin Männer!
Das Schiff wird bei mir noch eine Weile auf sich warten lassen müssen, ich schon für andere Projekte Versprechungen gemacht, die erstmal endlich fertig werden müssen. Dann will ich sie in 1:250 bauen, und während ich beim Skalieren keine Probleme erwarte, wartet da ein Haufen Arbeit auf mich, wenn es an die LC geht - wie gesagt, Relinge sind im Bogen nicht enthalten, weder als Bretterzäune noch sonst. Auch die übrigen Klein- und Kleinstteile wollen anständig umgesetzt werden (ich hoffe, z.B. viel von den Davits später mal auf der WHV Berlin - ex Kungsholm verwenden zu können) - wahrscheinlich würde ich mir sogar den Ätzteil-Satz kaufen, einscannen und dann dann den Scan skaliert in eine LC-Datei umwandeln. Ob ich dann diesen Bogen hier verhöker oder als "Probebau" für die skalierte Fassung umsetze, darüber habe ich noch nicht mal nachgedacht, und Bilder und Pläne im Internet habe ich bisher auch noch nicht einmal zu suchen begonnen.
Eine Winterbaustelle? Mit Sicherheit, aber fragt nicht, in welchem Jahr! Sagen wir: zur Eröffnung des BER möchte ich fertig sein (kicher...)
Henryk, Dein 400er-Modell dürfte von JSC sein, die übrigens auch die Nachfolgerin "Stefan Batory" im ihrem Programm haben, die GPM wiederum auch in 1:200 verkauft. Es wird nicht langweilig.
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Freitag, 1. September 2017, 16:50

Hallo Heiner,
ohne die Eule nach Athen tragen zu wollen - vielleicht kann man etwas Passendes (Relings & Co) z.B. bei Slawomir (LC oder Ätzteile) kaufen – nicht direkt für dieses konkreten Modell, die Teile sind aber wohl „ähnlich“, also können Verwendung finden.
Herzlichste Grüße
Henryk

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