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bauerm

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Montag, 4. Mai 2009, 09:39

Main-Kettenschlepper K.B.K.S. No. V, Eigenkonstruktion, 1:250 [FERTIG]

Hallo,

1963, ich war noch jung, erschien in der Zeitschrift Mechanikus im Heft 7 auf Seite 315 ein kurzer Bericht von Herrn F. Siebert über die Kettenschiffahrt. Dazu veröffentlichte er ein Foto seines Modells. Obwohl das Schiff ziemlich hässlich aussah, faszinierte es mich und im Hinterhaupte hatte ich immer den Gedanken „Das muß ich einmal bauen“. Über die Jahre sammelte sich Literatur über die Tauerei auf den deutschen Flüssen an. Irgend wann erfuhr ich, daß in einer Ausgabe der „Zeitschrift des Vereines der Deutschen Ingenieure“ aus dem Jahre 1901 ein Plan eines Kettenschleppers vom Main als Beilage veröffentlicht wurde. Vor rund 3 Jahren war ich so glücklich im Internet den Tafelband 1901 zu erstehen – der Plan war gefunden! Kopien des dazu gehörenden Beitrages bekam ich von der Bayerischen Staatsbibliothek. Damit stand einer Konstruktion eines Kartonmodellbaubogens nichts mehr im Wege.

Heute will ich beginnen. Zum Einstieg hänge ich eine Kopie dieses Planes und ein Foto der „Gustav Zeuner“ (Foto aus Wikipedia unter GNU-Lizenz) an. Die Gustav Zeuner ist das Typschiff für die Bauten für den Main.

Michael
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  • Kettendampfer V-Plan.jpg
  • KettenschlepperGustavZeunerModell1a.jpg
Michael :)

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bauerm

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Montag, 4. Mai 2009, 09:44

So, die technische Daten der K.B.K.S. No. V:

Bauwerft Schiffswerft Übigau bei Dresden
Zusammenbau Aschaffenburg am alten Winterhafen
Stapellauf 17.09.1900
Eigner Königlich bayerische Kettenschleppschiffahrts-Gesellschaft K.B.K.S.

Hauptabmessungen:

Länge über Deck 50 m
Länge in der Wasserlinie 46 m
Größte äußere Breite 7,40 m
Breite auf Spanten 6,40 m
Höhe an der Seite 2,22 m
Höhe mittschiffs bis Oberk. Deckbalken 2,40 m
Höhe über Wasser 3,80 m
Tiefgang, betriebsfertig, 1500 kg Kohlen 0,56 m
Völligkeitsgrad des Hauptspants 1,00
Völligkeitsgrad der obersten Schwimmfläche 0,93
Völligkeitsgrad derVerdrängung 0,892
Verdrängung 147 m³

Besatzung:
Kapitän 1
Steuermann 1
Matrosen 2
Maschinist 1
Heizer 2
--------------
Gesamt 7

Dampfmaschine:
Durchmesser Hochdruckzylinder 180 mm
Durchmesser Niederdruckzylinder 330 mm
gemeinsamer Kolbenhub 400 mm
Leistung ca. 130 PS

Turbine (2 Stück):
Äußerer Durchmesser des Laufrades 850 mm
Durchmesser der Nabe des Laufrades 438 mm
Schaufelzahl der Turbine 15
Schaufelzahl des Kontraktors 16

Dampfmaschinen für Turbinen (2 Stück):
Durchmesser Hochdruckzylinder 180 mm
Durchmesser Niederdruckzylinder 330 mm
Kolbenhub 250 mm
Leistung ca. 2 x 65 PS

Kessel:
Heizfläche 56,0 m²
Rostfläche 1,78 m²
Dampfüberdruck 10 at
Verbrauch 3 Ztr. Kohle pro Stunde

Geschwindigkeit:
Bergfahrt mit 6-8 Kähnen 4 – 6 km/h
Talfahrt mit Turbinenbetrieb 12 – 14 km/h
Bergfahrt Aschaffenburg → Bamberg 8 Tage

Ausstattung:
Deck Föhrenholz
Schiffsboden Siemens-Martin-Stahl
Kettenrinne Holz, abgedeckt
Kettenrad System Bellingrath
2 Balanceruder 4,7 m lang
2 Turbinenpropeller mit Rückstrahler System Zeuner
Michael :)

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bauerm

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Montag, 4. Mai 2009, 09:47

Quellen:

Eduard Weiß:“ Die Kettenschlepper der kgl. bayerischen Kettenschleppschiffahrt auf dem oberen Main“, Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band 45, 1901, Nr. 17, Seite 578 – 584, incl. Plan im Maßstab 1:100

Sigbert Zesewitz, Helmut Düntzsch, Theodor Grötschel: „Kettenschiffahrt“, 1987, VEB Verlag Technik, Berlin, ISBN 3-341-00282-0

Lars U. Scholl: „Als die Hexen Schiffe schleppten“, 1985, Ernst Kabel Verlag, Hamburg, ISBN 3-8225-0006-2

Lars U. Scholl: „Tauerei auf dem Rhein“, 3 Teile, Deutsches Schiffahrtsarchiv 1981 Nr. 4, S. 49Ff, 1982 Nr. 5, S. 35Ff, 1983 Nr. 6, S. 54

Georg Schwarz: „Studien über die bay. Wasserstarßen Band 1, Die Kettenschleppschiffahrt auf dem Main“, 1893, C.C. Buchner Verlag, Bamberg

Willi Zimmermann: „Kettenschleppschiffahrt auf dem Neckar“, 1978, Historisches Museum der Stadt Heilbronn

Franz Schaub: „Vom Main zu Donau und Rhein“, 1979, Stürtz-Verlag, Würzburg, ISBN 3-8003-0120-2

Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, Band 19, S. 349 - 351, DVD von Directmedia, Digitale Bibliothek Band 100, Berlin, 2003

Lueger: „Lexikon der gesamten Technik“, 2. Auflage 1904 - 1910, DVD von Directmedia, Digitale Bibliothek Band 116, Berlin, 2005

Binnenschifferforum: http://www.binnenschifferforum.de/forum/…isplay.php?f=33

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kettenschiff

Hans-Jochen Nickel: „Ein Kettenschleppschiff vom Main“, Das Logbuch 1984 S. 119 – 123, Arbeitskreis Historischer Schiffbau, Hamm

„Main Allgemeine Revierinformationen“, http://wtg.vivawasser.de/Main/18342/revierinformationen.html

„Der Mainausbau“, http://www.weyer-neustadt.de/content/Des….aspx?tabid=145

Dazu viele einzelne Zeitschriftenartikel über die Tauerei und Modellbau.
Michael :)

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jupp

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Montag, 4. Mai 2009, 09:58

Hallo Micha,

wie immer eine Wahnsinns-Vorbildauswahl.
Wie schon am Stammtisch besprochen, hab ich zur Schleppschiffahrt ja eine besonsderes Verhältnis (Ich hab dich nicht vergessen, aber momentan scheiterts an der Technik).

Freue mich auf den Konstruktionsbericht.
gruss

Jupp

Tand, Tand,
ist das Gebild´ von Menschenhand.
(Theodor Fontane)

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bauerm

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Montag, 4. Mai 2009, 11:29

Geschichte

Zur Vorgeschichte ein Auszug aus dem Beitrag von Eduard Weiß erschienen 1901 in der Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure:

„Die zunehmende Wichtigkeit der Binnenschiffahrt in Deutschland lässt es erklärlich erscheinen, dass diesem Zweige des Transportwesens erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet wird, und dass die Regierungen auf die Verbesserung der Schiffahrtverhältnisse erhebliche Summen verwenden. So wurden bereits im Jahre 1894 vom bayerischen Landtage für die Verbesserung des Fahrwassers auf der 109,2 km langen Main-Strecke von Kitzingen bis Aschaffenburg 4 000000 M und für die Einrichtung der Kettenschleppschiffahrt auf dieser Strecke 2 777 000 M bewilligt. Diese Arbeiten sind nahezu zum Abschlusse gelangt, und es verkehren bereits 5 staatliche Kettendampfer auf dem Main.
Bevor man sich über die Bauart der zu verwendenden Kettenschleppschiffe schlüssig machte, wurde von der bayerischen Staatsregierung eine Abordnung zum Studium der Kettenschleppschiffahrt abgesandt, um die hauptsächlichsten Schiffsarten, und zwar solche mit:
1)Trommelwindwerk auf dem Main und der Elbe,
2)Greifradvorrichtung auf der Elbe und
3)elektromagnetischer Trommel auf der unteren Seine bei Paris,
im Betriebe zu beobachten. Nach dem Gutachten des Ausschusses entschied man sich für die Greifradschiffe mit Turbinenpropeller [1], wie sie von der deutschen Elbschiffahrts-Gesellschaft »Kette« gebaut sind und auf der Elbe in Verwendung stehen,
Maßgebend war, dass die Kette durch die zwangläufige Greifvorrichtung weniger abgenutzt wird, und dass das Auflaufen der Kette unter Drall, ja selbst in Knoten, ohne Nachteil; für diese und das Windwerk ist. Sodann ermöglichen die in den Schiffskörper eingebauten Rückstrahlturbinen bei der Thalfahrt eine sichere und schnelle Eigenbewegung des Schiffes bei abgeworfener Kette in der verhältnismäßig geringen mittleren Wassertiefe von 68 bis 70 cm, bei der weder Schrauben noch Schaufelräder angewendet werden können. Schließlich kann mit den Turbinen die Steuerung des
an der Kette gehenden Schiffes in der Bergfahrt kräftig unterstützt werden, was bei den vielen und scharfen Windungen des Mains besonders zu berücksichtigen war.“

Leider habe ich keine weiteren Unterlagen über die Geschichte des Main-Kettenschlepper K.B.K.S. No. V gefunden, so habe ich die Daten der Kettentauerei auf dem Main in einer Tabelle zusammengeführt und mit einigen weiteren Daten zur Geschichte der Tauerei erweitert.

Ketten- und Seiltauerei bot in der Zeit vor der Regulierung der Flüsse unbestreitbare Vorteile gegenüber Rad- oder Schraubendampfer in flachem und stark strömenden Gewässern. Rad- oder Schraubenschlepper verursachen zudem durch ihren Wellenschlag am Ufer und der Sogwirkung in der Flusssohle starke Zerstörungen. Außerdem können sie in flachem Wasser nicht mehr eingesetzt werden.

Lars U. Scholl schreibt in seinem Buch „Als die Hexen Schiffe schleppten“ auf Seite 13 folgendes:

„Die Lokomotive erziele durch ihre Wirkung auf feste Stützpunkte einen möglichst großen Nutzeffekt, während dem Dampfschiff durch das Zurückweichen des Wassers hinter den Radschaufeln oder der Schraube besonders in Strömen der größte Teil der verwendeten Kraft verloren gehe. Im Rhein betrage z.B. bei mittlerer Stromgeschwindigkeit (1,5 m pro Sekunde) der Nutzeffekt der gewöhnlichen Remorqueure [= Schlepper] circa 26 % der verwendeten Kraft. 74 % würden nicht nur sinnlos verbraucht, sondern träten durch den erzeugten Wellenschlag und durch die Beschleunigung des Stromes den anhängenden Schiffen hindernd in den Weg. In der starken Strömung bei Bingen (3 m pro Sekunde) reduziere sich nachweislich der Nutzeffekt faktisch auf rund 10 %.“

Diese Nachteile können durch einen Tauer, der sich an einem Seil oder einer Kette entlanghaspelt, vermieden werden. Da der Wirkungsgrad deutlich besser war und der Kohleverbrauch um 2/3 geringer als bei einem Raddampfer gleicher Leistung war, konnten die Frachtkosten ebenfalls gesenkt werden. Der Tiefgang eines Tauers betrug zwischen 0,4 bis max. 0,6 m, ein Raddampfer brauchte 0,7 bis 0,75 m und ein Schraubendampfer noch mehr. Der Neckar hatte zu dieser Zeit eine min. Wassertiefe von 0,57 m. Die Seiltauer brauchten größere Trommel wegen der höheren Steifigkeit des Stahlseils als Kettenschlepper. Zusätzlich war beim Seiltauer die asymetrische Anbringung der Trommeln an der Bordwand von Nachteil. Daher schlug Georg Schwarz in seiner Untersuchung der bayerischen Regierung die Einführung der Kettenschleppfahrt auf dem Main vor. Eine Kette kostete damals bei einem Querschnitt von 26 mm pro 100 kg zwischen 26 und 32 Mark, d.h. pro Kilometer mußte man mit etwa 5100 Mark rechnen. Die Kette von Aschaffenburg bis Kitzingen kostete bei einer Lebensdauer von 10 – 15 Jahren über 1 Million Mark. Damit der Kettenschlepper die Kette abwerfen konnte, war etwa alle 400 m ein Kettenschloß in die Kette eingefügt.

Die Einführung der Tauerei auf den deutschen Flüssen war von vielen Kontroversen begleitet. Es waren viele Widerstände zu überwinden, bis die Tauerei auf Elbe, Saale, Rhein, Main, Neckar und Donau eingeführt war. Die Blütezeit war wohl von etwa 1880 bis 1910. Das Ende war fast überall in den 1930iger Jahren erreicht. Die Konkurrenz durch Bahn und moderne Schlepper, die jetzt auf den ausgebauten Flüssen fahren konnten, haben diese interessante Entwicklung in der Binnenschiffahrt obsolet gemacht.
Michael :)

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BlackBOX

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Montag, 4. Mai 2009, 12:51

Ein Interessantes Vehikel hast Du dir wieder ausgesucht.
Deinen Konstruktionsbericht werde ich auf alle Fälle begleiten.

Gruß aus Bremen
"Das Ding ist baubar, solange es etwas zum Wegschneiden gibt." Gerald Friedel

www.srk-bremen.de


oder besucht die facebook Seite des Versuchsrettungskreuzers BREMEN

bauerm

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Montag, 4. Mai 2009, 16:36

Hallo,

na, da habe ich ja schon drei Beobachter bekommen! Ich freue mich darüber und hoffe, daß ich dieses Projekt vernünftig umsetzen kann.

Michael
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bauerm

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Montag, 4. Mai 2009, 16:43

Zum Abschluß der Einführung noch die Zeittabelle

Zeittafel

Römerzeit Neben der Lippe wurde der Main von den Römern unter Augustus und Tiberius einer
der Haupteinfallpforten in das freie Germanien
1820 Erste Versuche am Main das Fahrwasser zu vertiefen und den Fluß zu begradigen
1822 Erstmals wird eine Dampfmachine zum Aufwickeln des Seiles auf der Rhone verwendet
1825 In Frankreich wurden durch E. De Rigny auf der Strecke Paris -> Rouen die ersten
Versuche mit der Kettenschleppschiffahrt durchgeführt.
1830 Bau des Ludwig-Donau-Main-Kanals
ca. 1835 Beginn der Dampfschiffahrt auf dem Main. Es konnten nur Schiffe mit einer
Tragfähigkeit von 50 t eingesetzt werden, auf dem Rhein waren es Schiffe mit 800 t.
1850 Um die Breite des Flusses einzuschränken und damit einen höheren Wasserstand zu
erreichen, wurden Buhnen, Flügelbuhnen und Leitwerke eingebaut. Der Erfolg blieb
aus, da die Flußsohle sich vertiefte und bei Niedrigwasser zu flach wurde.
1854 Eröffnung der Bahnlinie Bamberg – Würzburg – Frankfurt
1858 Die unrentable Dampfschiffahrt auf dem Main wird eingestellt. Die Konkurrenz der
Eisenbahn und der niedrige Wasserstand waren schuld. Das Frachtaufkommen war
von früher 200.000 Tonnen jährlich dramatisch gesunken.
1865 Gründung der Kettenschleppschiffahrt auf der Elbe
1865 Der belgische Baron Oscar de Mesuil erhielt in diesem Jahr ein Patent auf den Einsatz
eines Drahtseils anstelle einer Kette in der Tauerei.
1870 Auf der Strecke Preßburg → Wien wurde mit der Kettenschleppschiffahrt begonnen.
1873 Die Seiltauerei auf dem Rhein startete.
1878 Die Heilbronner Neckar-Kettenschleppschiffahrt wurde gegründet und existierte bis 1930
1879 Nur mehr 93.400 Tonnen werden jährlich auf dem Main transportiert. Die Eisenbahn
dagegen transportierte rund 1,4 Millionen Tonnen.
04.10.83 Reederei Mainkette AG in Mainz gegründet. Die Konzession wurde durch die
Anliegerstaaten Hessen und Preußen erteilt, Bayern verweigerte sich
07.08.86 Kettenschlepper Mainkette I, II und III bei Roßlau, Elbe gebaut
49,8 m lang, 7,05 m breit, 0,52 m Tiefgang, 140 PS, 2 Kamine, kein weiterer Antrieb Spitzname bei der Bevölkerung „Meekuh“ wegen des dumpfen Tons der Dampfpfeife
1886 Kette von Mainz bis Aschaffenburg
1893 Kette von Aschaffenburg bis Miltenberg
1895 Kette von Miltenberg bis Lohr
1898 Gründung der Königlich bayerische Kettenschleppschiffahrts-Gesellschaft durch den
Bayerischen Staat in Würzburg
Bis 1900 Bau der Kettenschlepper K.B.K.S. No. I bis V, Daten siehe oben
1898 Kette von Lohr bis Würzburg
1899 Kette von Würzburg bis Ochsenfurt
1900 Kette von Ochsenfurt bis Kitzingen
Juni 1900 22 Schleppzüge mit 430 Fahrzeugen und einer Tragfähigkeit von 24.568 t beförderten
nur 4.706 t Waren bergwärts. Talwärts wurden 4 Fahrzeuge mit 467 t Tragfähigkeit
und einer Ladung von 28 t geschleppt, d.h. Es wurden nur 0,5% der bergwärts
gezogenen Schiffe talwärts geschleppt.
Mit diesem letzten Ausbau hat die Kette eine Gesamtlänge von 314 km
1910 Bis 1911 Bau der Kettenschlepper K.B.K.S. No. VI bis VIII
1911 Kette von Kitzingen bis Schweinfurt
1912 Kette von Schweinfurt bis Bamberg
1918 Das „K“ in K.B.K.S. wurde gelöscht, da Bayern kein Königreich mehr war.
1921 Der Main von Aschaffenburg bis Frankfurt wurde kanalisiert
1924 Die Deutsche Reichsbahn übernimmt die B.K.S. Die Schiffe fuhren jetzt unter den
Namen DRG.KS Nr. I bis VIII
1930iger Beginn der Staustufen auf dem Main
1936 Die Kettenschleppschiffahrt wird auf dem Main eingestellt. Eisenbahn und moderne
Schlepper auf dem kanalisiertem Main haben den Transport übernommen.
1938 Die Kette wird vom letzten betriebsfähigen Kettenschlepper aus dem Wasser geholt und
verschrottet bzw. verkauft

Die letzten Mainkettenschlepper werden verschrottet, zerlegt bzw. die Kasko verkauft und als Lager oder Restaurant benutzt.

Ich sehe gerade, daß die Formatierung leider verschwunden ist. Damit ist es etwas schwerer zu lesen. Wenn jemand möchte, sende ich gerne die Tabelle als PDF.

Michael
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Dietmar Taubert

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Montag, 4. Mai 2009, 18:35

Servus Michael,
da hast Du Dir ein tolles Projekt ausgesucht und wie ich Dich kenne, wird es ein Supermodell.
Auf jeden Fall werde ich öfter bei Dir reinschauen, dann bis Donnerstag.
Gruß Dietmar
Kleber,Schere,Lineal - das Modell wird ideal

bauerm

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Montag, 4. Mai 2009, 18:39

Danke Dietmar - die Bücher bringe ich mit.

Bis dann

Michael
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Ernst

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Montag, 4. Mai 2009, 19:00

Grüß dich Michael,

Endlich gehts los mit den Kettenschlepper.

Aber zum Konstruieren des selben müßt du dir etliche Flaschen Frankenwein oder Bocksbeutel neben die Tastatur stellen, bei einen Problem einen tiefen Schluck aus einem Glas nehmen dann gehts weiter mit den Schiff "griensleiselachen"

Bin auch dabei beim zuschauen hier.

Grüße
Ernst
Bin jetzt ein GELIaner

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12

Dienstag, 5. Mai 2009, 01:33

Hallo Michael, you always find something interesting to build. I had heard of chain tugs, but had never seen one. This will be another of your fascinating build; must feel huge after the tiny Sabino! :D
best regards
mit herzlichen grussen

Fred

In Build:
Panzerkreuzer Infanta Maria Teresa

OpaSy

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Dienstag, 5. Mai 2009, 13:37

Hallo Michael,

es versteht sich wohl von selbst, daß wir nach Fertigstellung auf das "Meeschiffle" mit Frankenwein anstoßen werden. Den Bocksbeutel spendiere ich natürlich.

Gutes Gelingen für den Winzling wünscht

Günter
Auf der Werft: Hafendiorama/ HMV / 1:250
Fertiggestellte Modelle in 2008/2009: Bismarck; Jackal; MiSu Schütze/Kenna; Tender Isar; U-Jäger Najade, Versorger Coburg; Eisbrecher Eisbär/Eisvogel;
Modelle 2010: Scheer, Scharnhorst; NJL Togo; HMS Glowworm;
Modelle 2011: Victoria Louise, SMS Undine, SMS Derfflinger, Baltrum, Adler IV;
Modelle 2012: Long Beach, Bleichen, Altmark; Bruno Illing; Eifel; Beowulf;
Modelle 2013: B 111 ; Graf Spee ; Schnellboot Kranich ; Dampfer Albatros ; Eisbrecher Stettin ; Feuerschiff Elbe 3;
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Modelle 2015: Admiral Hipper;S66 Greif; S70 Kormoran; S47 Jaguar; Zerstörer Hamburg;
Modelle 2016: MiSu Kulmbach/Weiden; LZ 127 Graf Zeppelin; Cap San Diego; Sloman Alstertor; SMS Panther; SMS Emden

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Dienstag, 5. Mai 2009, 18:25

Hallo,

das ist schön, daß mir so viele bei Konstruktion und Bau über die Schultern sehen werden - herzlichen Dank

Michael
Michael :)

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bauerm

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Dienstag, 5. Mai 2009, 18:30

Die äussere Rumpfschale ist fertig konstruiert.

Ich werde im Laufe der Konstruktion immer wieder Auszüge aus dem Beitrag von Herrn Generaldirektionsrat und Vorstand der IV. Abteilung der Generaldirektion der königlich bayerischen Staatseisenbahnen Eduard Weiß erschienen in der VDI-Z 1901 (siehe oben bei Quellen) einstellen, da er den Kettenschlepper gut beschreibt. Ich werde die Auszüge immer mit "VDI-Z 1901" eröffnen.


"Das Aussehen des Schiffes ist insofern eigenartig, als es in der Mitte am höchsten ist und nach den Enden zu stark abfällt, damit der durch das Heben der Schleppkette entstehende Arbeitsverlust möglichst gering wird. Das Mittelschiff ist mit scharfer, Vor- und Hinterschiff dagegen mit runder Kimm ausgeführt.
Das Material des Schiffsrumpfes ist bester weicher Siemens-Martin-Stahl, dessen Zerreißfestigkeit längs und quer zur Faserrichtung 41 bis 49 kg/qmm und dessen Bruchdehnung auf eine Länge von 200 mm mindestens 20 vH betragen musste. Die Spantenentfernung ist sehr verschieden; sie beträgt im Maschinen- und Turbinenraum 450 bis 600 mm, im Kesselraum und den Kajüträumen 600 mm und an den Schiffsenden 500 mm. An jedem Spant ist ein Deckbalken angebracht; davon ist etwa jeder vierte Balken aus Z-Eisen gefertigt, die übrigen aus Winkeleisen. Zur Versteifung des Bodens sowie des Decks sind je zwei über die ganze Schiffslänge laufende Kielschweine und Längsdeckträger eingebaut, die durch kräftige Deckstützen fest mit einander verbunden sind. Die Bordwände sind auf jeder Seite durch Bleche und Winkel verstärkt; weiter ist auf 25,3 m Länge im Mittelschiff in 1100 mm Höhe über dem Boden ein mit dem Bord vernieteter Seitenstringer eingebaut."

Ach ja, das erste Problem ist schon aufgetaucht:

Laut beiliegendem Plan war der Prahmrumpf des Kettenschleppers gemessen über Scheuerleiste am Bug 6,55 m und am Heck 6,22 m breit. Nachdem in den Daten für Breite auf Spant 6,40 m steht, gehe ich davon aus, daß die Zeichnung falsch ist, da die Bordwände parallel liefen.
Also Adobe PhotoShop gestartet, Plan geöffnet, 2 parallele Linien gezeichnet und den Plan entzerrt und dann wieder gespeichert - fertig. Das Problem war gelöst!

Einen schönen Abend wünscht

Michael
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  • Render 01.jpg
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Dienstag, 5. Mai 2009, 19:32

Das Deck ist aufgebracht. Die nächsten Schritte werden dann die Konstruktion des Spantgerüstes sein.

Wieder ein Teil aus VDI-Z 1901:

"Das Schiff wird durch 6 wasserdichte Schottwände in 7 Abteilungen zerlegt. Neben dem Kessel sind 2 Kohlenräume mit eisernen Wänden von 15 cbm Inhalt vorhanden. Die Außenhaut ist im Boden vor und in dem Maschinenraume 5,5 mm, sonst 5 mm dick, in den Borden vorn sowie im
Unterbord- und im Schergang 5 mm, dagegen im übrigen Schiff 4,5 mm dick. Im geraden Mittelschiff ist ein Kimmwinkel eingebaut und an der unteren Bordkante eine Scheuerleiste aus Halbrundeisen angebracht. Die Längs- und Quernähte der Außenhaut sind überlappt genietet, und
zwar erstere mit einfacher, letztere mit doppelter Nietung. Der Deckstringer besteht aus Blech.
An den Schiffsenden und unter der Kettenrinne wird das Deck aus Blech, im Übrigen aus ast. und splintfreiem Föhrenholz gebildet. Auf jeder Schiffseite sind 2 Scheuerleisten aus Föhrenholz angebracht; ferner sind die unter Wasser befindlichen Kontraktor-Ausflüsse und die über Wasser liegenden, zum Turbinenpropeller gehörenden eisernen Rückstrahlrinnen durch kräftige Abhalter aus Eisen und Holz vor Beschädigungen geschützt. Eine Reling aus eisernen Stützen und hölzernen Leisten ist an den Längsseiten des Schiffes vorgesehen."
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Mittwoch, 6. Mai 2009, 11:52

Hallo Armin,

möchtest Du als Heizer oder als Leichtmatrose an Bord anheuern? Auf jeden Fall herzlich Willkommen auf diesem rasselnden und klappernden Ungetüm

Michael
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Mittwoch, 6. Mai 2009, 11:55

Das Innenleben des Kasko ist fertig konstruiert. Damit steht einer ersten Abwicklung und dem Weißbau des Rumpfes nichts mehr entgegen.

Bis dann

Michael
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Mittwoch, 6. Mai 2009, 19:28

Abgewickelt ist es - jetzt muß es nur mehr ausgeschnitten und verklebt werden. Ich bin gespannt, wie es passen wird.

Einen schönen Abend wünscht

Michael
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Mittwoch, 6. Mai 2009, 20:08

Hallo Armin,

schaaaaade - ein bisschen Arbeit an einen Heizer zu delegieren, das wäre schon was gewesen. Naja, ein Zuschauer mehr ist auch nicht schlecht - danke.

Zur Frage: Kann ich noch nicht sagen, wieviel Zeit ich morgen habe werde um den Rumpf zu bauen.

Michael
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Mittwoch, 6. Mai 2009, 21:42

Bis jetzt passt alles - die Stunde der Wahrheit wird aber erst morgen kommen, wenn ich die Bordwand anpasse.

Für heute ist Ruhe auf der Werft und im Konstriktionsbüro eingekehrt.

Eine angenehme Nachtruhe wünscht

Michael
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Mittwoch, 6. Mai 2009, 22:13

Hallo Michael,
werde deinen Baubericht mit großen Interesse verfolgen.
Als gebürtiger Unterfranke aus Gemünden am Main kenne ich viele Geschichten aus Erzählungen von meinen Vater.
Als Kind hat er oft mit Freunden nach der Kette im Main getaucht und die " Määkuh"
noch in voller Aktion gesehen.
Vor der Zeit der Staustufen konnte er in trocken Sommer den Main durchqueren.

Ich glaube in Würzburg im Museum gibt es noch ein Rest der Kette.

Grüße

Volkmar
U.S.S. Ticonderoga
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Donnerstag, 7. Mai 2009, 07:44

Hallo,

@Klueni: danke - ja es passt, wie man auf dem Foto sehen kann. Ich habe zwar bei der Bordwand Bug mit Heck vertauscht, ging aber trotzdem.

@Volkmar: Ja, das waren für Kinder noch Zeiten! Ich freue mich, Dich als Beobachter begrüßen zu können.

Einen schönen Tag wünscht

Michael
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Donnerstag, 7. Mai 2009, 10:11

Dann fehlt ja eigentlich nur noch das Aschäberschär Schloß für den Hintergrund!

Auf der Bucht gibt's gerade ein paar Ansichtskarten mit (nicht näher identifizierten) Kettendampfern vor dem Schloß, mal mit einem Einschornsteiner:
http://cgi.ebay.de/9085-Aschaffenburg-Pa…emZ360153231600

Und noch zwei mit Zweischornsteinern:
http://cgi.ebay.de/we17280-Aschaffenburg…emZ360150076464
http://cgi.ebay.de/AK-Aschaffenburg-Main…emZ400007859635


Bis heute Abend!
Michi
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Donnerstag, 7. Mai 2009, 11:09

..noch mehr???

Na, na, na, Michi! 8o
Wie Wilhelm Busch schon schrieb:
"Mein lieber Freund, sei nur hübsch still
und hüte Deine Zunge!
Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
kriegt augenblicklich Junge!" :rolleyes:

(Aaaber das kleine Burgennörgeli hat trotzdem vor Aufregung auf meiner linken Schulter gezappelt und gesabbert, als es Schloß und Pompejanum sah. Da hat es nämlich vor zwei Jahren auch mal staunend nach Herzenslust gaffen dürfen :D)

Und wir wollen doch nicht das Näherliegende aus dem Auge verlieren, ;)gell, Michael: Danach muß der Kettenschlepper erstmal was zum Schleppen haben. So zwei - drei kleine Binnenkähne gehörten mit dazu :]

Kleben Sie wohl!
Kartonkapitän
Ich schnipsel mit Schere, ich klebe und falz';
das is zwar nur Schimäre, doch mich unterhalt's! :P(frei nach Johann Nestroy)

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MichiK

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26

Donnerstag, 7. Mai 2009, 11:19

Käpt'n, mein Käpt'n,

Du hast natürlich völlig recht:
Erst die Schleppkähne, dann das Schloß!

:D
Michi
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27

Donnerstag, 7. Mai 2009, 12:46

Und wer hat die Pläne für die Schleppkähne? Ohne geht nämlich beim Bauer nichts!

Danke Michi für den Postkartenhinweis. Den 1-Kaminer (Bayerisch) habe ich schon, die anderen sind von der Badisch-Hessischen Mainkette (2-Kaminer).

Bis heute Abend

Michael
Michael :)

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Donnerstag, 7. Mai 2009, 15:24

Binnenschiffpläne?

Michael, Du fragst nach Plänen alter Schleppkähne?
Hab' ich leider keine zur Hand, aber als behelfsmäßiges Vorbild könnten vielleicht die Binnenschiffe vom Schreiberbogen dienen, denn da ist auch ein typischer antriebsloser Kahn dabei, wie er in den zwanziger bis fünfziger Jahren noch auf Main und Weser anzutreffen war.

Diverse Museumsbibliotheken fallen mir auf Anhieb als Fundorte für Pläne ein:

1. Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Duisburg-Ruhrort,

2. Kulturhaus-Museum Oberwesel (Abt. Rheinschiffahrt),

3. Historisches Museum am Strom in Bingen,

4. Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven,

5. Deutsches Technisches Museum (vormals Museum für Verkehr und Technik bzw. Museum für Meereskunde) Berlin,

6. Deutsches Museum München.

NB.: Auch in Oderberg in Brandenburg gibt es ein Museum für Binnenschiffahrt und in Österreich gleich zwei für die Donauschiffahrt: in Grein und in Spitz, wo man Modelle besehen kann. Sicher werden die auch Pläne in den Archiven oder Bibliotheken haben.

P.S.: Zu den Maßen der verschiedenen Binnenschiffstypen siehe den Beitrag von Volker Böhm vom 01.11.2006 um 13:54 im Thread "Mein Wunschmodell" unter der Rubrik "Das Konstruktionsbüro".

Und eine Datenbank mit Binnenschiffen findet sich auf der niederländischen Website für die Binnenschiffahrt; URL =
http://www.debinnenvaart.nl/schepen_home
(Mein Favorit dabei wäre die "Leine" ex "Sani 10" - aus rein nostalgischem Lokalpatriotismus, denn an dem Fluß bin ich aufgewachsen.)

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Freitag, 8. Mai 2009, 16:28

Hallo Kartonkapitän,

danke für die Hinweise. Im Moment stehen Schleppkähne bei mir noch nicht auf dem Plan.

Gruß

Michael
Michael :)

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Freitag, 8. Mai 2009, 16:33

Hallo,

da ich in der nächsten Zeit nur konstruieren und nicht bauen werde, möchte ich Euch diese Beschreibung vom Neckar nicht vorenthalten:

"Gegen Mittag hörten wir den aufmunternden Ruf: »Segel voraus!«
»Wo?« rief der Kapitän.
»Drei Strich in den Wind!«
Wir liefen nach vorne, um das Fahrzeug zu sehen. Es stellte sich heraus, daß es ein Dampfboot war - seit Mai verkehrte auf dem Neckar ein Dampfer. Es war ein Schlepper, und zwar einer von sehr eigentümlicher Bauart und eigentümlichem Aussehen. Ich hatte ihn des öfteren oben aus dem Hotel beobachtet und mich vergeblich gefragt, wie er angetrieben wurde, denn er besaß offensichtlich keine Schraube und keine Schaufelräder.
Nun kam er herangepflügt unter allerlei Lärm, den er hin und wieder durch das Betätigen einer heiseren Dampf pfeife noch verschlimmerte. Neun Schleppkähne waren an ihn gehängt und folgten ihm in langer, schlanker Reihe. Wir begegneten ihm an einer schmalen Stelle zwischen Dämmen, und es war kaum Raum für uns beide in der beengten Fahrrinne. Als er knirschend und ächzend an uns vorbeifuhr, entdeckten wir das Geheimnis seines Antriebs. Er bewegte sich nicht mit Schaufelrädern oder Schrauben fort, sondern zog sich an einer dicken Kette flußaufwärts. Diese Kette liegt im Flußbett und ist nur an den beiden Enden befestigt. Sie ist über hundert Kilometer lang. Sie kommt über den Bug des Bootes an Bord, läuft um eine Trommel und wird achtern ausgesteckt. Das Dampfboot zieht an der Kette und schleppt sich so den Fluß hinauf und hinunter. Genau genommen hat es weder Bug noch Heck, denn es führt ein langes Ruder an beiden Enden und dreht nie. Es benutzt stets beide Ruder, und sie sind so stark, daß es trotz des heftigen Widerstandes der Kette nach rechts oder links ausweichen oder um Kurven steuern kann. Ich hätte nie geglaubt, daß diese Unmöglichkeit zu verwirklichen sei; aber ich habe es selber gesehen und weiß daher nun, daß es eine Unmöglichkeit gibt, die möglich ist. Welches Wunder wird der Mensch als nächstes zu vollbringen suchen?
Wir begegneten vielen Lastkähnen auf ihrem Weg flußaufwärts, die Segel, Maultiere und lästerliches Fluchen als Antrieb benutzten - ein langwieriges, beschwerliches Unternehmen.
Ein Drahtseil führte von der Vormarsstenge zu der hundert Meter voraus auf dem Treidelpfad einherstapfenden Maultierkette, und mit gründlichem Schlagen und Fluchen und Stoßen gelang es dem Trupp der Treiber, drei bis vier Kilometer in der Stunde gegen die steife Strömung aus den Maultieren herauszuholen. Der Neckar ist von jeher als Schiffahrtsweg benutzt worden und hat auf diese Weise sehr vielen Menschen und Tieren Arbeit gegeben; aber nun, da dieser Dampf Schlepper mit einer kleinen Besatzung und ein paar Scheffeln Kohle neun Kähne in einer Stunde weiter den Fluß hinaufziehen kann als dreißig Männer und dreißig Maultiere in zwei, glaubt man allgemein, daß die altmodische Treidelindustrie auf dem Sterbebett liegt. Ein zweiter Dampfer nahm drei Monate, nachdem der erste in Dienst gestellt worden war, seine Arbeit auf dem Neckar auf."

Diese Beschreibung habe ich dem Buch "Bummel durch Europa" von Mark Twain, insel Taschenbuch 834, Frankfurt, 1985, ISBN 3-458-32534-4 entnommen.
Michael :)

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Freitag, 8. Mai 2009, 16:38

Hi Michael,

na da geht's ja schon eifrig zur Sache, mit Deinem neuen Projekt ;)

Da setze ich mich doch gleich wieder mit auf die Zuschauer-Bank und werde Deine Konstruktion und den Bau auf jeden Fall verfolgen!

Leider stehen auf meiner Werft gerade die Räder still, daher bin ich auch seltener im Forum unterwegs. Aber ich hab Dich im Auge, versprochen :)

Ich wünsch Dir gutes Gelingen und viel Spaß beim Schlepper =)

Viele Grüße an Ute und Dich,

Lars
"The quiet ones are the ones that change the universe, the loud ones only take the credit."
Fertig gestellt: Forschungsschiff "Maria S. Merian"
Fertig gestellt: Seeschlepper "Vulkan"
Fertig gestellt: Notschlepper "Nordic"
Fertig gestellt: Troßschiff "Altmark" im Schwimmdock
Bis auf weiteres ruhend: Fracht- und Fahrgastschiff "Santa Inés"
Kontrollbau fertig gestellt: Feederschiff "OPDR Lisboa"

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Samstag, 9. Mai 2009, 09:33

Hallo Lars,

willkommen an Bord!

Ich hoffe doch, daß Du bald wieder ausreichend Zeit für Deine Werft bekommen wirst.

Liebe Grüße auch von Ute

Michael
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Samstag, 9. Mai 2009, 11:22

So, noch einen Blick von unten
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Samstag, 9. Mai 2009, 11:59

Anbei noch eine alte Karte des Mains und der Donau
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Samstag, 9. Mai 2009, 16:28

Hallo,

zwischen Balkon und Rhino pendelnd habe ich das Holzdeck fertig konstruiert.
Damit ist für heute Schluß mit Konstruieren

Einen schönen Samstag Abend wünscht

Michael
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Mittwoch, 13. Mai 2009, 19:13

Hallo,

leider musste ich die Konstruktion noch einmal von vorne beginnen.

Beim Betrachten einer Zeichnung eines Kettenschleppers vom Main aus dem Buch von
Willi Zimmermann: „Kettenschleppschiffahrt auf dem Neckar“, 1978, Historisches Museum der Stadt Heilbronn, fiel mir auf, dass der Bug doch spitz zuläuft und nicht, wie ich es konstruiert habe, als Prahm (siehe 1. Abbildung). Stutzig geworden, prüfte ich noch einmal den Plan aus der Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, und fand je 2 Linien, die parallel zur Wasserlinie vom Bug bzw. Heck in Höhe der unteren Kante der Plattform für die Kettenausleger ein Stückchen nach innen gezeichnet waren. Dummerweise ist im Hauptspantquerschnitt exakt auf dieser Höhe der Plattenstoß gezeichnet. Im nächsten Schritt untersuchte ich die mir vorliegenden Fotos. Und siehe da, wenn man weiß, wonach man sucht, findet man es auch.

Der neu konstruierte Rumpf sieht jetzt von unten so aus. Damit wird das „Innenleben“ des Rupfes deutlich komplexer.

Michael
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Samstag, 16. Mai 2009, 20:21

Hallo Klueni,

es wurde eine völlige Neukonstruktion - doch zeigt der Probebau, daß es so geht und wohl auch stimmt.

So, ein paar Kleinigkeiten habe ich am Rumpf noch korrigiert, damit kann ich den Rumpf für den Konstruktionsbau morgen angehen. Heute wird noch die Stückliste und die Bauanleitung bis zu diesem Stand gebracht.

Einen schönen Sonntag wünscht

Michael
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Sonntag, 17. Mai 2009, 10:25

Hallo Michael,

ein durchweg interessantes Projekt, dass Du "von den Wurzeln aus" anpackst. Und das nun Gebastelte weckt in mir das Interesse zu verfolgen, wie es weiter geht... Viel Spaß beim Weiterbau!

servus

frettchen

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Sonntag, 17. Mai 2009, 14:25

Hallo frettchen,

ich habe mich gefreut, daß ich Dich in Bremerhaven kennen gelernt habe. Ich denke, daß ich weiter hin Spaß an der Konstruktion und am Bau haben werde.

Hallo Klueni,

da die Kette über die Mitte des Schiffes geführt wurde, hat man den negativen Sprung des Decks gewählt um die Belastung der Kette möglichst gering zu halten. Beim Konstruktionsbau fehlt jetzt noch die Bordwand. Dann bin ich wieder soweit wie gestern Abend mit dem Rumpftestbau. Dann geht es morgen mit der Konstruktion der "Aufbauten" weiter.

Einen schönen Sonntag Nachmittag wünscht

Michael
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Sonntag, 17. Mai 2009, 14:31

Hallo Michael...
Dank Deiner ausgezeichneten und ausfühlichen Vorstellung dieses "Unikates" komm ich zum eigendlichen Baubericht ja noch nicht zu spät. :D
Bin ab heute dabei und werd mir die Zeit nehmen alles genauestens zu beobachten.
Wie's ausschaut wird's ein "echter bauerm" :]
Gruß aus Iserlohn, auch an Ute
Renee
Schwierigkeiten bringen Talente ans Licht,

die bei günstigeren Bedingungen schlummern würden! ;)

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