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Zaphod

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Freitag, 19. März 2010, 22:50

Linienschiff Orel in 1/200 von Orel

Eine der Neuerscheinungen des russischen Orel-Verlages ist sein namenspate, das Linienschiff Orel (zu deutsch "Adler"), das ich hier vorstellen will.

Die Borodino-Klasse, zu der die Orel gehörte, muss wohl laut Sekundärliteratur mit dem Ruf leben, in der Liste der misslungenen Konstruktionen einen der vorderen Plätze einzunehmen. Durch zu hohe Aufbauten toplastig, eine weitgehend sinnfreie Reihe von leichten Geschützen unmittelbar über der Wasserlinie (na gut, wenn man eine mehrfache Durchbrechung des eigenen Panzers an dieser Stelle für sinnvoll hält ...).
Allerdings ginge man zu weit, wenn man den damaligen russischen Konstrukteuren dieses Desaster allein anlasten würde. Vorbild war die von Frankreich angekaufte "Czsarewitsch" (2009 bei Orel erschienen, allerdings im Bauzustand von 1917)

Die Orel war das einzige Schiff der bei Tsushima eingesetzten "Borodinos", das die Schlacht überlebte, sie ergab sich beschädigt den Japanern, wurde radikal umgebaut, was u.a. ihre Toplastigkeit reduzierte und als "Iwami" wieder in Fahrt gebracht (m.E. wäre ein Modell der Iwami als Vergleich hochspannend)


Nun zum Modell

Bilder 2 und 3: Die (auch auf deutsch mitgelieferte) Textanleitung wird durch zahlreiche 3D-Skizzen ergänzt, die zum Bau ausreichen müssten. Man beachte die langgezogene Back und die halbkreisförmigen Einschnitte für die Türme der Mittelartillerie). Die Detaillierung ist hoch, man betrachte nur den Anker.

Bild 4: Die Kapitäns(?!) Kajüte mit Inneneinrichtung, eine schicke Sache und manche der kleinen Möbel wird man auch auf andere Modelle übertragen können.

Bild 5: Die Beiboote - ein Festival der Detaillierung, MGs, Reling, umgelegter Schornstein, Scheuerleisten, ein Modell im Modell.

Bild 6: Sehr gut gefällt mir die präzise Nachbildung der Zugänge zu den Türmen, hier ein 15cm Zwilling der Mittelartillerie.
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Zaphod

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Freitag, 19. März 2010, 22:59

RE: Linienschiff Orel in 1/200 von Orel

Bild 7: Vorbildlicher Service: wo die Kasemattgeschütz etc. im Rumpf sind, sind die Segmente eingeschwärzt.

Bild 8: "WLine" - ich wage es kaum auszusprechen: Die Wasserlinie klar angegeben, eine Riesenhilfe für Modellbauer, die Wasserlinienmodelle bevorzugen (und zu denen ich zähle). Gerade bei den Orel-Modellen der vergangenen Jahre befand sich m.E. in Höhe der Wasserlinie zumeist kein Zwischenboden, den man zur Grundplatte umfunktionieren konnte, d.h. die Erstellung eines Wasserlinienmodells wäre äußerst mühsam.

Bild 9: Was für ein Schwung, war ja auch die Epoche des Jugendstils.

Bild 10: Schwenkbare Türme der Mittelartillerie sind vorgesehen.

Bild 11: Das Deck, ENDLICH PERFEKT !!! Dezente Holzmaserung, mustergültig. Jetzt bitte Korrekturbögen für diese grauenvolle Pfirsich oder was weiß ich-Farbe bei der Potiomkin und der Sissoi Velikij

Bild 12: Und weil es so schön war: mehr Deck !

Alle Bullaugen haben übrigens einen Rand in Messingfarbe erhalten. Es gab hier ja einmal die Diskussion, ob das historisch akkurat ist, optisch schön wirkt es -zumal auf dem schwarzen Rumpf- allemal.
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Freitag, 19. März 2010, 23:07

RE: Linienschiff Orel in 1/200 von Orel

Bild 13: Eine großzügige Reserwa in allen beim Modell vorkommenden Farben.

Das alles sauber gedruckt, ohne den geringsten Verrutscher (wie 2009 bei meiner Czsarewitsch leider noch zu konstatieren).

FAZIT: Orel hat seine Qualität und seinen Service am Modell wieder gesteigert.

Damit sind nur zwei der 13 russischen Vor-Dreadnought-Linienschiffklassen noch nicht als Papiermodelle auf dem Markt: Tri Svititelia (1893) und Evstafi (1910), wenn Orel so weitermacht könnten diese Lücken noch in diesem jahr geschlossen werden. Dann wäre es an der Zeit das "betagte" Modell der Sevastopol (ca. 2005 erschienen vom Druck und von der Detaillierung her zu modernisieren.

Sollte es so weitergehen, haben wir in spätestens 5 Jahren ein Novum, dann könnten alle russischen Schiffe, die bei Tsushima dabei waren, auf dem Markt sein.
Dann braucht man nur noch viel Zeit und eine ausgediente Turnhalle mit blauem Boden.

Zaphod


P.S. Wer einen Vergleichsbau durchführen will: Vor kurzem ist bei Dom Bumagi die Borodino erschienen, allerdings im Bauzustand von nach 1914, d.h. mit zugesetzten Kasemattgeschützen an der Wasserlinie.
»Zaphod« hat folgendes Bild angehängt:
  • kOrel 014.jpg

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