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  • »Niklaus Knöll« ist männlich
  • »Niklaus Knöll« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 6. Mai 2010, 09:05

Kartonmodellbau mit Lasercutteilen ?

Hallo Freunde
Ich eröffne hier dieses Thema weil ich so meine liebe Mühe habe die gerade neu erscheinenden Lasercutsätze zu verbauen.
Ich würde mir eine Vielzahl von Anregungen und Tipps wünschen, wie man z.B. eine Reling aus Karton so baut, dass ein akzeptables Ergebnis entsteht. Bisher habe ich mit Ätzsätzen gearbeitet und bin damit recht gut zurandegekommen.
Mit den Lasercutteilen habe ich so meine Schwierigkeiten.
Alles ist mir etwas zu labberig und bei der geringsten Berührung ist die ganze Arbeit beim Teufel.
Ich würde mir hier eine Art Tutorial wünschen, in der Hoffnung dass ich so meine Probleme in den Griff bekomme.(Ich hoffe ich bin nicht der einzige, der sich mit diesen Laserteilen noch unwohl fühlt.)
Herzliche Grüsse Niklaus
N.K.

Derzeit im Bau: IJN Nagato 1:200 von Dom Bumagi,
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Hellcat, Halinski

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2

Donnerstag, 6. Mai 2010, 09:24

RE: Kartonmodellbau mit Lasercutteilen ?

Beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile ebenso wie die Kartonsorten und Kleber. Ich verwende beide Produkte nebeneinander:
Feinteile sind aus Metall, dickere und in großer Zahl gleiche Teile sind gelasert.

Zaphod

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3

Donnerstag, 6. Mai 2010, 18:38

RE: Kartonmodellbau mit Lasercutteilen ?

Hallo Niklaus,

Lasercut-Reling verwende ich gerne für lange recht gerade Strecken. Da sie preislich deutlich billiger kommt, ist sie hier am Platze.
Beim Knicken hatte ich wenig Erfolg, wenn es gar nicht anders ging, habe ich die Laserreling in Stücke geschnitten und wieder verklebt, das sieht bei mir deutlich sauberer aus, als die unglücklich geknickten winkel.

Beim Bemalen habe ich sehr gute Erfahrungen mit Acryl-Farbe gemacht (von Games Workshop, ist zwar teuer, aber gut. Revell konnte ich noch nicht groß ausprobieren, die ist billiger). Schneller Farbauftrag, gute Deckung (zweite Schicht nur bei hellen Tönen erforderlich). Bei Ätzteilen ist Acrylfarbe m.E. den herkömmlichen Farben auf Nitrobasis (Revell) m.E. deutlich überlegen, deckt dramatisch besser, lässt sich ebenso dramatisch leichter schnell auftragen, kein fuzzeliges Ausmalen aller einzelnen Rechtecke einer Reling mehr.

Zaphod

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4

Freitag, 7. Mai 2010, 08:45

RE: Kartonmodellbau mit Lasercutteilen ?

Hallo Freunde
Das Wochenende naht, allerdings mit Geburtstag vom Filius am Samstag und Muttertag am Sonntag. Da Will ich mich nochmal hinter die Treppen machen, (siehe auch Baubericht Takao). Viel Üben bringt bekanntlich Erfahrung. Mich würde Interessieren ob schon Jemand erfahrung mit einem HMV Lasersatz hat. da muss man ja die Treppenstufen mit einer Lehre an die Seitenwangen kleben.
P.S. Demnächst soll ja gemäss kleinem Prospekt der Lasersatz für die Bismark erscheinen. Da bin ich mal gespannt ob der dann noch baubar ist.
Grüsse Niklaus
N.K.

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5

Freitag, 7. Mai 2010, 12:02

Hallo zusammen,

grundsätzlich sind Lasercutteile ja nichts anderes als das, was man so aus dem Bogen ausschneidet. Ähnliches Material und daher auch ähnlich empfindlich. Das mit dem Knicken ist wirklich so eine Sache. Es ist möglich, zu knickende Teile zu Rillen oder sogar vorher über die Lasercutmaschine vorzugravieren, so dass eine Rillung schon vorhanden ist. Bei Reling ist das aber nicht sinnvoll - die reißt dann einfach auseinander.

Was die Verarbeitung betrifft, habe ich selbst auch manchmal meine liebe Not. Damit z. B. Treppen mit andersfarbigen Stufen für Normalsterbliche wie mich noch baubar bleiben, entwickeln wir beim HMV wenn möglich Montagehilfen. Das bringt einen schon mal ein ganzes Stück weiter. Ähnlich wie bei Ätzteilen verwende ich ansonsten selbstschließende Pinzetten und eine "dritte Hand" - also eine Vorrichtung mit Klammerarmen, mit der ich Teile entsprechend zusammenhalten kann.

Trotzdem bleiben die Teile aber "labberig". Das liegt in der Natur der Sache bei so feinem Material. Ich habe ein paar Tricks probiert, womit ich eine filigrane Reling verstärken bzw. versteifen kann. Sekundenkleber, Uhu, Weißleim sind am Ende alle durchgefallen und ich bin bei einem Produkt aus dem Hobby-/Künstlerbereich hängengeblieben. Die Firma Rayher stellt einen Textilverstärker unter der Artikelnummer 34 505 00 her, der in der 1/2-Liter Dose gerade mal um die 15 Euro kostet. Erhältlich im gut sortierten Hobby-Bastelgeschäft und demnächst vorrausichtlich auch beim HMV. Diesen Textilverstärker trage ich vor Herauslösung des Teils ganz vorsichtig und dünn auf lasse das Teil dann frei hängend (dritte Hand) trocknen. Nach einer guten Stunde ist die Labberreling dann sicher 3-5 mal so fest wie vorher. Dann ist es auch möglich, die Reling über eine Stahlkante vorsichtig zu knicken.

So schön die farbigen HMV-Relings und Sets auch sind, ist das Material leider nicht hochgradig lichtecht. Das liegt in der Natur der Sache und bislang haben wir noch keinen Lieferanten gefunden, der auf diese Eigenschaft bei farbigen Papieren besonderen Wert legt (HMV-Modelle werden durchweg mit hochgradig lichtechten Farben gedruckt - da gibt es große Unterschiede - kleine Bemerkung am Rande). Damit dann am Modell die Zurüstteile nicht ausbleichen, während das Modell auch nach Jahren in frischem Glanz erstrahlt, versiegele ich die Teile vor dem Überzug mit dem Textilverstärker noch mit Marabu UV-Schutzlack. Das sollte man übrigens auch mit dem Mdell selbst tun. Das Modell einsprühen, bevor die Relingteile und die Takelage angebracht wird. Die Reling vor dem Einbau. Das Ergebnis sind nicht nur eine deutliche Verbesserung der Farb-Lebensdauer, sondern als sofortiges Ergebnis werden die Farben kräftige und Klebstofspuren am Modell vom Weißleim verschwinden einfach.

Dann noch zum Treppen-Bausatz - ich habe Erfahrung, da ich ihn ja testen musste. Ich habs zunächst ohne Montagehilfe versucht und die Treppenstufen wollten einfach nicht gerade sein. Mit der Montagehilfe geht das recht einfach: Stufen einstecken, alle auf eine Seite schieben, Wange mit Klebstoff bestreichen und ganz vorsichtig ansetzen. Das ganze wegstellen und mindestens eine Stunde (bei Weißleim) trocknen lassen. Dann die angeklebte Wange bis an die Montagehilfe schieben, so dass die Stufen auf der anderen Seite rausgucken. Zweite Wange einstreichen und wieder trocknen lassen. Bei vielen Treppen also frühzeitig anfangen. Man braucht für eine Treppe dann ca. 2-5 Minuten Arbeitszeit und das Ergebnis ist überzeugend. Wichtig ist aber, dass der Klebstoff wirklich vorsichtig und dünn aufgetragen wird. Wenn die Treppe an der Montagehilfe klebt, wird es schwierig.

Und dann noch zur Bismarck: Ich bin sicher, dass der noch baubar ist. Habe festgestellt, dass so ziemlich alles, was als Fotoätzteil baubar ist, aus Papier auch geht. Vor- und Nachteile haben beide Verfahren und ich finde den Punkt, dass ich nicht Malern muss einfach entscheidend. Erscheinungstermin für die Bismarck wird ein wenig nach hinten rutschen, da wir im Moment in der Entwicklung 2-3 Wochen hinterhängen. Aber wir holen auf und im Juni wird der Bismarck LC-Satz dann hoffentlich fertig sein. Im Moment arbeiten wir an Schaarhörn und Hafendiorama, Wespe/Natter und Emden sind gerade fertig geworden.

Viele Grüße
Benjamin

Glasen

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6

Freitag, 7. Mai 2010, 15:21

Laser-Cut

Hallo Niklaus,

derzeit bau ich die Petrojarl Cidade De Rio Das Ostras
(JSC 1:400)
und habe damit auch meine ersten Lasercut-Erfahrungen gemacht.

Welche Farbe? Pinsellack oder Sprühlack?Alle Lasercut-Teile lackiere ich ausschließlich mit Acryl-Sprayfarben aus
der Dose (Acryl-Lack von Ghiant), dadurch gibts einen gleichmäßigen Farbauftrag.

Wie fixieren (halten) der Teile?Die größte Schwierigkeit bestand darin, diese dünnen und labberigen Teile fürs Lackieren entsprechend in eine "dritte Hand" zu fixieren. Hierfür nehme ich Schachlickstäbe, am Ende mit einem Messer eingespalten. In den Spalt lassen sich alle Lasercut-Teile sanft befestigen und können dann lackiert werden. Nach dem Trocknen, werden die Teile in den Schachlickstäben umgesteckt und der klitzekleine Rest noch lackiert.

Reelingteile lackiere ich in einem durch. Also ca. 10 Reelings auf einmal. Zuvor werden die meisten umliegenden Papierbereiche vorsichtig weggeschnitten, so das nur noch die Reelings an jeweils zwei Fixierpunkten einen Halt haben. Foto hierzu folgt...!

Verarbeitung, wie? Kleben, wie?
Ich verarbeite immer nur Laser-Cut Teile auf Bedarf, d. h. ich trenne nur die aktuell zu verbauenden Teile aus dem Satz mit dem Skalpell heraus. Entsprechende noch vorhande Grate schneide ich nicht weg, da dadurch das Teil leicht beschädigt wird.

Geklebt habe ich bisher mit Wicoll unverdünnt. Bei den Reelings hatte ich damit allerdings Probleme. Daher klebe ich die Reelings stets nur mit Wicoll-verdünnt.

Beim Kleben stets eine ruhige Hand haben und mit Hilfe von Pinzetten und Zahnstochern arbeiten. Möglichst versuchen, gleich beim ersten Ansetzen das zu klebende Teil an die entsprechende Klebestelle zu bringen. Gutes Licht, konzentriertes Kleben und Gedult sind immer förderlich ;)
Wünsche gutes Gelingen.

Gruß
Glasen
»Glasen« hat folgendes Bild angehängt:
  • Z_Reeling lackieren.jpg

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Freitag, 7. Mai 2010, 18:06

RE: Laser-Cut

Hallo Benjamin, hallo Glasen.
Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde Eure Anregungen natürlich sofort ausprobieren.

Benjamin, es wäre schön, wenn HMV irgendwann einmal auch einen Standart Lasercutsatz herausbringen würde ähnlich dem, den es als Ätzteilesatz gegeben hat.
Die Technik mit den Lehren für die Treppen hat mich übrigens überzeugt und ich bin gespannt auf die Lasercutsätze zu den Modellen die ich von HMV bereits besitze.
Grüsse Niklaus
N.K.

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Freitag, 7. Mai 2010, 20:14

Hallo Niklaus,

Standard-Lasercutsätze wird es wieder geben. Mit der Reling haben wir ja schon angefangen. Es ist noch viel in der Pipeline. Es muss halt alles gezeichnet werden. Aber wir sind dran.

Viele Grüße
Benjamin

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