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wakarma

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1

Freitag, 12. Februar 2010, 11:04

Karton airbrushen

Guten Tag!
Neuerdings bin ich auf der Suche nach Allem, was Kartonbau anbetrifft. Als Neuling in diesem Metier interessiert mich aber besonders der Einsatz von Airbrush im Kartonmodellbau. Im Forum habe ich nichts Grundsätzliches gefunden, obwohl das Thema ja hier und da anklingt. Habe ich etwas übersehen? Über Kleber, Messer, Papier und ähnliche Werkzeuge und Materialien erfährt man im Forum eine ganze Menge. Aber über Airbrush, Farben und Techniken schon weniger. Kann mir jemand Tipps geben, wo das Thema "Airbrush im Kartonmodellbau" von Grund auf behandelt wird?
Gruß
wakarma

hemingway

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2

Freitag, 12. Februar 2010, 11:28

Hallo wakarma,

hier im Forum nutzt haduwolff die Airbrush für seine Modelle exzessiv; er ist aber die Ausnahme, soweit ich das überblicke. Ansonsten wird die Airbrush vorwiegend zum Lackieren von Ätzteilen oder sonstigen Fremdmaterialien genutzt.

Die meisten Kartonmodellbauer haben mit Farben und Lacken nicht viel am Hut; vielleicht sind sie deshalb auch beim Kartonbau gelandet, wo die Modellbogen ja schon farbig gedruckt sind und allenfalls Schnittkanten nachzufärben sind. Und wenn ein anderes Design gewünscht wird, kann man den Bogen digital umfärben.

Daß jemand die Farbpistole in die Hand nimmt und das Modell damit bearbeitet, ist vielleicht deshalb so selten, weil Papier/Karton auf Flüssigkeiten/Wasser meistens mit Verzug und Wellen reagiert.


Schöne Grüße
Bernhard

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hemingway« (12. Februar 2010, 11:30)


RainAir

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3

Freitag, 12. Februar 2010, 11:46

Als alter Plastikpicker, der seinerzeit mit Geli-Modellen seine Modellbauleidenschaft gestartet hat und nunmehr beiden Leidenschaften fröhnt, bin ich sowohl mit Airbrush als auch Kartonmodellen vertraut.

Da Karton - wie Bernhard erwähnt - speziell auf Wasser allergisch reagiert, sollten nur Email-Modellbaufarben und keinesfalls wasserlösliche Lacke verwendet werden. Wichtig ist auch, nur dünne Schichten zu sprühen, damit sie schnell trocknen können. Prinzipiell gilt: lieber 5 dünne Schichten als eine dicke.

Die erste Schicht ist am wichtigsten, weil diese die Poren des Papiers bereits großteils schließt. Empfehlenswert ist auch, diese Grundierung mit einer matten Farbe zu lackieren, weil Mattlacke generell schneller trocknen als Glanzlacke. Nach der Grundierung sollte auch noch einmal fein drübergeschliffen werden, um aufgestellte Fasern und ähnliche Unschönheiten zu bereinigen.

LG
RainAir

Thunderpig

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4

Freitag, 12. Februar 2010, 12:15

Ich benutzte auch bei meinen Modellen (siehe Signatur) die Airbrush, im grossen und ganzen für alle Lackierarbeiten. Dabei verwende ich Acryllacke, weil mir das Putzen und Gestinke mit Emaillacken einfach zu aufwendig ist.

Im grossen und ganzen funktioniert das ganz gut, wenn man nicht zu dick lackiert, bleibt der Karton auch in Form. Das einzige Manko ist, das Teile welche mit Sprühkleber verklebt sind, sich beim Airbrushen an den Rändern wieder lösen. Was jedoch eher ein Problem des Sprühklebers ist, daher bin ich von dessen Benutzung langsam wieder weggekommen.

Allerdings bin ich kein Experte mit der Airbrush, aber um Flächen halbwegs gleichmässig zu lackieren oder hier und da etwas Weathering zu machen reicht es..

Gruss, Thunderpig
LEW El-2: Drehgestelle und Rahmen fertig, Führerhaus im Bau...
Im Bau: Weissmodell El-2
Indienstgestellt: Cn2t, E92-7, T2-71, Modelik Rungenwagen

5

Freitag, 12. Februar 2010, 17:01

Zitat

Original von hajo
als 1:87-Bauer baue ich generell hochkopierte Bögen auf der Rückseite (also seitenverkehrt). Alle meine Modelle sind geairbrusht (spritzlackiert) und zwar mit CREOS-Farben (bekannt unter Gunze oder GSI). Es handelt sich um eine superfein pigmentierte Farbe auf Acryl-Basis, welche wasserverdünnbar, jedoch nicht wasserlöslich ist. Lackiert wird wie alles andere auch: lieber 5 x zart als einmal zu viel. Verzug o.ä. kenne ich nicht.
Was soll man denn grundsätzliches schreiben? Gibts was, was Du wissen möchtest?

liebe Grüße

Hajo


moinmoin Hajo,
ich würde gern einmal ein gebrushtes Modell sehen. Hast Du nicht einige Fotos um sie zu zeigen?

Gruß aus Hamburg

Norbert
Glashaus
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Henryk

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6

Freitag, 12. Februar 2010, 17:51

Schau mal z.B. hier (eins von meinen Lieblingsmodellen), die meisten Flächen sind hier mit Airbrush lackiert.
Herzlichste Grüße
Henryk

Alle meine Flugzeugmodelle

7

Freitag, 12. Februar 2010, 19:56

moinmoin Henryk,
8o 8o 8o
ich bin fassungslos und mir fehlen die Worte!
Karton? Niemals, die ist metallisch.
Einfach unglaublich.
Meine Glückwünsche zu Deinem tollen Modell.

Gruß aus Hamburg

Norbert
Glashaus
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Henryk

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8

Freitag, 12. Februar 2010, 20:26

Offensichtlich ein kleines (grammatikalisches) Missverständnis:
Das Modell ist nicht von mir sondern von nicki68. Mit „meinen“ habe ich gemeint diejenigen, die mir persönlich sehr gefallen und die ich mir immer wieder (Galerie) gerne anschaue.
Herzlichste Grüße
Henryk

Alle meine Flugzeugmodelle

hemingway

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9

Freitag, 12. Februar 2010, 22:40

Zitat

Original von Wilfried
... mittels einer Luftbürste aufgetragene Farben haben noch nie - ein vernünftiges Mischungsverhältnis von Basisfarbe und Verdünnung vorausgesetzt - zu einer Verwerfung des Modelles beigetragen oder es hervorgerufen.


Hallo Wilfried,

da muss ich mich outen und meinen ersten (und letzten) Versuch des Gebrauchs der Airbrush an Laserreling präsentieren.
Naja, vielleicht war die Farbe wirklich zu wässrig?

Danach bin ich jedenfalls reumütig zur Pinselquälerei zurückgekehrt...

Schönen Abend
Bernhard
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modellschiff

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10

Samstag, 13. Februar 2010, 10:02

Hallo Freunde,
Wilfried sprach die Rotmarderqualität an. Und das ist ein sehr guter Hinweis. Mit diesen Pinsel, es gibt sie ja von sehr fein bis sehr breit, lässt sich sehr gut arbeiten.
Und das mit der Stinkerei kann ich auch unterschreiben. Und wegen des Strühens z. b. im Winter auf den Balkon zu gehen, habe ich auch keine Lust.
Aber auch hier gibt es wie bei so vielen Gebieten der Modellbauerei unzählige unterschiedliche Meinungen. Man muss halt nur die Methode aussuchen, die für einen selbst das beste Resultat zu ergeben scheint.

Mit freundlichen Grüßen

modellschiff

haduwolff

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11

Samstag, 13. Februar 2010, 10:32

Geschmackssache...

Moin zusammen,

...also, das mit dem Modelle beluftpinseln ist einfach eine Frage der Einstellung zum Modell und des Modells selber.

Ja.
Einfach.
Oder garnicht einfach.

Will ich ein Modell, das soweit wie irgendmöglich dem Original nahekommt?

Wenn ja, dann kann man sich eigentlich nur für die allerbesten Modelle in modernster Grafik mit Spitzenkarton und Kantenmalen entscheiden, da ist das Ergebnis wirklich gut.
Da ist die Airbrush höchstens noch für Verschmutzung und so Kram wie Reifenmalen und Retuschen gut.

Aber wenn man z.B. einen alten Schlorren von Modelik bauen will, weil das Original so schick ist?
Ne Hs-126 in quietsch-orange mit Opel-grünen Tarnflecken und brutalversatz im Druck?

Oder eine alte Halinski-219er mit einem so lieblosen Druck, dass es ein Graus ist?

Meist ist doch die Form des Modells prima, nur die Grafik ist übel...und viele, viele Kanten und Ecken kann man verschleifen und glätten, dann sieht der Flieger prima aus.
Und auch oft sind die Kartons grobporig und holzig.
Da lieber einen Scan ausdrucken auf einen glatten und gut zu verarbeitenden Karton.

Propellerhauben...Nacahauben...Lüfter...Boote....Torpedoköpfe...Unterwasserschiffe...schlechte Grafik....fehlende Verschmutzung...falsche oder andere Farbausführungen...

Also Gründe für die Airbrush, resp. Luftpinsel gibt es derer viele!!!

Und Eigenbauten, Weissmodelle? Geht nur so, Pinselfarben werden immer zu dick und ungleichmässig.

----

Aber der Gestank? Die Farben? Der Aufwand?

Nunja, es gibt immer eine Möglichkeit, eine Sprühecke im Keller einzurichten, oder draussen zu arbeiten (letzteres im Sommer einmalig!).

Einzig eines sollte man sich im klaren sein: Grundsätzlich eine Staubmaske tragen!!!
Die Faulheit und Bequemlichkeit ist da zwar auch stark, und Acryl-Farben (Ramiya, Gunze) riechen nicht unangenehm (ist ja purer Alkohol als Lösungsmittel), aber NEIN, ohne Staubmaske ist nicht.

Die alten Revellfarben in den Blechpötten sind besonders unangehm, aber gut zu verarbeiten.
Dennoch rate ich zu Acryl-Farben auf Alkoholbasis, die machen auf Karton keine Probleme.
Grundieren tue ich die Modelle immer, für ein kleines Modell geht es auch mit Acrylfarben.

Grössere Sachen?
Ich nehme da Sprühlacke aus der Dose, aber DAS ist wirklich ekelhaft und zutiefst gesundheitsschädlich.
NUR DRAUSSEN mit Maske!

Für komplexe Teile wie Unterwasserschiffe, und grosse Bootsrümpfe kommt auch Autogrundierung zum Einsatz, die gute graue von Holts.

Auch hier gilt, viel Zeit lassen und dünne Schichten. Und auch mal einen Tag auf die Seite legen. Nur auf richtig trockenen Lack lässt sich gut arbeiten.

-----

Der Aufwand? Für mal so ein paar Stückchen Reling lohnt sich die Anschaffung nicht, ganz klar.
Als Pistole empfehle ich für den Gelegenheitsspüher die einfache von Revell, kostet kaum was und tuts.
Druckgasdosen kann man auch kaufen für kleine Arbeiten.
(Hier nicht die vom Modellbau kaufen, das sind dieselben Dosen, die es für Lötbrenner im Baumarkt gibt, nur 3-4mal billiger).
Rauchen sollte man da aber nicht ;-)

Billig ist ein alter Reifenschlauch oder das Reserverad aus dem Auto...muss sowieso gewartet werden und gibt genug Luft für einen einmotorigen Flieger. Das Nachfüllen an der Tanke kostet nichts, und der Anschluss mit Druckregler ist der Gleiche wie bei der Revell-Sprühgasflasche.
(Riecht halt da nach Gummireifen...hihi)

Kompressor? Da tuns schon die einfachen für unter 100 € bei Güde und so. Lärmt halt etwas und lohnt sich nur bei häufigerem Gebrauch.

-----

Bei alledem gilt:
Sicherheitsregeln beachten
Peinliche Sauberkeit bei Gerät und Fingern (OP-Handschuhe tragen!)
Und
Geduld - Üben - Geduld - Üben - naja.
Und Lehrgeld zahlen wir Modellbauer ja immer reichlich.

Und gerne Fragen....

Euer
Hadu
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Wiesel

Hennings Dino

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12

Samstag, 13. Februar 2010, 10:43

Hallo Hadu,

große Klasse, Deine Stellungnahme.

Herzlichen Dank!
Bis die Tage...

Helmut

"Einmal sah jemand die Häftlingsnummer 78651, die auf meinem Arm eintätowiert ist, und sagte: "Das ist wohl Ihre Garderobennummer?" Danach trug ich jahrelang nur langärmelige Pullover."
In Erinnerung an Simone Veil, † 30. Juni 2017



Im Bau: CAP SAN DIEGO (roko)

haduwolff

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13

Samstag, 13. Februar 2010, 13:48

Sprühkammer....

Moin zusammen,

wer wegen des Sprühnebels und der Verstauberei des Arbeitsraumes bedenken hat, kann sich eine einfache Sprühkammer machen.

Einfach eine nach einer Seite offene Kiste aus Baumarktholz bauen, je nach den üblichen Massen des Modells geformt, am besten 80x80x40cm, da geht eigentlich alles drin.

In die Kiste oben eine Tageslicht-Neonröhre einbauen, gibts fertig zu kaufen mit allem drumunddran.

Und dann - tja, eine Lösung ist, einfach den Staubsaugerschlauch an der Seite oder Rückseite oben anschliessen (Loch -Schlauch-fertig).

Für professionellere Bastler tuts ein Badezimmerventilator mit 2-3m Flexschlauch, um die Abdämpfe rauszuleiten (Fenster oder in eine Kiste mit einem Küchen-Abzugshaubenfilter!!!!).

Wer noch mehr tun will, montiert sich im oberen Drittel der Vorderseite eine klappbare Plexiglasscheibe ran, dann tun es schon zwei alte Computer-Ablüfter....

Also, es gibt immer eine einfache Lösung....he, wir sind doch BASTLER....Profis im Improvisieren!!!

Euer
Hadu

P.S.: ....die Kiste innen mit weissem Glanzlack streichen, und immer wieder mal abwaschen...jeder Fussel kann das Modell versauen!
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wakarma

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14

Samstag, 13. Februar 2010, 14:48

Einen schönen Wochenendbeginn!

Also, wenn ich jetzt nicht reagiere, komme ich in die Diskussion nie mehr `rein.
Denn das habe ich nicht erwartet. Das ist ja wie Fuchs im Hühnerstall, nur positiver natürlich.
Und so beherrschte mich nach der Lektüre zunächst einmal Respekt. Zum einen vor der Vielzahl der sich an der Diskussion beteiligenden Kartonisten und zum anderen vor der Brisanz des Themas selbst.
Danach scheint jedenfalls fest zu stehen, daß Airbrush im Kartonbau ein heißes Thema ist.
Der technische Aspekt des Themas (womit, wie, usw.), der, der eigentlich Anlaß meiner Frage war, ist offensichtlich der leichtere Teil der Übung. Die diesbezüglichen Informationen reichen, um klarzustellen, dass Airbrush durchaus und grundsätzlich kompatibel zum Kartonmodellbau ist.
Aber sollte man, darf man? Ist Airbrush im Karton nicht ein Sakrileg?
Natürlich wäre die Frage schnell zu klären. Eine (um in der Begriffswelt zu bleiben) Generalabsolution würde sicherstellen, daß jeder machen kann, was er für richtig hält. Punktum!
Die Modelle von niki68 sind für einen, der wirkliche Modelle liebt (also exakt nachgebildete Verkleinerungen) ein wahrer Leckerbissen. Wirklich, sie sind so sauber und appetitlich, dass einem ein Gelüstchen ankommt, sie zu essen. Doch sie sind nur wegen einer explizit angewandten Oberflächenbearbeitung zu dieser Ästhetik gelangt. Es ist, und das ist jetzt eine Auffassung, die niemand mit mir teilen muß, eine geliehene Ästhetik. Geliehen, weil dem Kartonmodellbau vom Ursprung her so nicht zugedacht. Na klar, darauf können nur Puristen verweisen.
Aber warum, wenn schon akzeptiert werden sollte, daß der Kartonmodellbau seine Unschuld längst verloren hat, legen wir dann soviel Wert darauf, dass wir uns als Kartonisten von allen anderen Sparten des Modellbaus unterscheiden? Warum geben wir das Kastendenken dann nicht auf? Nein, wir haben schon unsere Ansprüche. Karton, Messer, Schere und Kleber sind die Ingredienzien unserer Zunft. Und eigentlich sollte die sich daraus entwickelnde Ästhetik keine Götter neben sich haben. Hat sie aber! Denn was ist z.B. der gebogene Draht als Rohrersatz anderes? Und wo schon gebogen wird, sollte auch gebrushd werden dürfen. Oder doch nicht?
Eigentlich bin ich kein Verfechter Hornberger Schießen. Aber Prinzipienreiterei ist auch kein sympathischer Zug. Und außerdem hat Wilfried recht: Rosenmontag steht vor der Tür!

Noch eine Frage an Henryk. Du scheinst auch in polnischen Foren zu Hause zu sein. Da ich die Modelle von niki68 sehr bewundere und sie es sind, die mich (siehe oben) hin- und herreißen, würde ich wissen wollen, ob Du Mittler sein kannst, wenn ich niki68 einmal direkt ansprechen möchte. Zumal ich, welch ein Zufall, gerade die OD2 bestellt habe.

wakarma

  • »Michael Diekman« ist männlich

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15

Samstag, 13. Februar 2010, 15:48

Zitat

Original von wakarma
Einen schönen Wochenendbeginn!

Aber sollte man, darf man? Ist Airbrush im Karton nicht ein Sakrileg?
Natürlich wäre die Frage schnell zu klären. Eine (um in der Begriffswelt zu bleiben) Generalabsolution würde sicherstellen, daß jeder machen kann, was er für richtig hält. Punktum!


wakarma


Hallo wakarma,

und hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht wer dir diese Generalabsolution geben sollte ?
Hast du den Eindruck das du diese brauchst ?

Gruß
Michael

haduwolff

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16

Samstag, 13. Februar 2010, 18:24

Absolution???

Moin zusammen,

...also wirklich! Abgesehen von kleinen Seitenhieben in Richtung Plastikbau, die ich lächelnd hinnehme und nicht für voll nehmen kann, ist Kartonbau einfach ein Teil der Hohen Schule des traditionellen Modellbaus.

Ich für mein Teil mische die Bauformen gründlich und habe kein Problem, ein Kartonbauteil zu erstellen, und das als Resinteil nachzugiessen!

In unserem Forum hat noch niemand sich entsetzt gemeldet, daß das "pöhse" wäre.
Und mit meinen Modellen bin ich hier immer willkommen, und weiss das sehr zu schätzen.
Die gleichen Modelle werden auf Plastikmodellforen ebenso hoch geschätzt, und es gibt keine negative Einschätzung, eher ein verwundertes "Karton??? Eeeecht????"

Und - speziell für alle, die sich wegen eines Modells und seiner Bauausführung, der Verwendung der Airbrush, der Ätzteile und Kunststoffteile den Kopp machen....:

Es ist D E I N Modell!!!

Einen schönen Abend, der sich nun bastelnderweise an das Cockpit einer Ju 52 nähert...

Euer
Hadu
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MaFa

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17

Samstag, 13. Februar 2010, 19:34

Absolution

Hallo wakarma und liebe Mitleser ...

Da ich mich ja hier bei euch schon geraume Zeit herumtreibe und Dank euer durchaus
atemberaubender Modelle hier sehr heimisch fühle kann ich eigentlich nur als Fazit
feststellen das das Klima hier in diesem Forum als absolut tolerant und fair bezeichnen kann.
Da brauchst du dir hier gewiss keine Sorgen machen ob das denn noch konform geht oder nicht.
Hier wird keiner angepöbelt oder verbal niedergeknüppelt weil er hier oder da ganz andere
Werkstoffe verwendet und somit von der reinen wahren Lehre abweicht und sich damit dem
Quasi dem virtuellen Fegefeuer genähert haben könnte. (Sowas ähnliches ist mir nur in einem anderen
Kartonmodell Forum mal passiert .. ist aber eine ganz andere Geschichte ;) )

Kurzum, hier wirst du aufgenommen und man geht sehr kameradschaftlich mit dir um, auch wenn du
von den üblichen Wegen abweichst. Kartonbau.de ... einfach gut!

NeTTe Grüße
Martin
Im Probebau: PU29 ( M 1:25)
Abgeschlossen: Altona V23(als TT-Komplettmodell)
In Vorbereitung: Altona V23(M 1:200)
In der Entwicklung: BR 41 DB/DR/DRG


Link zu meinem OnlineShop Lasermodelle.de

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  • »Michael112« ist männlich

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Beruf: Physiotherapeut

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18

Samstag, 13. Februar 2010, 20:59

Airbrush

Ahoi zusammen,

es ist die Qual der Wahl mit welchen Mitteln einer etwas färbt.
Ich habe mich bei meiner Polarstern für den Luftpinsel entschieden da mein Drucker nicht die "gewünschte" Qualität liefert.
Es bedarf sicher mancher Übung bis die Resultate den eigenen Erwartungen entsprechen.
Dazu auch die beiden Bilder. Der Rumpf war ursprünglich rotes Tonpapier was leider aufgrund der rauhen Oberfläche sehr saugfähig ist. Entsprechend sieht dann auch der Farbauftrag aus. Wobei ein Rumpf wohl seltenst wirklich glatt sein wird.
Der Bugkran, aus HMV-Karton - ist von optimaler Güte , und kann auch wesentlich besser lackiert werden. Dennoch, lieber öfter in dünnen Schichten arbeiten. Wie der Bugkran auch zeigt, Farbe verhält sich recht unterschiedlich, dieser sollte eigentlich etwas matter werden. Vorher testen! Per Pinsel von Hand war da weit weniger Glanz......

Kompressor und Pistole sind "standart-claas" von Revell. Halte ich inzwischen für nicht mehr ausreichend, für wirklich gute Resultate muss die Zerstäubung der Farbe einfach besser sein.

Laserreling ist sicher ein wenig sensibel dafür, aber wenn man beide Seiten
zügig lackiert müsste sich potentieller Verzug doch gegenseitig aufheben.

Wer mehr Bilder dazu sehen will schaut einfach mal bei meiner Polarstern vorbei.

Der Luftpinsel wird zumindest mich auch in der Zukunft begleiten.

schönen Abend noch

Michael
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