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modellschiff

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Sonntag, 21. Dezember 2014, 11:51

Kaffenkahn nach Finowmaß M 1:160, Eigenkonstr.

Hallo,

für Leute um Berlin dürfte die Überschrift nicht ungewöhnlich sein. Aber für alle anderen Leser braucht es vielleicht einen Erklärung.
Ein Kaffenkahn hat an Bug und Heck hochgezogene Bordwände und einen flachen Boden. Die Kahnenden nennt man Kaffen. Die Bugkaffe war manchmal sehr hoch gezogen, weil der Mann an der Pinne die Kaffe als Richtungsweiser benutzte. Die Kähne besaßen einen flachen Boden und waren für den Transport von Gütern aller Art bestimmt. Und wenn sich die Ware zu hoch aufstapelte, da brachte man eben einen Richtungspfeil, die Bugkaffe. Viele hundert Jahre stellten diese Kähne den Transport auf den märkischen Gewässern sicher, bis sie in den 20 Jahren des letzten Jdts. plötzlich verschwanden.
Nun zum Finowmaß. Bei finow gabe es eine Schleuße, die auf köngigliche Order hin 1845 genomrt wurde. Länge 40,4m, Breite 4,6m und Tiefe 1,4m. Die Tragfähigkeit der Kähne sollte max. 170t beragen. Mit dieser Anweisung wurde zum erstenmal eine Standardisierung im Transportwesen eingeführt.
Die Beschreibung eines solchen Kahnes von 1880 findet man bei Wikipedia samt eines Seitenrisses, einer Draufsicht und eines Querspantenrisses. Dieser Querspante besitzt einen Querträger als Distanzhalter der Außenhaut. Also habe ich diese Ansichten ausgedruckt und dann auch seitenverkehrt dupliziert. Man schaut nämlich in den offenen Kahn hinein und erkennt die vielen Spanten und die inneren Seitenwände. Die sollten eingefärbt sein. Die Spanten habe ich ebenfalls vervielfältigt. Für den vorderen Teil des Kahne musste ich die Spanten zuerst mit dem Querbalken eingebaut und dann die Laufbretter aufgesetzt. Dann schnitt ich die Balken dazwischen ab, so dass eine offene Luke entstand. 5 Distanzhalter Spanten sind über die Länge des Kahne angebrahct. Die anderen sind offen. Ich habe die inneren Kontur des Spanten ausgeschnitten, nur an der Verbindung Querbalken und Außenhautspant ließ ich Material stehen. Damit konnte ich den Spant besser und genauer einsetzen. Nach dem Trocknen des Leimes schnitt ich dann die Querbalken weg. Das sieht man auf dem linken Bild.
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Sonntag, 21. Dezember 2014, 14:23

Der Kaffenkahn von 1880 war im Vergleich von anderen Latkähnen mit zwei Kajüten vornen und hinten komfortabel ausgestattet. Nötif war es, die Seitenwände und die Querschotts selbst zu konstruieren. Die Dächer waren durch die Draufsicht vorhanden.
Was ist ein Lastkahn ohne Fracht. Da Berlin großteils aus Ziegeln der Mark Brandenburg erbaut wurde, habe ich eine Fuhre dargestellt und auch drei große Kisten mit Dachziegeln.
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Sonntag, 21. Dezember 2014, 14:24

Die Kaffenkähne besaßen ein Segel. Der Mast war nur sehr leicht getakelt, damit man ihn beim Unterfahren von Brücken leicht umlegen konnte. Das Segel besteht aus Seide.
Insgesamt habe ich das Modell in drei Tagen erstellt.
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Sonntag, 21. Dezember 2014, 14:47

Klasse Teil,
ich find solche Schiffe die ein bischen neben der Spur sind richtig toll.
Wie kamst du denn auf den Maßstab? Das sind doch grad solche Schen wo man sich im "Grossen" richtig austoben könnt.
Gruß Uwe
so oder so ist das (k)Leben

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Sonntag, 21. Dezember 2014, 15:28

Hallo,
im Technik Museum in Berlin liegt das Original,
hier ein Foto.

Fritz
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Sonntag, 21. Dezember 2014, 17:34

Sehr schönes Modell, sieht so ähnlich aus wie eine Ruhraak. Das bringt wohl die Art von Fahrwasser mit sich.

Gruss Michael
Ein weiteres Hobby von mir:
Die Flora von Düsseldorf

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Montag, 22. Dezember 2014, 10:16

Hallo Uwe,
ich habe doch einige Gebäude aus Berlin/Brandenburg in 1:160 gebaut. Und da sollte der Kahrn dazu passen. Außerdem waren die Risszeichnungen im Netz genau im gewünschten Maßstab.
Ulrich

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Dienstag, 23. Dezember 2014, 09:52

Da schaut man mal seit Ewigkeiten wieder ins Forum und entdeckt sowas. Als Finower sag ich mal, super gelungen :thumbup:
R.I.P. Le Coureur

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