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woody

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Montag, 7. April 2008, 07:01

Japanische Schlachtschiffe: Gefechtsmasten

Hallo an alle Fans japanischer Schlachtschiffe:

Bei Durchlesen von Waltairs Baubericht ist es mir wieder mal durch den Kopf gegangen: Weiß eigentlich einer von Euch, was die Japaner dazu gebracht hat, diese Pagodenmasten als Gefechtsmasten zu realisieren? Ursprünglich waren das ja in den meisten Fällen ganz normale 3-Bein-Maste, bei denen im Lauf der Zeit nur immer mehr Decks eingesetzt worden sind. Besonders schön kann man das m. E. nach bei der Kirishima sehen, die ja ein nur leicht aktualisiertes Exemplar der britischen Tiger aus dem 1. Weltkrieg war.
Wofür haben die Japaner diese Vielzahl von Decks gebraucht, die in dieser Form bei keiner anderen Marine zu sehen sind? Nur für die Feuerleitung erscheint mir der Aufwand doch etwas zu hoch, selbst verglichen mit den alten amerikanischen Schlachtschiffen der 30er Jahre mit ihren Feuerleit-"Kathedralen" auf den Mastspitzen.

Wer weiß was Genaueres?
Servus, Woody

Simon

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Montag, 7. April 2008, 07:54

RE: Japanische Schlachtschiffe: Gefechtsmasten

Moin Woody,

soweit ich weiß, hast Du den Grund schon mehr oder weniger genannt. Die meisten japanischen Schiffe waren alte Einheiten aus der Zeit des 1. Wks. Da zwischen den Kriegen aufgrund von diversen Rüstungs- bzw. Abrüstungsabkommen nur wenige neue Schiffe gebaut werden konnten, haben insbesondere die Japaner ihre Einheiten diverse male umgebaut. Dabei wurden aus den anfänglichen Dreibeinmasten Schritt für Schritt die Pagodenmasten. Schaut man sich die einzelnen Baustadien an, kann man sehen, dass zunächst nur mehr Leit-, Scheinwerfer- und Flakstände an die Dreibeinmasten gebaut wurden, bis diese dann irgendwann vollständig umbaut oder ganz durch einen Pagodenturm ersetzt wurden. Vermutlich war man aufgrund der verbesserten Geschütze und Munition auch der Meinung, dass mit größeren Gefechtsentfernungen auch mit entsprechend anspruchsvollerer Feuerleitung zu rechnen war, wofür dann höhere Leitstände nützlich waren. Im wesentlichen scheint es mir daran zu liegen, dass die Japaner sehr häufig an ihren Schiffen herumgebastelt haben, um sie auf dem angenommenen neuesten Stand zu halten, da es lange Zeit keine Neubauten gab.
Die modernen Japaner (Yamato) sehen dann ja auch deutlich übersichtlicher aus.

Simon
Aus beruflichen Gründen zur Zeit leider nur passive Beteiligung ...

MichiK

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Montag, 7. April 2008, 09:30

Ich weiß nicht so recht, Woody, z.B. bei der HMS Hood sind, finde ich, auch nicht wesentlich weniger Decks in den Mast eingezogen worden und, wenn ich mich an meinen Breyer richtig erinnere, haben auch die Franzosen die Masten Schlachtschiffe laufend ausgebaut.

Ich sehe da zwei Punkte, warum das bei den Japanern so besonders augenfällig sein mag (das ist aber nur meine persönliche Meinung):
Ich glaube keine andere Nation ist in ihren (Auf-)Rüstungsplänen vom Washingtoner Abkommen so gestört worden, wie Japan. Nachdem Neubauten nicht in Frage kamen, haben die Japaner eben ihre alten Schiffe modernisiert und ausgebaut, und sind dabei einfach weiter gegangen, als die anderen Nationen (Nebenbei, der Brückenblock der Nelson, später auch z.B. der umgebauten Warspite, hat vermutlich ähnlich viele Leitstände und Beobachtungsplatformen und auch ähnlich viele geschlossene Räume wie ein gestandener Pagodenmast, nur sieht er halt etwas aufgeräumter aus).


Zweitens, und das betrifft vor Allem Fuso und Ise, hatten die japanischen Schiffe teilweise dermaßen wenig frei Decksfläche, daß man für Erweiterungen nur noch in die Höhe gehen konnte. Die 12,7er Doppelflak der Fuso, die man normalerweise auf dem Ober- oder ersten Aufbautendeck aufstellen würde, mussten schon mit in den vorderen und hinteren Turm einbezogen werden. Damit mussten dann natürlich auch alle Leitstände und Beobachtungsplatformen entsprechend weiter hoch wandern.


...denk ich mir halt so?!
Michi
ROMANES EVNT DOMVS !

deteringgase

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4

Montag, 7. April 2008, 09:43

Hallo woody,
wie Simon schon geschrieben hat, sind die alten Schlachtschiffe bzw. Schlachtkreuzer konstruktionsmäßig aus der Zeit des 1. WK. Feuerleiteinrichtungen waren da noch sehr in den Kinderschuhen. Die Kriegserfahrungen führten zu immer besseren und aufwendigeren Anlagen, auch für die immer wichtiger werdende Luftabwehr. Die Anlagen wurden auf zusätzlichen Ständen an den
Gefechtsmasten untergebracht, bis der völlig ohne Lücken war, halt der Pagodenmast.
Aber auch fast alle Konstruktionen der Neubauten bis in die Mitte der 30iger Jahre litten unter den zu umfangreichen Aufbauten, die zu Instabilität und eingeschränkter Seetüchtigkeit ( und damit unruhiger Gefechtsplattform bei Seegang ) führten. Die mußten dann umfangreich umgebaut werden ( Rumpfverbreiterung, Verringerung der Aufbauten, etc.
Die Neubauten der Tone-Klasse hatten dann deutlich kleinere Gefechtsmasten.
Generell wollten die Japaner immer zu viel auf einem Schiff unterbringen. Da das Washingtoner Flottenabkommen die Zahl und Größe der Schiffsklassen beschränkten, sollte das einzelne Schiff deutlich besser sein, als das der potentiellen Gegener.
Viele Grüße, deteringgase!
SMS König fertig

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »deteringgase« (7. April 2008, 09:50)


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