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Michael Urban

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Dienstag, 26. September 2006, 11:58

Info Nr. 24/06 vom 25.09.2006 - Letzte Glockentonne der Weser geht ans DSM

Info Nr. 24/06 vom 25.09.2006


Letzte Glockentonne der Weser geht ans DSM
Am “Tag der offenen Tür” wurde das ganz besondere Exponat von Werner Kinkartz, Leiter des WSA Bremerhaven, an Dr. Ursula Warnke, zweite Direktorin des DSM, übergeben


Sie zählte zu den ersten ihrer Art – und ist nun die letzte, die ihre Position, rund 2½ Seemeilen westlich vom Leuchtturm „Roter Sand“ entfernt, verlassen musste: Die letzte Glockentonne des Weserreviers. Schon 1875 wurde eine Vorgängerin dieses Seezeichens, das einen wichtigen Kurswechselpunkt zum Jadefahrwasser markierte, ausgelegt. Damit war sie die zweitälteste überhaupt in deutschen Küstengewässern. 1887 gab es insgesamt sechs Schalltonnen, die dem zunehmenden Seeverkehr des ausgehenden 19. Jahrhunderts als wichtige Navigationshilfen bei der Ansteuerung der Küstenreviere dienten. Nur eine davon befand sich im Bereich der Deutschen Bucht: Es handelte sich um die Vorgängerin der besagten Glockentonne 9.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven nahm sein 130jähriges Bestehen, das mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert wurde, zum Anlass, dieses maritime Relikt dem Deutschen Schiffahrtsmuseum zu übergeben. Punkt 11.00 Uhr wurde der rot-grün-rote Koloss per Kran vom Deck des Tonnenlegers Bruno Illing auf die Kaje des Tonnenhofes gehievt, unter reger Anteilnahme des zahlreich erschienenen Publikums.

Werner Kinkartz, Leiter des WSA Bremerhaven, übergab das imposante Seezeichen dann offiziell an Dr. Ursula Warnke, zweite Direktorin des DSM. Sie bedankte sich für das einzigartige Exponat, das nun seine letzte Position dauerhaft im renommierten Forschungsinstitut erhalten wird. Zugleich gab sie ihrer Freude darüber Ausdruck, eine ihrer ersten Amtshandlungen sozusagen in der Nachbarschaft vornehmen zu können. Anschließend gab Dr. Christine Keitsch noch einen kleinen Überblick über die Geschichte der Glockentonne.


Werner Kinkartz betonte, dass die Technik im Bereich des Seezeichenwesens eine rasante Entwicklung gemacht habe. Mittlerweile sei man dabei, so der Leiter des WSA, bei den Leuchttonnen zunehmend auf Solartechnik zurück zu greifen, die sich mittlerweile im Einsatz unter den rauen Bedingungen auf See gut bewährt habe und einen erheblich geringeren Wartungsaufwand voraussetze als die ursprüngliche Gasbefeuerung.

Aus diesem Grunde hatte auch die Glockentonne 9 einer modernen Nachfolgerin zu weichen, die mit einer solarbetriebenen LED-Laterne ausgestattet ist. Aufgrund einer neuen Bauart musste dabei allerdings leider auf die Installation einer Glocke verzichtet werden. In einer Zeit mit GPS (Global Positioning System) und AIS (Automatic Identification System) bedürfe die Schifffahrt derartig veralteter Navigationshilfen jedoch auch nicht mehr, wie Kinkartz weiter betonte.



Abbildungen: WSA Bremerhaven, Egbert Laska, DSM.

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