Michael Urban

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Mittwoch, 5. Dezember 2007, 09:20

Info Nr. 11/07 - Ein Kaleidoskop schifffahrtshistorischer Forschung

Ein Kaleidoskop schifffahrtshistorischer Forschung

„Deutsches Schiffahrtsarchiv“ vereint in neuester Ausgabe 15 Beiträge von Autoren aus dem In- und Ausland

1975 erstmals erschienen, legt das Deutsche Schiffahrtsmuseum seit 1980 alljährlich eine Ausgabe seines wissenschaftlichen Jahrbuches „Deutsches Schiffahrtsarchiv“ vor. Seitdem wurden auf fast 11.000 Seiten weit über 500 Artikel in diesem international beachteten, renommierten Fachorgan publiziert.

Im jüngsten, 29. Band des „Deutschen Schiffahrtsarchivs“ stellen 15 Autoren aus Deutschland, Norwegen, Polen und den Niederlanden ihre Forschungsergebnisse zu den unterschiedlichsten schifffahrtsgeschichtlichen Aspekten vor. Wie gewohnt, ist auch die neueste, 366 Seiten starke Ausgabe reich, teilweise farbig illustriert und enthält englische und französische Zusammenfassungen aller Beiträge.

Torsten Capelle verfolgt die Spuren der Wikinger auf dem westeuropäischen Kontinent entlang von Flüssen und erläutert die karolingischen Reaktionen auf das Vordringen der Normannen, während Christer Westerdahl im einzigen englischsprachigen Beitrag des Bandes (mit deutscher Zusammenfassung) die Beziehungen zwischen Verkehrswegen zu Lande und im küstennahen Seeraum in Dänemark und Schweden in vergangenen Jahrhunderten untersucht.

Die mittelalterlichen Häfen, die Schifffahrt und die Schiffer von Marienburg beleuchtet der polnische Wissenschaftler Robert Dom?a?, und Detlev Ellmers legt – ausgehend von Sammlungsobjekten des DSM – erstmals eine umfassende Darstellung von Prestigegegenständen der Fischer, Schiffer und Flößer an oberer Donau und Main im 18. und 19. Jahrhundert vor.

Die Selbstdarstellung und Wahrnehmung Hamburgs als „Tor zur Welt“ stellt Lars Amenda dar, Andreas Hamann beschäftigt sich mit der ostasiatischen Küstenschifffahrt des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg-Amerika Linie zwischen 1900 und 1914, Lars U. Scholl erläutert die „Raumkunst“ an Bord der Lloydschiffe, speziell im Kinderspielzimmer Erster Klasse auf der BREMEN IV, und Harald Focke und Frank Scherer analysieren unter dem Titel „Zwei Liner – ein Konzept?“ die Umbauten der Passagierschiffe BREMEN und HANSEATIC 1958/59.

Die Entwicklung der Kutter- und Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 untersucht Wolfgang Steusloff, und Wolfgang Rudolph steuert den ersten Teil seiner Betrachtungen des maritimen Kulturwandels an der südlichen und östlichen Ostseeküste zwischen 1920 und 2000 bei.

In kleineren Beiträgen befassen sich Thomas Elsmann mit Johann Georg Kohls Aufruf „Für eine deutsche Flotte“ aus dem Jahr 1848 und Jürgen W. Schmidt mit der Handhabung der Neutralitätspflicht durch das Deutsche Reich während des Spanisch-Amerikanischen Krieges 1898. Lars U. Scholl und Rüdiger von Ancken stellen den Grafiker und Marinemaler Oskar Dolhart (1907-1982) vor, und abschließend erzählt der niederländische Wissenschaftler Frits Loomeijer die Lebensgeschichte der JUTLAND, eines 1931 in den Niederlanden gebauten und auch heute noch in Fahrt gehaltenen Motorschiffs mit Hilfssegel.

Das „Deutsche Schiffahrtsarchiv“ 29, 2006, ist im Convent Verlag, Hamburg, erschienen. Es umfasst 366 Seiten mit 235 teils farbigen Abbildungen und ist als Hardcover-Ausgabe mit farbigem Umschlag zum Preis von EUR 23,50 im Museumsshop des DSM und im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-86633-011-5).




Deutsches Schiffahrtsarchiv 29, 2006
Wissenschaftliches Jahrbuch des Deutschen Schiffahrtsmuseums
Herausgegeben von Lars U. Scholl
Redaktion: Erik Hoops, M.A.
With English Summaries; avec des résumés français;
mit deutscher Zusammenfassung.
Hamburg: Convent Verlag 2007
366 Seiten, 235 Abbildungen, teils farbig, Hardcover, gebunden, 16,5 x 24,0 cm
Abonnementpreis: EUR 19,50, Einzelpreis: EUR 23,50
ISBN 978-3-86633-011-5
ISSN 0343-3668

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