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woody

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Montag, 5. Februar 2007, 21:51

Ebay TF-104G von ProOrigami

Hallo Klebegemeinde,

Der Starfighter gehört immer noch zu meinen Lieblingsmodellen, und nachdem ich vor einiger Zeit bei Ibähh das PDF-Modell des TF-104G von ProOrigami ersteigern konnte, möchte ich es Euch heute einmal vorstellen.

Nach dem erfolgreichen Gebot habe ich die 27-seitige PDF-Datei prompt zugeschickt bekommen. Nachdem es hier schon zu Diskussionen bezüglich der Glaubwürdigkeit von ProOrigami gekommen ist. kann ich feststellen:
  1. Er ist ein seriöser Ebayer
  2. Das Modell ist definitv selbstkonstruiert
    [/list=1]
    Dabei wechseln in der Datei Bauanleitung und Bogen permanent ab, d. h. zunächst seht Ihr die Bauanleitung für den jeweiligen Bauabschnitt und dann die Bauteile selbst. Neben der ersten Seite - einer allgemeinen Einführung in die TF-104G besteht die Bauanleitung sowei die Bauteile aus je 13 Bogen. Davon möchte ich Euch die ersten 5 Seiten einmal vorstellen:
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  • seite-01.jpg
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Montag, 5. Februar 2007, 22:02

Wie Ihr an der Konstruktion sehen könnt, weicht diese schon etwas von den üblichen Verfahren ab: Kein Unterkleben, sondern normale Klebelaschen zwischen den Segmenten. Also, wenn ich das Modell mal baue, dann aber mit Unterkleben (wobei ich dann alle Daumen drücke, daß die Segmente von den Umfängen her noch aneinander passen!) ;)

Außerdem habe ich etwas Zweifel, wenn Ihr Euch anschaut, an wievielen Stellen die Segmente eingeschnitten werden müssen. Hier sollte ProOrigami definitiv die Auflösung seiner Modelle verbessern, denn teilweise sind die Einschnitte "einen Pixel" seiner Auflösung breit ... 8o

Das könnt Ihr z. B. am Leitwerk sehr gut sehen: Die Flossenunterseite soll zur Ausformung an einer Seite eingeschnitten werden ... wie man an den weißen Pixel entlang der Linie erahnen kann!

Auch die Texturen sind nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluß: Ich tippe mal auf photorealistische Texturen, wobei ich hier D-Whale wirklich recht gebe: Hier sind selbstkonstruierte Texturen definitiv besser!! Die Farben sind schon ein bisschen blaß, und die "Oberflächendetails" hätten auch mehr hergeben können.

Aber bildet Euch selbst eine Meinung:
»woody« hat folgendes Bild angehängt:
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Montag, 5. Februar 2007, 22:07

Überhaupt hat man das Gefühl, daß vom Potential her mehr drin wäre: Wenn man sich den Bauplan des Fahrwerks anschaut und dann die Realisierung mit 10-eckigen Rädern wieder bei geringerer Auflösung betrachtet, kommen immer wieder Zweifel auf:
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Montag, 5. Februar 2007, 22:08

Und auch wenn ich mich freue, daß das Modell mit Cockpit-Einrichtung ausgestattet ist, reißt einen der Anblick nicht wirklich vom Hocker:
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Montag, 5. Februar 2007, 22:17

Was bleibt abschließend zu sagen? Ich denke Folgendes:
  • Für ein erstes Modell ist es ein durchaus beachtenswerter Anfang, auch wenn ich es persönlich bedauere, daß elementare Regeln des aktuellen Kartonmodellbaus - wie z. B. die Klebelaschen zum Unterkleben - nicht realisiert worden sind.
  • Was die Texturen angeht, ist definitiv Verbesserungspotential vorhanden
  • Über die Passgenauigkeit kann man derzeit nur spekulieren, ich denke aber, daß die Konstruktion kein optimales Ergebnis garantieren kann
Auf der anderen Seite handelt es sich um das einzige Modell einer TF-104G, das derzeit erhältlich ist, und der Preis war auch moderat, so daß man trotz allem von einem guten Preis-/Leistungsverhältnis sprechen kann. Ich denke, man sollte es mal mit einer Reduktion auf 1:50 versuchen und sich dann das Resultat anschauen.

woody

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Montag, 5. Februar 2007, 22:26

Beim Betrachten der Bogen sind mir ein paar Sachen aufgefallen, die ich dann in einer Frage an ProOrigami gemailt habe ... Leider bis heute ohne Antwort! Daher lediglich ein paar Vermutungen:
Das Modell sieht aus, als ob es mit dem Pepakura abewickelt worden wäre. Dazu muß ich aber sagen, daß das nur eine Vermutung von mir ist; ich habe nie mit dem Pepakura gearbeitet. Allerdings weist das Modell Ähnlichkeiten mit Modellen auf, die definitiv damit abgewickelt und texturiert worden sind.

Daher mal an die Pepakura-User eine Frage: Hat der Pepakura eigentlich irgendwelche Probleme mit der Texturierung und der Auflösung??? Schon bei einem X-Wing waren die Triebwerke als 7-Ecke im Querschnitt realisiert, und das, obwohl sich ein Zylinder problemlos abwickeln läßt und - wenn das schon nicht möglich ist - zumindest ein 100-Eck als "grobe" Annäherung machbar wäre (siehe hier die 10-eckigen Räder!).
Auch die Texturierung wirkt im Allgemeinen eher blaß und farblos, wofür ich eigentlich überhaupt keine Erklärung habe. Wie gesagt, ich weiß es nicht, das sind nur Vermutungen aufgrund von Beobachtungen, die ich gemacht habe.

Bleibt mir nur noch, ProOrigami etwas mehr Geschick bei der Realisierung seiner Modelle zu wünschen. Das Potential hätte er, es scheint eher an den Werkzeugen zu liegen. Und wenn das Modell in der doppelten Auflösung herauskommen würde, wäre es eine echte Erweiterung der bereits vorhandenen Starfighter-Flotte.

In diesem Sinne einen schönen Abend,

Servus, Wolfgang

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »woody« (5. Februar 2007, 22:27)


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Dienstag, 6. Februar 2007, 15:56

Moin Wolfgang,

Der Bogen ist mit Pepakura abgewickelt. (Bin mir zumindest zu 99% sicher :D)

Die ganzen 3D Programme wie 3DSmax, Rhino, Blender, ... arbeiten nur mit Flächen. Da bestehen Zylinder immer aus n-Ecken. Der Pepakura ist recht einfach gehalten, er wickelt genau diese Flächen aus dem 3D-Modell ab. So erhält man aus einem n-Eckigem Zylinder im 3D-Modell auch nur ein abgewickeltes n-Eck in 2D. An jeweils eine Seite einer Schnittlinie wird dann noch automatisch eine Lasche angesetzt.

Marco

Michael Urban

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Dienstag, 6. Februar 2007, 18:30

Schließe mich. Das ist zu 99% Pepakura mit den Standard-Texturierungen.

Ich nenne das "Japan-Style".

Die Herstellung solcher Modelle ist recht einfach - man greift sich irgendwo ein Low-Poly Modell aus einem Spiel oder einer 3D-Seite ab und läßt das Ganze durch Pepakura laufen.

Deshalb auch die engen Einschnitte - mathematisch korrekt aber am Modell zum Reihern...

Bei der Anleitung ist allerdings Gehirnschmalz geflossen.

Als PDF verschickt würde ich den Verkauswert des Modells bei 3-5 EUR ansetzen - auf keinen Fall mehr.

Viele Grüsse
Michael

woody

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Dienstag, 6. Februar 2007, 20:04

Hallo zusammen,

@Ober Freak:

Zitat

Da bestehen Zylinder immer aus n-Ecken. Der Pepakura ist recht einfach gehalten, er wickelt genau diese Flächen aus dem 3D-Modell ab. So erhält man aus einem n-Eckigem Zylinder im 3D-Modell auch nur ein abgewickeltes n-Eck in 2D
Bitte versteh mich nicht falsch: Diese Vorgehensweise ist mir klar, und ich habe es ja beim Triebflügel auch nicht anders gemacht. Aber es ist halt ein Unterschied, ob Du 10 oder 64 Flächen verwendest ... Bei meiner Abwicklung war der Unterschied zwischen interativer und präziser Abwicklung sogar mathematisch so gering, daß es in der Praxis irrelevant war! Wenn ich dann aber 10-eckige Räder sehe :kotz:
Das meinte ich damit, daß das Potential von ProOrigami zwar da ist, aber die Werkzeuge nicht viel taugen ...

@Michael:

Zitat

Die Herstellung solcher Modelle ist recht einfach - man greift sich irgendwo ein Low-Poly Modell aus einem Spiel oder einer 3D-Seite ab und läßt das Ganze durch Pepakura laufen.
Deshalb auch die engen Einschnitte - mathematisch korrekt aber am Modell zum Reihern...
Du hältst auch nicht allzuviel vom Pepakura, oder irre ich mich da? Was ich nicht verstehe ist, daß man die Fähigkeit, Karton in einer Dimension krümmen zu können, nicht wenigstens da anwendet, wo es problemlos möglich ist. Und diese Einschnitte bei einer Breite von einem Pixel ...

Aber wie Du selbst sagst: ... Low-Poly Modell ... :(

Zitat

Bei der Anleitung ist allerdings Gehirnschmalz geflossen.
Da sehe ich ähnlich!

Zitat

Als PDF verschickt würde ich den Verkauswert des Modells bei 3-5 EUR ansetzen - auf keinen Fall mehr.
Gut geschätzt: EUR 2.50! Und das war es mir auf jeden Fall wert.

Schauen wir mal, was er noch so alles bringt. Prinzipiell vertrauen kann man ihm auf jeden Fall.

Servus, Wolfgang

Michael Urban

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Dienstag, 6. Februar 2007, 21:44

Zitat

Original von woody
Du hältst auch nicht allzuviel vom Pepakura, oder irre ich mich da? Was ich nicht verstehe ist, daß man die Fähigkeit, Karton in einer Dimension krümmen zu können, nicht wenigstens da anwendet, wo es problemlos möglich ist. Und diese Einschnitte bei einer Breite von einem Pixel ...


Naja, es geht so. Pepakura kann halt nur Dreiecke abwickeln. Das macht z.B. Surfmaster von E. Zarkov auch nicht anders, aber dort sind die Strukturen wesentlich feiner und damit der Realität näher.

Solche Dinger wie die Räder sollten natürlich eigentlich nicht vorkommen - da sollte man nicht die Abwicklung von Pepakura nehmen, sondern den Kreisumfang berechnen und das Teil per Hand machen...

Warten wir's mal ab, ob da noch mehr kommt...

Viele Grüsse
Michael

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