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Heiner

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Mittwoch, 16. April 2014, 16:06

Doppelendfähre "Foldoy", JSC, 1:250

Moin, alle miteinander!
Eigentlich nur wegen der Autos gekauft, die hinten auf dem Umschlag aufgedruckt sind, habe ich den Bogen doch aufgeschlagen und mich langsam aber stetig in diese kleine Fähre verguckt. Gebaut bei der Remontowa-Werft in Gdansk für den Norwegischen Inland-Fährverkehr bei Stavanger wurde sie im Oktober 1999 übergeben und ist seither im Einsatz. Die Homepage der Werft, die auch andere alte Bekannte zeigt, verrät uns, dass sie eines von 3 Schwesterschiffen ist, von denen eine allerdings etwas größer geraten ist, aber das gleiche Konzept aufweist. Die Bilder dort sind leider grottig schlecht und keine all zu große Hilfe - fährt jemand zufällig demnächst nach Stavanger, Lachs holen, oder so?

Das Modell besteht nach Slawomirs Beschreibung aus 85 Teilen (gerade 31 Bauteilnummern sind vergeben worden), allesamt in einer Größe, die man ohne Pinzette bauen könnte und ist vom Aufbau eher einfach gehalten; ich stelle mal einen Ausschnitt mit Teilen ein und die Bauanleitung, wobei mir hier der Scan absichtlich sehr schlecht geraten ist. Wenn als Modell auch sehr anspruchslos gehalten und als Einsteigermodell sehr gut geeignet (auch vom Preis; kopieren dürfte fast teurer sein), sind Grafik und das Druckbild wie bei allen neueren JSC-Modellen, die ich kenne, sehr ansprechend; das Fahrzeugdeck zeigt z.B. bei genauerem Hinsehen Gitterstruktur und auf den Schränken mit Rettungsmitteln konnte ich erst in der Vergrößerung meines Scans erkennen, dass sie sauber lesbar mit "Life Vest"und vermutlich dem norwegischen Wort dafür beschriftet sind. Viele Details sind aufgedruckt und schreien förmlich danach, gesupert zu werden (Lampen, Feuerlöschkästen, Schlauchtrommel und Türen). Wirklich interessant sind die Innenseiten der Bordwände, die offenbar vielfach durchbrochen sind und Laufgänge, Leitern und Details bieten, die ich bisher nicht recht einordnen kann. Die Brücke ist so verglast, dass man daraus in Oslo ein paar Schaufenster gemacht hätte, und auch sonst verführen überaus großzügige Fensterflächen zum ausstechen. Wer sich da allerdings da drauf einlässt, kommt an einer Inneneinrichtung nicht vorbei - hier sieht man definitiv mehr als schwarze Löcher! Mit Ätz- oder Lasercut-Teilen wird die Sache dann wirklich anspruchsvoll und das Modell (gefühlt) zu einem völlig neuen Schiff.

Die Konstruktion ist JSC-typisch mit ohne Bodenplatte und nach unten frei stehenden "Rippen", was aber zu keinerlei Stabilitätsproblemen führen dürfte, bei der Größe des Modells ohnehin nicht (26,12 cm Länge müssten es sein und 5,36 cm Breite cm Breite; Slawomirs Angabe von 56,8 cm ist vermutlich ein Tippfehler) . Clever finde ich die Idee, die Klebelaschen mit Buchstaben zu markieren und diese Nummern auf den entsprechenden Stellen anzugeben, weil nicht nur klar wird, dass Teil 19 auf Teil 13 kommt, sondern auch eindeutig ist, wie herum. Zugegeben stellt sich die Frage hier tatsächlich NUR bei Teil 19, aber beim nächsten Schiff mag das schon wieder anders aussehen.

Für mich problematisch ist der verwendete Karton; JSC-typisch ist er ausgesprochen dick und schwer, so dass ich meine üblichen Problemen beim Knicken erwarte, aber andere mögen da geschickter sein. Die Farben "glitzern" bei Licht minimal, weshalb ich einen Laserdruck vermute, was wiederum mit dem Karton zu Problemen führen könnte, aber Offset für unter 5,00 EUR dürfte wirklich zu viel verlangt sein, und ich habe ohnehin vor, ein paar Dinge zu verändern, da wird nicht so viel übrig bleiben... :D

Kurz gesagt, ich finde sie toll, sie ist ihr Geld wert und sollte eigentlich längst schon mal "richtig" gebaut hier vorgestellt werden. Wenn ich mit der "Nordfriesland" fertig bin, könnte also noch ein schneller Umbau zwischendurch ins Haus stehen, bevor ich das nächste Projekt angehe, dann vermutlich auch wieder ein "richtiges" Schiff, so mit Bug und Heck und so.

Ach so, die Autos: wer keine Aversion gegen Mercedes hat, sollte schon deswegen über den Kauf nachdenken; 4 x A-Klasse, 5 x C-Klasse, 4 Vitos, 2 Ategos, 2 Zugmaschinen mit Sattel- und Tankauflieger und 1 Kässbohrer Reisebus sorgen auch im Hafen für Leben, das nicht aus den 30ern kommt und für moderne Dioramen eine Bereicherung sein wird.
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Donnerstag, 17. April 2014, 08:08

Hallo Heiner,

ich habe einmal die Foldoy aus den Bogen gebaut, das Ergebnis war für mich entäuschend, da ist auf dem Titel so ein detailiertes Original und man erkennt dann fast keinen Zusammenhang zum gebautem Modell.....
ABER solltest du wieder ein paar (viele) Teilchen dazu zeichnen (z.B. den Mast) dann dürfte es ein sehr interessantes Modell werde. Aus dem Bogen heraus selber ist es leider für mich uninteressant gewesen, deswegen habe ich auch kein Fotos davon.
(das war jetzt die leicht unverschämte Aufforderung nach einen Detailsatz made by Heiner :D ;) )

Gruß pianisto

P.S.: Wegen der übergroßen Fenster hatte ich übrigens das Gefühl, die Foldoy hat einen anderen Maßstab, was aber bei Anbringung von einer Reling sich relativieren dürfte..

Heiner

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3

Donnerstag, 17. April 2014, 11:01

Moin, Pianisto!
Ja, da hast Du schon recht, gar nicht gesupert ist gar nicht super. Noch ist kein Schnitt gemacht und das nächste Modell wird das Schönste , das ich je gebaut haben werde, aber ohne "Nachhilfe" wird ihr das auf keinen Fall gelingen. Wobei "Schönheit" bei Doppelendfähren? Wie elegant ist eine Kröte, wie schneidig ein Schwamm? :D .
Was die zusätzlichen Teile angeht, naja - Ostern 3 Tage bei meiner Schwiegermutter, mal sehen, was geht. Ich werde mich aber auf Dinge beschränken, die man nicht als Standartteile bekommt, und viel von dem, was man auf dem Titelbild sieht, ist vielleicht auch "Eisenbiegerei".
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Donnerstag, 17. April 2014, 12:18

Hallo,
es ist schon ärgerlich, wenn man auf demTtitelblatt ein detailreiches Modell sieht und der Bogen verspricht nicht annährend das, was gezeigt wird. So ist es mir mit meinem Modell der Fähre auch gegangen. Stand hier vielleicht der Gedanke Pate, dass die Modellbauer eh Ätz- oder LCteile kaufen und dafür die Konstruktion einfacher, sprich billiger wird?
Viele Grüße
Ulrich

5

Donnerstag, 17. April 2014, 12:59

...es ist schon ärgerlich, wenn man auf demTtitelblatt ein detailreiches Modell sieht und der Bogen verspricht nicht annährend das, was gezeigt wird...

Naja, also ganz ehrlich, auf dem Titelbild ist das Original zu sehen. Von dem Photo eines Originals auf den Detaillierungsgrad zu schließen, würde ich mir nicht unbedingt zutrauen... ;)
allerdings meine ich mich zu erinnern, dass hier mal irgendjemand die Fähre gebaut hat, und das gar nicht mal so schlecht. Weil ich das hier nicht wiederfinde, müsste das einer der Kollegen gewesen sein, die zwischenzeitlich nicht mehr hier vertreten sind. Aber das Ergebnis war durchaus sehenswert.
Beste Grüße
Fiete

Heiner

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6

Donnerstag, 17. April 2014, 14:30

Vielleicht müsste man auch das mal Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigen. Ich meine: bei 18 Autos und 4,00 EUR Kaufpreis inkl. MWSt bleibt nicht viel übrig, was für´s Schiff drauf geht, wenn man damit nicht warm wird, was erwarte ich da? (ich persönlich: weniger, als ich bekommen habe) Sicher hat sie nicht den Detailierungsgrad doppelt so "teurer" Klassiker wie der "Schaarhörn", aber vielleicht sollten wir auch fragen, ob die nicht auch mit mehr Geld noch angemessen bezahlt wäre. Ob man auf die Kunden von LC-Teilen spekuliert hat (von Ätzteilen ganz zu schweigen)? Könnte man natürlich denken, aber bei allen anderen Verlagen kriege ich die Dinger AUCH nur gegen extra-Geld, was ich im übrigen auch in Ordnung finde, und ob sie mit angesetzten "Bretterzäunen" wirklich besser aussieht, kann sich jeder selber ausprobkieren - hey, es ist ein Kartonmodell! Jeder kann einen Stift in die Hand nehmen, viele von uns sogar am Computer zeichnen. Übrigens ist das Modell von 1999 - wieviele LC/Ätzteile waren damals am Markt?
"THIS is NOT normal!" (John Oliver, Last Week Tonight)

7

Donnerstag, 17. April 2014, 14:47

Moinsens Männers,

die Foldoy ist vor einiger Zeit von Thomas Kroll gebaut worden, inzwischen hat er das Forum verlassen und seine Einträge leider löschen lassen. Die Fähre war, wie bei ihm üblich, deutlich gesupert, das dabei erzielte Ergebnis zeigte ein toll herausgearbeitetes Modell.

Leider sind die Bausätze von JSC ( in der Regel) in der Grundstruktur eher etwas einfacher gehalten, jedoch sind sie konstruktiv so ausgelegt, das einer Superung nichts im Wege steht. Ein unschlagbares Plus sind immerhin der Beschaffungspreis.Die Bögen sind immer empfehlenswert, Nacharbeit ist für den ambitionierten Kartonmodellbauer Pflicht, so auch gerade Masten und Antennen, welche teilweise aus Draht selbst erstellt werden müssen.

Also Heiner. hau rein und zeig uns dein Können.

Liebe Grüße

Robi
Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.

Karl Popper

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