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Montag, 31. Dezember 2012, 21:22

Die niederländische Jacht im 17.Jahrhundert

Titel: Die niederländische Jacht im 17.Jahrhundert

Autor: Werner Jaeger

Sprache: Deutsch

Seiten:303

ISBN:3-89534-415-X

Verlag: Verlag für Regionalgeschichte

Aufgelegt:2001

Preis: 34,- Euro

Zusammenfassung der einzelnen Kapitel des Buches.

Einleitung


Dieses Buch behandelt den Jachtbau gegen Ende des 16.Jahrhunderts bis zum Ende des 17.Jahrhunderts. In diese Zeit fiel die Entwicklung eines Schiffstyps der sich aus kleineren Kriegsschiffen über die Kriegs- und Prinzenjachten zu den reinen Jachten der Repräsentation entwickelte.

Dieser heute als Staatenjacht bezeichnete Schiffstyp erhielt gegen 1650 seine Grundform und blieb in wesentlichen Merkmalen über fast 200 Jahre erhalten.

Erst zu Beginn des 19.Jahrhunderts wurde die Verwendung eingeschränkt bzw. eingestellt.

Kapitel 1: Jachten

Mit dem Begriff Jacht waren ursprünglich keine Vergnügungsfahrzeuge gemeint, sondern eine Vielzahl von Schiffstypen mit unterschiedlichen Verwendungszwecken. Als Beispiel seien hier die Handelsjachten der Ostsee oder die Blockzijlder Jacht ein Frachtschiff der Zuidersee genannt.

Der Begriff Jacht entwickelte sich aus dem niederländischen iagen ofte jacht maken, was so viel bedeutet wie ein anderes Schiff jagen oder verfolgen. Jachten waren also kleinere Schiffe die aufgrund ihrer Konstruktion schneller waren als andere.

Definition des Schiffstyps Jacht

Am Anfang der Jachten stand die Kriegsjacht, 70 bis 85 Fuß große Schiffe mit guten Segeleigenschaften. Sie dienten als Kommandofahrzeuge der Admiralität oder wurden als Depeschenschiffe eingesetzt.

Getakelt mit ein- oder eineinhalbmastigen Sprietsegel, waren diese Schiffe je nach Größe und Einsatzgebiet mit oder ohne Seitenschwerter ausgerüstet.

Die Schiffe hatten ein durchlaufendes Hauptdeck, ein erhöhtes Achterdeck das in einen Spiegel ohne Fenster endete. Das Vorschiff endete in einer Pinne, dem Vorläufer des späteren Galions.

Die Bewaffnung bestand aus 8 bis 12 Kanonen.

Aus der Kriegsjacht entstand die Prinzenjacht die schnell ein reines Repräsantionsfahrzeug wurde.

Typische Merkmale waren:

Zwei Berghölzer, ein deutlich erhöhtes Achterdeck mit Seitenfenster und einen flachen Unterspiegel mit zwei Pforten oder Fenster.

Die Schiffe waren reich mit Ornamenten verziert und führten bald die typische Galion mit einer Vollplastik. Seitenschwerter waren immer vorhanden und getakelt mit Sprietsegel, später auch mit stehender Gaffel.

Der Begriff Statenjacht hat sich in diesem Jahrhundert eingebürgert und wird als Bezeichnung für einen bestimmten Schiffstyp für die zweite Hälfte des 17.Jhs. verwendet.

Im engeren Sinne dieses Worte wird damit aber kein Schiffstyp, sondern nur die Verwendung eines Schiffes gemeint. Statenjachten waren reine Repräsantionsfahrzeuge der damaligen Vereinigten sieben Provinzen. Regiert wurden die Provinzen von Provinzialständen (Provinzialstaten) in denen Adelige und Abgeordnete der Städte vertreten waren. Diese Regierungsvertreter wurden Staten genannt und ihre Jachten dann Statenjachten.

Des weiteren wird in diesem Kapitel ausführlich auf die Entwicklung der Jachten eingegangen und so ganz nebenbei erfährt man eine ganze Menge über die niederländische Geschichte.

Kapitel 2: Zeitgenössische Schiffbau-Dokumente

In diesem Kapitel werden Baubeschreibungen verschiedener Jachten aufgelistet und bewertet. Ergänzt werden diese Berichte mit zeitgenössischen Bildern und Rekonstruktionszeichnungen.

Folgende Jachten werden besprochen:

Kriegskravelschiff von 1620

Kriegskravelschiff (1620 ? 1635)

Binnenkriegsschiff um 1640

Binnenschiff De Voss von 1639

Binnenjacht 1640 und 1643

Binnenjacht Fregatte Zeebruch 1640

Binnenjacht von 1643

Statenjacht De Zeeusche Pest 1642

Fregatte von 1630

Binnenjacht De Jager von 1643

Amsterdamer Jacht von 1642 und 1643

66-Fuß-Jacht von 1671

Jacht Mary von 1660

Schwedische Königliche Jacht Lejonet von 1669

Jacht Jacobus Storck von 1678 (mit Linienrissen)

Zwei Jachtmodelle

All diese Jachten werden genau beschrieben und es liegen zum Teil Tabellen mit den original Holzmaßen bei.

Kapitel 3: Schiffskörper

In diesem Kapitel wird ausführlich auf den Bau des Rumpfes, ausführlich eingegangen. Das Kapitel ist mit zahlreichen technischen Zeichnungen ausgestattet. Der Inhalt dieses Kapitels lässt sich auch auf andere Schiffstypen übertragen.

Kapitel 4: Einrichtung an Deck

Wie der Name schon sagt, geht es hier um all die kleinen und grossen Dinge, die auf einem Deck installiert sind. Angefangen beim Oberlicht bis hin zur Bewaffnung. Eine wahre Fundgrube für den historischen Modellbauer.

Kapitel 5: Die Jacht unter Segel

Nach einer Einleitung zur geschichtlichen Entwicklung der Takelage, werden sehr detailliert die Spriettakelung, die stehende Gaffel und die Bugspriettakelung dargestellt. Die Detailfülle der Abbildungen und Beschreibungen lässt sich ohne Probleme auch auf andere Schiffstypen übertragen.

Kapitel 6: Kleine Jachten

Neben den Statenjachten gab es auch eine Reihe von kleineren Jachten die in diesem Kapitel vorgestellt werden.

Es sind die Speeljachten , die Heckjachten, die Spiegeljacht, die Pavillonjacht und die Besanjacht.

Kapitel 7: Ausländische Jachten nach niederländischen Vorbild

Auch außerhalb der Niederlande kamen Jachten als Repräsantionsfahrzeug in Mode. In diesem Kapitel wird auf die kurbrandischen, die schwedischen und auf die englischen Jachten eingegangen.

Kapitel 8: Schmuck und Zier

Dieses Kapitel geht auf die aufwendigen Schnitzereien ein, die als Schmuck und Zier am Schiff angebracht wurden. Eine Fülle von Zeichnungen geben die Grundlage für ein erfolgreiches nachschnitzen im Modellmaßstab.

Kapitel 9: Rekonstruktion

Hier wird ein Nachbau der Großen Jacht von 1678 gezeigt. Mit zahlreichen Bildern, Zeichnungen und Linienriss ist der Modellbaufreund hier gut bedient um selber tätig zu werden.

Fazit

Diese Buch ist empfehlenswert für den historischen Schiffsmodellbauer. Es bietet gute Einblicke in den Schiffsbau des 17.Jahrhunderds und die zahlreichen technischen Zeichnungen sind auch von allgemein gültigen Interesse. Darüber hinaus ist der historische Hintergrund sehr informativ.
Ein weiteres Hobby von mir:
Die Flora von Düsseldorf