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Michael Urban

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1

Samstag, 22. April 2006, 13:02

Dünne Röhrchen rollen

Hallo Freunde,

im Baubericht der F/A-18 hatte ich ja schon angedroht, dass ich euch ein wenig mit meiner Methode zur Fertigung dünner Röhren langweilen will.

Hier geht's nun also los.

Im ersten Bild sehen wir das Bauteil. Beim Ausschneiden bin ich so vorgegangen, dass ich ein extra Probestück erhalten habe, das gemeinsam
mit dem Mantel ausgeschnitten wurde. Ein Röhrchen aus dem Probestück geformt hat also exakt den gleichen Durchmesser wie das echte Bauteil (Bild 2).

Jetzt suchen wir uns ein Stäbchen, das einen etwas kleineren Durchmesser hat als der Innendurchmesser unserer Röhre. Bei mir passte ein Schaschlik-Spieß ganz gut (Bild 3). Da der Spieß etwas zu dünn war, habe ich noch eine Lage Papier darum geklebt. Mit dem Proberöhrchen habe ich den neuen Aussendurchmesser dann getestet (Bild 4). Wichtig ist, dass der Spieß - oder was immer ihr nehmt - ganz geringfügig dünner ist als das Röhrchen. Das Probestück darf nicht schlabbern aber auch keinesfalls auf Spannung sitzen. Das ist ganz wichtig.
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Michael Urban

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2

Samstag, 22. April 2006, 13:22

Nun wird ein Rand des Bauteils mit Weißleim bestrichen und der Spieß eingeklebt. Der Spieß muß gerade sitzen und die Kante muß auf voller Länge gut haften. (Bild 5). Gut trocknen lassen.

Ist die Verklebung getrocknet, wird das Bauteil um den Spieß gewickelt, um die Vorrundung noch zu verbessern (Bild 6). Hierbei ohne Klebstoff arbeiten. Es werden nur die Kanten verklebt.

Jetzt wird's spannend. Die zweite Nahtkante des Bauteils wird mit Weißleim eingestrichen und an den Spieß geklebt. Da dieser ja etwas dünner ist als der Innendurchmesser des Röhrchens erfordert, können nie Nahtkanten geringfügig überlappen. Mit einem Holzstab wird die Naht daher mit etwas Druck zurechtgerückt (Bild 7). Hier kein Metall nehmen, sonst wird der Druck blank. Dieses Zurechtdrücken muß passieren, solange der Leim noch feucht ist.
Jetzt zeigt sich auch, warum der Spieß etwas dünner sein soll - sonst bekommt man die Überlappung nicht hin. Wäre der Spieß nur einen Hauch dicker als benötigt, hätten wir jetzt einen Spalt in der Naht.

Der Spieß ist jetzt also links und rechts der Nahtstelle mit dem Bauteil verklebt - ansonsten liegt das Bauteil ohne Kleber auf und kann daher etwas abstehen. Das tut der Rundung keinen Abbruch.

Wenn jetzt die Enden des Röhrchens versäubert sind (Bild 8) haben wir ein schön rundes Bauteil, das sogar noch relativ stabil ist.

Damit endet meine Ausführung - ich hoffe für den einen oder anderen war etwas Interessantes dabei.

Viele Grüsse
Michael
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3

Samstag, 22. April 2006, 14:09

Hi, Michael,

danke für die Vorstellung Deiner Arbeitstechnik, werde ich auch mal ausprobieren. Doch jetzt kommt's: Dein Arbeitstitel ist irreführend, weil keine 'Röhrchen' erzeugt werden, sondern Stäbe, Rundlinge usw. 'eingepackt' werden. Also eigentlich: Dünne Röhrchen mit Seele stabilisieren.

Nichts für Ungut, auch die Technik hat ihre Berechtigung, sieht man's doch an Deinen tollen Ergebnissen.

Viele Grüße
Friedrich
Fülle Deine Tage mit Leben und nicht Dein Leben mit Tagen.

Michael Urban

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4

Samstag, 22. April 2006, 14:37

Moin Friedrich,

mit dem Titel magst Du Recht haben. Ich bin da von der anderen Seite gekommen: Ich will ein Röhrchen rollen - wie das gemacht wird, war zu ermitteln...

Also: Röhrchen rollen - ein Pudel mit Kern .... oder so... ;)

Viele Grüsse
Michael

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5

Samstag, 22. April 2006, 17:34

Very nice! Did I get this right - an inner paper tube, just slightly less diameter is used as a template and in fact glued in place inside, while stuck on a dowel which in turn is extracted afterwards? So the inner tube is both for strength, and for enabling the dowel to be removed (not glued in place)?

Funny thing is, that just this morning, by chance, I happened to read about Josef Mayer's method for making small tubes in 1/700 - see "Papierchirurgi" on this site. That was interesting too!

Leif
Dankbar für die Gelegenheit auf Englisch schreiben zu dürfen, kann aber Antworten problemlos auf Deutsch lesen.

Michael Urban

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6

Samstag, 22. April 2006, 17:51

Leif,

you almost got it. The dowel stays inside. The (thin) paper on the dowel is only there to bring the dowel to the right diameter - slightly less than the inner diameter of the tube. The small tube is just for checking the right diameter - it should move freely on the dowel without being too loose.

The dowel is glued to the tube only at the longitudinal seam - that way it doesn't matter that the dowel is slightly (very slightly) less than the required diameter.

When you roll the tube around the dowel you get a slight overlap at the seam. With a wooden rod you can then press the seam into place and you will get a nice fit.

If the dowel would be exactly the right diameter, then there is a danger of it being slightly too thick - and that would result in an open gap at the tubes seam.

Hope this makes sense to you...

Michael

7

Samstag, 22. April 2006, 18:27

Zitat

Original von Friedrich Schiernbeck
Hi, Michael,

danke für die Vorstellung Deiner Arbeitstechnik, werde ich auch mal ausprobieren. Doch jetzt kommt's: Dein Arbeitstitel ist irreführend, weil keine 'Röhrchen' erzeugt werden, sondern Stäbe, Rundlinge usw. 'eingepackt' werden. Also eigentlich: Dünne Röhrchen mit Seele stabilisieren.

Nichts für Ungut, auch die Technik hat ihre Berechtigung, sieht man's doch an Deinen tollen Ergebnissen.

Viele Grüße
Friedrich


Moin,moin
gut das es Modellbaukollegen gibt, die immer etwas besser wissen und sich erst im Nachhinein melden :D :engel: :evil: Wie ist den deine Technik? 8)
Für mich war es nicht irreführend sondern hilfreich :)
Dafür möchte ich mich hier bedanken.
Gruß aus Hamburg

Norbert
Glashaus
G-91 1:200 ruht immer noch
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Mathias Nöring

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8

Samstag, 22. April 2006, 19:51

Hi Michael !

Interessante Technik für Deine Röllchen ... oder gefüllten Röllchen oder wie auch immer ... 8)

Ich arbeite immer mit der "nasssen" Methode ....
Das bedeutet, dass ich das Bauteil von der Rückseite her mit einem Pinsel mit Wasser einstreiche. Dadurch ziehen sich die Papierfasern zusammen und es entsteht so etwas wie eine "Grundrundung".
Da auch der Karton etwas aufweicht, lässt sich das ganze dann ziemlich gut mit einem, dem Durchmesser mit Sandpapier angepassten Schaschlikstab, runden.

Nachteil der Geschichte ist, dass der Karton im feuchten Zustand leicht einreißt. Da sollte man vorher etwas üben.

Wenn der Karton dann getrocknet ist, dann bekommt man die Rundung nur noch mit einem Bügeleisen wieder raus ... 8)

CU

Rocky
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9

Samstag, 22. April 2006, 20:23

Zitat

Original von Norbert
Moin,moin
gut das es Modellbaukollegen gibt, die immer etwas besser wissen und sich erst im Nachhinein melden :D :engel: :evil: Wie ist den deine Technik? 8) ....
Gruß aus Hamburg
Norbert


Danke, Norbert, für die 'Ohrfeige'. Im Nachhinein melden ist 'knapp vorbei', siehe hier auf Seite 3 ziemlich unten meine Bitte um Demonstration der Technik. Tja, lesen können ist mitunter hilfreich, und in der Sache stimmt meine Feststellung, oder? Übrigens, was habe ich technisch besser gewußt? Und was habe ich mies gemacht?

Und meine Arbeitsergebnisse kann ich präsentieren, schau Dir hier mal meine Röhrchen (wirkliche!) an.

Mit betroffenen Grüßen
Friedrich
Fülle Deine Tage mit Leben und nicht Dein Leben mit Tagen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Papiertiger« (22. April 2006, 20:31)


10

Samstag, 22. April 2006, 22:36

Moin,moin Friedrich
"Ohrfeigen" sind in einem Forum nicht erlaubt :]
Ich kann nur sagen ein klasse Schiffchen =D>und übrigens an Deinen Fähigkeiten habe ich nie gezweifelt :) Wieso auch?
Trotzdem bleibt die Frage: "Wie hast Du die Masten und Flaggenstangen so schön hinbekommen?"
Und naklar, wer lesen kann ist im Vorteil.
Bis denn :prost: :prost:

Gruß aus Hamburg

Norbert
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11

Samstag, 22. April 2006, 23:20

Michael, got it now - thanks - the bit about the dowel staying in, that is.

Come to think of it, however, it is not always you would like to have that dowel there. In that case it would make sense to glue up the tube, just like you're doing, on to another rolled paper tube - which, however, isn't glued to the dowel. Then you could make the whole operation just like you're doing (pressing down the outer joint really flush, glueing it on to the inner paper tube, rolled on the dowel), and you would still have a true tube, once the dowel was removed.

The reason for the inner paper tube then would be to serve as a surface onto which you make your thin longitudinal glue lines, a kind of enlarged joining strip.

Just a thought... - L.
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  • »josef mayer« ist männlich

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12

Samstag, 22. April 2006, 23:51

Hallo Kartonisten,

für sehr dünne Röllchen habe ich eine andere Technik entwickelt.

Diese habe ich in Grundkurs für Papierchirurgen beschrieben

Grundkurs für Papierchirurgen

ein schönes Wochenende


Sepp
:D :thumbup: :P

13

Sonntag, 23. April 2006, 00:17

Zitat

Original von josef mayer
Hallo Kartonisten,

für sehr dünne Röllchen habe ich eine andere Technik entwickelt.

Diese habe ich in Grundkurs für Papierchirurgen beschrieben

Grundkurs für Papierchirurgen

ein schönes Wochenende


Sepp


Moin,moin Sepp
das hatte ich bisher übersehen.
@ Friedrich du hast recht, wer lesen kann ist im Vorteil :D
Vielen Dank für die bildliche Anleitung.

Gruß aus Hamburg
Norbert
Glashaus
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  • »gustibastler« ist männlich

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14

Sonntag, 23. April 2006, 01:09

Dünne Röhrchen rollen

Servus Michael
Guter Tip von dir zum bau solcher Teile.

Habe auch ein mal solche Raketen gebaut, allerdings schob ich in die Hülle,kleine Metallrundstäbe hinein "zweck des ganzen" die Stäbe waren Magnetisch in den Hängern waren Magneten verbaut so das ich die Waffen austauschen konnte

Dein Modell ist echt Suppi =D>

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