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romiol

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Sonntag, 23. Juni 2013, 16:27

Curtiss JN-4 "Jenny" - Answer (FERTIG)

Hallo Freunde
Nach ein paar bastelfreien Tagen (es war einfach zu heiss), habe ich gestern die Curtiss JN-4 angeschnitten... Also wieder ein "Drahtverhau" aus älteren Zeiten.

Die Curtiss JN-4 Jenny wurde kurz vor Ende des 1. Weltkriegs vom Amerikaner G. Curtiss entwickelt und wurde als Trainingsmaschine für die US Armee entwickelt. Rund 95% aller amerikanischer Piloten lernten auf ihr das Fliegen.

Technisch gab’s nichts Besonderes, das Flugzeug war gross und langsam und eher träge. Nach dem Ende des Kriegs wurde sie zum Rückgrat der zivilen amerikanischen Aviatik. Tausende von Maschinen wurden an Private verkauft, u.a. auch an Charles Lindbergh. Für Stunt- und Akrobatikvorführungen wurde sie häufig benutzt.

Das Modell stellt eine spätere Version der Maschine dar, in der das ursprüngliche Steuerjochsystem bereits durch Steuerknüppel und Ruderpedalen ersetzt wurde.

Der Bogen (3.5 Seiten) enthält 292 Elemente + 49 Schablonenteile. Das Modell ist in der Grundkonstruktion eher einfach gehalten, kann aber als regelrechter „Drahtverhau“ bezeichnet werden wegen der aufwändigen Drahtseilverspannung und der Steuerleinen.

Liebe Grüsse
Rosmarie
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romiol

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Sonntag, 23. Juni 2013, 16:44

Liebe Freunde

Der Rumpf besteht im Prinzip aus einem Stück, das an den Kanten zusammengeklebt wird. Das Cockpitteil wird dabei am Boden sowie den Seiten auf 1mm verstärkt. Für den hinteren und vorderen Abschluss ist keine Verstärkung vorgesehen. Der Boden „steht“ vorne und hinten auf zwei unverstärkten „Füssen“ und wird in der Mitte durch 1mm Kartonverstärkung (mit den Löchern für
die Tragflächendrähte) gestützt. An der Hinterwand des Cockpits wird oben die Verstärkung für den Rumpfhinterteil angeklebt.

Das alles wirkt einstweilen alles andere als stabil – wenn ich da an die Konstuktionen der Albatros oder Friedrichshafen denke….

Foto 1: Cockpit (liegend), hintere Verstärkung ist am Rumpfteil oben angeklebt. Gut sichtbar, die beiden Verstärkungen, wo die
Tragflächen hinkommen.

Foto 2: Cockpit von oben. Nachträglich habe ich dann die Vorder- und Rückwand des Cockpits auf der Innenseite verstärkt (0,8mm Karton + Kopie bedrucktes Teil), da mir die Sache so zu wenig stabil war – schliesslich muss da die Haube draufgedrückt werden.

Foto 3-5: Vor dem Ankleben der Seitenteile an das Cockpit-Schachtelchen müssen die Drähte durch die Löcher geschoben werden. Danach stören die Dinger dann ständig. Aber immer noch besser, als nachträglich einfädeln müssen…

Foto 6-8: Die Haube sitzt, ist aber sehr knapp bemessen in der Länge. Die Verstärkungen vorne und hinten zahlen sich aus; der Teil ist nun schön stabil. An der Nase werde ich evtl. auch noch eine zusätzliche Verstärkung anbringen – sofern sie mit dem Motorblock dann noch Platz hat.

Insgesamt ein recht einfacher Zusammenbau bis jetzt.

Liebe Grüsse
Rosmarie
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romiol

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Montag, 24. Juni 2013, 19:00

Liebe Freunde

Als nächstes kam der Motor an die Reihe. Der Sockel wird zusammengeklebt, dann die Zylinder aus den Papierstreifen gerollt und aufgeklebt. Am Schluss kommen oben die Deckel drauf. Soweit ist es ganz einfach. Quer über den Zylindern an der "Aussenseite" kommt ein Draht hin (0,5mm). Auf der Innenseite werden Drähte in den Motorblock gesteckt und verleimt. Am oberen Ende wird ein Papierteil angeklebt (Teil 1 der Hebelchen) und an dieses Teil kommt wiederum ein Miniteil (Teil 2 der Hebelchen), welches dann auf dem waagrechten Draht aufliegt. An und für sich nicht kompliziert nur sehr, sehr klein sind die Hebelchen... Ganz am Schluss kommen auf der Zylinderunterseite noch die Röhrchen für den Auspuffsammler hin.

Zwischendurch bzw. in den Trocknungpausen arbeitete ich an den unteren Tragflächen und den hinteren Leitwerken. Die Tragflächen haben ein relativ einfaches Gerippe (die Lasercuts lohnen sich). Das wird dann auf den unteren Teil der Abdeckung geklebt. Danach können die Drähte in die Löcher geschobenn werden und die Tragfläche am Rumpf verklebt werden. Wenn alles schön trocken ist, wird die obere Hälfte hinuntergeklappt und verleimt.

Die Höhen- und Seitenruder sind innen mit 0,5mm Karton (Lasercut) verstärkt und werden einfach zusammengeklebt. Der hintere obere Teil des Rumpfes kann nun aufgeklebt werden, danach das Teil mit den Höhenleitwerken und am Schluss das Seitenleitwerk.

Liebe Grüsse
Rosmarie
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Gummikuh

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Mittwoch, 26. Juni 2013, 17:32

Hey, Rosmarie,

wie schön! Eine Jenny wollte ich schon immer mal sehen.
Und das mit dem DRahtverhau bekommst du schon hin, da bin ich sicher.

Viele Grüße

Till
Is das Kunst, oder kann das wech?

romiol

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Freitag, 28. Juni 2013, 17:03

Hallo Till

Ja, die Jenny ist ne ganz hübsche - mir hat sie immer schon gefallen, seit ich sie irgendwo abgebildet gesehen hatte. So gesehen ist sie für mich ein absolutes Muss.

Lg
Rosmarie

romiol

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Freitag, 28. Juni 2013, 17:20

Liebe Freunde

Ich bin mit dem Baubericht etwas in Rückstand geraten....

Zuerst habe ich den fertigen Motor eingesetzt. Der Verlag hat keine Markierungen angebracht, also einfach so hinschieben, bis die Haube schön drüber passt. Danach noch die Windschutzscheiben aus Klarsichtfolie ausschneiden und aufkleben.

Das Montieren der oberen Tragflächen war wenig spektakulär: Stützen herstellen mit Draht innen; Gerippe zusammenkleben, dann in bedrucktes Teil einkleben, Drähte hineinschieben und mittels Hilfe von zwei Schablonen auf die Stützen setzen und verkleben.
Für Nachbauer: das Gerippe der oberen Tragfläche ist etwas zu lang, d.h. man muss die äusserste Rippe vorne und in der Höhe zurückschneiden, sonst lässt sich die Abdeckung nicht sauber verkleben (Foto3)

Ebenso einfach ist das Fahrwerksgestell.

Fazit bis hierher: Keine besonderen Schwierigkeiten, einzig der Motor stellt mit den winzig kleinen und doch detaillierten Hebelchen eine gewisse Herausforderung dar. Die Passgenauigkeit ist sehr gut. Einzelne Teile (Vorder- und Rückenwand Cockpit) sollte man verstärken, damit der Rumpf etwas stabiler wird.

Auf den letzten beiden Fotos sieht man zwei Besonderheiten der Jenny: auf der o. Tragfläche werden u.a. 4 Ösen montiert, durch die dann die Leitseile laufen. Und auf der Unterseite gibt's eine Rolle, ebenfalls für das Leitseil.
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Freitag, 28. Juni 2013, 17:38

Die eigentliche Herausforderung bei der Jenny ist die Verspannung bzw. die Montage der Leitseile: ein solches Drahtverhau ist mir bis jetzt noch nicht begegnet - es ist eine ganz spezielle Konstruktion.

Die Verspannung der oberen und unteren Tragfläche entspricht noch dem Üblichen. Zusätzlich müssen aber oben auf der o. Tragfläche die beiden braunen Stützen verspannt werden, seitlich sowie in der Längsachse.

Eine besondere Konstruktion gibt's für die Leitseile der Querruder. Vom Hebelchen laufen sie nach vorn zur Kante, dann über eine Rolle, danach parallel zur Vorderkante bis auf die andere Seite, dort wieder über eine Rolle und nach hinten zum Hebelchen. Das Hebelchen seinerseits ist V-förmig nach hinten zu den Flügelkanten verspannt. Auf der Unterseite der o. Tragfläche geht's ebenfalls vom Hebelchen zur Rolle und von dort direkt in den Rumpf.

Sowohl bei den Höhen- als auch Seitenrudern sind die Hebelchen nach hinten V-förmig gegen die Kante der Ruder verspannt. Ausserdem gibt's noch einen Spanndraht nach oben zum Höhenleitwerk. Alles in allem ganz schön viel Draht bzw. Faden beim Modell.

S' war nicht immer ganz einfach, all die Fäden zu montieren, ohne andere wieder abzureissen....Irgendwann weiss man kaum mehr, wo man den Flieger noch halten kann, ohne etwas kaputt zu machen....


Liebe Grüsse
Rosmarie
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Samstag, 29. Juni 2013, 00:42

Hallo Rosmarie,

eine schöne Arbeit zeigst du uns hier. Die Verspannung scheint es ja in sich zu haben. Aber du löst es sehr gut. Da werde ich doch an den Film "The great Waldo Pepper" mit Robert Redford erinnert.

Viele Grüße
Thomas

Wanni

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Samstag, 29. Juni 2013, 09:05

Hach, Doppeldecker als Kartonmodelle....

da sind wir uns doch wohl einig, dass hier das Original (Holz, Leinwand, Leim, Drahtseile) kongeniös-kongenial
als Modell umgesetzt wird (Karton, Papier, Kleber, Faden), wah? ^^

Schick-schick-schick.... :thumbsup:

Und diese ganzen Rippen im Flügel 8|
< Der Computer sagt: NEIN > 8|

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Samstag, 29. Juni 2013, 12:34

Sieht echt klasse aus und Du legst da ein Arbeitstempo hin, da kann ich nicht mithalten. :thumbup:

LG Michael
Ein weiteres Hobby von mir:
Die Flora von Düsseldorf

romiol

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Samstag, 29. Juni 2013, 18:04

Thomas, Wanni, Michael: Danke fürs Hineinschauen. Bis jetzt hat die Jenny Riesenspass gemacht und das wird sich während der Herstellung der Speichenräder wohl nicht mehr ändern. So nebenbei überlege ich bereits, welcher alte Doppeldecker als nächstes an die Reihe kommt...

Liebe Grüsse
Rosmarie

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Montag, 1. Juli 2013, 11:47

Liebe Freunde

Nun also noch die Speichenräder....

Dieses Mal versuchte ich die Gummis mittels dünnen Papierstreifen, die mit viel Leim rundherum geklebt werden, zu immitieren. Danach dann noch schleifen und schwarz anmalen. Die Felgen habe ich letztes Mal silbern bemalt. Am Schluss die Achse ganz dünn schleifen, sodass sie ins Loch am Fahrgestell passt und alles verleimen.

Liebe Grüsse
Rosmarie
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Montag, 1. Juli 2013, 19:08

Liebe Freunde

Nun ist die Jenny also fertig geworden und konnte bei prächtigstem Sommerwetter zu ihrem Jungfernflug starten.

Fazit zum Bogen: Der Rumpf ist einfach konstruiert und es lohnt sich, die Vorder- und Rückwand des Cockpits zusätzlich zu verstärken. Der Druck ist gut, die gelbe Farbe ergibt ein attraktives Modell. Nicht berücksichtigt wurde aber die Struktur des Stoffes, eigentlich schade. Der Motor ist detailliert dargestellt, andere Dinge (Fahrwerk, Propeller) dann wieder eher rudimentär. Auf Extrem getrieben wird die Darstellung der Verspannung und der Leitseile, was dann auch einen wesentlichen Reiz dieses Modells ausmacht. Alles in allem macht der Bogen viel Spass und es lässt sich ein sehr dekoratives Modell zusammenbasteln.

Da die Curtiss bekanntlich eine amerikanische Maschine ist, habe ich sie heute über den Rockies fliegen lassen. Allerdings "nur" den Canadian Rockies, genauber über dem Lake Peyto (Banff National Park). Ich war zwar in Canada, aber eben noch nie in den USA....

Liebe Grüsse
Rosmarie
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Montag, 1. Juli 2013, 21:31

Hallo Rosmarie,

meinen Glückwunsch zur Fertigstellung. Du hast aus dem Bogen ein attraktives Modell erstellt, die gelbe Lackierung tut ihr Übriges. Ich bin gespannt auf dein nächstes Werk.

Viele Grüße
Thomas

Henryk

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Dienstag, 2. Juli 2013, 10:06

Hallo Rosmarie,
Gratulationen zur Fertigstellung, wie gewöhnt tolle Arbeit!
Herzlichste Grüße
Henryk

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