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Ulli+Peter

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81

Montag, 24. Juli 2017, 19:14

Hallo Helmut,

vielen Dank für deinen Tipp.
Da wir zwei Schiffe bauen, werden wir deinen Tipp mit den bereits fertigen Fenstern bei der einen Version ausprobieren. Für die andere Version bauen wir alle Fensterteile noch einmal neu.

Schönen Abend
Ulli

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82

Montag, 24. Juli 2017, 21:27

Peter ist kurz vorm Aufgeben...

Moin Ihr Beiden,

Ihr schafft da etwas ganz Großes. Die Fenster können sich wirklich sehen lassen - Nicht aufgeben, auch wenn es nicht auf Anhieb passt - Ihr bekommt das schon hin (siehe Bordwände) :thumbup: Ich habe vorgestern vor dem Modell im DSM gestanden und gedacht, dass ich die CAP ARCONA auch irgendwann bauen muss - Das ist ein wirklich schönes Schiff und ich bin mir sicher: Wenn Ihr es fertig habt, wird es alle Strapazen wert gewesen sein!

(@Helmut: Ich weiß, dass sich Menschen die Augen lasern lassen, aber ob das gegen Betriebsblindheit hilft...?) :D
Viele Grüße Nils/Unterfeuer

"My brain hurts!" (Mr. Gumby)

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Ulli+Peter

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83

Samstag, 29. Juli 2017, 22:05

Hallo,

Ihr schafft da etwas ganz Großes


Danke für die Vorschußlorbeeren. Mal sehen........, wir sind uns da noch nicht so sicher.


Die Fenster waren eines der besonderen Ausstattungsmerkmale der Cap Arcona. Da lohnt es sich schon mal beim Modell ein wenig mehr Aufwand zu treiben. Hier eines der seltenen Farbfotos von F.Grasser aus der Digitalen Fotothek auf dem die Fenster gut zu sehen sind.




Die Cap Arcona wurde für die damals hart umkämpfte, aber auch sehr lukrative Passagierschifffahrtsroute nach Montevideo - Buenos Aires, die sogenannte "La Plata Route" gebaut.
Da in diesen Gewässern sehr hohe Luftfeuchtigkeit zu erwarten war, mussten alle Schiffsaufbauten besonders Pilz- und Schädlingsresistent sein.
Daher wählte man für die Fenster Rana Holz ( Angelin, acupu rana ), eine brasilianische Baumart mit rot-braunem Holz, mit schwarzer Maserung.
Gefertigt wurden diese Fenster von den Rana Werken Regensburg, die sich auf die Ausrüstung von Autos, Waggons und Schiffen in den 20er Jahren spezialisiert hatten.




Wir haben beide Schiffe im Vergleich gebaut, das linke mit der Originalvorlage, das rechte mit den geänderten Fensterfronten.



Wie man hier sieht, passt die originale Fensterfront nicht wirklich. Die graue Fläche ist zu lang, der Überstand zu kurz. Wir haben rechts beides digital verändert und jetzt sitzt alles perfekt.



Am Heck haben wir ebenfalls den Überstand beim rechten Schiff auf einer Länge von 15 * 2 mm ergänzt.



bis dann,
Ulli

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Helmut B.

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84

Samstag, 29. Juli 2017, 22:22

...Schade, Ulli, ich wollte gerade über meine Pilsresistenz philosophieren... :D
Bis die Tage...

Helmut


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85

Samstag, 29. Juli 2017, 22:26

Die Wirkung ist genial! :thumbup:
Bis die Tage...

Helmut


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Samstag, 29. Juli 2017, 22:49

Moin ihr Beiden,

ich lese und staune mit wachsender Begeisterung in diesem Baubericht. Was ihr hier betreibt, ist schon allererste Sahne. Recherche und Umsetzung, klasse. Ich bin froh, diesen Bogen in Euren Händen zu wissen.

Liebe Grüße
Robi
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Ulli+Peter

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87

Sonntag, 30. Juli 2017, 21:02

Hallo Robi,

vielen Dank, wir haben lange nach dem Bogen gesucht.
Ursprünglich wollte ich nur ein weiteres Passagierschiff der 20/30er Jahre bauen. Aber dieser Baubogen ist mit seinen vielen Details einfach so toll,



dass Peter jetzt, nachdem die größten Fehler beseitigt sind, auch Feuer gefangen hat.



Peter bei der Beleuchtungsprobe für den Ballsaal.



Schönen Abend zusammen.
Ulli

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Sonntag, 30. Juli 2017, 23:50

Ich auch!

ich lese und staune mit wachsender Begeisterung in diesem Baubericht. Was ihr hier betreibt, ist schon allererste Sahne. Recherche und Umsetzung, klasse.
Faszinierend!

Beste Grüße und Wünsche,

Manfred

Jochen Haut

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89

Montag, 31. Juli 2017, 08:13

Dem ist nichts hinzu zu fügen! Ich staune, was man alles aussticheln kann! Mir ist aber auch klar, dass ich es nie tun werde! Also meine Hochachtung!
Gruß aus Flensburg
Jochen

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Montag, 31. Juli 2017, 09:48

Hallo,
wichtig beim Ausschneiden solcher kleiner Teile ist nur, dass die Schultern genügend Ausgleichsgymnastik bekommen. Ich schreibe da da aus Erfahrung.
Ulrich

Ulli+Peter

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Samstag, 5. August 2017, 21:58

Hallo zusammen,

ein wenig Ausgleichsgymnastik:




Für den Speisesaal bei " dinner for one oder der 90.Geburtstag" wäre das ausreichend.

Aber für 1370 Passagiere ;(?????

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Jochen Haut

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Sonntag, 6. August 2017, 10:54

Hmmm, nur die Einfachausführung? Keine gedrechselten Stuhlbeine und keine Ornamente an der Lehne? Ob das originalgetreu ist????
:D :D :D :D :D :D
Na gut, klasse!!!!
Gruß aus Flensburg
Jochen

Ulli+Peter

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93

Montag, 7. August 2017, 21:34

Hallo Jochen,

nein keine gedrechselten Stuhlbeine, Miss Sophy, Admiral von Schneider und Mister Pommerroy bevorzugen einfache Stühle.



Schönen Abend
Ulli

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Montag, 7. August 2017, 22:53

...Miss Sophy, Admiral von Schneider und Mister Pommerroy bevorzugen einfache Stühle.

...


Ich vermisse den Tiger, Ulli... :D

Toller Modellbau, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf...
Bis die Tage...

Helmut


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Sonntag, 13. August 2017, 14:49

Hallo Helmut,
kein Tiger. Der Speisesaal der Cap Arcona war mit afrikanischen Zigangoholz vertäfelt, welches dem Fell eines Zebras ähnelte, da wäre ein Tiger doch sicherlich störend gewesen. :)
Insgesamt war die Cap Arcona als schnellstes und luxuriösestes Schiff für die La Plata Route konzipiert worden. Beim Entwurf orientierte man sich an der älteren Cap Polonio,


Quelle:Hans Hartz in A.Kludas "Die Cap Schnelldampfer der Hambur Süd

welche seit Jahren erfolgreich diese Route befuhr. Um mehr Fahrgäste für die 1. Klasse zu gewinnen wurden die Aufbauten erheblich vergrößert und die technische Einrichtung auf den neuesten Stand gebracht. Dadurch wurde das Schiff länger und 3,75 m breiter. Da die Fahrrinne auf der La Plata - Strecke von Montevideo nach Buenos Aires sehr flach war, musste die Cap Arcona an anderen Stellen abspecken. Man entschied sich, sie nicht mit zwei Kolbendampfmotoren auszustatten, sondern mit zwei Getriebeturbinensätzen, welche erheblich leichter waren.


Quelle: Der Doppelschrauben-Turbinendampfer "Cap Arcona" E.Luchsinger in Zeitschrift des VDI 19.11.1917 S.1636

Da zudem alle Schiffe den gesamten Brennstoffvorrat für die Hin – und Rückfahrt von Deutschland aus transportieren mussten, war dieser Antrieb der geeignetste, aufgrund des geringeren Treibstoffverbrauchs. Das Heizöl konnte ebenfalls noch für die Frahmschen Schlingerdämpfungseinrichtungen eingesetzt werden, die zur Stabilisierung des Schiffes aufgrund seiner hohen und breiten Aufbauten jetzt notwendig waren.

Bei ihrer ersten Fahrt nach Süd Amerika war die Cap Arcona schon nicht mehr das größte Schiff auf dieser Route. Die Italiener hatten ihr wenige Tage zuvor mit der Augustus den Rang abgelaufen. Dennoch wurde sie mit großem Aufgebot in Buenos Aires empfangen und fuhr diese Strecke bis zum Jahr 1934 ohne jegliche Zwischenfälle. In diesem Jahr wurde das Schiff umlackiert um ihm ein eleganteres Aussehen zu geben . Der weiße Anstrich wurde ein Deck tiefer angesetzt, wie gut auf dem Farbfoto von F.Grasser zu sehen ist.


http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/89002887

http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/89002877


Entsprechend ist der HMV Modellbogen auch ausgelegt. Da wir aber schon Einiges an der Außenwand überarbeitet haben, haben wir uns entschieden diesen weißen Plattengang umzufärben und so den Bauzustand von vor 1934 darzustellen.



1927 wurde bereits in Teilbereichen an der Cap Arcona geschweißt, aber die Plattengänge a Rumpf wurden dennnoch drei- bis vierfach genietet. Auf dem Bild der Cap Polonio ist dies gut zu erkennen.

Quelle: Der Doppelschrauben-Turbinendampfer "Cap Arcona" E.Luchsinger in Zeitschrift des VDI 19.11.1917S.1635

Hier beide Modelle im Vergleich.


Liebe Grüße Ulli

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Sonntag, 13. August 2017, 15:44

Einfach hochklassig und spannend, dieser Baubericht!

Ich hatte schon auf die Fortsetzung gewartet, Ulli. :)
Bis die Tage...

Helmut


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Sonntag, 13. August 2017, 16:51

Mir gefällt der optische höhere, ursprüngliche Rumpf viel besser als die umlackierte Version. Die CAP ARCONA war eines der letzten Passagierschiffe im klassischen Design mit hohem Rumpf und vielen, hohen, etwas schräg gestellten Schornsteinen. Nahezu zeitgleich wurde ja bei der Deschimag in Bremen der Schnelldampfer BREMEN gebaut, bei dem Rumpf, Aufbauten und Schornsteine flach sein sollten. Die CAP ARCONA, die bisher von vielen als das schönste Schiff angesehen wurde, sah dadurch auf einmal unmodern und altbacksch aus. Die neue Lackierung sollte den Rumpf flacher und damit schneller erscheinen lassen.

Übrigens: Einer meiner Großonkel war Schiffbauingenieur und hat an der CAP ARCONA mitgewirkt. Meine Mutter hat immer behauptet, der sei genetisch für meine Schiffsmeise verantwortlich.

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Sonntag, 13. August 2017, 19:00

Moin Henning,

Du bist mitdiesen Faible nicht alleine. Bei mir ist es ähnlich. In meiner Familie geht es ungefähr bis Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Von der Kaiserlichen Werft, über HDW, Krögerwerften, bis hin zum Tradition Archiv der Unterseeboote.

Viele Grüße
Arne
Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
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Sonntag, 13. August 2017, 19:10

Moin Ulla und Peter,

zu der Zeit als die " CAP ARCONA " gebaut wurde, bis zum vollverschweissten Rumpf sind noch viele Jahre ins Land gegangen.

Wenn ich mich richtig entsinne hat die Kriegsmarine verschweißte Motorenfundamente bekommen.

In dn 50 ger Jahren hat man Elektroden teilweise ohne die Ummantelung genommen. Im Archiv der Schiff & Hafen müsste was darüber stehen.

Bis ca. Mitte der1970ger Jahre wurden noch die Diamantplatten teilweise genietet.

Viele Grüße
Arne
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Ulli+Peter

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Montag, 14. August 2017, 20:24

Hallo zusammen,

könnte Henning seinen Onkel befragen, wir würden wahrscheinlich eine bessere Antwort erhalten als ich in den Büchern gefunden habe.

In der Festschrift zum 125 jährigen Jubiläum von Blohm und Voss habe ich nur den Hinweis gefunden, dass die Werft seit 1909 intensiv an der Weiterentwicklung der Schweisstechnik im Schiffsbau gearbeitet hat, um Gewicht zu sparen und weiterhin Geschwindigkeitsrekorde brechen zu können. Es wurden zunächst nur dünnere Bauteile der Decksaufbauten verschweisst, wohl auch bei der Cap Arcona.
1926 bis 1929 hat die Reichsmarine umfangreiche Versuche gemacht und ein 14 m langes Versuchsschiff komplett geschweißt in Wilhelmshaven gebaut. Zum Einsatz kam die Technik dann beim Bau des Panzerschiffes Deutschland (später Lützow) in Kiel. Bei diesem Schiff konnte 13 % des Stahl/Eisen Gewichtes eingespart werden. (Aber "grau" ist nicht meine Baustelle !)

Blohm und Voss hat 1933 zwei Schiffe, die Cordillera und die Caribia und schließlich 1935 die Potsdam fast vollständig elektrisch geschweißt und konnte daher bis zu 70% der Nieten einsparen.
Du hast recht Arne, ab diesem Zeitpunkt wurde die Technik häufig zur Befestigung der Motoren eingesetzt.
Nur die Aussenhaut, das Hauptdeck und die Spanten wurden noch vernietet, da durch das Nieten eine höhere Elasizität erreicht werden konnte. Aufgrund der hohen Kosten der Schweisstechnik wurde sie in den folgenden Jahren nur noch beim Bau von Kriegsschiffen eingesetzt.

Nach dem Krieg dauerte es tatsächlich noch viele Jahre, bis die Nieten aus dem Bau der Schiffsrümpfe verschwanden.

Schönen Abend
Ulli

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Montag, 14. August 2017, 21:20

Moin Ihr beiden,

ich klebe weiter an Eurem Baubericht und den Debatten drumherum. Was mir angesichts Hennings` Kommentar auffällt: Die CAP ARCONA stellt den Übergang vom klassischen Dampfer zum Design der Turbinen- und Motorschiffe der 30er bis 50er/60er Jahre dar. Vordersteven, Brücke und Schornsteine entsprechen den älteren und das Heck den neueren Vorstellungen. Ich finde, dass sie gerade das so interessant macht. Passt irgendwie auch zum Einsatzgebiet.

Im Übrigen: Weiter so!
Viele Grüße Nils/Unterfeuer

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Montag, 14. August 2017, 21:39

Großonkel, gestorben ca. 1940 !

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Montag, 14. August 2017, 22:35

@ Niels : Die CAP ARCONA war das erste Schiff mit abgerundeten Fronten, zumindest des Promenadendecks. Kaum ein später gebautes Schiff hat diese abgerundeten Fronten nicht übernommen. Das war ein erster Schritt zum New Look der 50-er Jahre (siehe SANTA INES).

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Donnerstag, 17. August 2017, 19:46

Hallo Henning,

insgesamt ist die Cap Arcona wirklich eine sehr elegante Erscheinung. Die Einrichtung wurde wohl direkt auf den Geschmack der reichen Schiffsreisenden aus Süd Amerika abgestimmt, immer noch ein wenig Belle Epoque. Bei der Bremen und der Normandie entschied man sich dagegen für die Moderne, Art Deco.


http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/89002901

Bei den abgerundeten Fronten der Aufbauten frage ich mich, ob es nicht eine Anlehnung an die Architektur der späten 20er Jahre, W.Gropius oder Hans Scharoun ist.
Schiffsbautechnisch mußte man die Aufbauten nicht besonders abrunden, da ihr Strömungswiderstand ja keine wirkliche Rolle spielte. Oder gab es einen anderen Grund ?

Schönen Abend
Ulli

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Donnerstag, 17. August 2017, 21:22

Hallo Ulli !

Du kannst durchaus damit Recht haben, dass die abgerundeten Fronten sich an die Architektur der 20-er Jahre anlehnten. Das moderne Bauen hat bekanntlich gern den Baustoff Beton als gestaltendes Element verwendet. Der Beton ließ sich gut in solche runden Formen gießen.

herzliche Grüße
Henning

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Samstag, 19. August 2017, 22:28

Hallo Henning

obwohl die abgerundeten Fronten wirklich etwas bahnbrechend Neues waren, ist es doch erstaunlich, dass die Reederei selbst Werbeplakate veröffentlicht hat, auf denen die abgerundeten Fronten nicht zu sehen sind.
Ich nehme an, dass hier Plakate der Cap Pollonia oder der Cap Trafalgar etwas "umgestaltet" wurden.


A.Kludas Band IV Die Geschichte der Deutschen Passagierschifffahrt S.124

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Samstag, 19. August 2017, 23:01

Der Künstler, der dieses Plakat gestaltet hat, war eben nicht so detailsicher wie du. Die Plakate aus dieser Zeit sind oftmals etwas impressionistisch. Das Schiff ist viel zu dünn und viel zu hoch. Vor allem die Schornsteine dominieren gewaltig. Manchmal werden auch Begleitfahrzeuge wie Schlepper oder Bildhintergründe künstlich verkleinert, um das beworbene Schiff möglichst riesig aussehen zu lassen.

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Sonntag, 20. August 2017, 16:12

Hallo zusammen,

bei den nächsten Baufortschritten ist viel Geduld angesagt.



Um möglichst viele Passagiere in zeitgemäß ausgestatteten Kabinen unterbringen zu können, musste das Schiff in seinen Abmessungen wachsen. Über das gesamte Mittelschiff auf dem E Deck sind die Kabinen 1.Klasse angeordnet. Um Mehrbettzimmer für Einzelreisende zu vermeiden, gestaltete man innenliegende Einzelkabinen für diese Passagiere, bisher waren 1.Klassekabinen immer Außenkabinen. Da diese alle mit entsprechenden Versorgungsgängen (für die „Dienerschaft“) ausstatten werden mussten, wurde das Schiff 3.75 m breiter als die Cap Pollonia gebaut.
Beim Promenaden- und beim Bootsdeck reichte dies jedoch immer noch nicht aus, sodass diese Decks mit Stützen nach außen verbreitert wurden.



Foto: Hans Hartz 1935 in „So endeten die schwimmenden Paläste“S.239 von H.J.Holtz

Passagiere konnten so bequem an den Rettungsbooten vorbei flanieren, wie man auf diesen Bildern von F. Grasser sieht. Im Hintergrund sind die großen Sonnensegel und Markisen zu sehen, die für die damalige Zeit wirklich ein außergewöhnlicher Komfort waren.



http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/89000044
http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/89000040

Bei uns stehen jetzt die restlichen Fenster der Speisesäle zum Bau an und immer wieder Stühle, Tische... ;(
Bis dann
Ulli und Peter

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Sonntag, 20. August 2017, 22:59

Das auskragende Promenadendeck war zusammen mit dem schwarzen Rumpf und den vielen Schornsteinen ein halbes Jahrhundert lang so etwas wie das Erkennungsmerkmal des klassischen Liners. Nach meinen Recherchen war die MAURITANIA 1904 der erste Liner mit Ansätzen einer auskragenden Promenade. Fast alle später gebauten Liner haben dieses Gestaltungselement übernommen. Die TITANIC von White Star, die IMPERATOR von Hapag und die AQUITANIA von Cunard, allesamt mit ihren zahlreichen Schwestern. Zwischen den Kriegen ging es munter weiter u.A. mit den Monte-Schiffen, BREMEN IV und EUROPA, der NORMANDIE und den beiden Cunard-Queens. Auch nach WW II war das auskragende Promenadendeck zunächst angesagt (UNITED STATES, Kungsholm-EUROPA, FRANCE). Der erste Liner ohne die auskragende Promenade war die QUEEN ELIZABETH 2. Die wenigen Liner-Neubauten danach wie die HAMBURG trugen dieses Element nicht mehr.

Es mag sein, dass ursprünglich Platzprobleme dazu geführt haben, die Promenadendecks auskragen zu lassen. Bei einem so dünnen Hecht wie der MAURETANIA ist das ja auch nachvollziehbar, aber nicht bei den 80.000 BRT-Dickschiffen. Ich glaube viel mehr, dass die Reedereien hochgradig bemüht waren, ihrer exklusiven bürgerlichen Klientel optisch das zu bieten, was ihren Anschauungsgewohnheiten entsprach. Nicht umsonst sind Jahrzehnte lang Schornsteinatrappen gebaut worden.

P.S. Wenn es euch stinkt, dass ich meine Kommentare ständig dazwischen funke, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis.

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Montag, 21. August 2017, 09:16

Hallo Henning,

Auf keinen Fall aufhören mit Funken. Ulli freut sich immer über (deine) Antworten.
Wir wollen hier keine Monologe halten, sondern mit Gleichgesinnten über die Themen diskutieren, die uns beim Bauen und Recherchieren auffallen - in der Hoffnung, dass es die Leser interessiert.
Es wäre schön, wenn es Beiträge aus einem größeren Kreis gäbe, aber auch der Dialog mit dir ist uns sehr wichtig.

Es gibt ja mittlerweile mehrere Forumsmitglieder, die auch Informationen zum Original liefern - aus unserer Sicht eine Bereicherung und neben den Tipps und Tricks zum Bauen für uns das Salz in der Bastel-Suppe.

Also bitte weitermachen.

Bei dieser Gelegenheit ein Tipp:
Wir waren in der Bibliothek des Technoseums in Mannheim. Die haben Jahresbände der VDI Zeitschriften.
Diese bieten einen Querschnitt durch die gesamte Technik - Eisenbahn, Kräne, Schiffe, Antriebstechnik, Traktoren, usw..
Da die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte, beinhalten die Beiträge sehr viele Zeichnungen.

Wir haben uns die Jahre 1927 - 1930 ausgeliehen - für Technik-Fans sehr interessant - eine spannende Zeit, in der viele technische Basis-Entwicklungen gemacht wurden.
Wir haben u.a. einen Bericht über die Cap Arcona gefunden und einen ca. 80 seitigen Bericht über die Bremen - mit Konstrutionen, Beschreibungen und Zeichnungen


Wen´ s interessiert - solche Dinge bieten sicher auch andere Einrichtungen - oder eben als Tagesordnungspunkt beim nächsten Kartonbau-Treffen im April 2018 vormerken.

Liebe Grüße
Peter

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111

Montag, 21. August 2017, 19:34

Kommentare

Wenn es euch stinkt, dass ich meine Kommentare ständig dazwischen funke, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis.
Moin Henning (und (fast) alle anderen Kommentatoren):
(auch) davon lebt dieses Forum!

Beste Grüße,

Manfred

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112

Dienstag, 22. August 2017, 00:50

davon lebt dieses Forum

... wer sich einmal die Mühe macht und den Begriff Forum sucht und erfaßt hat, wird feststellen, daß nur die Teilnahme mit Beiträgen und nicht die amerikanische Anerkennungskultur genau dieses mit Leben erhält ...

in diesem Sinne weiter so mit Beiträgen statt mit Bekundungen
Wilfried

Jochen Haut

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113

Dienstag, 22. August 2017, 10:10

Moin zusammen,
Manfred und Wilfried sprechen mir aus der Seele! Mit dem einfachen Drücken von Buttons beschränken wir uns nur selbst!!!
Gruß aus dem Urlaub in DK
Jochen

Helmut B.

Hennings Dino

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114

Dienstag, 22. August 2017, 10:42

Natürlich sind geschriebene Stellungnahmen schöner und für die Kommunikation förderlicher!

Aber auch ein Drücken des Buttons ist ein Zeichen von Wertschätzung.
Bis die Tage...

Helmut


"Die Menschheit läßt sich grob in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben Benachteiligte."
Francesco Petrarca


Im Bau: CAP SAN DIEGO (roko)

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Riklef G.

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115

Dienstag, 22. August 2017, 13:56

Natürlich sind geschriebene Stellungnahmen schöner und für die Kommunikation förderlicher!

Aber auch ein Drücken des Buttons ist ein Zeichen von Wertschätzung.

Jepp, dem stimme ich voll zu. ^^

Moin Ulli und Peter,

sehe ich das richtig? Hab ich das verpasst? Ihr habt die Bullaugen und Fentserrahmen am Rumpf aufgeklebt? Oder täuscht das nur? 8|
Jedenfalls ziehe ich alle nicht vorhandenen Hüte vor eurer tollen Arbeit.

LG
Riklef
"Der Erfinder der Autokorrektur ist ein Armschlauch."

----------------
Projekte:
Fertig:
Iljushin IL-14 1:33
Lockheed L-1649 A 1:100 (1. Version fertig)
SIBAJAK von Scaldis 1:250

Im Bau:
Hauptfahrwerk einer Boeing B777
De Haviland Comet 4B 1:100

Geplant: so vieles... :rolleyes:

Ulli+Peter

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116

Dienstag, 22. August 2017, 19:32

Hallo Riklef,

du hast nichts verpasst, ich wollte es eigentlich nicht an die große Glocke hängen, weil es nicht ganz dem Originalschiff entspricht.
Der Baubogen vom HMV zeigt Bullaugen mit messingfarbener Umrandung.



Ich nehme an, dass das Glas der Bullaugen innen mit Messing gefasst war, aber von Außen, an der Bordwand waren sie schwarz.



Foto: Hans Hartz 1935 in „So endeten die schwimmenden Paläste“S.239 von H.J.Holtz

Lediglich einige Bullaugen waren mit schwarzen Ringen verstärkt, wie auf diesem Foto bei der Cap Polonio besonders gut zu sehen ist.



Quelle:Hans Hartz in A.Kludas "Die Cap Schnelldampfer der Hambur Süd

Wir haben uns entschieden alle Bullaugen mit dünnen schwarzen Ringen zu verstärken.



Schönen Abend
Ulli

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Samstag, 26. August 2017, 12:46

Hallo zusammen,
die Außenwände der Aufbauten auf Deck A und B sind nun fertig.

Die Konstruktion des stützenlosen Speisesaals war für die damalige Zeit außergewöhnlich. 35 m lang, 18 m breit und 5,2 m hoch und alles gehalten durch 4 Gitterträger mit Rahmenspanten und nur zwei Unterzügen.


G.Dittmer und Paul Müller:Der Zweischrauben-Turbinen-Schnelldampfer “Cap Arcona“ in Werft-Reederei-Hafen 8.Jahrgang 7.11.1927 Heft 21 S. 435

Außenherum ein 4 bis 5 m breites Promenadendeck auf Wunsch der Reederei um den Passagieren auch in den tropischen Gewässern einen außergewöhnlichen Komfort zu bieten.


E.Luchsinger Der Doppelschrauben -Turbinendampfer „Cap Arcona“ in: Zeitschrift des VDI Bd.71, 19.11.1927


Rauchzimmer, Festsaal, Halle und Speisesaal alles auf dem gleichen Deck und verbunden durch Glastüren.



Ob wir den Speisesaal noch etwas optisch umgestalten müssen wir noch besprechen. Im Baubogen sind die Wände beige. Er war aber mit grün-gelb gemusterter Seide bespannt, an den Stirnseiten hingen großen Gobelins. Die Decken waren mit vergoldeten Ornamenten verziert.

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118

Samstag, 26. August 2017, 13:26

Moin Uli und Peter,

man merkt es, dass Ihr bei der Dame Blut geleckt habt. Alles an Infos holt, was es gibt, um es dann im Modell, wenn es machbar ist, umsetzt.

Ich ziehe meinen Hut.
Es freut mich sehr.

Viele Grüße aus dem noch sonnigen Norden
Arne
Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

Ulli+Peter

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119

Sonntag, 27. August 2017, 12:26

Hallo Arne,

ja es ist äußerst interessant die alten Berichte zu lesen. Zum Teil unterscheiden oder widersprechen Sie sich in Details.
Aber jetzt ist erst einmal Stühle bauen angesagt. ;(




und zwischen durch ein Konzertflügel :D



und noch einer:



Welche Firma diese Flügel geliefert hat, ist leider nicht verzeichnet. Aber so ein Bösendorfer oder Bechsteinflügel konnte schon mal 600 kg Gewicht auf drei Beinen liefern. Wahrscheinlich nicht nur ein Problem für den Statiker. Damals haben daher einige Reedereien Spezialanfertigungen für ihre Passagierschiffe in Auftrag gegeben. Im Titanikfilm von 1942 ist der Flügel weiß, aber dies war bestimmt nicht der Originalflügel der Cap Arkona, schwarz war auch schon damals die häufigste Farbe, aber braun passt besser zu den Stühlen.

VG
Ulli

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Sonntag, 27. August 2017, 14:26

Moin zusammen,

das sieht absolut klasse aus und verleiht dem Modell richtig Atmosphäre!
Viele Grüße Nils/Unterfeuer

"My brain hurts!" (Mr. Gumby)

Im Bau: Seebäderschiff ALTE LIEBE (WHV 1:250), Tonnenleger BRUNO ILLING (HMV 1:250), Schlepper WEGA (TF Rostock 1:250)

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