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Jens

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Dienstag, 27. Januar 2015, 14:05

Burg Kreuzenstein, 1:250, JFS 736

Nachdem ich den Paderborner Dom von Peter Gierhardt als kleine Fingerübung zwischendurch fertiggestellt habe (Fotos werden sicherlich noch folgen), habe ich mir schon das nächste Modell vorgenommen. Vor einigen Wochen kam der Bogen ins Haus und jetzt werde ich ihn bauen. Es handelt sich um das neue Modell

Burg Kreuzenstein
1:250
JFS 736
14½ Bogen
Schreiber-Bogen im Aue-Verlag
Konstrukteur: Przemyslaw Tabernacki

Bild beim Aue-Verlag, http://www.schreiber-bogen.de/__/736-g.jpg

Auf Bogenabbildungen verzichte ich mal, weil ich schon angefangen habe zu bauen... Aber ich möchte dennoch den Bogen kurz beschreiben, denn ich finde, man muss das Modell auch ein wenig kritisch sehen, obwohl es ein tolles Vorbild hat. Ich selber habe mit der Meersburg, Neuschwanstein und der Frauenkirche Dresden einige Tabernacki-Modelle gebaut. Mittlerweile bin ich seine "Verstärkungs-Orgien" auf 1mm-Graupappe irgendwie gewohnt – und finde das nicht unbedingt hilfreich, besonders für Anfänger. Bei der Meersburg hielt sich das Ganze in Grenzen, und auch wenn manche Untergerüste mit Spanten dem Modell zu mehr Standfestigkeit verhelfen – das Ausschneiden nervt. Macht aber Muckis... Bei der Kreuzenstein hingegen finden sich nur wenige dieser zu verstärkenden Teile. Ich werde im Verlauf des Baus auf einige Stellen dieser Art hinweisen. Dann hat Tabernacki gerne ein Faible zum Verstärken von Brüstungen etc. und auch zum Verfeinern von Details wie Rücksprüngen. An der Kreuzenstein findet man kurioserweise sowohl einige Detailbauten als auch dann unerklärlicherweise flache Wandflächen, die es wunderbar auszugestalten verdient hätten. Allein der Brückengang in der Mitte der Burg: er ist schlicht und einfach – flach... Ein Kasten, sonst nix! Das prominenteste Teil der Burg wird verflacht, während woanders z. B. ein kleiner Innenbalkon gebaut werden muss. Diese leichte Inkonsequenz zieht sich durch das gesamte Modell.
Was ebenfalls zu bemängeln ist: die fotorealistische Textur mag auf den ersten Blick gelungen sein, jedoch verrät fast jedes Fenster den Kamerastandort von Tabernacki. Er hat sich außer der Entzerrung wenig bis gar keine Mühe gemacht, die Fenster zu bearbeiten. Mal fällt ein schiefer Fenstersims in den Rahmen ein, weil er von sehr schräg unten reinguckt, mal werden die Fenster einfach gespiegelt (ebenso wie diverse Teilstrukturen). Während der Kollege Gierhardt JEDES Fenster in seinen Texturen entzerrt und mit realistischen Licht- und Schattenwürfen ergänzt, werden hier lustlos schiefe und perspektivisch unkorrigiert Fenster auf die Wand geklatscht. Richtig wild wird es bei Tabernackis ebenso neuem Modell Hildesheimer Dom, wo die Fenster Samba tanzen... Hier sollte sich der ansonsten sehr akkurate Konstrukteur in Zukunft wieder mehr Mühe geben.
Schlimm allerdings ist der Bogenverbrauch. Man kauft 14½ Bogen – und davon werden erstmal 2½ für eine Bilderanleitung verbraucht, die die einzelnen Schritte (mit teilweise etwas ungelenk zusammengebauten Teilen) darstellt. Auf der Rückseite findet sich deutscher und englischer Text. Tabernacki hat auch ein etwas großzügiges Händchen beim Verteilen der Teile auf den Bogen. Ich behaupte einfach mal frech, er könnte einen halben Bogen eingespart haben, wenn er etwas eleganter die Teile platziert hätte. Zudem orientiert er sich in Grundzügen an dem Tesa-Bogen der Kreuzenstein (wenn auch nicht mit der damaligen Würfel-Bauweise für den Untergrund) und verbraucht viele weiße Flächen. Gut, der "Burgberg" zu Anfang und die Grundplatte sind legitim, aber danach kommen wieder so manche weißen Wände, wo man eher denkt, die hätte es nicht unbedingt gebraucht... Und Baustufen-Fotos hätte man dann ebenso gut in die Weißflächen platzieren können – ich erinnere da nur an den Meister Hubert Siegmund, der (besonders auf den Bogen der Burg Eltz) jede noch so freie Fläche für Lagepläne und Montageskizzen genutzt hatte. Insofern hätte man gut und gerne zwei Bogen in toto sparen können...
Alles in allem (und genug der Meckerei): ein schönes Vorbild und sicherlich ein gut umgesetztes Modell, das zu manchen Superungen einlädt. Im Laufe des Berichtes werde ich solche Sachen vorstellen, wo man etwas mehr machen kann bzw. wo Tabernacki "geschludert" hat. Es ist ein schönes, mittelgroßes Modell und nicht unbedingt Tabernackis bester Wurf, jedoch sehr ansprechend. Ich werde also damit mal anfangen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Jens« (27. Januar 2015, 14:49)


Jens

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Dienstag, 27. Januar 2015, 14:47

Los geht es mit dem "Burgberg" und der Grundplatte. Letztere wird auf weißen Karton aufgezogen. Abweichend von Tabernackis Gepflogenheiten, ein Spantengerüst und eine stabile Deckplatte (á la Meersburg) zu erstellen, verzichtet er darauf. Aufgeklebt werden vier rechteckige Stützenkästen 1c und 1d. Ringsherum fügen sich die weißen "Mauern" 2a bis 2c als Ring dazu.
Weil ich aber doch ein wenig vom "Tabernacki-Virus" befallen bin und die Bodenplatte alleine etwas zu wenig war, habe ich die Teile 3 und 3a auf 1mm Graupappe geklebt (warum habe ich eigentlich zu Anfang darüber gemeckert, wenn ich es jetzt doch so mache...). Da eine Seite leicht abfällt braucht es einen kleinen Ritzer in der Mitte. Dass die Teile 1c und 1d sowie 2a bis 2c dadurch 1mm niedriger werden müssen und dementsprechend an ihren Bodenfalzen kürzer geritzt werden, ergibt sich ja selbstverständlich – denn ansonsten würde es dann spätestens bei der Ringgraben-Ummantelung Höhenprobleme geben.
Kleine Eingrifflöcher helfen, dass die Platte langsam ringsherum mit der weißen Außenmauer bündig und passend verklebt wird.
Teil 4, ein großer Rechteckturm, wird dann auf die Grundplatte und eine Außenmauer an die weiße Ringmauer bis zum Boden geklebt. Die 1mm-Platte und die verkürzten Hilfselemente passen dahingehend perfekt. Hier sieht man dann auch schon, dass das Modell lange Zeit sehr viel "Weiß" beinhalten wird...




Riklef G.

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Mittwoch, 28. Januar 2015, 08:16

Moin Jens,

schön, dass du diesen Baubericht einstellst - diese Burg steht auch noch auf der Wunschliste meines Bruders.
Dann kann ich ja bei dir ein bisserl abgucken :D
Superst du den prominentesten Teil der Burg?

Viel Erfolg und Spaß beim basteln.

LG
Riklef
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----------------
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Fertig:
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Im Bau:
Hauptfahrwerk einer Boeing B777
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Geplant: so vieles... :rolleyes:

wiesel

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Mittwoch, 28. Januar 2015, 08:38

Moin Jens,

diese Burg entspricht meiner Vorstellung vom Ritterleben, die ich in Kindertagen hatte.
Schön, dass Du Dich an die Dreidimensionierung dieses schönen Bogens machst.
Bis die Tage...

Helmut

"Einmal sah jemand die Häftlingsnummer 78651, die auf meinem Arm eintätowiert ist, und sagte: "Das ist wohl Ihre Garderobennummer?" Danach trug ich jahrelang nur langärmelige Pullover."
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modellschiff

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Mittwoch, 28. Januar 2015, 09:11

Hallo,
bei dieser Burg gefällt mir die fotorealistische Widergabe der Mauern. Man weiß, dass die Oberfläche glatter Karton ist aber das auge sieht die "3D Mauern".
Ulrich

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Mittwoch, 28. Januar 2015, 10:09

uiiii die Kreuzenstein!

Von den 3 Tesamodellen sicherlich die "unangenehmste" zum Bauen. Warum weiß ich nicht, aber irgendwie werd ich mit der nicht warm.... die hat was düsteres, bedrohliches an sich. Wobei ja die jetzige Burg mit der Originalen nichts mehr gemein hat.

Die Schreiberversion liegt auch bei mir schon seit einiger Zeit herum und wartet auf den Zusammenbau. Nur wenn, dann werde ich die verkleinern. Is mir ein bisl zu groß.

Die weißen Flächen gibts bei der Tesaversion auch. Die wird ja spiralförmig von innen nach außen gebaut. Eigentlich eine geniale Idee. Dürfte hier ähnlich sein.

Auf jeden Fall viel Erfolg und Spaß dabei!

walter
der schon auf das Endergebnis gespannt ist
Die Einhaltung der Vorschrift ist einzuhalten!

Andreas

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Mittwoch, 28. Januar 2015, 11:23

Moin Jens,

diese Burg entspricht meiner Vorstellung vom Ritterleben, die ich in Kindertagen hatte.
Schön, dass Du Dich an die Dreidimensionierung dieses schönen Bogens machst.


Hallo Wiesel,
Ich hoffe, ich zerstöre dir jetzt nicht deine romantische Vorstellung vom Ritterleben. Aber die Burg Kreuzenstein wurde im 30-jährigen Krieg zerstört und erst Ende des 19. Jhd. als Schauburg neu erichtet. Aber imposant ist sie allemal.
Gruß aus Wien
Andreas

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Mittwoch, 28. Januar 2015, 11:48


Superst du den prominentesten Teil der Burg?

Ich werde mir Mühe geben. Geplant ist, dass zumindest hier, also beim Laubengang über der bogenförmigen Brücke, wo man direkt reinschauen kann, der Gang zurückgesetzt gebaut werden soll. Allerdings muss ich dafür eine eigene Textur finden. Es hängen kleine Geweihe an der Wand und es gibt kleine Fenster. Dürfte aber keine große Hürde werden. Im Hinblick auf mein Vorwort finde ich es aber sehr sehr schade, dass Tabernacki zumindest hierfür keine Alternativteile angeboten hat, obwohl dafür überall genügend Platz gewesen wäre. Ich hoffe, in einer zukünftigen Auflage bietet er Zurücksetzungen und Gänge als Zusatzbauten an, Peter Gierhardt macht das bei seinen Modellen fast schon als Standard.

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Donnerstag, 29. Januar 2015, 09:42

Bei Teil 5 geht es los mit einem Detailbau, der sich woanders leider eben nicht wiederholt. Aus Teil 5 müssen drei Flächen ausgeschnitten werden, um einen zurückgesetzten Balkon mit zwei Säulen darzustellen. Wiederum ergreift mich das Superungsvirus: die Säulen und die Brüstung wären dabei nur papierflach, was mir nicht gefällt. Ich habe zuvor die Standlinien des Innenraums auf der Rückseite angezeichnet und den Raum mit 1mm-Graupappe beklebt. Nach dem Trocknen wurden dann minutiös und mit einem sehr scharfen Messer die Säulen und Wandränder herausgeschnitten. 5a wird wie eine Schachtel gefalzt und oben mit dem Halbrundbogen abgeschlossen, danach bündig an die Innenwand geklebt. Nun sieht der Balkon von außen auch recht massiv aus.


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Donnerstag, 29. Januar 2015, 09:51

Bevor man das Häuser-Ensemble aus den Teilen 6 und 7 weiter vervollständigt, lohnt sich ein Blick auf den Treppengiebel. Auch hier ist er nur papierdünn und darf durchaus verstärkt werden, zumal das angrenzende Dach relativ sorglos parallel um den 1mm der verdrängenden Graupappenstärke gekürzt werden kann. Man schneidet also an der Spitze die Doppelung des Giebels ab und klebt diese großzügig auf Graupappe. Nach dem Trocknen schneidet man die erste Treppung des Giebels und die beiden unteren Seitenflächen schon mal genau zu. Dieses hilft, das verstärkte Giebelteil innen auf die Wandfläche zu passen, die natürlich schon die selben Schnitte aufweist, damit eine Parallelität gegeben ist. Nun klebt man die beiden zusammen und überprüft nochmals den passenden Sitz, auch in der gleichen Höhe. Danach schneidet man die Treppen des Giebels wiederum mit einem scharfen Teppichmesser in Form und voilá – schon hat man einen mauerdicken Giebel, der sich prominent ins Dach einfügen wird. Diesen Effekt hat Tabernacki schon bei der Meersburg angewendet und man kann ihn auch auf viele andere Treppengiebel-Modelle anwenden, sofern angrenzende Dächer nicht allzu schwierig zu beschneiden sind.


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Donnerstag, 29. Januar 2015, 10:24

Es bleibt halt nur noch die Frage, ob man die Treppen einfach nur färbt oder mit Mauermaterial abdeckt, um einen richtig sauberen Giebel zu erhalten.



Nun baut man Teil 5 an den Burgberg an, der innere Balkon schwebt nur wenige Millimeter über dem Rand. Teil 6 ist eine U-förmige Wand, die Wand 5 mitstützt. Daran schließt sich die Giebelwand 7 L-förmig an. Da ich große Wandflächen von innen ebenfalls mit Graupappe verstärke, muss ich dort etwas tricksen, denn den Anschluss von Wand 7 habe ich übersehen. Egal, einfach etwas kürzen und mit einer Hilfslasche wieder innen ankleben.


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Donnerstag, 29. Januar 2015, 10:46

Teil 8 ist ein länglicher Mauervorsprung, der am Turm unter der Uhr angeklebt wird. Wand 8a schließt die Lücke zum Innenhof hin. Danach habe ich erst Dach 11 eingebaut, also das erste zum Turm hin. Wie man sieht, fingert ein Dachteil um die Turmecke zu der Säule hin. Da man erst den Dachboden zwischen den Wänden und danach die unproblematische, von Hof abgewandte Dachseite verklebt, bleibt als letzter Schritt das Schließen dieses Daches. In den Giebel habe ich mir kleine Eingrifflöcher stanzen müssen. Man muss das Dach also etwas um die Turmecke umbiegen, nach minimaler Anpassung des "Restschnippels" dann ankleben und mit einem Drahtstift oder Spatel die Laschen andrücken. Es passt danach alles genau zusammen.
Dach 9 kommt als nächstes auf die Wände 6. Diese sind durch den Berghang geringfügig schiefständig, das Dach ist dazu in sich leicht verdreht. Hier muss man also ganz genau auf den korrekten Sitz des Daches achten und die Wand 6 mittels Beschwerer leicht richten. Danach sitzt alles perfekt. Als letzten Schritt kommt das Dach 10 in die Mitte des Gebäude-Ensembles. Ohnehin ist die Giebelseite am Falz schon um 1 mm gekürzt, aber ich merke, dass sich das Dach nicht recht an Dach 9 anschließen möchte. Ich schneide kurzerhand die Klebelaschen ab, ersetze auf Dach 9 mittels abstehender Hilfslaschen diese Verbindung und kann nun bequem das Dach noch etwas korrigierend beschneiden, bis es sich passgenau zum Hof hin absenkend und eleganter klebend schließen lässt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jens« (29. Januar 2015, 18:30)


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Donnerstag, 29. Januar 2015, 11:05

Hallo Jens

Das ist ja eine perfekte Schritt-für-Schritt-Bauanleitung die Du hier ablieferst! Das wird manchem Nachbauer den Bau sehr leicht von der Hand gehen lassen.
Ein schönes Modell hast Du Dir ausgewählt, da wäre und ist einiges an Potential zum Supern! Der Balkon und die Treppengiebel sind da nur zwei Bespiele, die zeigen, wie viel das ausmacht :thumbsup:
Freundliche Grüsse
Peter

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Montag, 2. Februar 2015, 07:57

Danke, Peter. Wie Du gleich sehen wirst, gibt es immer wieder noch so kleine Ecken, wo man was supern kann.

Weiter geht es am Turm, hier schließt sich eine Kapelle an. Wand 12a ist wieder mal eine weiße Hilfswand, die am Turm angebracht wird. Wand 12 steht L-förmig zum Hof hin, daran schließt die fünfeckige Chor-Wand 13 an. Am Giebel gibt es kleine Vorsprünge, die normal einfach nur gedoppelt werden sollen. Ich habe die kleinen Mauer-Dreiecke erneut abgetrennt, auf 1 mm-Graupappe geklebt und diese "Öhrchen" verstärkt. Die Außenwand 12b wickelt sich entlang des "Berggrundrisses" vom Turm entlang (und hat auch hier die kleinen verstärkten Eckmäuerchen). Von dieser Wand wird oben eine kleine dreieckige Zwischendecke nach 12a angeklebt, daneben deckt Dach 15a einen Giebel ab. Auf diese Fläche montiert man bündig das Mauerstück 15.



Auf dieses Podest 15 kommt ein gotisches Türmchen. Die Textur wirkt hier sehr eindimensional, man erkennt nicht auf Anhieb, was das darstellen soll: offenbar ist dies eine Art Ausguck, denn eine Säule soll wohl eine Halle dahinter andeuten – ich weiß es nicht genau. Das sechseckige Türmchen 15b wird gefaltet. Da mir die glattgeschnittenen gotischen Spitzgiebel mit weißer Rückseite nicht gefallen, bekommen sie gedoppeltes Mauermaterial aus Resten eines anderen Bogens mit ähnlicher Textur. Ein selbstgezeichneter Sechseck-Boden hilft die Form zu wahren. Das ebenfalls irgendwie nackte Dachtürmchen hat genau so einen Boden. Zuerst wird die Kapelle mit Dach 14 (das an den Seiten wegen der eigenen dickeren Mauervorsprünge etwas angepasst werden muss) geschlossen, daran schmiegt sich zuerst das Türmchen. Nach Andrücken und Anpassen durch den offenen Boden kommt das Spitzdach darauf, das sehr sorgfältig ausgerichtet dort eingeklebt wird. Der große Turm nebenan gibt anschaulich Hilfe zum lotrechten Einpassen, so dass nichts schief werden sollte.


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Montag, 2. Februar 2015, 08:09

Ich bin gerade in Superungslaune und möchte neben diesen filigranen Kapellentürmchen nun auch dem Turm 4 seine Brüstung geben. Die ringsherum laufende Brüstung wird (man ahnt es schon) nur gedoppelt verstärkt. Gefällt mir nicht – ich schneide am Podestboden alles vier abstehenden Teile von 4a ab. (Auf der Rückseite zeichne ich zur Sicherheit noch den rechteckigen Stand vom Turm 4 mit an.) Die innenliegenden Mauern werden ebenfalls als Streifen abgetrennt und wiederum auf Graupappe geklebt. Unter den Boden kommen bündig ringsherum Hilfslaschen. Dann klebt man die scharf ausgeschnittenen Mauerteile innen auf die Außenwände und achtet dabei auf sauberen Abschluss und Bündigkeit. Nach diesem Schritt werden die fertigen Seitenteile wieder zurück an den Boden geklebt, nämlich auf die besagten Hilfslaschen. Danach geht es ganz einfach: dieses Gesamtpodest wird auf den Turm 4 montiert und anhand der schräg zum Turm anzubringenden Stützen fast wie von selber mittelnd ausgerichtet. Als letzten Schritt habe ich auf die nun ca. 1,1 mm dicken Brüstungsmauern farblich passendes Material geklebt. Sieht sehr realistisch "dick" aus, dieser Turm-Ausguck. Innen klebe ich noch das Mauerrechteck 4b ein, dann kann man das Dach wirklich als einer der letzten Bauschritte anbringen, weil es sehr hoch steht und demnach einfach aufzusetzen geht.


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Montag, 2. Februar 2015, 13:49

So sieht diese Front jetzt aus (man verzeihe mir das immer noch fehlende Turmdach 4):



Ich erlaube mir einen bildlichen Ausflug zum original unter:

http://alexanderhuebner.deviantart.com/a…ock-1-319965847

Hier sieht man, dass dieses Modell-Türmchen irgendwie flau, flach und gar nicht gotisch aussieht. Für diese paar Teilchen hätte ich mir eine Zweiteilung gewünscht: eine einfache, so wie verbaut, die wenig Arbeit macht, und detaillierte Teile, die man schön gotisch verformen kann. Herr Tabernacki, das geht besser!

Dann sollte man im Innenhof jetzt anfangen, die kleineren Anbauten anzubringen. Das Kapellendach 13a ist unproblematisch, wird aber dummerweise nahe des Turms verschlossen (wenn man so wie ich erst die langen Seitenkanten an der Wand anbringt und ausrichtet), was etwas fummelig wird. 13b ist ein kleiner Seitenanbau mit irgendeinem überdachten Denkmal. 7b und 7c werden in die Ecke verbaut. Der Brunnen 16 und 16a stellt ebenfalls keine Herausforderung dar. Fotografen sollten übrigens immer solche Möglichkeiten nutzen, um Makrofotos aus dem Innenhof zu tätigen. Später wird das nicht mehr möglich sein.


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Donnerstag, 12. Februar 2015, 12:24

Dann geht es auf der anderen Seite des Burghofes schon weiter. Außen werden die Wände 17 und 20 angebracht. Auf diese werden nach außen die plastisch ausgestalteten Teile 18 und 19 angeklebt. Spätestens hier versagt der Spagat zwischen Baubarkeit für Anfänger und Anspruch an Detailtreue mit etwas Mehrarbeit oder halt mit zusätzlichen Detailteilen völlig. Während der Vorsprung 18 noch durch seine Schattenwürfe eine gewisse nachvollziehbare Plastizität vermittelt, kann man Teil 19 – ausgerechnet ein großes Stück Schaufassade außerhalb der Burg – als misslungen bezeichnen. Sechs Mauerrücksprünge und ein Mittelerker werden einfach auf eine unten willkürlich abgeschrägte Schachtel als Textur gepappt, wo weder Perspektiven noch Schattenwürfe so richtig stimmig anzusehen sind. Besonders der Mittelerker sieht im unteren Bereich sehr merkwürdig aus und wird zudem von einer Falzlinie durchfahren. Tabernacki hat die Fenster und Wände ganz offensichtlich einmal abfotografiert und mehrmals nur gespiegelt und wiederholt, sodass im Mauerwek Wiederholungen sehr ärgerlich ins Auge fallen und die Perspektiven der leicht abstehenden Spitzbögen mit ihren Stützen vollkommen flasch aussehen. Selbst eine simple Abflachung dieses Gesamtbauteils ist falsch, die Falzlinie hätte durchaus 6mm höher angelegt werden sollen, um zumindest dann anzudeuten, dass dort Träger und der Erker zurückspringen... In späteren Detailfotos werde ich dieses Dilemma sicher noch bildlich einfangen können. (Die rechte Abschrägung ist auf dem Foto unten noch nicht angeklebt).



Auf der Hofseite geht es mit der Fassade und der Faulheit des Konstrukteurs weiter. Mittels der Wand 21 und einem angehängten Laubengang wird eine markante Stelle im Innenhof gebaut. Ich bemühe dazu folgende Vorbild-Fotos als Vergleich:

http://alexanderhuebner.deviantart.com/a…ck-32-320332155
http://alexanderhuebner.deviantart.com/a…9-HDR-320187857

Tabernacki hat für diese aufgestützt liegenden Laubgänge keinerlei Unterseite vorgesehen – das Teil ist hohl, die Bögenwände hängen flach herunter wie eine Gardine, und unterhalb sind Stützen zu sehen, die aber auf einer flachen Wand verschwinden. Auch das gefällt mir gar nicht! Nun gut, könnte man meinen, man kann ja später nur noch von schräg oben in den Hof einsehen, dann würde man ja nicht sehen, was drunter fehlt... Einspruch! Es wird sich immer eine Perspektive ergeben, wo die aufliegenden Stützen der Unterwand schräg zu sehen sein müssten, die in ihrer Abwesenheit natürlich hier fehlen und man würde erkennen, dass da was hohl ist.
Was tun, sprach Zeus... Zuerst müssen die Stützen plastischer werden. Ich schneide diese ohne Zögern aus Teil 21 aus und klebe die "Reste" auf Graupappe. Die Löcher werden von innen mit Restmaterial wieder gefüllt. Nach dem Trocknen werden 1 mm kleine Säulen scharf ausgeschnitten und wieder an ihren Platz zurückgeklebt. Nun sind sie plastisch.



Aus etwas Restmaterial mit einer Mauerstruktur falte ich mir einen langen Streifen in Laubenbreite zurecht und knicke mal vor, mal zurück und runde dabei kleine Bogen aus. Diese werden Kante an Kante stumpf angeklebt, bei den Auflegern helfen mir kleine Graupappenstreifen, eine Art "Balken" auszuformen. Nach einiger Trocknungszeit sieht das Ganze (in einer Hälfte) dann von innen so aus:



Nun geht es an den Zusammenbau: Oben werden erst die Dachkanten von 21b und später 21c (liegt noch separat) auf Wand 21 geklebt. Die erhabenen Säulenköpfe muss man geringfügig oben abschneiden, sodass beim Herunterklappen die tragenden "Balken" bündig "aufliegen". Der innere Bogenstreifen wird großzügig stumpf verklebt und solange es geht geformt und bogig angepasst. Daneben kommt in gleicher Weise 21c an die Wand. Oben wird noch der Mittelgiebel 21d angebracht. Nun muss das Ganze Ensemble vorsichtig erst an die Wand 20, dann von innen sehr bündig auf den Hof angeklebt. Die Außenwand schließt sich dann bündig an das vorhin angemoserte Teil 19 an.



Damit man erahnt, warum ich so ein Teil noch supere, muss man sich in Minimensch-Pose begeben und durch die noch offene Stelle auf den Hof sehen:



Hier sieht man nun "Säulen" und aus der Perspektive innere Mauerbögen. Man ahnt, dass dieser Vorbau solide sein muss. Wie traurig würde eine solche Ansicht in Tabernackis Original sein: ein flaches Kartonteil hängt als "Gardine" in den Hof – und "unter dem Schottenrock ist gar nichts, da ist nichts und da war nichts"... Je mehr man an dem Modell baut, um so mehr ärgert man sich über derartige Nachlässigkeiten in Konstruktion und Textur.

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Donnerstag, 19. Februar 2015, 15:04

Nun kommt auf dieses Gebäude das Dach drauf, erst anschließend an das Querdach das Teil 24, das bis zur Mitte reicht. Ich habe hier die Klebelaschen, die in die dreickige Mittelstütze reichen sollen, komplett abgeschnitten und eine eigene unterfütterte Lasche innen angebracht. das ergibt später eine glatte Dachfläche wie aus einem Guss. Nebenan wartet das zweite Dachteil 24a auf seinen Einsatz.



In der Zwischenzeit bereite ich die nächsten Teile für den Lückenschluss im Hof an dieser Seite vor. Erst mal hätten wir links die flache Eingangsfront 27 (schlecht zu supern, lasse ich so), die L-förmig an die Kapelle geklebt wird. Der Dreiecksturm 25 wird aus einem Guss gefertigt, inklusive Dach. Die kleinen Klebeöhrchen an den dreieckigen Erkerchen kann man abschneiden. Wenn die Dachflächen perfekt stehend zusammengeklebt sind, gibt das eine gerade Kante, die nur noch von innen stumpf etwas verklebt wird (Uhu auf einen Stab und in den Kanten entlang streichen). Teil 26 ist ein Verbindungsgebäude. Auch hier ist wieder ein unten hohler Anbau 26a anzukleben. Ich mache mir die Mühe und fülle auch diese Unterkante, selbst wenn sie später niemand mehr sehen sollte, mit einem Mauerteil. So wie diese drei Teile dann stehen, werden sie auf dem Burgberg in die vorhandenen Gebäudeteile eingefügt. Den Anfang macht 27, dann hatte ich den Dreiecksturm und zuletzt 26. Dies muss man aber recht gequetscht einfummeln. Besser wäre es, dieses als zweites einzusetzen und passgenau an 21 anzubringen und dann erst zum Schluss den Dreiecksturm keilförmig in die Lücke einzuschieben. So oder so, bislang passt alles sehr gut.


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Freitag, 20. Februar 2015, 11:30

Dann allerdings wird es ärgerlich: nach dem Einkleben aller dieser Gebäude sollen auch die Dächer schon mal gecheckt werden. Das Dach 29 allerdings ist falsch – hier fehlen zum Anschluss an Dach 14 ganze 3 mm! Auf dem Foto ist das Dach lose aufgelegt und man sieht diesen Spalt deutlich. Selbst wenn man zum Dreiecksturm gnädigerweise einen geringen Spalt lassen würde, die Spitze zum Anschluss ist einfach zu kurz. Und 3 mm fehlendes Material im Kartonmodellbau sind schon eine Ewigkeit. Bei den Bilderstrecken ist komischerweise das Dach 29 deshalb auch wenig zu sehen: auf einem Baubild sieht man eine geringe Lücke, und auf dem Titelbild klafft sogar ein weißer unretuschierter Blitzer (den man nur erhält, wenn man das Dach aus seiner oberen Waagrechten dort massiv herunterdrückt). Ich frage mich, ob es einen Kontrollbau gegeben hat.
Einen Rettungsversuch mit einem kleineren Ersatzstreifen aus einem anderen Kreuzenstein-Dach gelingt zwar, sieht aber doof aus, und dann fehlt dort bei dem anderen ohnehin etwas... Da Tabernacki keine Zusatztexturen (wie etwa Vyskovsky fast immer) für Reparaturen anbietet, wird mir nichts anderes übrig bleiben, als einen zweiten Bogen zu kaufen. Dadurch wird sich auch die Chance ergeben, den flachen Laubengang unfallfrei zu supern. Tja, so kann man auch das Geschäft ankurbeln... :pinch:



Wer übrigens auf den Dächern im Hintergrund Tesafilm und kleine Kreuze sieht: kurzfristig halte ich Ecken, Kanten und Anschlüsse gerne mal mit kristallklarem Tesa nach dem Kleben zusammen. Damit ich diese nicht vergesse abzumachen, sind sie mit einem kleinen Kreuz markiert.
An den Dreiecksturm 25 kommt noch ein U-förmig abstehender Anbau 25a dran. Das Ganze wird dann mit einer sehr großflächigen Wand 28 nach und nach verkleidet. Man schließt rechts an der Kapelle 12 an, schließt dann den Vorbau am Dreiecksturm und wickelt sich weiter bis zum Palas 24 ab. Mit etwas Zug und absolutem Grundstand klappt das auch sehr gut, es gibt beim Stoß dort so gut wie keine Lücke. Auch die "Abdeckung" am Dreiecksturm steht perfekt bündig. Dann wird zum Schluss ein kleiner Balkon an das Gebäude 26 angeklappt. Ich empfehle wie immer das Einschneiden von kleinen Grifflöchern, um einerseits die inneren Laschen noch richten und andrücken zu können und zudem manchmal etwas verhärtendes Uhu einfließen zu lassen (ich nenne das mal "Schweißen"). Gerade in der rechten Ecke fürs Türmchen 28d/e ist ein bisschen Klebstoffverstärkung ratsam.


Oktavian

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20

Freitag, 20. Februar 2015, 12:35

Hallo Jens!
Tolle Bauleistungen hier!
Sag, darf ich dir mal ne PM zur Hohkönigsburg schicken?
Leider ging das heute morgen per Einstellung nicht.
Gruß
Oktavian
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21

Freitag, 20. Februar 2015, 13:14

Moin Jens,

du hast doch das Dachteil 29 noch nicht verklebt....
Also vielleicht einscannen und mit einer Bildbearbeitung den Bereich verbreitern ("clonen"),
und dann neu einpassen?

Ich wünsche weiter viel Erfolg. :thumbup:
Gruß, Ralf

Fertiges seht ihr hier: Galerie

Jens

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22

Freitag, 20. Februar 2015, 19:16

Hallo Ralf,

nein, das Teil ist verhunzt. Ich hatte versucht, aus einem anderen, eher kleineren Dachteil einen kleinen Streifen anzusetzen. Das sah zwar zuerst ganz gut aus, aber dann sah man doch sehr deutlich die Reparatur. Ich hatte das Dach schon unten angeklebt. Jetzt klebt dort eine Ersatzlasche aus Resttteilen, deswegen sieht man dort auch eine andere Nr. 56. Und gescannte Teile kämen für mich nur bei Kleinreparaturen in Betracht, aber nicht für größere Teile. Ohnehin will ich ja noch den großen Bogengang supern, deswegen ist es für mich sicherer, dass man noch einen Zweitbogen hat. Tabernacki hätte solche Probleme von vornherein ausschließen können, wenn er derartige Zusatztexturen als Ersatz mit abdruckt. Das findet sich bei Vyskovsky überall da, wo noch etwas Restplatz bleibt. Und gerade bei dieser Bogenverschwendung mit Fotostrecken und dennoch so vielen Weißteilen ist das doppelt und dreifach ärgerlich.

Jens

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23

Montag, 23. Februar 2015, 18:59

Hallo Jens!
Tolle Bauleistungen hier!
Sag, darf ich dir mal ne PM zur Hohkönigsburg schicken?

Ja, schreib mal. Ich hatte das Modell schon unter dem Messer.

Oktavian

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24

Dienstag, 24. Februar 2015, 09:22

Hallo Jens,

also deine PN-Funktion geht leider immer noch nicht....Deshalb hier
Bin leider erst mal den Rest der Woche weg und würde dir dann nächste Woche schreiben (vielleicht klappts ja morgen doch noch).
Es ging um die Vorburg (also die vielen kleinen Gebäude unterhalb des Hochschlosses) und wie man die am besten auf dem schiefwinkligen Grundriss aufklebt.
Ich bin jetzt aber auch schon fast damit fertig... :D Irgendwie gings dann doch

Oh Mann, was für ein verrücktes Modell - diese Riesenburg in 1:400 bringt mich fast an meine Grenzen, aber macht doch recht viel Spaß alles in allem.
Mit grausts nur ein bissel vor den Felsen, die schienen ja sehr schwierig zu sein, oder?

Bisher erstaunt mich immer wieder die ungeheure Passgenauigkeit. Und mit den beiden ersten großen Felssträngen auf der Vorderseite der Burg gabs (noch) keine Probleme....

LG
Stefan
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25

Dienstag, 24. Februar 2015, 19:17

Ich liebe diese Art von Architektur. Da könnte ich mich stundenlang dran sattsehen. Leider muss ich auf einen Nachbau aus Platzgründen verzichten.

Deshalb schau ich gerne Dir weiter über die Schulter. Hoffentlich störe ich nicht.
Grüße

Dietmar

Alle Bilder sind - sofern nicht anders benannt - von mir.

Jens

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26

Montag, 13. April 2015, 14:12

In der Zwischenzeit, wo ich auf den neuen Zweitbogen gewartet habe, ging es mit der Burg weiter voran. Ich habe mich dem hinteren Bereich gewidmet und mich im Außenring weiter vorgearbeitet.



Weiter geht es also am großen Hauptturm. Die Mauer 30 wird gedoppelt und an das vorhandene Gebäude geklebt. Der Hauptturm 31 wird gerundet, innen mit einem zusätzlichen nachgezeichneten Spant verstärkt und oben mit dem Dach 31b gedeckelt. Hier ist das Dach noch nicht zusammengebaut. Zuerst habe ich den Turm dann nahe an die Mauer gerückt und auf dem Burgberg festgeklebt. Hier muss eine bündige Kante erzielt werden. Danach kann man den Turm ankippen, unten den Klebstoff auftragen und komplett auf dem Boden anbringen. Nachdem der Turm fest steht, kann das Dach geschlossen werden (man sieht hier wieder, dass ich eine eigene unterfütterte Lasche benutzt habe).



Die Mauer 30 bekommt ein Dach 30a aufgesetzt. Davor gibt es ein Wirtschaftsgebäude. Teil 32 hat einen stufigen Mauergiebel, den ich wieder mit 1mm-Pappe gesupert habe. Diese Materialstärke muss man aus dem Dach 32c natürlich wieder wegnehmen. Das Gebäude schmiegt sich passgenau überall an. Man sollte übrigens den Wehrgang 31d erst anbringen, wenn beide Anschlussdächer vorhanden sind. Deswegen baue ich den Hof schon mit der gewinkelten Mauer 33 zu. Im Innenhof sind auch hier abweichend wieder unterfütterte Laschen zum Einsatz gekommen, um die Innenwände glatt anstoßen zu lassen. Kleine Löcher oben helfen beim Ankleben, die Mauer auf dem Burgberg auszurichten und anzudrücken. Danach setzt man das hier noch nicht sichtbare Erkerchen 33a und die Dächer 33b und 33c auf. Erst danach klebt man den Wehrgang 31d an den großen Turm innen an.

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27

Montag, 13. April 2015, 14:54



In den Innenhof kommen dann noch einige andere Wirtschaftsgebäude. Das wird ein wenig fummelig, ist aber zu schaffen. Es geht los mit dem Gebäude 34 und einem großen Flachdach 34a. Danach kommt der Wehrgang 36 an die Mauer und daraufhin ein ähnliches Gebäude 35 und 35a in der Nähe des Erkers. Das kleine Dreiecksgebäude 38 wird an den Hauptturm gefummelt. In die Lücken müssen nun die Mauern passgenau gestellt werden. Bei der längeren Mauer 37 empfiehlt sich dazu einen mauerdicker Spant am Boden einzukleben, um sie stabiler zu halten. Nach mehrmaligem Einpassen und Zuschneiden an der schrägen Ecke zum Gebäude 35 wird sie eingesetzt. Die kleine Mauer 39 wird ebenso eingeklebt, beide sitzen bombenfest.



Jetzt kann man draußen schon den äußeren Grabenring anbauen. Hierzu wird wieder viel Weißmaterial verbraten, 40 und 40a bilden die Außenstütze. Die Böden 41 und 41 a sollten etwas verstärkt werden. Außerdem – wie sollte es anders sein – werden beide Böden mit einer unterfütterten Lasche verbunden. Hier sieht man nun auch, wie die restlichen Wehrgang-Dächer nun auf den Mauern thronen.

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28

Montag, 20. April 2015, 17:48

Hallo Jens,
obwohl die Burg einen fotorealistische Oberfläche hat kann man doch mit etwas Geschick noch viel mehr heruasholen. Ganz einfach super :thumbsup: .
Ulrich

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29

Donnerstag, 11. Juni 2015, 12:27

Während ich mich mit dem Schreiben des Bauberichtes aus zeitlichen Gründen etwas schwertue, ist der Bau unterdessen schon recht fortgeschritten. Ich hole also mal etwas auf (und verliere mich nicht in unnötigen Details).



Im vorderen Bereich wird der etwas tiefergelegte Boden 42 angebaut. Auch hier müssen Grifflöcher sein, um auszurichten und innen Laschen anzudrücken, und der Boden wurde verstärkt. Im Eingangsbereich rechts müssen einige Standlaschen sehr genau auf dem Boden ausgerichtet werden. Im Hintergrund wird der Boden 43 (und ein Bodengraben 43a) danach ebenfalls an die Wände angebracht. Später wird alles wie gewohnt mit Mauern- und Wandteilen abgedeckt. Links wird das stufige Gebäude 45 mit Dach 45a auf beide Böden und die Wand 19 geklebt.



Nun habe ich zuerst den kleinen Turm 51 auf dem Boden angebracht. Daneben klebt der kleine Übergang 52/52a/52 an der Wand. Nun muss der Wehrgang 49 zuerst als Innenwand auf dem Boden 42 angesetzt werden. Sein äußeres Pendant 49a hat eine ziemlich lange Abwicklung, die so in einem schlecht zu kleben und zu korrigieren wäre. Ich schneide in der Mitte des später anzusetzenden Vorsprungs 49d die Wand in zwei Teile. Links angefangen stoßen wir später an die immer noch wartende Mauer 48 an und wickeln uns um zwei Ecken herum. Die oberen Laschen sollten eigentlich direkt verklebt werden, jedoch tue ich das nur am Anfang und am Ende, dazwischen mache ich sie schmaler und offen, um noch reinlangen zu können zum Andrücken. Der rechte Teil von 49a wickelt sich dann um das Türmchen, hier sind wiederum die Bodenstände und die oberen Dachlaschen abstandsgebend. Zur Stabilisierung habe ich hier ebenfalls einen mauerdicken Kartonstreifen eingezogen, der stumpf angeklebt wird. Nun kann man das ganze schließen und an der Nahtstelle passt trotzdem alles recht gut zusammen. Rechts sieht man, dass das später anzusetzende Torgebäude 54 die Front komplettiert und bis zum (blaugrünen) Boden reicht.



Die Nahtstelle im Wehrgang wird durch den Vorsprung 49d bis 49f verborgen. Nachdem die Wehrgangdächer 50 und 50a aufgesetzt werden, wird es am Eingangsbereich interessant. Zuerst habe ich das Torgebäude 54 zu einem Block geformt, der bis zum Boden passend aufgesetzt wird. Dabei muss es mit dem Turm 51 hinten (etwas unsichtbar im Hof) bündig abschließen und hoffentlich exakt zum Übergang 52b passen. Gleich dahinter im Innenbereich wird noch ein Vorsprung 54a angebracht. Hier stehen rechts zwei dünne Mauerlaschen in die Luft – eine etwas kuriose Konstruktionsweise. Denn nun muss der runde Turm geformt werden. Mittels drei Kartonscheiben hält er seine Form. Erste trockene Stellproben zeigen, dass ich daneben etwas vom Boden 43 wegschneiden muss. Ganz zuletzt (und jetzt noch nicht) wird er dann passend zum Torgebäude eingeschoben. Als letzter Schritt wird hier noch Teil 49g angebracht, das trickreich zwei kleine Erkertürmchen ausformt. Darauf wird das gewinkelte Dach 51a aufgesetzt, das seine Form durch einen Boden und daraufhin die Wandanschlüsse definiert.

Jens

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30

Freitag, 12. Juni 2015, 10:14

Leider habe ich vom Zusammenbau des Turmes keine Zwischenschritte fotografiert, aber der Zusammenbau ist nicht so kompliziert, wie es zunächst vermutet wird.



Nach dem Fertigstellen der unteren Röhre 53 mit dem angeklebten Wulst 53a (der später das Torhaus verbindet) wird der Ring 59 mit 1mm Graupappe verstärkt – warum gerade dieses Teil, erschließt sich nicht ganz. Die Ränder werden passend zu den unteren und oberen Segmenten etwas stufig geschnitten, also nicht rund. Da hier dann die graue Pappe durchblitzt, habe ich den Ring etwas später mit einem braunen 1mm-Kartonstreifen ummantelt, damit es wenigstens etwas nach massivem Holz aussieht. Der Ring wird auf die Röhre geschoben, die Lücke mit einer angedeuteten Treppe muss exakt ausgespart bleiben, und entlang der Kanten wird stumpf angeklebt. Unterhalb schließt man mit Teil 59a die angedeuteten Stützen ab, die nach und nach ebenfalls stumpf an die Röhre geklebt werden. Teil 59b, die Fensterreihe, kommt nun auf den Ring. Die seitlichen Abschlüsse innerhalb der Aussparung sind irgendwie nicht stimmig, hier musste ich mit Zweitteilen einen halbwegs passenden eigenen Abschluss hinzukonstruieren. Der Zwischenboden 59c deckt das Ganze nun komplett ab. Der Dachring 59d wird mit einer unterfütterten Lasche glatt geschlossen und erst auf den Turm geschoben, dann auf dem Zwischenboden verklebt. Tipp: um das Ganze anzudrücken, habe ich mit einem Teeei und leichtem Gewicht diese Andrückprozedur vereinfacht. Während das Teeei gleichmäßigen Druck auf den Rand ausübt, kann man die genaue horizontale Lage noch etwas korrigieren. Das Kegeldach 59f wird ebenfalls mit unterfütterter Lasche geschlossen. In den Unterboden 59e kommt in die Mitte ein Loch, ebenso in den Boden des Turms. Ein Blumendraht wird nun exakt mittig in dem Turm gesteckt und oben aus dem Kegeldach ausgeführt. Dann kann dieses Dach den Turm komplettieren, die Naht zeigt dabei vom Betrachter weg zur Burg hin. Später weht hier eine österreichische Flagge.

Nun ist es Zeit, den kompletten Turm einzuschieben. Auf dem Boden und in die Seitenanschlüsse kommt Klebstoff, ebenso auf die unteren schmalen Seitenflächen des Wulstes 53a. Die oberen Flächen mit den Laschen vom Torhaus können noch lose bleiben und werden später exakter verklebt. Nun schnell den Turm einschieben, ausrichten und andrücken. Mittels Radiergummis und Beschwerern wird der Turm in seinem Stand gehalten und leicht angedrückt. Etwas später lasse ich noch auf der rechten Seite durch die Lücken weiteres Uhu einfließen, um weiteren Halt von (nicht sichtbar) außen am Boden zu geben. Hier auf dem Bild sieht man, dass die Torhaus-Laschen oben noch nicht verklebt sind (sie stehen etwas ab). Wenn der Turm am Fuß gut angetrocknet ist, unterfüttert man diese Laschen mit Klebstoff und verbindet gänzlich Turm und Haupthaus. Mit etwas Geduld sind dann auch diese Kanten exakt gerade und der Turm hat sich perfekt eingefügt. Erst jetzt allerdings sollte man das Torhaus-Dach aufsetzen.

Durch einen dummen Fehler habe ich ab hier leider einige weitere Baustufen-Bilder von der Kamera gelöscht. Ab hier muss ich die bisher getätigten Schritte am „vollen“ Modell neu fotografieren.

Jens

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31

Freitag, 12. Juni 2015, 14:58



Nachdem der Turm angebracht ist, kommt dem Torhaus Bedeutung zu. Innen am Hof muss zunächst der Eckvorsprung 54a angesetzt werden. Daneben kommt die Brüstung 54b, die hier zwar 3D aussieht, den kleinen Treppenabgang aber nur andeutet. Darunter ist das Teil wieder hohl, was hier aber mit einer Unterfütterung von 1mm Graupappe kompensiert wird und auch ausreicht. Nun wird auf das Torhaus zuerst sehr mittig und genau das Mitteldach-Erkerchen 54c eingesetzt, dass aus einem Guss gebaut wird. Darüber und zum Abschluss aller kommt das Dach 54d mit einer mittigen Aussparung. Am besten an der vorderen Kante ankleben und dann in einem nach hinten zum Hof abklappen, dort wird die untere Kante stumpf angeklebt. Das Dach ist recht passgenau, fertig ist das Torhaus. Was übrigens von mir zusätzlich noch angebracht wurde, ist ein Wehrgang-Treppenabgang. Im Original-Bogen ist der nur flach am Teil 57 angedeutet, ragt aber doch sehr in den Hof im Vorbild herein. Aus Zweitmaterial wurde dieser Abgang also zusätzlich gebaut und angebracht.



Nun ist die Eingangsfront an der Reihe. Die Brücke und der seitliche Bogen sind mit schwarzen Löchern versehen – für Anfänger einfach zu bauen, am Modell eher hässlich. Auch hier fällt der „Vorwurf“, dass keinerlei Zusatzteile zum Supern angeboten werden. Da ich einen Zweitbogen habe, fällt mir das Supern nicht schwer (zur Not muss man mit dem einen Stück Mauerteil auskommen, das im Bogen als Ersatzteil dient). Der Bogen 55 wird wie gewohnt auf 1 mm Graupappe geklebt und der Bogen ausgeschnitten. Die Treppenrückwand wird extra ausgeschnitten, da sie später eine (etwas verschmälerte) Treppe zum Torhaus aufnehmen muss. Das Teil 55a ist nämlich Zugbrücke und gewinkelter Seiteneingang in einem. Zuerst wird die Treppe also angebracht (sieht man auf dem Foto nicht), dann wird der gesamte Bogen an den Turm und auf den Boden geklebt. Die Zugbrücke stößt dann ebenfalls direkt ans Torhaus. Die kleine linke Mauerwand 49h war ja schon vorher dran. Zwischen diesen beiden Mauern muss nun die Brücke gestellt werden.

Die Brückengeländer werden ebenfalls mit Graupappe verdickt und extra hinterklebt. Darunter wird der Brückenboden angebracht. Die Bögen werden in der Breite der Brücke aus Extra-Material mit innenliegenden Klebelaschen konstruiert und innen zuerst an eine Brückenseite angeklebt. Ich habe hier übrigens die Brücke von drei auf zwei Bögen verkürzt, das reicht von der Länge her. Die Front wird ebenso mit Zusatzkarton vorne verschlossen. Nun muss nur noch die andere Brückenseite alles abschließen. Nach einer ordentlichen Ausrichtung und Trockenzeit kann die Brücke dann auf dem Boden angebracht werden. Die Zugbrücke liegt dabei etwas auf. Durch das Supern habe ich realistische Mauerstärken erreicht. Auf der Grundplatte wurde rundum schon ein Zuschnitt gemacht.

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Freitag, 12. Juni 2015, 19:51

Phänomenaler Bau, Jens!

Und die Grafik des Bogens ist ja wohl allererste Sahne, oder?
Bis die Tage...

Helmut

"Einmal sah jemand die Häftlingsnummer 78651, die auf meinem Arm eintätowiert ist, und sagte: "Das ist wohl Ihre Garderobennummer?" Danach trug ich jahrelang nur langärmelige Pullover."
In Erinnerung an Simone Veil, † 30. Juni 2017



Im Bau: CAP SAN DIEGO (roko)

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Schildimann (13.06.2015)

Jens

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Montag, 22. Juni 2015, 14:20

OK, es geht jetzt nach dem Eingangsbereich wieder fix weiter. Man bekommt recht schnell die Burg geschlossen.



Auf den Boden 43 bringt man wie gewohnt erst eine Innenwand an, hier das lange Teil 57, und von außen gibt es das komplette Gegenstück 57a. In der Länge kann es sein, dass man zwischen den beiden Türmen ein wenig anpassen muss, aber es passt alles gut. Schrittweise wird die Außenwand wiederum verklebt. Die Erkervorsprünge 57b bis 57f sind etwas fummeliger anzubringen. Unter diesem kleinen Runderker habe ich noch aus Zweitmaterial des Innenhofes einen kleinen Seitenrand gebildet. Rechts klebt der Erker 57g/h an der Wand. Nun müssen nur noch die Dächer 58 bis 58 b aufgesetzt werden. An großen Rundturm fügt sich das Wehrgangdach mit etwas Beschnitt perfekt in den anderen Vorbau ein.



Nachdem ich die Kamera für einen Urlaub geleert hatte, glaubte ich einige Bilder gelöscht zu haben. Ein – wichtiges! – Bild hat jedoch überlebt. Es geht nämlich um den Bau der Zinnen auf den Mauern auf der anderen Burgseite. Ich hatte diese Arbeit ja ebenfalls etwas geschoben. Bei den Teilen 47 und 48 kann man sich entscheiden, ob man eine einfache Mauer baut oder Zinnen ausarbeitet. Wie man das aber macht – darüber schweigt sich die Anleitung aus, es heißt lediglich, dass man die dunklen Zwischenräume ausschneiden kann.
Hier ist meine Vorgehensweise: Die Mauer ist 6 mm dick, die Zinnenzwischenräume kann man mit gleichbleibend 4,5 mm Breite ausschneiden. Die Unterhöhe ist immer gleich, die Abstände variieren leicht, aber dieser Zwischenraum ist also stets gleich. Wenn man diese braunen Rechtecke ausgeschnitten hat und die Mauer formt, ergeben sich schon hohle Zinnen. Nun zieht man innen einen Pappstreifen geringfügig in Papierstärke tiefer als die Unterkante der Scharten stumpf ankleben ein, an der Außenwand. Testweise kann man die Mauer so mal trocken ansetzen und die Abwicklung zum Hofboden testen. Wenn das passt, kann man auch schon die Hofinnenseite stumpf an den Pappstreifen ankleben, jedoch noch nicht an den Boden und außen an die Burg! Ergebnis: der Pappstreifen fungiert als Auflage. Nun schneidet man aus dem Streifenmaterial 6 mm breite Streifen länger, als man für die Scharten benötigt, ritzt diese rückseitig mit ca. 4,4 mm und formt mehrere kleine U-förmige Teile. Diese setzt man zuerst exakt auf die Mitte der Pappe. Dadurch, dass man die Pappe geringfügig tiefer als die Kante geklebt hat, fällt das Papier der U-Teile exakt auf die Außenkante. Die beiden überstehenden „Ohren“ können dann mit hinterstrichenem Leim stumpf an die drei Restkanten angeklebt werden. Nach dem Trocknen werden sie mit einer Nagelschere oben an den Kanten exakt abgeschnitten. Fertig! Glatte Kanten, wenig Fummelei.
Rechts im Bild sieht man die hohlen Zinnen und den eingezogenen, ganz leicht tiefer angebrachten Pappstreifen, davor warten einige U-Teile aufs Einsetzen, zwei überstehende Ohren müssen beschnitten werden, und links sieht man die fertigen geschlossenen massiven Zinnen. Ein wenig Kantenfärben hilft für einen guten Eindruck.



Ein anderer Wehrgang-Komplex klebt schon etwas länger. Hier sind es die Teile 46 bis 46e, die als Dächer diese Ecke komplettieren. Das sechseckige Erkerdach 46b sieht etwas komisch an der Ecke aus und fügt sich nicht so recht zu den anderen Seitendächern hinzu, wie falsch verklebt. Nun ja…

Jens

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Montag, 6. Juli 2015, 13:25

Aber lange, lange Zeit habe ich den Superungsvorgang des Mittelganges vor mich hergeschoben. Da die Burg langsam ihrer Vollendung entgegengeht, muss ich mich auch jetzt mal darum kümmern. Das "Problem" war ja, dass gerade bei diesem prominenten Bauteil eine flache Fassade zum Innenhof zum Tragen kommt, ohne die Chance (wie beim Teil 5a/b außen) eine nach innen liegende Galerie wie im Vorbild mit zusätzlichen Teilen auszubauen. Hierzu bemühe ich nochmals das Bild des Fotografen Alexander Huebner vom Vorbild:



Tabernacki bietet hier wie gesagt nur ein flaches Bauteil als Kasten an. Da ich den Bogen also nun ein zweites Mal für Superungen angeschafft habe, kann ich hier auch diese Galerie plastisch ausbauen.



Das erste Originalteil 23 wird in Höhe der später zu öffnenden Galerie mit Graupappe hinterklebt. Nach dem Trocknen werden die Bögen mit einem sehr scharfen Messer ausgeschnitten. Aus anderen Teilen wurde ein passender Boden bündig angeklebt, der noch Platz für den knapp darunter anzuklebenden Bogen 23a bieten muss. Nächste Änderung: Die Klebelaschen habe ich dem Bogenteil "hinzugedichtet", diese befanden sich original am Bogenrand von 23. Man sieht aber in den Baustufenfotos, dass dann die Materialstärke des Bogens an der Kante sichtbar wird. Hier sollte man also die Klebelaschen tauschen, hinterliegende Laschen kann man besser richten und machen eine glatte Kante. Aus dem Zweitteil 23 habe ich eine Art Schachtel gefalzt, die sorgfältig an die inneren Maße angepasst wird. Links und rechts müssen aus anderen Teilen Türen angedeutet werden. Der nachgebildete Gang hat in etwa die Hälfte der Breite des gesamten Bauteils. Eine eigene Nachbildung einer Rückwand habe ich mir geschenkt: die sich wiederholenden Säulen machen sich gut als angedeutetes Gewölbe, und unter die Decke kann man nach dem Einbau eh nicht mehr gucken. Es ist also so, dass somit nur die originale Textur von 23 etwas zurückgesetzt verbaut wird.
Nun wird zuerst der Bogen an eine Seite angeklebt, vorzugweise an den Gang. Danach muss das neue Gesamtteil 23 sorgfältig geschlossen werden. Da die beiden Nachbargebäude etwas konisch zusammenlaufen, muss man dieses Teil dann von der Hofseite "einschieben". Um Verschmierungen durch Klebstoff an den Seitenwänden zu vermeiden, empfiehlt es sich dringend die Schmalkanten mit Post-it oder Tesafilm bündig mit der Einbaukante abzudecken. Auch der Boden kann diese Art "Malerfolie" gut gebrauchen. Nun wird Teil 23 an den Seiten-, Boden- und Dachseitenflächen mit Klebstoff bestrichen und flugs eingeschoben. Schnell wird das Teil gerade ausgerichtet, an den Dachflächen etwas zurechtgeschoben und überflüssiger Klebstoff entfernt. In der Tat hat sich Uhu an der "Malerfolie" abgeschmiert. Nach dem Trocknen kann man aber diese entfernen und alles ist sauber geblieben. Und dann sieht der Gang mit seiner neuen 3D-Galerie so aus:



Ich finde es wie gesagt schade, dass für solch eine tolle Galerie keine Zusatzteile zur Superung angeboten werden und eine flache Tapete die einzige Möglichkeit bleibt, während draußen an der Burg in gleicher Manier ein wesentlich kleinerer und aufwändigerer Rücksprung gebaut werden muss.

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Mittwoch, 29. Juli 2015, 14:28

So, ich denke, ich kann den Baubericht nun auch mit einem Resümee abschließen. Fotos bedarf es nicht mehr, ich habe nur noch ein paar Dachgauben und Schornsteine auf das Dach des Palas 24 geklebt und damit die Burg komplettiert.

Mein Resümee zur Burg Kreuzenstein, JFS 736:

  • Der Bau geht relativ zügig vonstatten, es gibt keine großen Passprobleme bis auf das zu kurz konstruierte Dach 29, wo es an dieser exponierten Stelle besonders ärgerlich ist, eine Lücke klaffen zu haben oder Teile verzogen zusammenzudrücken, damit es womöglich passt.
  • Das Vorbild ist verlockend, eine gute Wahl, attraktiv, bekannt und nirgendwo (bis auf die alten Tesa-Modelle) bislang erschienen.
  • Während die Konstruktion gelungen ist (bis auf einige Punkte, die ich noch ansprechen werde), muss man bei der Textur Anflüge von Faulheit bemängeln: Texturkacheln wiederholen sich sichtbar, werden simpel gespiegelt und liegen sogar oft sichtbar nebeneinander. Schlimm sind mehrfach stufig kopierte kleine Flicken, die in sich nirgendwo vermischt werden, so dass man deutlich Flickschusterei erkennt. Anhand der perspektivisch nicht korrigierten Fenster kann man oft erahnen, wo Tabernacki gestanden hat, als er das Vorbild abfotografiert hat. Mal guckt man von unten nach schräg links oben, mal ist es andersherum. Da die Fenster nicht so regelmäßig verteilt sind, fällt das zuerst nicht auf, diese Nicht-Korrektur ist aber besonders schlimm bei Tabernackis anderem neuen Modell Hildesheimer Dom, wo die Fenster nur so tanzen... Das geht alles viel besser, und Kollege Peter Gierhardt macht es vor, dass man jedes Fenster korrigieren und mit den gewohnten Nordwest-Schatten versehen kann. Letztlich ist die Dachtextur recht eintönig und teils nicht parallel zu den Gebäudekanten. Angesprochen habe ich ja schon das gotische Türmchen, dass dermaßen verflacht wurde, dass es mit der Realität nichts mehr gemein hat. Die Balance zwischen Perfektion und Vereinfachung ist nicht gelungen, da ist noch sehr viel Luft nach oben. Manchmal habe ich das Gefühlt, die Teile sind nichts weiter als Pappschachteln, die mit (wenn auch farblich gut behandelten) Fotos beklebt wurden.
  • Die Faulheit geht weiter bei der Konstruktion: auch hier ist zu bemängeln, dass es kein Angebot von Superungsteilen gibt, um z. B. den Galeriegang, Giebel oder andere Gebäudestrukturen supern zu können. Dafür werden Unmengen von Bogenseiten für mittelmäßige Fotostrecken vergeudet, die den Zusammenbau erklären, wo es vier, fünf gute Explosionsskizzen auch getan hätten. Wiederum muss Tabernacki zu den Kollegen Gierhardt oder Vyskovsky schielen, die selbst die größten Gebäude mit wenigen Skizzen erklären können. Ebenfalls fressen viel zu viele Weißteile weitere Bogen. Diese Platzverschwendung ist eigentlich das größte Ärgernis am Bogen: ehe man zu den grafischen Teilen des Modells vordringt, hat man vier Doppelbogen Luft durchgeblättert. Allein für die Anleitung hätten sich die Weißteile als Platz angeboten, da diese später allesamt beklebt werden. Dass das funktioniert, zeigt z. B. der Bogen der Burg Eltz von Siegmund, wo jeder weiße Raum für Skizzen verwendet wurde. Fazit: Bogenvergeudung, wo man gleichzeitig weitere Superungsteile für die Spezialisten hätte anbieten können.
  • Während alle Teile recht stimmig sind, ist ausgerechnet das prominenteste Außenteil eine Katastrophe: die Palas-Außenwand 19 macht so ziemlich alles falsch, was ich bereits erwähnt hatte: eine flache Schachtel mit einem Knick, der nirgendwo zu den Bogen passt, der Mittelerker wurde an den den Seiten einfach gespiegelt und ist perspektivisch total falsch. Allein hier hätte man Superungen anbieten müssen, um diese Front zu retten. Natürlich fällt die Galerie über dem Bogengang ebenso ins Gewicht. Außen muss man einen Balkon relativ klein anfertigen, aber für das prominente Innenteil im Hof fehlt jegliche Superung.
  • Gebaut ist die Burg Kreuzenstein nun also recht stimmig, Superungen gelingen nur mit einem Zweitbogen. Ist dieser nicht opportun, erhält man ein flacheres Modell, das den Spagat zwischen Anfänger- und Spezialisten-Modellbauer versucht, aber beide nicht recht zu bedienen weiß. Erst mit einiger Nachhilfe gelingt dann ein ansehnliches kompaktes Modell. Größtes Ärgernis ist also die Bogenvergeudung und -nutzung, das muss dringend anders werden.

Eine Galerie werde ich noch in den nächsten Tagen versuchen. Damit schließe ich meinen Baubericht ab.

Glue me!

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36

Mittwoch, 29. Juli 2015, 20:39

Ein Baubericht, der einem tiefe Einblicke verschafft, in der Tat. Danke für die Ausführlichkeit!

Ich bin beim Durchblättern des Bogens zu ähnlichen Eindrücken gekommen. Im Prinzip ein fantastischer Bau, viele gute Ansätze, aber auf halbem Weg zu "Grossartig" macht die Konstruktion schlapp. Die Tatsache wird eindeutig zu wenig berücksichtigt, dass viele Modellbauer auf gewisse Details einfach nicht mehr verzichten wollen und dass die Ansprüche an ein hochwertiges Modell generell gestiegen sind.

Gerade der grassierende Fotorealismus kann ein Schuss nach hinten sein, wenn im Kontrast dazu eine Schuhkarton-Konstruktion angeboten wird. Mit Wehmut denke ich an die Zeit, als Tabernacki seine Modelle noch von Hand gezeichnet hat, und zwar MEIS-TER-HAFT!!!
Vorbei, vorbei... ;( ;( ;(

Beste Grüsse von Gloomy
Dauerbaustelle: Prinz Eugen
Etwas Fertiges: Mikro-Neuschwanstein
Mit guter Chance auf Fertigstellung: Die Prager Burg

Riklef G.

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37

Mittwoch, 29. Juli 2015, 22:03

Moin Jens,

ich stimme Glue me voll zu. Ein schöner Bau in einem schönen Baubericht.

Mir persönlich gefallen die alten gezeichneten Texturen oft besser - aber das ist ja wie so vieles Geschmackssache ^^

LG
Riklef
"Der Erfinder der Autokorrektur ist ein Armschlauch."

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Projekte:
Fertig:
Iljushin IL-14 1:33
Lockheed L-1649 A 1:100 (1. Version fertig)
SIBAJAK von Scaldis 1:250

Im Bau:
Hauptfahrwerk einer Boeing B777
De Haviland Comet 4B 1:100

Geplant: so vieles... :rolleyes:

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