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nilpferd

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1

Donnerstag, 24. November 2005, 00:11

Baubericht ME 262

Liebe Freunde,
bin noch ganz neu hier im Forum und grade wieder im Begriff meine in jugendlichem Alter entwickelten Ambitionen zum Modellbau neu zu beleben.

In den letzten 20 Jahren hab ich es zwar nie aus den Augen verloren, mich aber eher als Jäger und Sammler, denn als Modellbauer betätigt.
So stapeln sich mitltlerweile eine dreistellige Anzahl an Papier-, Plastik- und Holzmodellen quer durch alle Kulturepochen, zivil und militärisch, je nach Sammellaune durch alle Waffengattungen..

Zwar hab ich für den Wiedereinstieg in dieses Hobby ein eher mittelschweres Modell ins Auge gefasst - die Finger müssen ja erst mal wieder an die gebotene Feinmotorik gewöhnt werden und der schwarze Gürtel im Pinzettenhandling neu erworben werden, doch dann stolperte ich über die ultimative Herausforderung:

Eine ME-262, im freien Download verfügbarund mit mehr als 10 Einzelteilen!
Als großer Liebhaber dieses Flugzeuges, das ich seinerzeit schon aus fast allen Materialien in fast allen Maßstäben gebaut hatte, war klar, was zu tun sei: Bau es!

Gesagt, getan und Drucker angeschmissen.
Das Ergebnis liess mich zittern und ich hörte wieder meine Mutter an die Tür pochen, endlich die Lateinvokabeln zu pauken - spielen könne ich später.



Swastikas unkenntlich gemacht, Bild wieder eingefügt.





Natürlcih konnte ich dieses nach Schere und Prittstift lechzende Stück Papier (nächstes mal nehm ich aber kein Photo-Glossy mehr) nicht lange jungfräulich liegen lassen und legte mir das nötige Werkzeug bereit:







Nach mehreren Stunden intensiver Meditation öffnete sich mir die Erkenntnis, in welcher Reihenfolge die einzelnen Bauteile wohl angeordnet werden wollen.
Zudem wurde mir zweierlei klar:

1. Nächstesmal nehme ich die Pappkerne von Klopapierrollen, schneide Zähne rein und mal sie grün an. Das spart Tinte.
2. Kein Wunder, dass dem GröFaZ mit diesem Ding der Sieg verwehrt blieb. Die Reifen sind total eckig - da wird wohl kaum mal ein Exemplar über die Rollbahn hinausgekommen sein.



Swastikas unkenntlich gemacht, Bild wieder eingefügt.





Besonders beeindruckte mich die Nase des Flugzeugs. Der Konstrukteur muss wohl heimlich vom Wüstenplanet und Sandwürmern geträumt haben. Lange war ich unschlüssig, ob ich die Zähne nach innen oder nach aussen biegen soll...







Auch von seltsam geformten Teilen auf dem nächsten Bild wurde mein gesamtes noch verschüttetes modellbauerisches Frühwissen in Anspruch genommen. Verschiedene Biegeversuche bereiteten letztendlich den Weg.








Im weiternen Verlauf der Nacht fleppten sich die Teile nur so aneinander. Naja - wenn man das richtige Werkzeug hat, kein Problem :D







Nun kommen wir aber zum abschliessend wichtigsten Teil der "Bauarbeiten".
Als fleissiger Leser des Forums und begeisterter "Wissenseinsauger" hat sich nichts tiefer in mein Hirn gegraben als der wertvolle Tip:
Du musst Deine Modelle beschweren, damit sie sich nicht verziehen!
Die diesbezüglichen Threads las ich mir mehrmals genau durch und startete daraufhin eigene Versuche.

Der erste Versuch brachte aber auch nach mehr als 24 stündiger Aushärtungszeit kein nachvollziehbares Ergebnis:







Nach kurzer Überlegung beschloss ich, die Versuchsanordnung umzukehren:














Heureka! Nur einen Tag später darf ich das Ergebnis von Schweiss, Blut und Tränen in den Händen halten:
Die ultimative Me 262 "Flunder"







Als bemerkenswert sei hier noch erwähnt, dass sich durch diese Behandlung das linke Höhenruder vom Rumpf gelöst hat. Neben den eckigen Reifen ein weiteres Indiz darauf, dass dieses eigentlich hervorragende Flugzeug niemals eine Änderung im Kriegsverlauf hätte herbeiführen können.

Grüße,
nilpferd

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »nilpferd« (24. November 2005, 09:07)


Henry

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2

Donnerstag, 24. November 2005, 00:50

Ja Hallo Nilpferd,
wenn es hier einen Wettbewerb für den humorvollsten Baubericht geben würde, gäbe ich Dir glatt die Höchstpunktzahl, einfach herzerfrischend dieser Beitrag aber bitte lass nächstes mal das Modell "überleben".
Beste Grüße
Henry
Henry Gölz verstarb am 09.12.2010 an den Folgen einer Krankheit. Mitglieder und Team von Kartonbau.de vermissen Henry und seine Beiträge sehr. Seine bisherigen Beiträge in unserem Forum sind nun Teil unser Erinnerung an Henry.

Ernst

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3

Donnerstag, 24. November 2005, 01:36

Hallo Pferd vom Nil,

selten so gelacht wie über diesen Baubericht der ist einfach wunderbar mit welchen Werkzeug du diesen Flieger fertiggebracht hast.

Ein großes Danke für diesen Bericht mit den Bildern =D>

Viele herzliche Grüße
Ernst
Bin jetzt ein GELIaner

4

Donnerstag, 24. November 2005, 07:03

selten so herzlich gelacht wie heute, erste Sahne, muss mir immer noch die Tränen aus dem Gesicht wischen
Gruß Robi
Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.

nilpferd

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5

Donnerstag, 24. November 2005, 09:41

Liebe Freunde,
habt Dank für eure freundlichen Kommentare.

Es ist schön zu sehen, dass die Gemeinde Humor gut vertragen kann und wohl nicht vorwiegend aus millimeterpapierverliebten Skalpellperfektionisten mit Hausmeistermentalität besteht :D

Natürlich wird es von mir auch Modelle geben, die nicht wieder in einen zweidimensionalen Zustand portiert werden, sondern sich wohl zum Leidwesen meines Weibchens einen Platz zwischen ihren Sammeltassen und Hummel-Figuren erobern werden.

Angesichts der teilweise hier vorgestellten Meisterleistungen der Modellbaukunst wird aber noch einige Pappe zerfitzelt werden, bis aus meiner Hand etwas entsteht, das auch nur halbwegs vor den kritischen Augen der Zunft bestehen kann.

Zum Schluss noch ein Dank dem aufmerksamen Forenmoderator, dem meine Nachlässigkeit im Umgang mit den NS-Symbolen sofort aufgefallen ist. Nächstesmal pass ich besser auf ;)

Grüße,
nilpferd

waltair

Generalgouverneur Pitcairn

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Samstag, 26. November 2005, 18:33

:) :) :)

bin begeistert von diesem baubericht!!!!!

ich glaube in meiner geli-zeit vor millionen von jahren erging es einigen modellen auch in dieser art und weise. is die beste methode um die dinger platzsparend in den mistkübel zu bringen.

eine idee hätte ich noch: da der silvester quasi vor der tür steht, empfehle ich die befestigung einer recht grossen rakete am ungelibeten modell. ein paar kracher unter die tragflächen montiert, alles auf eine startrampe und zum jahreswechsel dann anzünden.

kommt irre gut!!!!

grüsse
waltair
Es kann nicht sein, dass man in zwei verschiedenen Städten verschieden lange zum Bahnhof braucht!

nilpferd

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7

Samstag, 26. November 2005, 21:12

Danke für Deine Anregung waltair,
die ME 262 Flunder ist aber keineswegs ein ungeliebtes Modell, sondern lediglich mein erstes seit mehr als zwanzig Jahren...
Mittlerweile hat sie in meinem Hausrat einen Platz als Lesezeichen in einem meiner Lieblingsbücher gefunden - muss sagen, dass das eine recht platzsparende Methode ist, seine Modelle aufzubewahren.

Hier stehen ca 1500 Bücher, hmm...

Spass beiseite: Die Nachfolger werden nicht geplättet ;)

Grüße,
nilpferd

8

Samstag, 26. November 2005, 21:17

Zitat

Original von waltair
eine idee hätte ich noch: da der silvester quasi vor der tür steht, empfehle ich die befestigung einer recht grossen rakete am ungelibeten modell. ein paar kracher unter die tragflächen montiert, alles auf eine startrampe und zum jahreswechsel dann anzünden.


Mit dieser Methode hab ich meine Plastikflieger entsorgt - ich kann mich noch gut an meine 1:72er Viggen erinnern - da hab ich das Friebwerk aufgebohrt und eine Rakete geladen - die ging super ab ;-)
Gründungsmitglied der HobbyModel-Gang und Luft46-Gang

Andreas 2903

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9

Samstag, 26. November 2005, 21:45

Leider ist das Leitwerk zu arg demoliert.
Ansonsten wäre die Me 262 noch für ein 1A Diorama zu gebrauchen.



Evtuelle Bauungereimtheiten wären sinnvoll mit diversen Moosen und Farnen zu Tarnen gewesen.
Natürlich wäre eine sinnvolle Nutzung durch dezente Superung auch jetzt noch möglich. Follgende Vorgehensweise zum Vorschlag.
1. Mittels Ballluftpumpe Modell vorsichtig aufblasen (geht auch mit der Gusche)
2. Kaschieren der Konturen mit Alu-Haushaltsfolie.
3. Leichte Tarnbemalumg mit Schultusche.
4. Plaziern des Modells in malerischem Modellpanorama (Alpenschlucht o.ä.)
5. Feuerteufel spielen und Modell abfackeln.
6. Reste unter geeigneter Sichthaube plazieren und sauteures Messingschild anbringen.

Inschrift "Verlorener Kampf"

Zur Modellbaumesse vorstellen und ersten Platz belegen.
Modellbau bildet !!!

Meine Homepage : www.willkommen-eins.de

MfG Andreas

cbg

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10

Sonntag, 11. Dezember 2005, 06:36

Lieber Nilpferd,

Ich verband diese Gruppe, um meinen Deutsch zu verbessern und neue Leute zu treffen.

Ich dachte nicht, daB ich soviel lachen wurde! Vielen Dank fur Ihren(Deinen?) "Report".

Ich muBte nicht Deutsch lesen, um ihn zu verstehen. Ich denke, daB wir alle ans uns selbstlachen sollten. Ich mag die Bookmarkidee sehr!

Alles Gute,

p.s. warum muBt man die Hakenkreutz nicht sehen/schauen?
"Think small."

im bau:
Douglas M2 mailplane

auf dem Bucherbord:
FG Me-262; DCM Bristol Scout; Ta-152-C; FG GeeBee R-1; Leonardo's "Ornithopter"; "das Phoenix"

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »cbg« (11. Dezember 2005, 06:40)


fuchsjos

Meister

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11

Freitag, 20. Januar 2006, 08:22

Hallo Nilpferd!

Leider habe ich diese humorvolle Abhandlung bis jetzt übersehen und kann daher erst verspätet reagieren.

Herzlichen Dank für dises Juwel - habe selten so gelacht. Dein Stil ist hervorragend und bewundernswert - wünschte mir, ich könnte auch so lustig und humorvoll schreiben. Aber leider bricht bei meinen Berichten immer wieder der Techniker durch.

Servus vom

Josef
Stell' Dir vor da ist ein Forum ... und keiner schreibt was!

Robert Kofler

unregistriert

12

Samstag, 25. Februar 2006, 08:21

da bin ich aber sprachlos

hallo nilpferd!

sprachlos, da mir vor lachen die luft schmal wurde! vielen dank für deinen erfrischenden bericht! da kommt so richtig motivation auf!

weiter so und viele grüsse aus köln, robert

  • »Tommys PaperCity« ist männlich

Beiträge: 1 175

Registrierungsdatum: 10. Februar 2006

Beruf: bin mein eigener Chef

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13

Samstag, 11. März 2006, 19:40

RE: Baubericht ME 262

:D ICH SCMEISS MICH WECH....jetzt ist mir beim lesen gerade der Draht aus der Mütze geflogen und meine Frau ruft die Leute mit den Quergestreiften Klamotten an... Tommy


Her mit dem nächsten Bericht...
Was wäre ein Leben ohne Kartonbau---eben eines ohne...

René Pinos

3,1415926535....

  • »René Pinos« ist männlich

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Registrierungsdatum: 6. November 2005

Beruf: Indschinör

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14

Samstag, 21. Januar 2017, 16:55

Zeitlos

3968 Tage d.s. elf (11!!!) Jahre danach, zeitlos und immer noch aktuell. :D

LG
René
Wer Bier nicht liebt und Weib und Knödel der bleibt ein Leben lang ein Blödel

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hallifly (21.01.2017), haduwolff (22.01.2017)

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