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Montag, 9. Juni 2014, 00:09

10. KBW - NSU Kettenkaftrad (Sd.Kfz.2) 1:25

Mein Modell für den Wettbewerb wird ein alter Bekannter von Modelik sein, der schon öfter hier als Baubericht präsent war. Da ich

dieses Modell schon lange auf meiner Wunschliste habe, ergreife ich die Gelegenheit beim Schopf und werde natürlich wie gewohnt

ausgiebig 'Pimp my Bike' zelebrieren.

Eine detaillierte Beschreibung des Bogens kann ich mir sparen, die ist bei den anderen Bauberichten bereits enthalten und da hat

sich nichts geändert - ein typischer Modelik Baubogen halt, wenn auch bereits mir der neuen guten Grafik und digital überarbeitet.

Meine Modell-Projekte werden immer in einzelne Bauabschnitte zerlegt und jedes Zwischenergebnis wird von mir wie ein eigenes

Modell (im Modell) behandelt. Das hilft mir die Motivation hoch zu halten und außerdem kann ich meine Abschnitte nach Lust und

Laune wählen. Meistens fange ich dann mit den schwierigeren Bauteilen an und mache die einfacheren Dinge erst später. Sollte dann

etwas nicht klappen und in der 'Ablage rund' landen, dann ist nicht so viel Arbeit verloren gegangen, da diese Hoppalas eher bei

den schwierigen Bauteilen passieren.

Bei einem Kettenfahrzeug gehören nun ganz klar das Fahrgestell und vor allem die Ketten zu den schwierigeren und aufwändigeren

Teilen und daher werde ich mit diesen Teilen beginnen. Allerdings werde ich diesmal zuerst das fertige Ergebnis des Bauabschnitts

zeigen und erst dann den Weg, wie ich zu diesem Ergebnis gekommen bin. Besonderheiten werde ich detaillierter beschreiben und

dabei vor allem auf Technik und Hilfsmittel eingehen.

Das Antriebsrad:

Die Antriebsräder des Kettendrads sind außergewöhnlich, da sie nicht aus normalen Zahnrädern bestehen sondern in jedem

Antriebszahn noch zusätzliche Leitrollen eingebaut haben. Bei meinem Modell möchte ich diese zusätzlichen Leitröllchen beweglich

gestalten. Nicht weil ich mir dem Krad herum fahren möchte, sondern weil es meiner Meinung nach besser aussieht, wenn bewegliche

Teile auch so weit wie möglich beweglich im Modell nachgebaut werden, statt sie stump aufzukleben.

So sieht das Ergebnis aus:
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Montag, 9. Juni 2014, 00:10

Zuerst habe ich die Röllchen gemacht. Pro Rad sind das 12 Stück Scheibchen mit 1 mm Dicke und einem Durchmesser von 2 mm. Als

Bohrung für die Achse habe ich 0,4 mm gewählt, da ich hierfür gerichtete Neusilber Abschnitte herum liegen habe. Also habe ich

mein Stanzwerkzeug mit einem Hilfsmittel aus Abfallmaterial erweitert. Ein Stück Messingrohr, daß mit dem Außendurchmesser genau

in das Stanzwerkzeug paßt, In das Rohr wurde ein kleines Stückchen Draht mit 0,4 mm Durchmesser mittig eingeklebt. Ein kleines

Stück Graupappe mit 0,5 mm Dicke wurde beidseitig dick mit Parkettbodenlack eingestrichen und über Nacht getrocknet. Diese

Lackbehandlung verhindert ein zerfasern des Materials bei der Bearbeitung und verhilft dem Karton zu einer lederähnlichen

Beschaffenheit. 0,5 mm deshalb, weil bei 1,0 mm dicker Graupappe selbst diese Behandlung nicht das zerfasern und auflösen in

Schichten verhindern würde (der Lack zieht nicht weit genug eine und verklebt die Fasern). Es werden daher pro Leitröllchen zwei

Scheiben miteinander verklebt.
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Montag, 9. Juni 2014, 00:10

Als nächstes werden mit ausreichendem Abstand Löcher mit 0,4 mm Durchmesser in die Graupappe gebohrt und die Oberflächen durch

leichtes überschleifen geglättet und vom Grat befreit.
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Montag, 9. Juni 2014, 00:11

Dann wird der kleine Stift von meinem Hilfswerkzeug in das Loch eingesetzt und als Führung für das Stanzwerkzeug verwendet. Das

Hilfswerkzeug muß natürlich kürzer wie die Stanze sein, damit es zu keiner Kollision kommt. Ob man zum Stanzen einen Hammer

verwendet, oder so wie ich (Lautstärke, Nacht, Wohnung, Nachbarn ...) eine Hebelpresse bleibt gleich.
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Montag, 9. Juni 2014, 00:12

Das Ergebnis ist ein Scheibchen mit einem kleinen Loch in der Mitte. Je nach Paßgenauigkeit des Hilfswerkzeugs ist dieses Loch

mehr oder weniger genau in der Mitte. Da die Scheibchen noch zurecht geschliffen werden spielt das keine große Rolle und ich habe

die Scheiben daher etwas größer (2,5 mm) ausgestanzt.
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Montag, 9. Juni 2014, 00:13

Schlußendlich sind 24 Scheibchen fertig und werden auf ein Stück Stahldraht mit 0,5 mm Durchmesser (straff sitzend) aufgefädelt.
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Montag, 9. Juni 2014, 00:13

Nun werden die Scheiben paarweise verklebt und nach dem Trocknen des Klebers zu einem Block zusammengeschoben und schön rund

geschliffen. Dann werden die Scheiben wieder auseinandergefächert und die geschliffene Fläche bekommt eine Glättung und Härtung

aus Klarlack (Schnellschleif Grundierung für Holz von CLOU). Um die Seitenflächen leicht zu überschleifen (eher entgraten) hilft

eine kleine Vorrichtung aus zwei Abfallstücken 1 mm Karton ungemein.
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Montag, 9. Juni 2014, 00:14

Die Laufflächen bekommen nun einen schönen silbernen Farbauftrag aus dem Tuschekasten (Deckfarben - Schulmalkasten - Pelikan). Ich

arbeite sehr gerne mit diesen Farben - sie sind sehr günstig, mit Wasser verdünnbar, haben eine sehr hohe Deckkraft, sind nach dem

Trocknen hauchdünn und veschmieren keine Details und sind leicht mischbar. Der einzige Nachteil ist, das sie leider nicht

wasserfest sind und durch feuchte Finger wieder abgehen. Versiegelt man den Farbauftrag jedoch nachträglich mit einer dünnen

Schicht Klarlack (Zapon-Lack von CLOU), so hat man die nahezu perfekte (Pinsel-)Lackierung gefunden.
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Montag, 9. Juni 2014, 00:15

Die Seitenflächen werden farblich genau so behandelt nur mische ich hier das Silber mit Schwarz und erhalte eine sehr natürliche,

metallische Oberfläche. Nach dem Trocknen lassen sich diese Deckfarben sogar etwas polieren - eine sanfte Bearbeitung mit einem

trockenen Borstenpinsel reicht bereits für eine seidige Oberfläche. Als Halterung für die Winzlinge habe ich einfach ein Stück

Malerkrepp mit der klebenden Seite nach oben auf einem Klötzchen befestigt.
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10

Montag, 9. Juni 2014, 00:15

Das war es für diesmal, nächstes Mal kommt die Fertigstellung des Triebrades.
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Jan Hascher

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Montag, 9. Juni 2014, 09:52

Oops. Ich geb auf, der Josef macht mit. :D

Hi Josef,
natürlich nicht, aber ich werde hemmungslos in deinen Lackiertipps räubern.

Schön, dass du dabei bist.

Gruss
Jan

Zaphod

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12

Montag, 9. Juni 2014, 10:20

Hallo Josef,


vielen Dank für die präzise Beschreibung Deines Vorgehens !

Zaphod

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Dienstag, 10. Juni 2014, 12:38

@ Jan:
Servus Jan!
Eigentlich wollte ich die Bemalung nicht so detailliert berichten, weil da so einige ihre Probleme damit haben ....
Aber Dir zuliebe werde ich speziell die Alterung und das Washing, Trockenmalen noch einmal genauer zeigen.

@Zaphod:
Gerne, ich werde mit Absicht bei diesem Baubericht besonders detailliert berichten, weil ich wissen möchte ob das überhaupt jemand merkt. Eigentlich schreibe ich ja in einem Forum, weil ich am Dialog und an Diskussionen interessiert bin; wenn ich nur 'Klicks' sammeln wollte, könnte ich auch eine Diashow auf YouTube einstellen.

Liebe Grüsse
Josef
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Heiner

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Dienstag, 10. Juni 2014, 13:10

Moin Josef!
Ein Zahnrad von Dir und schon weiss ich, dass ich mit dem Ausgang des Wettbewerbs nichts mehr zu tun habe. Egal, auch in Zeiten der Fussball-WM zählt der olympische Gedanke, nicht?
Um mal eine Diskussion anzustoßen (Klicken kann ich aber auch ganz prima..): ist Dein Hilfswerkzeug nicht möglicherweise überflüssig? Du hattest geschrieben, dass es offenbar nicht genau zentriert ist (das wäre meine erste Frage gewesen, wie man das hinbekommt), die Scheibe deshalb größer sei und nochmal "drumherum" geschliffen werden muss. Warum dann die Scheiben nicht einfach ungelocht passend ausstanzen, in Deine Schleifhilfe für die Seiten einlegen und dort erst bohren? ?( Mit einem sauber gesetzten Loch in der Grundplatte könntest Du dann sogar alle Scheiben sofort zentriert bohren (oder zumindest an derselben Stelle gelocht, so dass sie sich deckend verkleben lassen...)
Ist das schon Glühwein, oder hast Du bloß das Bier draußen gelassen?

Wanni

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15

Dienstag, 10. Juni 2014, 13:18

Zitat

dass ich mit dem Ausgang des Wettbewerbs nichts mehr zu tun habe.

Heiner, Du hättest nur dann mit dem Ausgang des Wettbewerbs nixmehr zu tun, wenn Du nicht fertig baust... 8|
...was allerdings extrem orbitant hohe Schadenersatzforderungen nach sich ziehen würde... :cursing:

Du würdest uns ja schliesslich um ne Menge Spass bringen... :D
:whistling:

Jan Hascher

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Dienstag, 10. Juni 2014, 16:56

Hi Josef,
das ist schon ok, ich bin da kein Purist. Ich hab auch Hadu zu Vorträgen übers Resingiessen und Altern genötigt.

Wegen mir also bitte recht detailliert, was die farbliche Behandlung von Karton angeht. Und falls das hier das Thema überfrachtet, darfst du es auch auslagern.

Gruss
Jan

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Dienstag, 10. Juni 2014, 19:01

Moin Josef!
Ein Zahnrad von Dir und schon weiss ich, dass ich mit dem Ausgang des Wettbewerbs nichts mehr zu tun habe. Egal, auch in Zeiten der Fussball-WM zählt der olympische Gedanke, nicht?
Um mal eine Diskussion anzustoßen (Klicken kann ich aber auch ganz prima..): ist Dein Hilfswerkzeug nicht möglicherweise überflüssig? Du hattest geschrieben, dass es offenbar nicht genau zentriert ist (das wäre meine erste Frage gewesen, wie man das hinbekommt), die Scheibe deshalb größer sei und nochmal "drumherum" geschliffen werden muss. Warum dann die Scheiben nicht einfach ungelocht passend ausstanzen, in Deine Schleifhilfe für die Seiten einlegen und dort erst bohren? ?( Mit einem sauber gesetzten Loch in der Grundplatte könntest Du dann sogar alle Scheiben sofort zentriert bohren (oder zumindest an derselben Stelle gelocht, so dass sie sich deckend verkleben lassen...)


Servus Heiner!

Das ist eine interessante Idee, die habe ich gleich ausprobiert. Erst habe ich mein 'Werkzeug' um einen 'Auswerfer' erweitert - man will ja das Scheibchen auch wieder rauskriegen. Dann das Loch gemacht und eine gestanzte Scheibe eingelegt - umgedreht - gebohrt ... das Ergebnis ist leider nicht so schön, ziemlich zerfleddert. Was war passiert? Nun - bei meiner Methode wird das Loch ins Volle gemacht und da kann der Karton den Scherkräften beim Bohren recht gut widerstehen. Durch die Unterstützung des Lochs mit dem Dorn beim Stanzvorgang wird ebenfalls kein Streß auf das Material ausgeübt und der Nenndurchmesser bleibt erhalten. Das Schleifen im Block (viele Scheiben eng aneinandergereiht) macht die Sache recht einfach, die Scheiben stützen sich gegeneinander ab und durch die ungleichmäßige Verteilung der Unrundheit ergibt sich beim drüberschleifen fast automatisch eine schöne Rundheit mit einer zentralen Bohrung. Nur so ist eine wirklich schöne zylindrische Fläche erreichbar und diese Leitrollen sind sehr ins Zentrum des Beobachters gerückt, da Sie durch ihre Lage geradezu dem Betrachter ins Gesicht schreien, daher wollte ich sie so gut wie möglich machen. Tatsächlich verwende ich diese Methode für Scheibchen aus Karton schon lange und da geht noch viel 'mehr' ... ich habe auch immer einen gewissen Vorrat in Reserve - die kleinsten, die ich momentan fertig habe, sind außen etwa 1,4 mm mit einer Bohrung von 0,7 mm :D

Liebe Grüsse
Josef
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Jan Hascher

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Dienstag, 10. Juni 2014, 20:20

Hi Josef,
mal ab von der klasse Fertigungskunst, mit was für einer Kamera machst du diese Makros?

Gruss
Jan

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Dienstag, 10. Juni 2014, 22:31

Jan,
Nix besonderes, eine Sony DSC-H9, ist schon ein älteres Modell und hat nur 8,1 Megapixel. Allerdings mache ich alle Aufnahmen mit Stativ, langer Belichtungszeit (händisch eingestellte Blende - nix Automatik) und dadurch mit hoher Tiefenschärfe. Mit der Makrofunktion kann ich mit dem Objektiv bis auf 2 cm ran gehen. Kein Blitz - aber eine ganze Reihe (3 Stk.) Leuchtstoffröhren mit Tageslicht Farbe um die 5000 Kelvin. Die Kamera ist auch auf die richtige Beleuchtung eingestellt, bzw. abgestimmt. Aufnahme in hoher Auflösung und nachträgliche Bearbeitung mit Ausschnittvergrößerung, Filter usw.
LG
Josef
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Mittwoch, 11. Juni 2014, 11:59

Für die anderen Teile des Laufrads kam wieder der Schneidplotter zum Einsatz. Die dickeren (weissen) Teile sind aus 0,3 mm dickem Werkdruck Papier (240 g).
Normalerweise kann man ja von der Grammatur in etwa auf die Dicke des Papiers kommen (1 g entspricht ca. 1 Tausendstel Millimeter), dieses Papier ist jedoch
mit Füllstoffen aufgeblasen und daher dicker wie sonst üblich ... und damit auch gut saugfähig. Diese 0,3 mm sind auch die Grenze von dem, was ich mit
meinem Schneidplotter noch vernünftig schneiden kann. Sollte ich dickeres Material benötigen, dann wird einfach mehrfach geschnitten und geschichtet. Die
Zahnkränze sind in diesem Fall verdoppelt und somit jeweils 0,6 mm dick. Die Zähne wurden mit dünnflüssigem Superkleber 'einsatzgehärtet'. Hier ist die
Saugfähigkeit des Papiers ein großes Plus, weil man richtig 'durchhärten' kann. Die kleine Scheibe rechts bildet die Distanz zwischen den Zahnkränzen und
besteht aus 0,5 + 0,5 + 0,15 mm - damit habe ich 0,15 mm Luft für die Leiträdchen. Beidseitig ist hier bereits Doppelkleber aufgebracht, der das Verkleben
der beiden Zahnkränze später dann sehr erleichtern wird.
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Mittwoch, 11. Juni 2014, 12:00

Aus dem Abfallmaterial des Schneidplotters und einigen weiteren Reststücken habe ich mir eine kleine Vorrichtung für die Bohrungen gebaut. In rot ist hier
die Kontur des Zahnrades aus Tonzeichenpapier 0,15 mm (130 g) geschnitten und hier wurden die Bohrungen mitgeschnitten. In der Vorlage als Kreis mit 0,4 mm
Durchmesser eingefügt wird hier kein Loch geschnitten (das würde den Schneidplotter überfordern - Löcher funktionieren erst ab 0,8 mm richtig), aber das
Messer rotiert quasi auf der Stelle und markiert mir den richtigen Platz für die Bohrung mit einem winzigen Loch, wie mit einer Nadel gestochen.
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Mittwoch, 11. Juni 2014, 12:00

Das Zahnrad wird in die Vorrichtung eingelegt und paßt perfekt - beachte die Markierung mit Bleistift, die immer die gleiche Position markiert. Von der
Rückseite wird dann gebohrt. Als Unterlage dient ein Stück Abfallmaterial. So hält man das Ausfransen und den Grat in Grenzen.
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Mittwoch, 11. Juni 2014, 12:01

Hier sind beide Zahnräder bereits fertig gebohrt, entgratet und die Distanzscheibe ist schon aufgeklebt. Als Führung für das zentrierte Ausrichten hilft mir
die Bohrung (3 mm) in der Mitte und ein kleines Stück Rundholz mit gleichem Durchmesser. Die Zähne der Zahnkränze sind übrigens nicht symmetrisch sondern
aufgrund der Kettenform leicht verdreht. Es gibt also ein linkes und ein rechtes Laufrad, hier muß man aufpassen sonst gibt es dann Probleme mir der Kette,
die nur in einer Ausrichtung sauber und korrekt auf den Zahnkränzen aufliegt.
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Mittwoch, 11. Juni 2014, 12:01

In weiterer Folge werden die Teile innen gefärbt, da ich später dann nicht mehr dazu kommen werde und keine weissen Blitzer mag. Zwischen den Zähnen habe
ich einen kleinen Streifen Metallfarbe aufgetragen - hier greifen später dann die Leitzähne der Kette ein und Farbe hätte nur einen kurzen Auftriff.
Dann werden die beiden Scheiben ohne verkleben auf das Holzstäbchen geschoben, ausgerichtet und in jedem Bohrungspaar ein kleines Stück Draht mit 0,4 mm
Durchmesser eingesetzt.
Auf einer Scheibe wird dieser Draht dann mit einem Tupfen dickflüssigem Superkleber befestigt. Auf jeden Fall sollte verhindert werden, dass sich der
Superkleber durch die Kapillarwirkung zu weit in die Bohrung zieht und auf die Achse oder später dann auf die Leiträdchen kommt. Das eine Zahnrad wird dann
wieder vorsichtig abgezogen und wenn der Kleber gut durchgetrocknet ist werden die überstehenden Drähte bei der Klebestelle abgezwickt. Nun kommen unsere
Leiträdchen auf die Drahtstückchen. Die zweite Scheibe kommt wieder drauf und die überstehenden Enden werden wieder (sehr vorsichtig) mit Superkleber
verklebt. Die Bleistiftmarkierung zeigt mir die vorherige Position und erleichert das einfädeln der Drahtenden in die zweite Scheibe und spätestens hier ist
man dann sehr dankbar für das Doppelklebeband. Erstens käme man mit normalem Klebstoff kaum mehr dazu ... und zweitens ist das reinfummeln der Drahtenden
zeitlich nicht zu steuern - MERKE! Doppelkleber kann nicht eintrocknen!
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Mittwoch, 11. Juni 2014, 12:02

Alles was nun an Kleber oder Draht noch übersteht wird mit einer kleinen Schleifscheibe einfach plan geschliffen. Leider sieht man auf dem Foto nicht, dass
die kleinen Rädchen nach wie vor voll beweglich sind und sich wie ein kleines Kugellager anfühlen.
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Mittwoch, 11. Juni 2014, 12:02

Beidseitig des Zahnkranzes kommen nun noch zwei Auflageflächen als Stütze für die Kette. Bei der Umlauffläche des Vielecks habe ich die Knicklinien mit dem
Plotter geschnitten, d.h. mit einem zweiten Durchgang wurde das Material nicht durchgeschnitten, sondern mit einer schwächeren Einstellung des Messerdrucks
nur leicht angeritzt. Die Führungsmechanik des Schneidplotters ist so genau, dass auch mehrere Durchgänge (ohne ausspannen des Blattes) positionsgenau
geschnitten werden. Die rote Basis des Seitenteils ist ein Zusatz von mir - statt direkt auf dem Zahnkranz zu arbeiten, bearbeite ich so etwas lieber
separat und verbinde die Teile erst, wenn alles fertig ist. Die Umrandung (die Vieleckform) wurde mit einem Streifen Seidenpapier zu einem Ring verklebt und
mit dem ringförmigen Deckel (nur eingelegt - aber noch nicht verklebt) in die richtige Form gebracht. Dann wurde der Hilfsdeckel verklebt - hier hilft der
Farbunterschied weiss/rot den Augen die korrekte Position zu finden. Dann wurde der Ring wieder entfernt und die Verstärkungsrippen eingeklebt. Eine
Hilfe für das Augenmaß ist eine Ausrichtung des Teils auf den rechtwinkeligen Linien der Schneidmatte (endlich mal eine sinnvolle Verwendung für diesen
Aufdruck). Die fertigen Rippen erhalten dann noch eine Versoftung mit verdünntem Weißleim nachdem der ganze Teil mit dünnflüssigem Superkleber getränkt
wurde. Der Superkleber verfestigt den Bauteil nicht nur, sondern macht ihn auch absolut unempfindlich gegen Wasser, was sich in weiterer Folge noch als sehr
brauchbar erweisen wird.

Doch davon dann beim nächsten Block in Kürze.
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Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:54

Die nach außen gerichtete Auflagefläche sieht ähnlich aus, hat jedoch einen zusätzlichen Kegelstumpf. Die Rippen sind daher etwas anders geformt. Auch
dieser Teil wird abschließend leicht gesoftet.
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Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:55

Bevor ich nun weitermache, erhalten alle Teile einen Anstrich in Grundfarbe. Damit die bereits fertige Farbgebung der Leitröllchen nicht wieder zunichte
gemacht wird, verwende ich einfache Masken aus den Resten des Plotts. Die einheitliche Farbgebung hilft beim erkennen von Fehlern und Unebenheiten, die
jetzt noch ausgebessert werden. Außerdem komme ich an manche Stellen später nicht mehr dran.
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Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:56

Für den Zahnkranz verwende ich nun ein 'Männer-Schminkset' und versehe die Zähne (wo die Abnutzung durch die Kette erfolgt) mit einem metallischen Schimmer.
Die Grundfarbe sollte noch leicht durchscheinen.
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30

Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:57

Bei unseren Seitenflächen kommt nun 'Deckel zu - Affe tot' und die nochmalige Lackierung in Grundfarbe. Vorher habe ich noch 6 gestanzte Muttern auf den
Kegelstumpf geklebt. Als nächster Auftrag ist die Verschmutzung an der Reihe. Die Farben aus dem Tuschekasten eignen sich da recht gut. Für erdige
Verschmutzung ist Umbra gut passend. Die Farbe wird mit viel Wasser stark verdünnt verwendet und eher als lasierende Aquarelltechnik angewandt. Sollte
zu viel Farbe da sein, kann man mit einem sauberen, feuchten Pinsel die überschüssigen Pigmente wieder entfernen. Gut, dass der Teil wasserfest ist ... Wenn
man mit dem Ergebnis zufrieden ist, sollte das Ganze gut trocknen.
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31

Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:58

Die Laufflächen erhalten wieder unsere Beschichtung mit schwarz-silber und eine Kanten-Betonung mit einem Strich silber. Durch die gute Deckfähigkeit und
die Dünnflüssigkeit der Deckfarben sind solche abgesetzten Flächen recht gut freihändig zu meistern. Man sollte nur den Pinsel in flachem Winkel führen.
Nachdem der Farbauftrag angetrocknet ist wird mit einem leicht feuchten Pinsel diese silberne Kantenbetonung mit leichtem drüber wischen abgeschwächt. Nach
dieser Farbgebung habe ich die Teile miteinander verklebt (die Achse diente als Führung) und alle weiteren Behandlungen betreffen nun das ganze Leitrad.
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32

Donnerstag, 12. Juni 2014, 13:00

Nachdem die Deckfarbe getrocknet ist folgt das sogenannte 'Washing'. Hier wird stark verdünnte Farbe in alle Ecken verfrachtet um scheinbare Tiefe durch
verstärkte Schattierung zu simulieren. Ich verwende dazu dunkle Ölfarbe, die mit Terpentin stark verdünnt wird. Bei der dunkelgelben Basisfarbe habe ich
mich für ein dunkles Rotbraun entschieden (normalerweise verwende ich hier schwarz oder schwarz-braun, aber für gelb ist mir das zu dunkel). Es liegt nun in
der Fantasie des Betrachters ob das Rost oder Verschmutzung mit karstiger Erde ist. Zuerst wird der Teil mit reinem Terpentin benetzt. Durch die ölartige
Konsistenz geht das fast von selbst und optimalerweise wird sowohl die wasserbasierte Acrylfarbe des Grundanstrichs als auch die wasserbasierte Deckfarbe
vom Terpentin nicht angegriffen. In diesen Terpentinfilm brauche ich nun nur mehr meinen Pinsel mit der verdünnten Ölfarbe kurz einstippen und schon
verteilt sich der Rost/Schmutz wie von Zauberhand in allen Ecken. Ein zu viel an Farbe kann mit einem abgestreiften Pinsel wieder weggesaugt werden. Aber
Vorsicht, die Intensität der Ölfarbe nimmt nach dem Trocknen erheblich ab, also lieber ein wenig übertreiben und nachher ist dann gut. Nach diesem Washing
ist gutes Trocknen angesagt - am Besten über Nacht.
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33

Donnerstag, 12. Juni 2014, 13:02

Nach dem betonen des Schattens kommt nun das betonen des Lichts mit dem sogenannten 'drybrushing' od. trockenmalen. Hier wird sehr dicke (am besten wären
feuchte Pigmente) Farbe auf alle Erhebung gebracht um verstärkte Lichtwirkung zu simulieren. Ich verwende dazu helle Ölfarbe, die kaum verdünnt wird, bzw.
gerade mal so viel, dass sie mischbar ist. Idealerweise verwendet man die Basisfarbe, die durch Zugabe von weiß etwas aufgehellt wird. Oder eine passende
Ton-in-Ton Farbe, die aber auf jeden Fall heller als die Grundfarbe wirken sollte. Von dieser Farbe wird nun ein wenig mit einem Pinsel aufgenommen und auf
einem Stück Küchenrolle oder ähnlichem wieder ausgestriffen, bis der Pinsel fast keine Farbe mehr auslässt. Dann wird mit lockeren, wedelnden Bewegungen
über die Kanten des Werkstücks geschrubbelt. Kaum sichtbar legt sich mit der Zeit ein sehr dünner Farbstrich auf die Kanten und hellt sie ein wenig auf. Das
ist genau der Effekt, der erreicht werden soll. Ein gutes drybrushing ist kaum zu sehen, aber gut zu bemerken. Als letzten Schritt bei der Farbgebung
bekommt der Bauteil nun einen abschließenden Überzug mit Klarlack seidenglänzend. Der vereinheitlicht den Glanz, erhöht die Grifffestigkeit und schützt
unser Kunstwerk. Als Grundfarbe und auch als Endlackierung verwende ich sehr gerne die Airbrush-Farben von Schmincke, die sich allerdings nur mit der
Spritzpistole verwenden lassen. Das Tolle bei diesen Farben ist die Mischtabelle, die alle Standard RAL Farben ermöglicht und damit sehr viele benötigte
Farbtöne abdeckt.
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34

Donnerstag, 12. Juni 2014, 13:05

Der Bauabschnitt Leitrad ist damit beendet. Als nächstes möchte ich die Kette in Angriff nehmen. Erst zeige ich euch wieder das fertige Ergebnis (und wofür
ich den Aufwand mit dem Leitrad getrieben habe) und dann, wie ich zu diesem Ergebnis gekommen bin. Vorweg - nein, das sind keine Lasercut-Teile, aber davon
beim nächsten Mal mehr.
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Zaphod

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Donnerstag, 12. Juni 2014, 16:18

Hallo Josef,

einmal mehr herzlichen Dank für die minutiöse Beschreibung Deines Vorgehens, gerade auch die Maltipps sind für mich Neuland.

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Jan Hascher

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36

Donnerstag, 12. Juni 2014, 18:42

Hallo Josef,
jetzt steh ich auf dem Schlauch. Bist du nach dem Drybrushen nochmal mit Grundfarbe drübergegangen oder meintest du mit Endlackierung den Klarlack?

Gruss
Jan

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Donnerstag, 12. Juni 2014, 22:01

Servus Jan!

Nach dem trockenmalen kommt nur mehr der Klarlack drauf.
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Sonntag, 15. Juni 2014, 15:21

Für die Kettenglieder habe ich erst mal eine Zeichnung gemacht. Da ich die Innenteile mit einer einteiligen Hülle ummanteln wollte, war das auch der einfachste
Weg um an die benötigte Abwicklung zu kommen.
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39

Sonntag, 15. Juni 2014, 15:21

Aus diesen Teilen wird jedes einzelne Kettenglied entstehen und die Kette wird voll beweglich sein. Als Achse dienen kleine Abschnitte von 0,4 mm dickem
Eisendraht und die Lager sind aus Aderendhülsen für 0,08 qmm Leitungen - die haben einen Innendurchmesser von 0,5 mm und passen perfekt. Die Hülle besteht aus
60g Papier, die restlichen Teile sind wieder aus meinem geliebtem 0,15 mm dickem Farbtonpapier.
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40

Sonntag, 15. Juni 2014, 15:22

Im ersten Schritt wird die Kernlage mit der Hülle verklebt und an die entstanden Anschläge werden die Adernendhülsen geklebt. Den trichterförmigen Teil der
Aderhülsen habe ich abgeschnitten, der würde beim flachen Aufliegen nur stören. Die beiden kleinen Hülsen sind innen bündig verklebt und haben außen einen
größeren Überstand, damit ich die Teile später noch irgendwie spannen kann. Damit die kleinen Hülsen gut ausgerichtet sind habe ich ein Stück Draht eingelegt.
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